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Dienstag, 16. September 2014

Konzertbericht PHILM 10.9.2014 Hansa 39 - München

Dave Lombardo bereist Europa, um nach seiner Abkehr von SLAYER sein neues Betätigungsfeld PHILM zu promoten. München gehört zu den wenigen Tourstops in Europa und ist der einzige in Deutschland. Da sollte man doch meinen, dass das Interesse groß sein sollte. Doch weit gefehlt. Die Münchner machen mal wieder ihrem Ruf als Konzertverweigerer, wenn es darum geht Konzerte von kleineren oder unbekannteren Bands zu besuchen, alle Ehre. Nur ca 50 Personen (davon die Hälfte wahrscheinlich auf Gästeliste) verirren sich ins Hansa 39, um PHILM live zu erleben. Zum einen gab es einen der momentan spannendsten Newcomeracts (PHILM) innerhalb der Metal-/Rockszene zu bestaunen, zum anderen, hatte man die Möglichkeit, einer Legende wie Dave Lombardo (einer der besten, wenn nicht sogar der beste Drummer) aus wenigen Zentimetern Entfernung auf die Finger zu schauen. Selber Schuld München.
Los geht's mit SMOKE THE SKY. Waren die ersten beiden Songs noch recht vielversprechend, scheitert die Münchener Band in der Folge beim Versuch, die wenigen Anwesenden mit einer Mischung aus Stoner-, Thrash- und groovigem Modern-Metal aus der Reserve zu locken. Das Publikum hielt während des kompletten Auftritts von SMOKE THE SKY konstant 2 - 3 Meter Abstand zur Bühne. In jedem Song von SMOKE THE SKY sind sehr viele gute Ansätze zu hören und auch die Refrains kommen catchy, doch der Funke will nicht überspringen. So dass für das Quartett heute nur die Erkenntnis bleibt: falscher Ort zur falschen Zeit.
Während der kurzen Umbaupause, mischt sich Dave Lombardo unter die Leute und erfüllt geduldig Autogrammwünsche. Nach einigen Minuten erscheinen auch Gerry Nestler (Guit & Voc) und Pancho Tomaselli (Bass) und PHLIM beginnen ihren musikalischen Trip durch die Rock- und Metal-Klangwelten mit dem Titelsong vom aktuellen Album "Fire from the Evening Sun". Wer nur wegen dem Namen "Dave Lombardo" das Konzertticket in freudiger Erwartung von Doublebass-Geballer und Riffs ala SLAYER gekauft hatte, der wurde innerhalb kürzester Zeit auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und musste sich wie im falschen Film vorkommen. PHILM fühlen sich in allen Spielarten des Metal/Rock heimisch, zocken aber am liebesten einen verschachtelten Prog mit psychadelischer Note, der auch nicht vor kurzen jazzigen Ausflügen zurückschreckt. Schwer verdaulich, aber hat man sich an die Zutaten gewöhnt, vollmundig und lecker. Die Anwesenden benötigen einige Momente, um damit klarzukommen, dann aber geht die Luzie ab. Bei klasse Soundverhältnissen, werden in der Folge u.a. 8 Tracks vom neuen Album live präsentiert. Gerry Nestler taut nach anfänglicher Zurückhaltung von Minute zu Minute mehr auf und erreicht ab ca Mitte des Sets ein Top-Niveau, das man irgendwo zwischen Spielfreude und Ekstase einordnen kann. Dave Lombardo (der hier logischerweise viel mehr von seinem Facettenreichtum zeigen kann) ist, wie nicht anders zu erwarten war, der Großmeister hinter den Kesseln, der inzwischen so souverän und cool ist, dass ihm selbst der zwischenzeitliche Ausfall von zwei seiner Snares aus der Miniversion seines Drumkits nicht aus der Ruhe bringen kann. Und nicht zu vergessen: Pancho Tomaselli, der mit seinem dynamischen Bassspiel ein ganz wichtiger Faktor im Soundgerüst von PHILM ist. Nach kanpp über einer Stunde Spielzeit, die mit Raserei ebenso gefüllt war, wie mit ruhigen Momenten, dabei aber Komplexität und Anspruch eindeutig im Vordergrund standen, wollen PHILM eigentlich den Abend beenden und sind schon dabei, sich ausgepowert zurückzuziehen. Doch da haben PHILM die Rechnung ohne die Anwesenden gemacht. Lautstark und minutenlang wird nach Fortsetzung und Zugabe gerufen (erstaunlich, welchen Lärm eine paar Hände voll Menschen machen können). Und tatsächlich kehren Nestler & Co nochmals zurück und jammen sich durch zwei weitere Songs. Auch wenn man von den Konzerteindrücken nicht alles sofort verarbeiten kann, bleibt nur ein Fazit für diesen Abend mit PHILM: Wahnsinn! (JK)