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Montag, 2. Mai 2016

Konzertbericht PRIMORDIAL + SVARTIDAUDI + KETZER - 26.4.2016 München / Backstage (Halle)

The Ghost of the Charnel House - unter diesem Titel läuft die aktuelle PRIMORDIAL Tour, die selbstverständlich auch einen Stopp in München einlegt. Ebenfalls eine Koje im Tourbus bezogen haben KETZER und die Isländer von SVARTIDAUDI, die beide somit die Ehre haben, für Alan Averill & Co eröffnen zu dürfen.
Als erstes an der Reihe sind PRIMORDIALs Labelkollegen KETZER, die auf die Sekunde genau um Punkt 20 Uhr den Abend eröffnen. Das Hauptaugenmerk legen die Bergisch Gladbacher in der zugestandenen halben Stunde verständlicherweise auf ihr aktuelles Album "Starless". Gleich 5 Tracks vom, von der Presse gefeierten, von den Fans teilweise zwiespältig aufgenommen, "Starless"-Album haben es heute auf die Setlist geschafft. Um der Sache mehr Würze zu geben, haben KETZER ihren neuen Songs etwas mehr Drive für die Live-Präsentation verordnet, was beim Publikum sehr gut ankommt und so die ersten Matten zum Schwingen bringt. Gute Soundverhältnisse und Fronter Infernal Destroyer, der mit einer wirklich sehr guten Vocal-Performance beeindruckt, tragen ihr übriges dazu bei, dass KETZER nach "Endzeit Metropolis" und "Satans Boundaries Unchained", trotz einer noch immer halbleeren Halle, lautstark verabschiedet werden.
Nach einer kurzen Umbaupause schlägt dann die (dreiviertel) Stunde des isländischen Handlungsreisenden in Sachen Black Metal - SVARTIDAUDI. Ähnlich wie MGLA verhüllen SVARTIDAUDI ihr Anlitz mit Tüchern, haben es aber zudem aber auch noch "hübsch" im Camouflage/Tribal Warrior-Look geschminkt. Was sie sich aber eigentlich auch hätten sparen können, da der Gig der Isländer überwiegend von dichten Nebelschwaden und schummrigen Licht zugedeckt wird. Optisch gibt es so wenig bis gar nichts zu begutachten, was in Anbetracht des geilen Backdrops wirklich schade ist. Dafür gibt es aber umso mehr zu hören und heftig auf die Ohren. Wem der Name SVARTIDAUDI bisher nichts sagt, der möge sich vor seinem geistigen Auge einen Gewittersturm, einen rollenden Panzer und einen Lawinenabgang vorstellen. Brachial, niederwalzend, apokalyptisch - oder eben SVARTIDAUDI. Unterscheiden kann man die einzelnen Songs (live zumindest) jedoch kaum. Dennoch reichen 45 Minuten aus, um eine beeidruckende Visitenkarte in München zu hinterlassen, die den meisten der Anwesenden, auch wegen den geschickt eingeflochtenen Melodien (SOLSTAFIR ick hör dir trapsen) und der Stimmungswechsel innerhalb der Songs mächtig einheizt. 
Die folgende Umbaupause gestaltet sich mit kurzen 15 Minuten sehr verbraucherfreundlich, was sehr positiv aufgenommen wird. Weniger positiv für Veranstalter und Headliner ist die Tatsache, dass der Publikumszuspruch insgesamt eher bescheiden ausfällt. Das Schildchen "ausverkauft" bleibt so in der Schublade und dass, obwohl schon auf die kleinere Halle umgebucht wurde. 
Nachdem die beiden Opening-Acts das (musikalische) Feld gut bestellt hatten, folgt nun mit PRIMORDIAL der mächtige und würdige Headliner. Kurz vor 22 Uhr steigen die Iren mit "Gods to the Godless" in ihr Set ein und legen damit den Grundstein für ihren Start-Ziel-Sieg hier in München. In gewohnt beeindruckender Manier greift bei der souverän aufspielenden Mannschaft um "Naihmass Nemtheanga" ein Rädchen ins andere. Man merkt der Truppe zu jedem Zeitpunkt der Show die geballte Routine an, die sich die Truppe im Lauf der Zeit erworben hat. Nur Alan selbst hat zu Beginn mit einigen kleineren stimmlichen Wacklern zu kämpfen, die im Verlauf des Abends aber deutlich weniger werden. Seine Bühnenpräsenz/Performance ist aber, wie üblich, über jeden Zweifel erhaben. Bei der Songauswahl konzentrieren sich PRIMORDIAL überwiegend auf die letzten drei Alben -  "Imrama", "A Journey's End" und "Storm Before Calm" werden dagegen überhaupt nicht berücksichtigt. Aber auch so jagt eine Hymne die nächste. So verleiten u.a. "No Grave Deep Enough", "As Rome Burns", "The Mouth of Judas" und "The Coffin Ships" zum kollektiven Freakout. Bis in die letzten Reihen, der inzwischen zu 3/4 gefüllten Halle, ist die Begeisterung für die Iren zu spüren, welche nach dem letzten Song ("Empire Falls") des regulären Set, sowohl in frenetischem Applaus, als auch, in einer vehement eigeforderten Zugabe, ihren Höhepunkt findet. Die Zugabe lässt dann auch nicht lange auf sich warten. "Heathen Tribes" macht den Deckel auf eine knapp zweistündige PRIMORDIAL Show und einen insgesamt intensiven und abwechslungsreichen Abend. (JK)

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