About me

Mein Bild
DON`T KILL YOUR LOVE...BUY LEGAL CDs AND SUPPORT THE BANDS LIVE!!! STAY HEAVY!

Freitag, 30. September 2016

SODOM / "Decision Day"/ SPV - Steamhammer / 11 Tracks / 51:15 Min

Knarrenheinz lädt zum 15. mal durch.
Seit Veröffentlichung des SODOM Debütalbums "Obsessed by Cruelity" im Jahr 1986 ist viel Wasser den Rhein-Herne-Kanal runtergeflossen - Grunge, Crossover, Nu Metal, Metalcore - Thomas Such hat dabei in den letzten 30 Jahren viele "Trends"und die dazugehörigen Bands kommen und gehen sehen.
Bis auf ein paar wenige Ausnahmen, sind die meisten dieser "Trend"-Bands längst wieder verschwunden oder in die Bedeutungslosigkeit abgedriftet.
Nicht so SODOM, die (Dank an Thomas Such, der sich und seinen Fans immer treu geblieben ist) nie einer Modeerscheinung hinterhergehechelt sind.
Das Resultat: SODOM sind heute gefragter denn je und haben es mit "Decision Day" nun sogar in die Top-Ten der deutschen Album-Charts geschafft.
Und wie es sich für ein Top-Ten Album gehört, ist "Decision Day" mit einem 1A Coverartwork (von MOTÖRHEADs Kultgraphiker Joe Petagno), einer fetten Produktion und reichlich Thrash-Perlen gesegnet.
Als da wären: "Caligula" mit seinem langezogenem Refrain (Caligulaaaaa), der live jede Halle zum beben bringen dürfte; die beiden Abrißbirnen "In Retribution" und "Vaginal Born Evil"; das alles zermalmende Riffmonster "Blood Lions"; das abwechslungsreiche "Rolling Thunder" und last but not least: "Who Is God?", bei dem SODOM einmal mehr zeigen, dass Eingängigkeit (den Refrain bekommt man garantiert tagelang nicht mehr aus dem Kopf) und Brutalität, nicht spinnefeind sein müsssen.

Fazit: SODOM präsentieren sich auf "Decision Day" angriffslustig wie schon lange nicht mehr und kratzen sogar das ein oder andere mal am Sockel der übermächtigen Monumente "Persecusion Mania" und "Agent Orange".  (JK)

8.5 von 10

NEGURĂ BUNGET + WALDGEFLÜSTER + WOLVES DEN + ARS IRAE + OSSIFIC - München/Backstage 15.10.2016 Beginn: 17.30 Uhr

http://mrw-concerts.de/15-10-2016-negura-bunget-waldgefluester-wolves-den-ars-irae-ossific/

KAMPFAR + VREID + DREAMARCHER - München/Backstage 18.10.2016 Beginn: 20 Uhr

http://www.backstage.info/veranstaltungen-2/live/item/kampfar-vreid-dreamarcher

Samstag, 24. September 2016

LES DISCRETS / "Virée Nocturne" / Prophecy Productions / 4 Tracks (EP) / 18:04 Min

Alles auf Null.
Wie im letzten Jahr angekündigt; Fursy Teyssier hat die Reset Taste bei LES DISCRETS gedrückt und ist dabei, die Band neu zu erfinden.
Einen Vorgeschmack auf das, was man in Zukunft von den "neuen" LES DISCRETS erwarten darf/kann, bietet die 4 Track EP "Virée Nocturne", die die Hörerschaft bis zur Veröffentlichung des neuen Albums "Prédateurs", welches Anfang 2017 erscheinen wird, bei Laune halten soll.
Um es vorweg nehmen zu wollen - ganz geräuschlos dürfte dieser "Neustart" bei einem Großteil der LES DISCRETS Anhängerschaft nicht von statten gehen. Dazu ist der Wandel, weg vom gitarrenorientierten Post-Rock/Post Black Metal, hin zum elektronisch geprägten Alternative-Rock ala MASSIVE ATTACK oder PORTISHEAD, teilweise zu gravierend ausgefallen.
Was aber nicht bedeutet, dass "Virée Nocturne" eine schlechte Veröffentlichung ist - keineswegs - noch immer schafft es Fursy Teyssier zu fesseln und zu verzaubern, nur eben in einem neu definierten Klang-Kosmos.
Im neuen Klang-Kosmos des Fursy Teyssier treffen ruhige Beats auf anregendes Trip-Hop Drumming und melancholische Shoegaze-Gittarren auf elektronische Klänge. Eine Kombination, die am deutlichsten bei "Capricorni.Virginis.Corvi" auf sich aufmerksam macht, die sich aber auch beim Titelsong der EP "Virée Nocturne" heraushören lässt. 
Damit die Reise von "Ariettes Oubliées…" hin zu "Prédateurs" nicht gänzlich als Kulturschock für labile Post Rock-/Post Black Metal-Geschöpfe ausfällt, enthält die EP mit "Le Reproche" zumindest einen Track (in der Demo-Version), der im weitesten Sinne noch dem Post Rock / Shoegaze alter Tage zuzuordnen ist. Hier entfachen LES DISCRETS dann auch am ehesten noch ein atmosphärisches Feuer, das die Hitze hat, um zumindest in die Nähe ruhigerer ALCEST Titel zu kommen.

Fazit: Die Metamorphose bei LES DISCRETS ist in vollem Gange - in welchen Farben die neuen musikalischen Flügel des Fursy Teyssier in Zukunft leuchten werden, ist abschließend noch nicht 100%ig zu beurteilen. Es bleibt also weiterhin spannend. (DE)

7 von 10

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:
http://de.prophecy.de/kuenstler/les-discrets/les-discrets-vir-e-nocturne.html

Dienstag, 20. September 2016

RICHARDS - CRANE / "Richards - Crane" / Metalville - Rough Trade / 10 Tracks / 34:58 Min

The Earth Has Music for Those Who Listen (Shakespeare).
Einem breiterem Publikum wurden Whitfield Crane und Lee Richards durch ihre Hauptbetätigungsfelder UGLY KID JOE (Crane) bzw. DROPBOX / ANOTHER ANIMAL / ex GODSMACK (Richards) bekannt.
Beide Musiker kennen sich schon seit ewigen Zeiten und sind auch privat miteinander befreundet - die logische Konsequenz daraus ist nun das erste gemeinsame Album der beiden Amerikaner, das nicht ganz überraschend unter dem Banner RICHARDS/CRANE läuft.
Wer jetzt Alternative Metal ala UGLY KID JOE oder GODSMACK erwartet, liegt aber falsch - RICHARDS/CRANE gehen ihre Kollaboration nämlich total entspannt und (überwiegend) akustisch an.
Am besten kann man das gebotene als Mischung aus akustischem Post Grunge und blusig angehauchtem Alternative Rock bezeichen.
Wer sich jetzt vor seinem geistigen Auge die großartige MTV Unplugged Show von ALICE IN CHAINS (1996) vorstellt, kommt der Sache ziemlich nahe.
Der Vergleich hinkt natürlich etwas, da es wohl niemand jemals schaffen wird, Grunge so voller Hingabe und Weltschmerz einzusingen, wie es Layne Staley konnte. Dennoch muss man respektvoll anerkennen, dass Whitfield Crane hier eine Gesangsleitung abliefert, die mit Sicherheit zu den besten Performances seiner Karriere gehört und genügend Tiefgang hat, die man für Musik dieser Art benötigt.
Da auch das Gitarrenspiel von Lee Crane höchsten Ansprüchen genügt, zudem für Abwechslung (Southern-Rock-Note bei "Don't Cry for Me", sowie orientalischer Touch bei "Lost") gesorgt ist, das Album komplett ohne Füllmaterial auskommt und mit "Black & White" (mit Gastsänger Myles Kennedy/ALTER BRIDGE, SLASH) und "Waiting on a Prayer" sogar zwei richtig fette Hits in petto hat, kann es am Ende nur eine Meinung geben: "Richards/Crane" ist ein Album, das es faustdick hinter den Ohren hat.

Fazit: Grunge's not Dead! (JK)

8 von 10 

Freitag, 16. September 2016

MADAME MAYHEM / "Now You Know" / Metalville - Rough Trade / 14 Tracks / 52:19 Min

Don't Judge a Book (or a CD) by its Cover. Betrachtet man sich das Coverartwork von MADAME MAYHEMs aktuellem Album unvoreingenommen mal genauer, könnte man zu dem Schluß kommen, es handle sich um ein Gothic-Rock Album - doch weit gefehlt.
Auch der Name "Mayhem" ist nicht zielführend - da die Dame bzw deren Musik weder als chaotisch zu bezeichnen wäre und auch nicht im Black Metal Style zur Selbstvertümmelung aufruft.
Des Rätsels Lösung  - MADAME MAYHEM widmet sich dem Alternative Rock/Hard Rock - "No You Know".
In den USA soll MADAME MAYHEM, laut Labelinfo, schon mehr oder weniger bekannt sein, was letztendlich dazu geführt hat, dass so illustre Namen wie Ray Luzier / KORN, Ron"Bumblefoot" Thal / GUNS N' ROSESRuss "Satchel" Parrish / STEEL PANTHER, Corey Lowery / STUCK MOJO und Billy Sheehan / MR. BIG sich dazu bereit erklärt haben, als Gastmusiker zu fungieren. Letzterer trat zudem auch noch als Produzent in Erscheinung.
So weit, so gut.
Doch leider bewahrheitet sich in diesem Fall mal wieder der Spruch "viele Köche verderben den Brei" - soll heißen; auf dem Album ist weder ein roter Faden, noch ein Konzept zu erkennen.
Doch damit nicht genung - die Scheibe leidet zudem, ganz massiv sogar, an der Tatsache, dass MADAME MAYHEM keine Koryphäe beim Songwriting zu sein scheint.
Deshalb macht es auch keinen Sinn, lange um den heißen Brei herum zu reden, sondern muss die Dinge beim Namen ansprechen - "Now You Know" ist ein Album mit belanglos aneinander gereihten Rock-Tracks, die des öfteren zwar an EVANESCENCE erinnern und gelegentlich auch PAT BENATAR in den Sinn rufen, aber seltenst bleibenden Eindruck hinterlassen.
Dass "Now You Know" letztendlich kein totaler Rohrkrepierer geworden ist, ist der Tatsache geschuldet, dass zumindest 4 Tracks auf dem Album ganz brauchbar erscheinen.
Keine Ahnung, welchen Zaubertrank MADAME MAYHEM hier zu sich genommen hat, aber die Teile rocken wirklich.
Namentlich: Der düstere Alternativ-Rocker "Monster", "Nothing to Lose" mit feiner Melodie-Note, das melancholisch angehauchte "Pain" und die flotte Rock-Nummer "Can't Stand", bei der auch mal die Gitarren etwas mehr Wirbel machen.

Über den Rest hüllen wir den Mantel des Schweigens und hoffen dass MADAME MAYHEM uns erst wieder beehren wird, wenn zum einen, in Zukunft, das Coverartwork und die Musik zusammen passen und zum anderen, es sich die Dame zu Herzen nimmt, dass ein Album mit 75% Ausschußware (zumindest in Europa) nur schwer zu verkaufen ist. (JK)

4 von 10

Dienstag, 13. September 2016

VICIOUS RUMORS / "Concussion Protocol" / SPV - Steamhammer / 11 Tracks / 50:24 Min

30 Jahre und kein bisschen leise. Es ist sage und schreibe doch schon drei Jahrzehnte her, dass eingewisser Geoff Thorpe und seine Band VICIOUS RUMORS die Metal-Welt 1986 mit "Soldiers of the Night" in Verzückung versetzte. In der Folge (bis 1991) kannten VICIOUS RUMORS nur eine Richtung im Lift zum Metal-Olymp - "aufwärts".
Doch dann schlug das Schicksal zweimal knallhart zu (Hand OPs bei Thorpe sowie Tod von Carl Albert), sodass VICIOUS RUMORS während dieser Zeit komplett aus der Bahn geworfen wurden.
In den Jahren danach fielen VICIOS RUMORS dann eher durch massenhafte Besetzungswechsel, als durch ihre Veröffentlichungen auf, und wurden folgerichtig aus dem Metal-Olymp vertrieben und bis in die Niederungen der 2. Liga durchgereicht.
Seit dem Comeback (2011) geht es aber wieder kontinuierlich aufwärts mit dem ehemaligen Flagschiff des US Power Metal, das heuer mit "Concussion Protocol" den zwölften Longplayer der Bandgeschichte auf den Markt wirft - ein Album, mit dem die Kalifornier nochmals zur Attacke blasen.
Bereits der Einstieg mit dem titelgebenden Track "Concussion Protocol" lässt realtiv schnell erahnen, dass VICIOUS RUMORS wieder voll im Saft stehen und noch lange nicht vor haben, sich auf's Altenteil zurückzuziehen.
Aggressiv und kompromisslos, wie schon lange nicht mehr, ballert der Track aus den Boxen und macht deutlich, dass Geoff Thorpe & Co diesmal, mehr den je, die Grenze zum Thrash übertreten haben. OVERKILL, METAL CHURCH und frühe EXODUS lassen grüßen.
Ähnlich flott unterwegs und doch abwechslungsreich gestrickt sind  "Chemical Slaves", "Chasing the Priest", "1000 Years" und "Every Blessing is a Course".
Die Frischzellenkur mit Tilen Hudrap und vor allem Nick Holleman steht VICIOUS RUMORS mehr als gut zu Gesicht und nährt die Hoffnung (sollte diese Formation länger zusammen bleiben), dass VR auf ihre alten Tage doch nochmals die Aufmerksamkeit erhalten könnten, die sie auf Grund ihrer Vita eigentlich schon längst verdient gehabt hätten.
Das VR auch gefühlvoll können, zeigen sie mit der Power-Semi-Ballade "Circle of Secrets", die, wäre sie Anfang/Mitte der 1990er erschienen, auf MTV mit hoher Wahrscheinlichkeit in Dauerrotation gelaufen wäre.
Dass aber noch längst nicht wieder alles Gold ist was glänzt, beweisen "Take It or Leave It" und "Victims of a Digital World", die inspirationslos wirken und deshalb im negativen Sinne aus der Reihe tanzen.

Fazit: Die runderneuerten VICIOUS RUMORS präsentieren sich anno 2016 mit reichlich Dampf im Kessel und haben mit der aktuellen Besetzung endlich wieder eine Truppe zusammen, die das Zeug hat, an die Erfolge der Frühphase anzuknüpfen. (JK)

8 von 10

http://www.viciousrumors.com/

Donnerstag, 8. September 2016

TIMOR ET TREMOR / "For Cold Shades" / Trollzorn Records / 8 Tracks / 44:10 Min

Sommerlicher Wintereinbruch.
Tief in den hessischen Wäldern kündigen sich die ersten Vorzeichen des kommenden Winters an - verantwortlich dafür sind TIMOR ET TREMOR, die mit "For Cold Shades" schon jetzt die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt treiben.
Wie schon auf den beiden Vorgängeralben "My Oaken Chest" von 2009 und "Upon Bleak Grey Fields" von 2012 zocken TIMOR ET TREMOR einen Melodic Black Metal mit hymnenhafter Pagan Kante, der von atmosphärisch dicht gewebten Klangteppichen und frostigen Riffs lebt und die Hörerschaft dazu einlädt, sich in den episichen Songs zu verlieren.
Doch damit nicht genug - für die Produktion konnte man Markus Stock ( THE VISION BLEAK, EMPYRIUM) gewinnen, der "For Cold Shades" druckvoll und dabei doch erdig warm abgemischt hat.
Dabei entwickelt sich die Scheibe von Minute zu Minute und findet ihren Höhepunkt im 5-minütigen Epos "The Soaring Grudge".
Zudem befördert die Coloboration mit Markus Stock die ohnehin schon üppig vorhandene Mischung aus Epik und Tiefgang, bei TIMOR ET TREMOR noch ein Stückchen mehr hervor.
Nordische Raserei und abwechslungsreich gestaltete ruhigere Momente verteilen sich dabei ausgewogen über das komplette Album und machen in Kombination mit dem Gesang von Hendrik Müller, der neben dem omnipresenten gutturalen Vocals auch vor vereinzelt gestreutem Klargesang nicht zurückscheut, ein durchdacht wirkendes Album.

Fazit: "For Cold Shades" ist ein Longplayer für jeden, der ein, für Black Metal Verhältnisse, kompositorisch ausgefeiltes und eingängiges Album, ohne großen Schnickschnack, zu schätzen weiß.

8.5 von 10

LINE-UP
Hendrik Müller – Vocals
Marco Prüssing – Guitars/Bass
Martin Stosic – Guitars
Jan Prüssing – Drums

https://www.facebook.com/chatticblackmetal

Samstag, 3. September 2016

Konzertbericht GHOST BATH + THRÄNENKIND + KALTE TAGE 24.8.2016 München / Feierwerk

Depressive / Suicidal Black Metal kommt auf sonnendurchfluteten Open-Air Bühnen nicht so gut rüber, dachten sich wohl GHOST BATH und fahren nach der "Sommerpause" als eine der ersten Bands wieder eine Hallentournee.
Komplettiert wird der Auftritt im Münchener Feierwerk durch THRÄNENKIND und KALTE TAGE.
Zu vorgerückter Stunde (20.30 Uhr) eröffnen KALTE TAGE aus München den Abend, der mit drei Bands unterschiedlicher Couleur (innerhalb des schwarzen Spektrums) Abwechslung garantiert.
KALTE TAGE Live (© by metal-is-forever)
In der halben Stunde, die der Nachwuchstruppe zugestanden wird, gilt es keine Zeit zu verlieren. Deshalb stellen KALTE TAGE, bei hochsommerlichen Außentemperaturen, sofort den Fuß auf's Gaspedal und blasen dem Publikum ihre Mixtur aus Post-Metal, Doom und Black Metal um die Ohren.
Richtig zünden will diese Mixtur allerdings nicht, wie man am teilweise regungslos herumstehenden Publikum ablesen kann. Ob es daran lag, dass die Band den meisten vorher gänzlich unbekannt gewesen sein dürfte, oder doch daran, dass KALTE TAGE zu viel verschiedene Elemente in ihren Songs versuchen miteinander zu verbinden, kann abschließend nicht mit Gewissheit gesagt werden. So gibt es nach 30 Minuten nicht mehr als freundlichen Applaus für die Band.
Nach einer überraschend kurzen Umbaupause, von gerade mal 15 Minuten, sind THRÄNENKIND an der Reihe.
Hier sieht die Sachlage von Beginn komplett anders aus - THRÄNENKIND werden lautstark empfangen und wenige Momente, nachdem die Truppe ihren Set mit "What We Believe In" begonnen hat, werden auch schon die ersten drehenden Köpfe gesichtet.
THRÄNENKIND Live (© by metal-is-forever)
Mit "The Blood on Our Hands" gibt es gleich noch einen weiteren Titel vom aktuellen Album ("King Apathy") hinterher, bevor THRÄNENKIND mit "This Story of Performance" zum ersten mal auf das Vorgängeralbum ("The Elk") zurückgreifen.
Es ist eine Freude zu sehen, wie Nils und Matthias die Band in den letzten Jahren entwickelt haben - THRÄNENKIND stehen inzwischen für atmosphärisch dichten Post Rock / Post Black Metal der gehobenen Klasse.
So vergeht die Dreiviertelstunde wie im Flug und ehe man sich's versieht, wird mit "Homeruiner" auch schon der letzte Titel angekündigt. Nach Verklingen des letzten Akkords, lassen sich THRÄNENKIND kurz feiern (Zugabe gab es keine) und reichen danach den Staffelstab an GHOST BATH weiter.
GHOST BATH Live (© by metal-is-forever)
Nach einer weiteren, erfreulich kurz gehaltenen Umbaupause, ist es dann soweit - GHOST BATH aus North Dakota/USA (es dürfte sich ja inzwischen rumgesprochen haben, dass die Band nicht aus Chongging/China stammt) betreten die spärlich ausgeleuchtete Bühne und nehmen die andächtig lauschenden Anwesenden mit auf eine Reise, hinab in die Abgründe der menschlichen Seele.
Los geht's mit "The Silver Flower Pt. 2". Kaum eine andere Band aus dem Depressive Black Metal Genre vermag es momentan so gekonnt, Brutalität und Raserei mit abgrundtiefer Traurigkeit und ruhigeren Parts, stimming miteinander zu verbinden, wie GHOST BATH.
Um diesen Trip noch zu verstärken, arbeiten die Amerikaner, neben dem normal Üblichen (Spiel mit Licht und Schatten, sowie Nebel) auch noch mit diversen Räuchermischungen.
GHOST BATH Live (© by metal-is-forever)
Wer jetzt die üblichen Verdächtigen (Weihrauch, Waldgeruch, Schwefel usw) erwartet hatte, lag aber sowas von daneben - GHOST BATH bevorzugen nämlich (zumindest heute) die Duftrichtungen "kalter Aschenbecher" und "Kabelbrand".  Ungewöhnlich, aber durchaus passend zum Gesamtpaket.
Musikalisch lag das Hauptaugenmerk der Amerikaner auf ihrem aktuellen Machwerk "Moonlover", von dem es, neben dem bereits erwähnten Track, auch noch "Happyhouse", "Death and the Maiden", Ascension" und "Golden Number" auf die Setlist geschafft haben.
Der einzige Song ("Burial") des Abends, den GHOST BATH vom "Funeral" Album spielen, fungiert gleichermaßen als Zugabe, wie auch als Schlußpunkt unter einen beeindruckenden Auftritt von GHOST BATH, der auf ganzer Linie überzeugt hat.
Unter Glockengeläut zogen sich die Protagonisten anschließend von der Bühne zurück und entschwanden wieder in die Anonymität ihrer Pseudonym-Namen. (JK)

Donnerstag, 1. September 2016

1476 / "Wildwood" / Prophecy Productions / 11 Tracks / 56:23 Min

Stilmix - Eine Frage der Einstellung.
Laut Labelinfo handelt es sich bei 1476 um das bestgehütete "Geheimnis" der USA, im Bereich des stimmungsvollen Art Rock.
Nun denn, liebes Label (Prophecy Records), ihr müsst jetzt ganz stak sein, da wir von metal-is-forever-alive, dieses Geheimnis von 1476 nun lüften und "Wildwood" mal genau auf den Zahn fühlen werden.
Bei 1476 handelt es sich um ein Duo (Robb Kavjian und Neil DeRosa) aus Neuengland/USA, das Elemente unterschiedlicher Genres vermischt, die in der Summe rockig, melancholisch und tanzbar sind.
Rockig wie THE CULT ("Black Cross / Death Rune"), melancholisch wie die Neo-Folk-Rocker von SONNE HAGAL ("Banners in Bohemia") und tanzbar wie SISTERS OF MERCY ("God Morning Blackbird"). Das ganze wird erweitert, mit atmosphärischen Samples und einer dezent "metallischen" Schlagseite, die man sich grob als folkige AGALLLOCH ("Shoreless") und SOLSTAFIR ("The Golden Alchemy") vorstellen darf. Bei "Bohemia Spires" lugen zudem noch DEAD CAN DANCE aus dem Unterholz hervor.
Wenn man so will, ist diese Melange ein kunstvolles Aufbegehren, gegen die Langeweile und das weitverbreitete Schubladendenken im Musikbusiness.
Dieser Langeweile und dem Schubladendenken, setzen Kavjian & DeRosa eingängige Melodien, knarzende Gitarrenwände und atmosphärische Songs entgegen, die, wenn es diese Musik schon damals gegeben hätte, mit großer Wahrscheinlichkeit Schriftsteller wie Edgar Allan Poe oder H.P. Lovecraft inspiriert hätte.
So passt es dann auch, dass die Musik zu jedem Zeitpunkt eine mystische Aura umgibt, die mal okkult, mal elegisch gefärbt sein kann.

Fazit:  Hier entsteht etwas Neues, ein Stil, der bisher noch keinen Namen hat, dafür aber schon ein Gefühl ausdrückt - Endlose Schönheit des vergänglichen Augenblicks. (JK)

9 von 10

Erhältliche Editionen:
- Digipak-2CD inkl. Bonus-CD mit "The Nightside"-EP
- Gatefold-2LP (180g-Vinyl, schwarz) inkl. "The Nightside"-EP, Poster, bedruckten Innenhüllen und PVC-Schutzhülle (500 Stück erhältlich)

http://de.prophecy.de/kaufen/1476-wildwood-the-nightside.html

Montag, 29. August 2016

Konzertbericht KING DUDE + FOIE GRAS 15.8.2016 München - Backstage (Club)

Die partielle Abwesendheit der Magie. Der kleine Club im Backstage zu München ist an diesem sommerlichen Montag fest in der Hand von Menschen, für die die Farbe Schwarz nicht nur mehr Aussagekraft hat, als alle Farben des Regenbogens zusammen, sondern schlichtweg ein Lebensgefühl ist. Da ist es dann auch egal, welcher Subkultur man angehört - Neo-Folk, Dark-Ambient, Metal - Musik verbindet.
"Schuld" an diesem Familientreffen der schwarzen Szenen ist Thomas Jefferson Cowgill, der seit 2010 im düster-musikalischen Untergrund sein Unwesen treibt und unter seinem Küstlernamen KING DUDE es vermag, die geneigte Hörerschaft zu verzaubern.
Doch bevor der Meister die Gitarre schwingt, darf FOIE GRAS auf die Bühne, um als Opener zu fungieren.
FOIE GRAS Live (© by metal-is-forever)
Die Dame, die sich in der deutschen Übersetzung "Stopfleber" nennt (warum auch immer), muss wohl dem Spruch "In der Kürze liegt die Würze" eine Menge abgewinnen können. Wie sonst soll man es deuten, dass FOIE GRAS  es kaum mehr als 15 Minuten auf der Bühne ausgehalten hat, um das andächtig lauschenden Publikum mit ihrem Liedgut zu unterhalten. Zwei mega-kurze Akustik-Titel zum warm werden, danach kurz die E-Gitarre eingestöpselt, um 4 weitere, sehr kurz gehaltene Titel, mit viel Hall und Echo zum besten zu geben - that's it. Die "Stopfleber" entschwindet tatsächlich, sang- und klanglos nach etwas mehr als einer Viertelstunde und wart nicht mehr gesehen. Sachen gibt's.
Zum Glück war niemand extra wegen dieser Dame angereist, oder doch? Wie dem auch sei, widmen wir uns nachhaltigeren Dingen - dem Auftritt von KING DUDE.
Inszeniert in blau-weißen Licht betritt TJ Cowgill samt Begleitband die Bühne, grüßt kurz und lässt gleich zu Beginn einen seiner rockigsten Titel ("Black Butterfly") vom Stapel, der nach dem kurzen Stopfleber-Intermezzo und der langen Umbaupause gerade richtig kommt, um müde Geister im Publikum wieder munter zu machen.
KING DUDE Live (© by metal-is-forever)
Allerdings bewiesen die Amerikaner in der Folge kein gutes Fingerspitzengefühl, was die Auswahl der Songs betrifft, die es auf die Setlist geschafft hatten. So finden sich im knapp bemessenen Hauptteil des Sets fast nur Titel vom aktuellen Album.
Es ist verständlich, dass man sein neuestes Werk der Öffentlichkeit live vorstellen möchte, doch ein bisschen mehr Ausgewogenheit hätte es schon sein dürfen. Ältere Titel wie "Miss September" oder "Jesus in the Courtyard" brachten immerhin etwas Abwechslung und wurden andächtig und fast schon paralysiert vom Münchner Publikum aufgesogen.
Als nach kurzen 45 Minuten (Nettospielzeit) KING DUDE von der Bühne gingen, hatte man schon schlimmste Befürchtungen, dass der heutige Abend, als der kürzeste Konzertabend, in die Geschichte des Backstage eingehen könnte.
Erfreulicherweise wurde dies nicht bestätigt und TJ Cowill kehrte nach einer kurzen Verschnaufpause für drei weitere Lieder (zunächst alleine) auf die Bühne zurück. Nach "River of Gold" gesellte sich dann auch der Rest der dunklen Trupppe wieder dazu und gemeinsam ließen KING DUDE dann noch drei neue Songs (allesamt bisher unveröffentlicht) folgen.
KING DUDE Live (© by metal-is-forever)
Obwohl es am Ende fett Applaus für die Performance von KING DUDE gab, bleibt ein fader Beigeschmack zurück, da weder KING DUDE und erst recht nicht FOIE GRAS heute es geschafft haben, durchgängig die Magie zu erzeugen, die normalerweise von der düster schönen Musik ausgeht. (JK)