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Freitag, 13. Oktober 2017

ATTIC / "Sanctimonious" / Label: Van Records / 13 Tracks / 64:12 Min

Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist, dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht. (William Shakespeare)

Vorhang auf für die langersehnte, zweite Horror-Produktion aus dem King Diamond Kopfkino zu Gelsenkirchen: "Sanctimonious".

Lange 4½ Jahre haben sich Meister Cagliostro und seine Mitstreiter Zeit gelassen, um die, vom MERCYFUL FATE Virus befallene Gefolgschaft, mit neuen Ohrschmeichlern zu bespielen. 
Wie schon auf dem Debütalbum "The Invovation", greifen die NRW-"Dänen" auf ihrem neuen Longplayer tief in die 80er Jahre Mottenkiste (nicht despektierlich gemeint) und schmücken sich dabei liebend gern mit fremden Federn, die namentlich genannt, hauptsächlich aus dem KINGschen Fundus stammen, aber auch schon in der ein oder anderen IRON MAIDEN- oder JUDAS PRIEST-Aufführung Verwendung fanden. 
Ein Umstand, der anderen Bands oftmals negativ ausgelegt wird, bei ATTIC jedoch nur minimal ins Gewicht fällt, da die fünf Herren eben nicht nur ein Faible für Falsett-Gesang und Horror-Geschichten haben, sondern zudem mit der (seltenen) Gabe gesegnet sind, großartige eigene Songs schreiben zu können. Songs, die sogar in der Lage sind, betagten Damen wie Abigail oder Melissa zumindest einen Freudenjauchzer zu entlocken. 
Nehmen wir als Beispiel nur mal den Opener "Sanctimonious". Hier verbinden ATTIC nicht nur gekonnt Melodie und Aggressivität zu einem eingängigen Nackenbrecher alter Schule, sondern auch noch Dänemark (KING DIAMOND) mit Schweden (DISSECTION). 
Aber auch das eingägige "The Hound of Heaven", das stampfende "On Choir Stalls" oder das flotte "Penalized", nur um einige zu nennen, fügen sich ohne Qualitätsverlust ins Gesamtbild ein. 
Im Prinzip könnte man nahezu jeden Track des Albums dieser Auflistung hinzufügen, sind sie doch allesamt mit feinen Refrains, catchy Hooks und prägnaten Leads gespickt - ganz in der Tradition des alten Dänenkönigs Kim Bendix Peterson.
Einen Track, der komplett aus dem Rahmen fällt, sucht man vergebens. 
So ist nichts faul im Staate Dänemark, um so zu schließen, wie wir begonnen haben - mit Shakespeare.

Fazit: Insgesamt kann man ATTIC bescheinigen, sich weiterentwickelt zu haben (Stichwort: Abwechslung), auch der textliche Inhalt (Konzeptalbum) des Albums ist in sich stimmig und last, but not least: "Sanctimonious" macht auch im x-ten Durchlauf noch Freude. Was will am mehr? (JK)

8.5 von 10

https://www.facebook.com/atticfuneral
https://www.van-records.de

Dienstag, 10. Oktober 2017

Konzertbericht THE VISION BLEAK + NOCTE OBDUCTA + SAILLE - 30.9.2017 München / Backstage

Es ist schon ein paar Tage her, dass THE VISION BLEAK als Headliner in deutschen Landen unterwegs waren. Warum eigentlich? Seit Jahren wächst die Fangemeinde konstant und mit dem sehr starken, immer noch aktuellen Album "The Unkonown" in der Hinterhand kann eigentlich doch nichts schief gehen. Oder doch?
Oh doch, es kann, zumindest teilweise, und nur auf München zutreffend.
Wie der Metal-Gott es will, bekommt das Backstage heute nicht nur vom feinen Tourpackage THE VISION BLEAK / NOCTE OBDUCTA / SAILLE einen Besuch abgestattet, sondern auch von den schottischen ALESTORM Piraten.
Und wie so oft, setzt sich der (vermeintlich) leichter zugängliche Mainstream durch, wenn man die Besucherzahlen betrachtet.
Während die Warteschlange am Einlass für Christopher Bowes' trinkfeste Mannschaft gefühlt 250 Meter lang sein muss, "verirren" sich in die hintere Halle (der ALTESTORM Gig fand vorne, in der größten der drei Hallen statt) gerade einmal ca 150 Zuschauer.

SAILLE

Die fünfköpfige Truppe aus Belgien nimmt ihre Arbeit um kurz vor 20 Uhr auf, anders jedoch als bei ihrem letzten München Besuch im Jahre 2016 (Hier der Review-Link), haben SAILLE mit "Gnosis" diesmal ein weitestgehend brauchbares Album am Start und haben zudem ihren Fokus inzwischen mehr auf Härte als auf symphonisches Beiwerk eingestellt, was letztendlich der halbstündigen Show gut zu Gesicht steht.
SAILLE (© by metal-is-forever-alive)
Ebenfalls hilfreich dabei, den durchwachsenen Auftritt vom Dark Easter Festival 2016 zu revidieren, ist die Tatsache, dass SAILLE heute einen kraftvollen Sound (nur das Schlagzeug hätte besser abgemischt gehört) zur Verfügung gestellt bekommen - keine Selbstverständlichkeit als Opener. Und so gestalltet sich die halbe Stunde recht kurzweilig, in der sogar die ein oder andere Matte in Bewegung kommt, und dem Gig damit auch einen passenden Rahmen verleiht.

NOCTE OBDUCTA

Nach einer erfrischend kurz gehaltenen Umbaupause, entert die experimentierfreudigste Wundertüte der deutschen Black Metal Szene, unter den Klängen eines Intros, die Bühne und lässt ohne lange Vorreden mit "Niemals Gelebt" gleichmal den Knüppel aus dem Sack.
NOCTE OBDUCTA muss man niemanden mehr vorstellen, dazu haben die Herren aus Mainz bereits zu tiefe Spuren im schwarzgefärbten Unterholz hinterlassen. Immerhin treibt der leicht chaotisch anmutende Haufen bereits seit 1998 sein Unwesen in der hiesigen Musiklandschaft, sieht man mal von dem ein oder anderen Päuschen, inkl einem delikatem Abendessen auf Uranos, ab. Logisch, dass sich da einiges an Songmaterial angesammelt hat.
NOCTE OBDUCTA (© by metal-is-forever-alive)
Dementsprechend bunt durchgemischt ist die heutige Setlist. Obwohl NOCTE OBDUCTA mit "Totholz" ein vor kurzem erschienenes Werk am Start haben, kommen hiervon mit "Trollgott" und "Liebster" nur zwei Titel zu Live-Ehren. Der Rest ist eine rückwärtsgerichtete Reise, die mit "Solange euer Flesich noch warm ist" auch bis ganz in die Anfangstage der unter dem Schleier der Nacht entsprungenen Truppe reicht. 
Kurz vor Ende des regulären Sets unterstreichen NOCTE OBDUCTA nochmals, dass sie nicht gemacht sind, um dem Schubladendenken vieler Schwarzmetaller gerecht zu werden, indem sie mit "Braineaters" einen MISFITS Song zum besten geben.
Auch, dass ausgerechnet "Liebster" seinen Weg auf die Setlist gefunden hat, ist typisch NOCTE OBDUCTA - ist es doch der Song vom neuen Album, der von vielen Journalisten und Schreiberlingen, als der schwächste "Totholz"-Track ausgemacht wurde. In diesem Sinne: Fick die Muse!

THE VISION BLEAK

Diesmal dauert die Umbaupause etwas länger, was sich aber damit erklärt, dass der Headliner auf sein eigenes Drumkit zurückgreifen möchte.
THE VISION BLEAK (© by metal-is-forever-alive)
Als dann endlich das komplette Equipment seinen vorgesehenen Platz auf der Bühne gefunden hat, dauert es nur noch wenige Momente, bis sich Konstanz und Schwadorf auf selbige wagen, und mit "Spirits of the Dead" und "From Wolf into Peacock", den Startschuß für die heutige Horror Metal Nacht geben.
THE VISION BLEAK verstehen es nicht erst seit heute, ihren atmosphärischen Dark Metal, der zudem mit mystischen Elementen, Goth Anleihen und Black Metal Sprenklern versehen ist, gekonnt in Szene zu setzen.
Wer die beiden einmal Live erleben durfte, weiß wovon ich rede: Es gibt auf diesem Planeten nur wenige Bands, die Finsternis, Schwermut und Melodie so ansprechend umzusetzen wissen. Auch wenn sich auf der Bühne, bewegungstechnisch gesehen, relativ wenig abspielt, fühlt man sich dennoch über die ganze Show hinweg, immer bestens unterhalten.
THE VISION BLEAK (© by metal-is-forever-alive)

Wer auf wildes Stageacting und kitschige Showelemente wartet, ist hier definitiv fehl am Platze. THE VISION BLEAK bestechen durch ihr perfekt aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel und ihre Songs: "Carpathia", "Into the Unknown", "I Dined with the Swans", "Deathship Symphony", "By Our Brotherhood with Seth", lauten einige der Songs, mit denen THE VISION BLEAK es auch heute Abend wieder geschafft haben, die (überschaubaren) Massen zu begeistern.
Und der Zugabenblock ("Kutulu!" und "The Lone Night Rider") ist sowieso über jeden Zweifel erhaben, hat er doch die Kraft und die Magie, selbst dem übellaunigsten Schwarzkittel (sofern anwesend), ein zustimmendes Grinsen aufs Antlitz zu zaubern. Was will man mehr? (JK)

Noch mehr Bilder gibt es hier: 
https://www.facebook.com/metalisforever.womm/posts/1617314168343664

Montag, 2. Oktober 2017

FROM NORTH / "Volund the Smith" / Label: Downfall Records / 11 Tracks / 50:15 Min

Der Norden, ach! ist kalt und klug. (Ferdinand Freiligrath)

FROM NORTH ist eine schwedische Viking/Folk Metal Band, die mit "Volund the Smith" ihr Debütlbum unters Volk bringt.
Zusammengefunden haben sich die fünf Schweden anno 2016 in Varberg, also erst vor einem Jahr.
Trotz diesem Umstand, sind die Mitglieder von FROM NORTH aber keine blutigen Anfänger, haben sich die Mannen zuvor doch schon ihre Sporen bei diversen anderen Bands (u.a. IRRBLOSS, STORMHOLD, ANATA) verdient.
Und das merkt man "From North" zu jedem Zeitpunkt an. Das Album verfügt nicht nur über eine ansprechende Produktion und ein gelungenes Coverartwork, sondern bietet eine Vielzahl von musikalischen Höhepunkten. Neben den beiden großen Highlights des Albums ("From North" und "Last Appeal"), die sich sofort im Hirn festsetzen und dort beginnen, den Ohrwurm zu füttern, können zudem auch noch "Sworn Brotherhood", "Volund the Smith" und "Mead of Poetry" überzeugen.
Aber auch die Titel, die sich nicht sofort in die erste Reihe der Favoriten spielen konnten, entwickeln nach einigen Durchläufen ihre Vorzüge. Hier ist allen voran "The Longest Wait" zu nennen, was im Abgang an die Spätwerke von Thomas "Quorthon" Forsberg (R.I.P.) erinnert.

Insgesamt halten sich bei FROM NORTH die ruhigeren, folkig geprägten, mit feiner Instrumentalisierung (Violine, Flöte) ausgestatteten Momente, mit den härteren, hymnischen Stellen die Waage, was zur Folge hat, dass das Album einen relativ hohen Spannungsbogen aufrecht erhalten kann.
Ausschläge in beide Richtungen sind aber möglich, wie z.B. "Ormr Inn Langi" (kommt im Refrain dem Vibe schwedischer Death Metal Kapellen relativ nahe), oder "The Sacred Oath", was im Geiste mit BLACKMORE'S NIGHT verbunden sein dürfte, zeigen.

Da auch das Wechselspiel zwischen Klargesang (in der Überzahl) und tendenziellen Growls (additional) auf "Volund the Smith", durchaus als gelungen zu bezeichen ist und sich erfreulicherweise kein Totalausfall eingeschlichen hat, kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass sich FROM NORTH mit ihrem Debütalbum gleich mal prominent in Stellung bringen.

Fazit: FROM NORTH liefern mit dem selbstbetitelten Debütalbum "From North" ein beeindruckendes Stück Viking/Folk-Stahl ab, das den Hörer in seiner ganzen Art in seinen Bann zieht. Spielerisch, als auch aus Sicht des Songwritings, auf hohem Niveau und dabei mit einer feinen (folkigen) Atmosphäre ausgestattet - es lohnt sich definitiv FROM NORTH anzutesten! (JK)

8.5 von 10
  
https://www.facebook.com/fromnorthsweden/ 

Samstag, 30. September 2017

NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++

MORBID ANGEL on Tour: 12.11. Hamburg / Logo, 25.11. Essen / Turock, 28.11. Wiesbaden / Schlachthof, 29.11. Berlin / Musik und Frieden, 6.12. München / Backstage, 10.12. Kassel / 130bpm +++Das vierte Studio-Album "Psychosis" der Cavalera Brüder (CAVALERA CONSPIRACY) wird am 17.11. 2017 via Napalm Records weltweit veröffentlicht +++ BLACK TRIP haben sich in VOJD umbenannt. Das erste Album unter neuem Namen, erscheint am 26.1.2018 via High Roller Records +++ Die deutschen Prog Metaller BLEEDING veröffentlichen am 27.10. ihr neues Album "Elementum" über Pure Prog Records +++ SOLSTAFIR (zusammen mit ARSTIDIR und MYRKUR) on Tour: 29.11. München / Theaterfabrik, 30.11. Salzburg / Rockhaus, 8.12. Wien / Arena, 12.12. Berlin / Heimathafen, 13.12. Köln / Kantine, 14.12. Osnabrück / Rosenhof, 17.12. Hamburg / Grünspan +++

Mittwoch, 20. September 2017

DER WEG EINER FREIHEIT / "Finisterre" / Label: Season of Mist / 5 Tracks / 55:34 Min

Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. (Astrid Lindgren)

Welcher Spruch, als der oben genannte, passt besser zur deutschen Ausnahme Black Metal Band, als jener von Astrid Lindgren, einer frühen Kämpferin für Menschen- und Tierrechte?

Es ist sicherlich auch kein Zufall, dass sich DER WEG EINER FREIHEIT als Einleitung ein Zitat von Marlen Haushofer aus deren Roman "Die Wand" ausgesucht haben, um ihr viertes Album zu beginnen.
Ebenso wie für Lindgren, war es der österreichischen Autorin ein Anliegen, auf Missstände in modernen Zivilgesellschaften aufmerksam zu machen - ohne dabei mit den Karten "Angst", "Verzweiflung" und "Provokation" zu spielen.
Womit wir wieder bei DER WEG EINER FREIHEIT wären.

Obwohl die Truppe um Nikita Kamprad & Tobias Schuler tief im Black Metal verwurzelt ist, umschiffen DER WEG EINER FREIHEIT von jeher konsequent, sämtliche klischeebehafteten Stereotypen, die dieses Genre ansonsten liebend gerne ins Schaufenster stellt - keine Nagelarmbänder, kein Corpsepaint, keine provozierenden Gesten, ja nicht einmal der Leibhaftige findet textliche Verwendung bei dem Quartett aus Würzburg.
Und trotzdem funktioniert das Gesamtpaket, mit dem uns DWEF beliefern, von Jahr zu Jahr besser, was sprunghaft steigende Verkaufszahlen (noch was zum Meckern für die Trve-Fraktion) und größer werdende Konzerthallen beweisen.
Zwei Jahre nachdem auf "Stellar" die "Letzte Sonne" und ein langsam verhallender Glockenschlag zum Abschied gegrüßt hatten, greifen DER WEG EINER FREIHEIT eben diesen Ton des Glockenschlags wieder auf, zum Ende der Einleitung (...aber ein Mensch kann niemals ein Tier werden, er stürzt am Tier vorüber in einen Abgrund), langsam lauter werdend, nur um ihn anschließend in einem sanften Intro zum verglühen zu bringen, bevor sich DWEF in "Aufbruch" dann auf den Weg zum Ende der Welt ("Finsterre") machen.
Doch bis dorthin ist es ein knapp einstündiger Ritt, auf wilden, pechschwarzen Pferden, die das drohende Unheil huckepack tragen - zumeisten eingebettet in wütender Raserei, zwischendurch aber auch mal als erhabener Instrumental-Track ("Skepsis Part I"), der für Reiter (Hörer) und Roß (Album), als willkommene Verschnaufpause dient, bevor sich DWEF über das an alte Schandtaten erinnernte "Skepsis Part II" auf den Weg, hin zum Finale furioso ("Finisterre") begeben.
Im 11-minütigen Schlußpunkt lassen Nikita Kamprad & Tobias Jaschinsky die Puppen nicht nur nach allen Regeln der schwarzen Kunst tanzen, nein, sie schaffen es hier sogar, den Pfad der Vergangenheit (MARDUK, EMPEROR), so in die Gegenwart (DEAFHEAVEN, WOLVES IN THE THRONE ROOM) einmünden zu lassen, dass selbst Kritiker und Verweigerer modernerer Spielarten des Black Metal aus dem Staunen nicht herauskommen dürften.

Fazit. Mit "Finisterre" setzen sich DER WEG EINER FREIHEIT nicht nur von der einheimischen Konkurrenz mit Siebenmeilenstiefeln ab, sondern rücken mit ihrem vierten Studioalbum auch den nordischen Platzhirschen gewaltig auf den Pelz. (JK)

9 von 10

www.derwegeinerfreiheit.de
www.facebook.com/derwegeinerfreiheit

Donnerstag, 14. September 2017

Konzertbericht CARNIVORE DIPROSOPUS + STILLBIRTH + GUTSLIT + SPLATTERED + CENOTAPH - 30.8.2017 München / Backstage


EUROPEAN MADNESS 2017


Am 30. August 2017 wurde das Backstage München von einer geballten Ladung internationalen Kombos heimgesucht, die das Herz eines jeden Brutal/Slam Death Fans höher schlagen ließ!
In einer wahrlich familiären Atmosphäre wurden die knapp 50 Gäste auf der EUROPEAN MADNESS 2017 Tour, von fünf Bands bespaßt, die allesamt nur ein Motto kannten: Let's Dance!


Einen, vor allem lauten, Auftakt legten CENOTAPH auf der kleinen Bühne des Clubs hin.
Die Bandmitglieder gaben alles, um dem Publikum, mehr oder weniger erfolgreich, kräftig einzuheizen. Zum Bedauern der Zuhörer war der Gesang aber viel zu basslastig, was zur Folge hatte, dass die Growls der Brutal Death Band nicht vollends zur Geltung kamen. Dass es aber nur daran lag, dass der Bereich vor der Bühne weitestgehend leer blieb, ist aber zu bezweifeln.
Nur ein paar vereinzelte Zuschauer wagten sich in die Zone direkt vor die Bühne. Trotz diesem nicht optimalen Zustand legte die Band aus der Türkei die erste Glut für ein aufloderndes Brutal-Metal-Feuer, das den Zuschauer an diesem Abend einheizen sollte.

Von der Türkei aus ging die Reise weiter in die USA, genauer gesagt nach Kalifornien. Hierher stammen SPLATTERED, die allerdings, genauso wie ihre Vorgänger mit Soundproblemen zu kämpfen hatten. Doch anders als CENOTAPH, bekamen SPLATTERED im Verlauf des Auftritts die Kurve nicht.
So sehr sich der Soundmann auch um Beserung bemühte, zu retten, was zu retten gewesen wäre, es sollte nicht sein. So wurde der Gesang nahezu komplett vom Drum-Sound geschluckt. 
Als dann auch noch der Ton komplett ausfiel, hatten die Zuschauer endgültig die Schnauze voll. Schade, denn die Studioaufnahmen der Band beweisen, dass in SPLATTERED großes Potenzial steckt. 

Weiter ging die Reise nach Indien. Eine Band wie GUTSLIT würde so mancher wohl am wenigsten mit diesem Land in Verbindung bringen. Allen Unkenrufen zum Trotz, mit ihrem Uncompromising Death Metal legten die Jungs einen wirklich sehenswerten Auftritt hin. Auch die Soundsituation hatte sich mittlerweile deutlich gebessert. Ob es als optischen Hingucker allerdings einen stillechten Turban braucht, mit dem sich der Gitarrist der Band präsentierte, ist Geschmackssache, ändert aber nichts an der Tatsache, dass GUTSLIT für Alarm im kleinen Club sorgten. Wobei, an der Reaktion des Münchner Publikums gemessen, der Funke nicht gänzlich übergesprungen sein mag.
Immer wieder versuchte der Sänger das Publikum zu Circle Pits zu bewegen, aber mehr, als zu einer Karikatur eines Circle Pits (5 Mann) ließ sich die Münchener Kundschaft nicht hinreißen, was die Jungs auf der Bühne sichtlich anzukotzen schien.
Auf der "Rund um die Welt"-Reise wurde nun ein Zwischenstopp in Deutschland eingelegt: STILLBIRTH.
Und die hatten richtig Dampf unter dem Kessel. Zum ersten Mal heute Abend ging der Club richtig steil.
Während dem Aufrtitt der Band, die ausschließlich in Badehosen (!) auf der Bühne stand, wurden fleissig die Haare geschwungen und kleine Circle Pits veranstaltet. Ob sich die Zuschauer von den Grindeinflüssen oder von der humorvollen Art der Band anstecken ließen, sei mal dahingestellt. Fakt ist: STILLBIRTH haben in den kurzen 30 Minuten ihres Auftritts, nicht nur technisches Talent, sondern auch eine große Portion an Humor bewiesen. Zwischenzeitlich ließ sich sogar der Sänger dazu hinreißen, mal eben kurz in den Circle Pit mit einzusteigen. Mit diesem Auftritt haben sich STILLBIRTH bisher an die erste Stelle des inoffiziellen Rankings (beste Band des Abends) geschosssen.

Die wilde Weltreise endet mit den den Brutal Death Machines CARNIVORE DIPROSOPUS aus Kolumbien.
Ganz anders als der Rest der Tourgemeinschaft, gingen die Kolumbianer an ihren Teil des Abends heran: Mit Intro und einer durchdachten Bühnenperformance. 
Wie auch alle anderen Bands, bekam der Headliner aber ebenfalls nur knappe 30 Minuten zugestanden - WhAt ThE fUcK.
However, CARIVORE DIPROSOPUS entfachten mit ihrem tödlichen Mischung ein hoch loderndes Feuer, sowohl auf der Bühne, als auch im Auditorium, wo sich das Publikum dem core-typischen Freestyle-Ausdruckstanz verschrieben hatte.
Leider gab es hier die ein oder andere Spaßbremse, die mit der persönlichen Vorstellung von "tanzen", den anderen die Petersilie verhagelte. 
Dennoch Thumbs Up für den Auftritt von CARNIVORE DIPROSOPUS, auch wenn die Show der Kolumbianer etwas aufgesetzt wirkte.

Trotz der ein oder anderen Unzulänglichkeit heute Abend, endete der selbige, allenthaleben mit zufriedenen Gesichtern. 
Nebenbei sollte die familiäre und freundschaftliche Atmosphäre des Abends auch noch erwähnt werden. So standen Fans und Musiker während des gesamten Abends gemeinsam im Publikum, um sich den jeweils laufenden Act auf der Bühne anzusehen. Später am Merch-Stand fand sich zudem für jeden noch die Gelegenheit, sich mit Autogrammen und Fotos zu versorgen.

Und so endet die kleine Weltreise, zu der man (oder Frau) für schlanke € 16 Zutritt gewährt bekam. (SM)

Samstag, 9. September 2017

Vorankündigung: DER WEG EINER FREIHEIT + INTER ARMA + REGARDE LES HOMMES TOMBER - 7.10.2017 München/Feierwerk

http://www.feierwerk.de/

AMIENSUS / "All Path Lead to Death" / Label: Apathia Records / 5 Tracks (EP) / 28:49 Min

Kein Pfad mehr! Abgrund rings und Totenstille! So wolltest du's! Vom Pfade wich dein Wille! Nun, Wandrer, gilt's! Nun blicke kalt und klar! Verloren bist du, glaubst du - an die Gefahr. (Friedrich Nietzsche)

AMIENSUS gehören hierzulande noch zu den eher unbekannten Bands, die die USA für Black Metal Jünger bereit hält.
Gegründet wurde die Formation 2010 und hat neben diversen Split, Singles und EPs auch schon zwei Longplayer, allesamt in Eigenregie, veröffentlicht.
Anfang des Jahres wurde das französische Apathia Records Label auf AMIENSUS aufmerksam, und hat die Amerikaner gesignt.

Das erste Lebenszeichen dieser Collaboration liegt nun in Form der 5-Track-EP "All Paths Lead to Death" vor.

Der Opener "Gehennna" ist dann auch gleich mal sehr vielversprechend. Gekonnt verweben AMIENSUS hier Blast-Beats mit progressiven Breaks zu einem Spinnennetz, das dazu prädestiniert ist, des nächtens auf Beutezug zu gehen, um den ein oder anderen Falter der Gattung BORKNAGAR oder ENSLAVED einzufangen.
Technisch versiert, klar strukturiert und eingängig wie Hölle - "Gehenna" hinterlässt mächtig Eindruck und macht Appetit auf die weiteren Songs.

Doch der Appetit vergeht einem in der Folge relativ schnell. Wie weggeblasen ist nun nahezu alles, was AMIENSUS zuvor noch ausgezeichnet hat: Kreativität und zwingende Ideen sind bei "Mouth of the Abyss", "Prophecy" und "Descolating Sacrilege" nun ebenso Mangelware, wie das Gespür für aufregende Songstrukturen. Fast ist man gewillt zu behaupten, wüsste man es nicht besser, es handle sich hier um eine andere Band.
Kein einziges mal mehr kommen AMIENSUS auf den Punkt, stattdessen macht sich Langeweile breit. Erschwerend hinzu kommt außerdem noch, dass alle drei Songs aufgesetzt und halbgar klingen.
Dass man ein Labeldebüt so gegen die Wand fahren kann, ist wahrlich nicht alltäglich - vor allem nicht, nach einem Opener, der in der Lage wäre, um sich für höhere Weihen zu empfehlen.
Immerhin bekommen AMIENSUS zum Ende hin nochmals (etwas) die Kurve. "The River" kann zumindest, was die Gitarrenarbeit und den Songaufbau betrifft, ein wenig dafür entschädigen, was zuvor schief gelaufen ist.

Fazit: Der Labeleinstand von AMIENSUS bei Apathia Records enthält definitiv mehr Schatten als Licht und so werde ich das Gefühl nicht los, trotz des starken Openers, dass AMIENSUS schon bald wieder ohne Label dastehen werden. (JK)

4 von 10

https://de-de.facebook.com/Amiensus/
https://apathiarecords.com/ 

Dienstag, 5. September 2017

42 DECIBEL / "Overloaded" / Label: SPV - Steamhammer / 10 Tracks / 40:07 Min

Dass etwas schwer ist, muss ein Grund mehr sein, es zu tun (Rainer Maria Rilke).

Man muss den Tatsachen ins Auge sehen - AC/DC drehen vielleicht noch ein oder zwei Ehrenrunden, dann dürfte Schicht im Schacht sein.

Dieser Umstand ruft unzählige, mehr oder weniger talentierte Bands auf den Plan, die sich ausrechnen, nach dem Ableben der Wechselstrom/Gleichstrom Helden aus Down-Under, deren potente Kundschaft übernehmen zu können.
Nachdem das Rennen um die Pole-Position längst gelaufen ist (AIRBOURNE), überbieten sich die dahinter liegenden Kapellen in schöner Regelmäßigkeit darin, ein Album nach dem anderen rauszuhauen, das möglichst nahe am Original ist.
Leider vergessen die Herrschaften dabei oftmals, dem ganzen eine eigene Note zu verpassen.

42 DECIBEL bilden hierbei auch keine Ausnahme, wobei den Argentiniern weigstens bescheinigt werden kann, dass sie (gelegentlich) über die Gabe verfügen, gute Songs schreiben zu können.
So kann denn auch gleich der Opener "Whiskey Joint" mit räudiger Punk Attitude und allgegenwärtiger Bon Scott Verbeugung überzeugen.
Leider verfallen 42 DECIBEL in der Folge (Ausnahme "Brawler") wieder in die typische Heldenschockstarre, die Bands, die AC/DC nacheifern, oftmals wie das Kannichen vor der Schlange wirken lassen.
Ständig beschleicht einen das (ungute) Gefühl, das eben Gehörte in leicht abgeänderter Form, irgendwann, irgendwo, von den Young Brüdern und Co, in hochwertigerer Ausführung schonmal serviert bekommen zu haben.
Kurz bevor man es sich auf der Couch gemütlich machen möchte, um sich ein Nickerchen zu gönnen, hauen 42 DECIBEL dann aber völlig unerwartet mit "Half Face Dead" und "Lost Case" einen Doppelschlag raus, der einem den Glauben an ein Leben nach AC/DC wieder zurückgibt.
Endlich bewegen sich 42 DECIBEL mal wieder, wenn auch nur dezent,  außerhalb des Dunstkreises ihrer Vorbilder.
Stattdessen lassen die Argentinier ROSE TATTOO und T. REX hochleben, und das wichtigste, 42 DECIBEL fügen beiden Tracks nun den eigenen Fingerabdruck hinzu.

Zum Ende des Albums müssen 42 DECIBEL dann aber wieder Angst vor der eigenen Courage bekommen haben - was drei weitere Songs ohne ernstzunehmenden Höhepunkte beweisen.

Fazit: "Problem Child" you need "Big Balls" and more than "Riff Raff", if you want to survive the trip on the "Higway to Hell", because: "It's a Long Way to the Top" (JK)

6 von 10

https://de-de.facebook.com/42Decibelofficial/


ODIUM "The End of Everything"