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Montag, 24. April 2017

SONS OF A WANTED MAN / "Black Days Black Dust" / Pulverised Records / 4 Tracks / 16:31 Min

Wenn's so recht schwarz wird um mich herum, habe ich meine besten Besucher (Friedrich Schiller).

Black Metal und Post Rock miteinander zu verbinden ist heutzutage sicherlich nichts Ungewöhnliches mehr. Auch nicht, wenn man, wie hier geschehen, zudem noch (Post-)Hardcore Elemente miteinfließen lässt.
Eher ungewöhnlich hingegen ist, dass Musik dieser Art aus einer belgischen Provinz (Limburg), genauer gesagt aus Beringen kommt.
Gänzlich ungewöhnlich ist, wenn, wie hier mit SONS OF A WANTED MAN geschehen, ein Newcomer mit seinem ersten Lebenszeichen sich gleich anschickt, im Konzert der Großen mitspielen zu wollen.
Das Rüstzeug dazu haben SONS OF A WANTED MAN definitiv. Denn das Quartett, dessen Mitglieder bisher noch nicht namentlich bekannt sind, ist nämlich nicht nur musikalsich über jeden Zweifel erhaben, sondern beherrscht zudem auch noch das große Post-Rock-Einmaleins aus dem Effeff, und zu guter Letzt - SONS OF A WANTED MAN stehen für verdammt gute Songs!
Leider besteht das erste Lebenszeichen ("Black Days Black Dust") der vier Belgier nur aus vier Tracks, die aber haben es in sich.
Anspieltechnisch hier einen Song hervorzuheben fällt auf Grund der hohen Gesamtqualität schwer, dennoch möchte ich speziell auf "Dodenleer" und "Thou Art Spiritless" hinweisen, da diese beiden Tracks nicht nur sehr gut ins Ohr gehen, sondern sich dort, von Anfang an, festsetzen.
Als Referenzen dürfen DEAFHEAVEN, WOLVES IN THE THRONE ROOM, RUSSIAN CIRCLES und GOJIRA herhalten.

Fazit: SONS OF A WANTED MAN haben mit ihrer 4-Track EP gleich mal ein ganz fettes Ausrufezeichen gesetzt.
"Black Days Black Dust" überzeugt auf ganzer Linie und macht riesigen Appetit auf den ersten Longplayer der jungen Truppe, der hoffentlich bald nachgeschoben wird. (JK)

9 von 10

Montag, 17. April 2017

QUINTESSENZ / "To the Gallows" / Evil Spell Records / 10 Tracks / 47:36 Min

Die Kunst, die du gelernt hast, behalte lieb, und bei ihr suche deine Ruhe. Den Rest deines Lebens durchwandere wie einer, der alles den Göttern überlassen hat, keines Menschen Herrn, keines Menschen Sklave (Marc Aurel).

Auch wenn Genözider Gefahr läuft, die Fans seiner Erstlingswerke ("Okkult Metal Spell" und "Back to the Kult of the Tyrants") etwas zu verprellen, muss man (ohne die verstaubte Trve-Brille) anerkennen, dass sich QUINTESSENZ auf "To the Gallows" zum ersten Mal (über weite Streken) eigenständig und überlebensfähig anhören.
Wurde auf den beiden vorherigen Veröffentlichungen noch (krampfhaft) versucht, VENOM und HELLHAMMER nachzueifern und deren Spirit wiederzubeleben, so lassen QUINTESSENZ auf "To the Gallows" diesmal nahezu komplett die Finger davon, deren Erbe antreten zu wollen. Und das ist gut so.
Genözider hat, wie es scheint, seinen Frieden mit der Vergangenheit gemacht und für sich und sein Projekt entschieden, den Schritt in die Gegenwart und in die Eigenständigkeit zu wagen.
Dieser Schritt bedeutet jedoch nicht, dass komplett alles über Bord geworfen wurde. So findet sich immer noch die ein oder andere Tom G. Warrior Referenz, nur eben nicht mehr vordergründig und nicht ganz so plagiativ, wie noch zuvor.
"To the Gallows" bewegt sich hingegen vielmehr im Dunstkreis von (frühen) KETZER. Aber auch die mittlere Schaffensphase von BATHORY findet Anklang und am Rande wird auch noch mit den Spätwerken von DARKTHRONE kokettiert.
Am besten funktioniert die neue Ausrichtung bei "Seth", "Her Hel", "Sounding the Funeral Bell" und "Endless Night". Hier passt vieles zusammen und QUINTESSENZ hören sich wie aus einem Guss an.
Dass die Metamorphose und der Lernprozess nich nicht ganz abgeschlossen sind, beweisen hingegen Songs wie "To the Gallows", "Zeitgeist verrecke" oder auch "Gloomweaver".
Zwar geizen QUINTESSENZ auch hier nicht mit guten Ideen und der ein oder anderen Überraschung, doch zuweilen passen die Arrangements nicht 100%ig zusammen, sodass die Tracks einen leicht holprigern Eindruck hinterlassen und der epische Moment nicht richtig zum tragen kommt.

Fazit: QUINTESSENZ haben im Vergleich zum Vorgängeralbum einen gewaltigen Schritt, raus aus der gesichtslosen Masse der Übungskeller-Bands, hin zur ernstzunehmden Underground Black Metal geschafft. Auch wenn es sich noch nicht gänzlich um den Durchbruch handelt, kann man QUINTESSENZ nun zumindest in die Kategorie Geheimtipp hieven. (JK)

7 von 10

https://www.shop.undercover-records.de/
https://www.facebook.com/grquintessenz

Freitag, 14. April 2017

Konzertbericht NACHTGESCHREI + DELVA -

Spectaculum Mundi - NACHTGESCHREI und DELVA lassen München tanzen und verzaubern dabei

Jedes Jahr fördert das Münchner Spectaculum Mundi die mittelalterliche Musik in allen ihren Facetten mit der Konzertreihe "Musica Antiqua Viva".
Auch an diesem Abend treten mit NACHGESCHREI und DELVA zwei sehr unterschiedliche Bands in diesem Rahmen auf.
Um 19:00 hat sich schon eine ansehliche Menge an Leuten im Vorraum des Spectaculum Mundi versammelt, was etwas überraschend ist, da der Beginn des Konzertes heute erst eineinhalb Stunden nach dem Einlass ist. Aber vielleicht hat sich die Fannähe der Band herumgesprochen. Und wie bestellt, taucht kurz vor Beginn Martin LeMar, der Frontmann von NACHTGESCHREI, im Publikum auf, begrüßt einige Fans in den ersten Reihen persönlich, um dann über die Bühne im Backstagebereich zu verschwinden.
Doch zuerst dürfen die jungen MünchnerInnen DELVA auf die Bühne. Sobald die drei MusikerInnen ihre Instrumente in der Hand halten wird klar: Es wird ungewöhnlich. Denn DELVA sind eine reine Akustik-Band, ohne E-Gitarren und Schlagzeug.
DELVA (© by The Discovered Land)
Ob das vor einem Rock/Metal-Publikum funktioniert? Diese Frage kann man mit einem klaren "Ja" beantworten. Die Band überzeugt durch äußerst vielfältige Songs, die überraschenderweise trotz der reinen Akustikbesetzung nicht immer ruhig sind. So wechseln sich verträumte Flötenpassagen mit kräftigen Refrains ab, die von Sängerin Johanna Krins mit ihrer beeindruckenden Stimme vorgetragen werden. Spätestens als NACHTGESCHREIs Drehleierspielerin Laui für einen Gastauftritt auf die Bühne geholt wird, ist das Publikum begeistert. Zur Mitte ihres Sets wechselt die Band von bisher ausschließlich eigenen Songs, hin zu Coverversionen irischer Folk-Songs, bei denen die Frontfrau auch mal ans Klavier wechselt oder verschiedene Percussion-Instrumente bedient. Aber nicht nur mit der Musik kommen die Münchner gut beim Publikum an. Auch die Ansagen sind äußerst sympathisch. Nach einigen weiteren eigenen Songs verlässt die Band unter lautem Applaus die Bühne, um wenig später nochmals für eine Zugabe zurückzukehren.
Da DELVA kein Schlagzeug hatten, gibt es nun auch nicht sonderlich viel umzubauen, sodass es sehr schnell weitergeht.
Als NACHTGESCHREI dann die Bühne betreten, brandet sofort frenetischer Jubel auf. Trotz des akustischen Vorprogramms sind die Fans bereits bestens aufgewärmt, und als der erste Song "Tiefenrausch" vom gleichnamigen neuen Album erklingt, wird vereinzelt auch gleich kräftig mitgesungen.
NACHTGESCHREI (© by The Discovered Land)
Auch der zweite Song "Meilen unter Meilen" ist vom neuen Album. Da dieses Album erst vor wenigen Tagen erschienen ist, sind die Songs noch nicht allen Fans bekannt, und man merkt den Unterschied zum folgenden etwas älteren „Die wilde Jagd“ deutlich, welches noch euphorischer gefeiert wird. Sänger Martin LeMar gelingt es hervorragend, die Fans zum Mitsingen und Tanzen zu animieren. Aber auch die anderen Bandmitglieder scheinen einen Riesenspaß zu haben. Insbesondere Dudelsackspieler Nik ist fast ohne Pause am Grinsen. Allerdings scheinen NACHTGESCHREI fast nur Lieder neueren Datums im Gepäck zu haben. Denn mit Ausnahme von "Die Geister, die uns riefen" stammen die ersten 8 Songs von den neuesten beiden Alben. Das folgende "An mein Ende" vom 2010er Album "Ardeo" löst dann allerdings eine bis dahin nicht zu spürende Begeisterung im Publikum aus. Da es mittlerweile in der Halle ziemlich warm geworden ist, kommt eine kleine Verschnaufpause in Form einer Akustikversion von "Herbst" gerade recht. Hier werden ganze Passagen komplett vom Publikum gesungen. Viel gesungen wird auch beim folgenden "Sirene", welches mit der immer wieder vorkommenden Textzeile "Sing!" auch noch die letzten Fans zum Mitsingen animiert. Dann folgt das aggressive, metallische "Mal mich schwarz".                                            
NACHTGESCHREI (© by The Discovered Land)
Alles, was bisher kam, ist aber nichts im Vergleich zum fantastischen "Windstill", welches den absoluten Höhepunkt des Sets markiert. Leider kommt die Band danach aber schon zum Ende, und kündigt mit "Laniakea" den letzten Song an.
Die lauten Zugaberufe zeigen aber, dass die Fans noch lange nicht genug haben, und als "Fiur", das Intro zu "Muspilli" aus den Boxen schallt, geht die Party weiter. Nach und nach betreten die Bandmitglieder wieder die Bühne, und es wird noch einmal kräftig abgerockt. Mit "Schlaflos", dass mit der Zeile "Ich will nicht, dass es enden muss!" die Gedanken vieler Zuschauer wiedergibt, beenden NACHTGESCHREI dieses fantastische Konzert.
Nach den Auftritten der beiden Bands sieht man mal wieder, wie vielfältig mittelalterlich geprägte Musik sein kann. Trotz der unterschiedlichen Stile konnten alle Musiker das Publikum gleichermaßen begeistern. So kann das "Musica Antiqua Viva" heute einen weiteren vollen Erfolg verbuchen.

Ins Getümmel bei NACHTGESCHREI und DELVA haben sich für euch Raphael (RH) und Thomas (TG) gestürzt.
Noch mehr Bilder vom Gig gibt es hier:
https://www.facebook.com/The-Discovered-Land-1409685862678568/?fref=ts

Sonntag, 9. April 2017

FEN / "Winter" / Label: code666 / 6 Tracks / 75:02 Min

Hinter jedem Winter steckt ein zitternder Frühling und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen (Khalil Gibran).

Frühlingsanfang. Draußen erwacht die Forsythie zu neuem Leben und auch die Schneeglöckchen sprießen - passend dazu veröffentlichen FEN ein Konzeptalbum mit dem frostigen Titel "Winter".
Sind die Briten jetzt total durchgeknallt oder einfach nur ihrer Zeit voraus?
Wer den Werdegang der Briten mitverfolgt hat, der weiß, dass es hier nur eine Antwort geben kann.
FEN haben wie üblich ihre eigene Sichtweise auf den Lauf der Dinge. Wo andere, ähnlich gelagerte Bands, es sich längst auf sonnendurchfluteten Post Rock Weiden gemütlich gemacht haben und sich peu a peu vom Black Metal abgewandt haben, da ziehen FEN immer noch unbeirrt im schattigen Unterholz ihre Bahnen und frönen wie eh und je, ungeachtet der Jahreszeit, ihrer Leidenschaft für frostige Klänge.
Und so nehmen FEN den Hörer (zum fünften mal in Albumlänge) an die Hand und führen selbigen auf atmosphärischen Pfaden durch progressiv angehauchte, tiefschwarze Musiklandschaften.
Da es sich um ein Konzeptalbum handelt sollte "Winter" in einem Rutsch angehört werden. So baut sich nicht nur die Atmosphäre am besten auf, nein, auch die Dynamik, von der das Album sich nährt, hält so den Spannungsbogen bis zum Schluß aufrecht.
Überaupt sollte man sich für "Winter" Zeit nehmen, kommt der Longplayer (diese Bezeichnung ist hier mehr als gerechtfertigt) doch auf eine stolze Spielzeit von 75 Minuten.
Außerdem läuft man so nicht Gefahr, die vielen Dinge, die es zu entdecken gibt, nicht zu überhören - also nicht vergesen: Der Teufel steckt im Detail!

Fazit: "Winter" ist ein wahrlich erhabenes Album, das aber seine Zeit braucht um zu reifen. So verbietet es sich fast, das Album beim Grillen auf der Terasse nebenbei zu hören, oder als Hintergrundbeschallung beim Autofahren zu missbrauchen. Dieses Album sollte man sich in aller Ruhe, am besten gemütlich in den eigenen vier Wänden einverleiben. Genauso wie man es in der kalten Jahreszeit zu tun pflegt.
Insofern ist der titelgebende Name (unabhängig von der textlichen Thematik) dann auch schon wieder passend. (JK)

8.5 von 10

Für Fans von ENSLAVED, AGALLOCH, WINTERFYLLETH und AMPLIFIER.

TRACKLIST
1. Winter I (Pathway)  (17:08)
2. Winter II (Penance)  (10:02)
3. Winter III (Fear)  (10:36)
4. Winter IV (Interment)  (14:52)
5. Winter V (Death)  (12:40)
6. Winter VI (Sight)  (9:44)

LINE-UP
Havenless - Drums
The Watcher - Vocals, Guitars
Grungyn - Bass, Vocals

http://www.facebook.com/fenofficial

Vorankündigung: MONO INC + PALAST - 29.April 2017 - München/Backstage

http://backstage.info/

Vorankündigung: ATTILA + THE WORD ALIVE + CARCER CITY - 25.4.2017 - München/Backstage

http://backstage.info/

Montag, 3. April 2017

LOCK UP / "Demonization" / Listenable Records / 14 Tracks / 41:21 Min

Es genügt nicht, die Arbeit einfach nur zu tun, man muss sich auch noch dafür interessieren und mit Leidenschaft bei der Sache sein (Charles Bukowski).

Sechs lange Jahre haben sich LOCK UP Zeit gelassen, um den "Necropolis Transparent"-Nachfolger auf den Weg zu bringen.
Ganz untätig waren die Herren Embury, Barker und Reisenegger jedoch nicht, haben sie doch mit ihren Hauptarbeitgebern (NAPALM DEATH, BRUJERIA, CRIMINAL) in dieser Zeit das ein oder andere nackenbrechende Album veröffentlicht und ganz nebenbei auf diversen Touren, die jeweiligen Hallen zum beben gebracht. Zudem gab es einen Wechsel am Mikro. Den Job als Gift und Galle spuckender Brüllwürfel hat auf "Demoization" Kevin Sharp (VENOMOUS CONCEPT, ex-BRUTAL TRUTH) übernommen, da Tomas Lindberg dem Lockruf der reaktivierten AT THE GATES gefolgt ist.

An der Ausrichtung hat sich deswegen aber nicht viel geändert. Auch mit neuem Shouter am Mikro heißt die Devise bei LOCK UP weiterhin: Voll auf die Zwölf!
Aber, um es mit dem eingangs erwähnten Charles Bukowski zu sagen - LOCK UP machen nicht nur ihren Job (wofür sie alleine schon bewundert werden), sondern (was ihnen Respekt einbringt), sie füllen ihre Tätigkeit mit Leidenschaft.
Eine Leidenschaft, die LOCK UP auf "Demonization", man mag es kaum glauben, mit Abwechslung und Innovation zelebrieren. Wobei Abwechslung und Innovation, im eng gesteckten Rahmen des Grind-Grundgesetzes, nur in therapeutisch unbedenklicher Dosierung wirken, aber eben doch vorhanden sind.
Zwischen all den Blastbeats (Nick Barker ist das absolute Tier hinter den Kesseln) und Monster-Riffs lassen LOCK UP immer mal wieder Fünfe gerade sein und bremsen ihren Geschwindigkeitsrausch (kurzzeitig) ab, um "Demonization" mit langsameren Passagen, sowie mit Crust- und Groove-Ausflügen, in eine Sphären zu heben, die einer Supergroup gerecht wird.
So hat man ständig das Gefühl, dass LOCK UP mit ihrer ungestümen Rohheit einem den Schädel spalten, dies aber mit Stil und Anstand geschieht.
Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf machen Abrissbirnen wie beispielsweise "The Plague That Stalks the Darkness", "Blood and Emptiness" oder "Locust" dann auch gleich doppelt soviel Spass - weiß man doch, dass LOCK UP das (Grind-)Rad nicht neu erfunden haben, dies aber problemlos könnten, wenn man sie zwingen würde.

Fazit: "Demonization" ist verteufelt gutes Album, auf das es sich gelohnt hat, sechs Jahre warten zu müssen, das zwar nicht mehr ganz so angepisst rüberkommt, wie der unmittelbare Vorgänger, aber dennoch einiges auf dem Kasten hat. (JK)

8 von 10

http://www.listenable.net/

Freitag, 31. März 2017

Konzertbericht GORGOROTH + MELECHESH + EARTH ROT + INCITE - 16.3.2017 München/Backstage

Ein Vierteljahrhundert GORGOROTH - Blood Stains Europe (1992 - 2017) 25th Anniversary Tour

Es gibt nur wenige Bands innerhalb der trve-schwarzen Szene, die zum einen als Kult wegen der Vergangenheit eingestuft werden und zum anderen, und hier liegt die Schwierigkeit, auch heute noch als Speerspitze des Black Metal gehandelt werden: GORGOROTH - ein Name, der immer noch zieht, auch 25 Jahre nach Bandgründung.
So ist es dann auch wenig verwunderlich, dass eine stattliche Anzahl von Schwarzkitteln den Weg ins Backstage gefunden hat, um Infernus & Co, gemeinsam mit EARTH ROT, INCITE und MELECHESH hochleben zu lassen.

Pünktlich um 19 Uhr darf mit EARTH ROT der erste der beiden nicht so richtig ins schwarze Gesamtbild passen wollenden Anheizer auf die Bühne.
EARTH ROT (© by metal-is-forever)
Den meisten im Publikum waren bis dato die beiden Bands weitestgehend unbekannt und man befürchtete schon, dass es sich, im ungünstigsten Fall, gar um Metalcore handeln könnte.
Da der gemeine Black Metal Fan nicht gerade als über den Tellerrand hinausschauender Musikkonsument bekannt ist, musste man deshalb befürchten, dass der ein oder andere zart besaitete Schwarzkittel während dem Auftritt der Vorbands einen Allergieschock erleiden könnte.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Denn, als nach einem kurzen Intro, die Australier von EARTH ROT anfingen ihre Instrumente zu bearbeiten, war relativ schnell klar, dass die vier Jungs  aus Down Under genauso viel mit Metalcore zu tun haben, wie MORBID ANGEL, MARDUK oder PARADISE LOST.
Womit wir auch schon bei der musikalischen Ausrichtung von EARTH ROT wären, die sich ziemlich genau in der Schnittmenge der drei genannten Bands bewegen dürfte, sodass die Puristen im Publikum nicht nur durchatmen konnten, sondern, gemesssen an der Reaktion, sogar ihren Spaß am Dargebotenen hatten.
Das Material, das EARTH ROT zum besten gaben, war ein schöner Querschnitt ihrer drei bisher erschienen Veröffentlichungen und wusste, trotz eines Totalausfalls der zweiten Gitarre beim letzten Song, weitesgehend zu gefallen.

Ganz anders sah die Sachlage bei den folgenden INCITE aus, die im Gegensatz zu EARTH ROT wesentlich "moderner" unterwegs waren und auch nicht davor zurückscheuten, das ein oder andere Breakdown der überwiegend konservativen Belegschaft im Publikum anzubieten.
                                                                                                   
INCITE (© by metal-is-forever)
So kam es wie es kommen musste. Der Großteil des Publikums stellte auf "Stand-By Modus". Nur zwei Dutzend INCITE-Shirt Träger (wo kamen die plötzlich her?) hatten sichtlich Spaß am groovenden Modern-Thrash des Cavalera Stiefsohns und dessen Jogginghosen tragender Truppe.
Nachdem Richie Cavalera mehrfach darauf hingewiesen hatte, dass wir doch alle zu einer Metal Community gehören würden, ließ sich der ein oder andere Schwarzkittel dann doch noch dazu hinreißen, zumindest etwas am Geschehen teilzunehmen. Ein Umstand, der für INCITE zumindest als Teilerfolg verbucht werden darf.
Nach 30 Minuten war die Heimsuchung der modernen Art vorüber und der Abend nahm von nun an wieder seinen gewohnten, zu erwartenden Lauf.

Nach einer kurzen Umbaupause folgt Teil 3 des abwechslungsreichen Vorprogramms. Wobei man MELECHESH Unrecht tun würde, sie als profanen Support abzukanzeln. Die Truppe um Mastermind Ashmedi hat es nämlich faustdick hinter den Ohren und könnte locker eine eigene Tour als Headliner fahren.
MELECHESH (© by metal-is-forever)
Dementsprechend laut und wild geht es im Publikum zu, als MELECHESH mit "The Pendulum Speaks" in ihre Show einsteigen. Der orientalisch angehauchte Black Metal der Israelis kommt nach dem durchwachsenen Modern Thrash Auftritt zuvor gerade recht, um den Zeiger des Stimmungsbarometers im Publikum wieder in die Höhe zu treiben.
Die Protagonisten auf der Bühne haben das Geschehen jederzeit im Griff, allen voran Ashmedi, und kreieren eine feine Live-Atmosphäre, die sich irgendwo zwischen düster und technisch erhaben einpendelt. Gepose haben MELECHESH auch nicht nötig - die Israelis lassen stattdessen ihre Songs sprechen. Neun Stück davon bekommen MELECHESH in den 45 Minuten ihres Bühnendaseins unter, von denen "Ladders to Sumeria" und das nachfolgende "Grand Gathas of  Baal Sin", neben dem exzellenten "Rebirth of Nemesis" am meisten Anklang finden.

Nach soviel Abwechslung im Programm wird es nun allerhöchste Zeit für puren Schwarzwurzelsound und das Finale furioso - GORGOROTH

Wie schon auf der letzten Tour gönnen sich GORGOROTH für die Liveumsetzung ihrer Songs den Luxus, niemand geringeren als Hoest von TAAKE auszuleihen. Der Mann ist nicht nur stimmlich die rohe Urgewalt in Person, nein, auch seine Bühnenpräsenz ist vom Feinsten.
                                                                                                           
GORGOROTH (© by metal-is-forever)
Mir ist es bis heute ein Rätsel, wie der Mann es schafft, ob seiner wilden Bühnenakrobatik, sich niemals mit Haaren oder Mikrokabel in seinen Nagelarmbändern zu verheddern.
Leider tut sich bis auf den wild tanzenden Teufel am Mikro, bewegungstechnisch gesehen, bei GORGOROTH heute Abend ansonsten nicht allzuviel auf der Bühne. Infernus hat wie üblich seinen Stammplatz am rechten Bühnenrand eingenommen und bewegt sich heute gefühlt noch weniger als sonst. Zwei Schritte vor und zwei Schritte zurück, mehr ist heute nicht drinn. Auch die anderen beiden Saitenakteure am linken Bühnenrand passen sich dem an.
Musikalisch ist dafür alles im grünen Bereich. Wie immer hauen GORGOROTH kompromisslos und ohne Vorwarnung (nahezu komplett ohne Ankündigungen und Interaktion) ihre rohe Gewalt in die Massen und treffen damit sprichwörtlich voll ins Schwarze.

"Bergtrollets Hevn",  "Aneuthanasia", "Prayer", "Katharinas Bortgang", "Revelation of Doom", "Forces of Satan Storms", "Profetens Apenbaring" ,"Odeleggelse og Undergang - Blood Stains the Circle", "Cleansing Fire", "Destroyer - Incipit Satan", "Krig", "Kala Brahman", "Unchain My Heart!!!
 
GORGOROTH (© by metal-is-forever)
Hier werden keine Gefangenen gemacht. GORGOROTH definieren sich einmal mehr durch ihr schnelles, kaltes Gitarrenspiel, das treibende Drumming und einer Show, die schwarzmetallischer nicht sein könnte.
Nach knapp einer Stunde ist allerdings schon Schluß.
Und Schluß heißt bei GORGOROTH Schluß! Zugabe gibt es keine. Warum auch? Die Ohren bluten auch so!

Nun denn: Happy Birthday GORGOROTH und danke für einen, alles im allem, gelungenen Konzertabend, bei dem lediglich INCITE aus dem schwarzen Rahmen gefallen sind. (JK)

Dienstag, 28. März 2017

NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++

THE HIRSCH EFFEKT kündigen neues Album ("Eskapist") für August 2017 an! +++ Die schwedische Death Metal Band IN REVERENCE wird am 26.5. via Non Serviam Records ihr Debütalbum "The Selected Seed" veröffentlichen +++ POWER THEORY haben die erste Runde im Wacken Battle gewonnen und reisen nun zum Finale nach New York. Der Wacken Metal Battle Entscheid wird zum ersten Mal in den USA ausgetragen +++ THRÄNENKIND haben sich umbenannt. Ab sofort nennt sich die Band KING APATHY +++ MESHIAAK werden METAL CHURCH auf ihrer Deutschland Tournee im Juni supporten +++
On Tour: TWELEVE FOOT NINJA (Support: UNEVEN STRUCTURE): 20.4. Ludwigsburg / Rockfabrik, 22.4. Düsseldorf / The Tube, 23.4. Berlin / Badehaus, 25.4. Dresden / Beatpool, 8.5. München / Backstage, 9.5. Wiesbaden / Schlachthof, 10.5. Hamburg / Logo, 11.5. Düsseldorf / ZAKK +++ On Tour: SAINT VITUS: 28.4. Berlin / Desertfest, 2.5. Oberhausen / Helvete, 3.5. Wiesbaden / Schlachthof, 4.5. München / Backstage, 10.5. Hamburg / Hafenklang +++

Donnerstag, 23. März 2017

ARMORED SAINT / "Carpe Noctum" / Metal Blade Records / 8 Tracks / 38:50 Min

Der einzige Unterschied zwischen dem Heiligen und dem Sünder ist, dass jeder Heilige eine Vergangenheit hat und jeder Sünder eine Zukunft (Oscar Wilde).

Ich möchte einem klugen Kopf, wie es Oscar Wilde nun mal war, nur ungern widersprechen, aber hier lag der viktorianische Schriftsteller, zumindest wenn man diesen Spruch bei ARMORED SAINT anwendet, etwas daneben.
Die fünf "gepanzerten Heiligen" aus dem sonnigen Kalifornien haben nämlich sehr wohl eine (wohlklingende) Vergangenheit UND eine vielversprechenede Zukunft, was die letzten beiden Studioalben eindrucksvoll bewiesen haben.
Und das einzig Sündige daran ist die Tatsache, dass ARMORED SAINT, auch 35 Jahre nach Bandgründung, immer noch total unterbewertet sind.
Warum eigentlich?
John Bush ist immer noch einer der besten Vocal-Artisten, die die Heavy Metal Community ihr Eigen nennt, Joey Vera's Talent beeindruckt nicht nur Fans von ARMORED SAINT sondern auch die von FATES WARNING und live sind ARMORED SAINT sowieso immer eine Wucht. Womit wir beim Thema wären.
"Carpe Noctum" ist in der langen Karriere von ARMORED SAINT (erst) das zweite Live-Album und wartet mit 8 Tracks auf. Geboten wird ein guter Querschnitt der Bandhistorie, bei annehmbaren Soundverhältnissen und mit einer bestens aufgelegten Band.
So finden sich neben alten Klassikern ("March of the Saint", "Stricken by Fate", "Aftermath") auch zwei Tracks ("Win Hands Down" und "Mess") vom aktuellen Album, was unterstreicht, dass ARMORD SAINT auf "Carpe Noctum" auf Ausgewogenheit geachtet haben, was wiederum das Album durchaus empfehlenswert macht.
Wenn es überhaupt was zu meckern gibt, dann an der Tatsache, dass ARMORED SAINT bei der Titelanzahl (nur übersichtliche 8 Lieder haben den Weg auf das Album gefunden) und damit einhergehend der Gesamtspielzeit gegeizt haben.
Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn ARMORED SAINT noch den ein oder anderen Titel (z.B. "Can U Deliver" oder "Mad House") mit aufgenommen hätten.
So bleibt am Ende ein leicht fader Beigeschmack, vor allem wenn man bedenkt, dass seit dem letzten Live-Album schon 29 Jahre vergangen sind. (JK)


Aufgenommen wurde im Jahr 2015 zum einen in Wacken (Open-Air) und zum anderen in Aschaffenburg (Club-Gig).

Tracklist:

- Win Hands Down
- March of the Saint
- Stricken by Fate
- Last Train Home
- Mess
- Aftermath
- Left Hook from Right Field
- Reign of Fire

Note: ohne Bewertung

Mittwoch, 15. März 2017

Konzertbericht RUSSIAN CIRCLES + CLOAKROOM - 26.2.2017 München / Strom

Zwischen stiller Andacht und wilder Entschlossenheit

Es ist 20:30 vor dem Münchner Strom. Dort hat sich eine Ansammlung von etwa 50 Leuten gebildet, die man vom Aussehen eher auf einem Popkonzert, als bei Post-Rock/Metal vermutet hätte. Aber ein Blick auf die Anzeigetafel, die über dem Eingang hängt verrät: Hier spielen heute tatsächlich RUSSIAN CIRCLES. Schön zu sehen, wie viele unterschiedliche Leute doch härtere Musik hören!
Nach etwas verspätetem Einlass geht es dann pünktlich um 21:00 Uhr los. Den Anfang machen die Alternative-Rocker CLOAKROOM. Dem amerikanischen Trio wurde kaum Platz auf der ohnehin schon winzigen Bühne gelassen, da man zwei Schlagzeuge hintereinander aufgestellt hat. Nach kurzer Zeit merkt man allerdings, dass das kein Problem für die Band darstellt, da sich die Musiker sowieso kaum bewegen. Zu viel Bewegung wäre bei dem äußerst athmosphärischen Rock, den sie spielen aber auch eher als störend empfunden worden. Denn die Lieder von CLOAKROOM leben von den, meist mit Cleansound begleiteten, sehr emotional vorgetragenen Gesangsteilen von Sänger/Gitarrist Doyle Martin, die in einem starken Kontrast zu den oft sehr harten Instrumentalparts stehen.                          
(© by The Discovered Land)
Leider wird die Gitarre und der Gesang gerade in den ruhigeren Teilen sehr oft vom dröhnenden Bass übertönt. Schade, denn Doyle Martin scheint sehr fähig an seinem Instrument zu sein. Manchmal legt er sogar sein Plektrum zur Seite, und spielt nur mit den Fingern, was auf der E-Gitarre ja eher ungewöhnlich ist. Auf Ansagen wird weitgehend verzichtet, um die Stimmung nicht zu zerstören. Da die Musik aber nicht besonders abwechslungsreich ist, macht sich gegen Ende eine leichte Eintönigkeit breit. Aber kurz bevor es wirklich langweilig wird, schaltet die Band scheinbar mitten im Song die Verstärker ab und verlässt die Bühne.
In der folgenden Umbaupause merkt man dann relativ schnell, dass RUSSIAN CIRCLES eine ungewöhnliche Band sind. Der durch das abgebaute CLOAKROOM Schlagzeug freigewordene Platz wird nun von einer beeindruckenden Menge an Effektgeräten eingenommen. Auf der Seite von Bassist Brian Cook sind es sogar so viele, dass er zusätzlich zu den Geräten am Boden, noch einen kleinen Tisch bei sich stehen hat, um alles unter zu bekommen. Nachdem das Aufbauen und der Soundcheck beendet sind, geht es aber nicht wie erwartet weiter, sondern es wird erstmal noch etwa eine viertel Stunde „Umbaumusik“ eingespielt. Als die Band dann schließlich die Bühne betritt, werden sie mit euphorischem Applaus empfangen. Nach einem selbstgespielten Intro geht es mit einem sehr schnellen Song los. Dass die Band meistens unter Post-Rock eingeordnet wird, erscheint erstmal seltsam, da dieser Song eher nach Black Metal klingt! Er enthält sogar Blast-Beats. Doch RUSSIAN CIRCLES haben noch einiges mehr zu bieten. Von athmosphärischen Akusitk-Parts, bis hin zu aggressiven Rythmusstellen, die zum Headbangen einladen, ist alles vertreten. Es ist zudem eine Freude, den drei Musikern beim Spielen zuzuschauen. Während bei Gitarrist Mike Sullivan eher seine technischen Fertigkeiten beeindrucken, ist es bei Brian Cook eher seine Vielfalt.
(© by The Discovered Land)
Er wechselt ständig zwischen Gitarre und Bass, manchmal sogar während der einzelnen Songs! Bei einigen Tracks bedient er sogar, während er Bass spielt, mit den Füßen (!) ein Keyboard-ähnliches Instrument! Später nimmt er sogar noch den kleinen Finger hinzu, den er gerade nicht zum Bassspielen benötigt, und spielt noch auf einem weiteren kleinen Keyboard. Was aber beide Musiker gemeinsam haben ist, dass sie sehr genau auf ihren Sound bedacht sind. Deshalb verändern sie auch nach beinahe jedem Lied die Regler ihrer vielen Effektgeräte. Das kann durchaus mal mehrere Minuten dauern. Diese Zeit wird dann entweder durch das Spiel der jeweils anderen Musiker überbrückt, oder durch Ambient-Musik vom Band. Da die Band keinen Sänger hat, haben RUSSIAN CIRCLES dann auch gleich komplett auf ein Mikrofon verzichtet, also gibt es keine Ansagen. Die sind hier aber auch unnötig, denn die Musik spricht schon für sich selbst. Gegen Ende der Show wird aber trotzdem das Problem deutlich, das viele Instrumental-Bands haben.
(© by The Discovered Land)
Durch die fehlende Interaktion mit dem Publikum und die Tatsache, dass die Songs kaum Eingängigkeit besitzen, kann die Athmosphäre leider nicht über die gesamte Show gehalten werden. So gestalten sich die letzten Minuten etwas mühsam. Kurz vor Schluss können RUSSIAN CIRCLES aber doch nochmals mit einem Song beeindrucken, der fast ausschließlich mit der Tapping-Technik gespielt wird. Als die Band von der Bühne geht, fordert das begeisterte Publikum noch eine Zugabe, und so wird noch ein weiterer Song gespielt, bevor das 75-minütige Konzert endgültig zu Ende geht.

RUSSIAN CIRCLES in München - ein abwechslungsreiches Konzerterlebnis, das auf vielerlei Weise beeindruckend war. Allerdings hätten 60 Minuten gut gereicht, da gegen Ende leider die Luft etwas raus war. (RH)

Raphael (RH) und Thomas (TG) waren für euch im Strom unterwegs

SALLOW / "I: The Great Work" / Label: Sick Man Getting Sick Records / 4 Tracks / 31:52 Min

Nebel, stiller Nebel über Meer und Land. Totenstill die Watten, totenstill der Strand. Trauer, leise Trauer deckt die Erde zu. Seele, liebe Seele, schweig und träum auch du. (Christian Morgenstern).

Kaum zu glauben, dass es sich bei SALLOW um eine Band handelt, die erst seit ein paar Monaten aktiv ist und komplett aus Musikern besteht, die allesamt am Anfang ihrer Karierre stehen.
Bisher hat das USBM Trio aus Albany/New York nämlich erst 2 Demos veröffentlicht. "I: The Great Work" ist das erste professionelle Lebenszeichen von SALLOW und der erste Teil einer (angekündigten) Trilogie.
Die Amerikaner halten sich von Anfang an nicht mit Firlefanz auf, sondern dringen ohne Rücksicht auf Verluste in Bereiche vor, die sich an eisiger Atmosphäre und epischer Schönheit laben.
Vom Melodieaufbau und der Handhabung der Breaks erinnert vieles an AGALLOCH, was sich aber nur sekundär im Sound von SALLOW niederschlägt. Vordergründig spielen die Frühwerke eines gewissen Fenriz die größere Rolle bei SALLOW.
Und trotz dieser Referenzen klingen SALLOW absolut eigenständig. Zudem glänzt "I: The Great Work" durch Eingängigkeit, ist dabei aber trotzdem sperrig und unkonventionell. Ein Widerspruch? Nein, keineswegs. Große Taten waren ihrer Zeit immer schon ein Stück weit voraus.

Fazit: SALLOW haben mit ihrem Debütalbum ein Kleinod erschaffen. Der harsche Black Metal der Amerikaner wird mit viel Abwechslung dargeboten - schnelle Passagen wie aus einem Guss und Melodiebögen die gut ins Gehör finden. Ergreifend! (JK)

9.5 von 10

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