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Sonntag, 12. Januar 2020

Konzertbericht MOONSPELL + ROTTING CHRIST +SILVER DUST - 15.12.2019 München/Backstage

Kurz vor dem Jahreswechsel lassen MOONSPELL und ROTTING CHRIST auf einer gemeinsamen Tour nochmals die Muskeln spielen und zeigen dabei einmal mehr, dass beide noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Komplettiert wird der vorweihnachtliche Reigen von SILVER DUST aus der Schweiz.


SILVER DUST

Wie die Jungfrau zum Kinde, dürften SILVER DUST wohl nicht zur Tourbeteiligung gekommen sein. Dennoch erschließt es sich den meisten Konzertgängern nicht (erst Recht nicht, nach dem Auftritt der Schweizer), was damit bezweckt werden sollte.
SILVER DUST (© by metal-is-forever-alive)
Wollte der Tourveranstalter Werbung für die Vielschichtigkeit im Metal machen? Wenn ja, dann waren SILVER DUST mit ihrem obskuren Stilmix (Dark Rock, Groove, Power Metal, Thrash, Industrial uvm.) prädestiniert dafür.
Oder wollten die beiden Hauptacts zeigen, dass sie ein Herz für "hoffnungslose" Fälle haben? Dann haben sie mit SILVER DUST einen der Top-Acts aus dieser Kategorie gefunden.
Oder liegen wir mit beiden Vermutungen völlig daneben und SILVER DUST wollten einfach nur ihre Steampunk/Gothica Klamotten vor großen Publikum einmal vorführen dürfen?
Fragen über Fragen. Leider konnte am Ende keine davon beantwortet werden. Nur eines kann nach ca 30 Minuten mit Bestimmtheit gesagt werden: Möge der Schleier des Vergessens sich schnell über diesen Auftritt legen.


ROTTING CHRIST

ROTTING CHRIST (© by metal-is-forever-alive)
Wie gut, dass es nun mit ROTTING CHRIST weitergeht, einer der besten Live-Bands des Planeten. Bereits wenige Sekunden des Openers "666" genügen, um die Gehörgänge durchzupusten und vorangegangene Qualen vergessen zu machen.
Die Griechen setzen dabei wie üblich weniger auf visuelle Effekte (sieht man einmal von den fliegenden Haaren der Musiker ab), sondern lassen musikalische Taten sprechen. Und hier haben ROTTING CHRIST jede Menge zu "erzählen". Können Sakis Tolis & Co inzwischen doch auf 32 Jahre Bandgeschichte zurückblicken und auf eindrucksvolle 13 Longplayer zurückgreifen.
ROTTING CHRIST (© by metal-is-forever-alive)
Dabei herausgekommen ist heute Abend eine 65-minütige Machtdemonstration einer top motivierten und spielfreudigen Band (keine Selbstverständlichkeit nach 49 Konzerten in 52 Tagen), die mit ihrem drückenden und glasklaren Sound nicht nur die Boxen des Backstage Werk bis zum Anschlag strapaziert, sondern auch dem Publikum alles abverlangt. Selbiges geht zu Songs wie "In Yumen - Xibalba", "Kata Ton Daimona Eaytoy", "Fire, God and Fear" oder "Societas Satanas" so dermaßen derbe ab, dass man sich unweigerlich die Frage stellt, wie zum Teufel wollen MOONSPELL das toppen? Den hunderten Kehlen, die nach getaner Arbeit, die Griechen lautstark abfeiern, stellt sich diese Frage offentsichtlich nicht, haben sie doch bereits ihren Headliner gesehen.


MOONSPELL

MOONSPELL (© by metal-is-forever-alive)
Was man anhand der Fanreaktionen nach dem ROTTING CHRIST Gig bereits erahnen konnte, findet nun tatsächlich statt: Ein (wenn auch kleiner) Teil der Zuschauer tritt jetzt schon die Heimreise an und der verbliebene Rest muss nun mit seinen Kräften haushalten, so dass MOONSPELL mit einem (anfänglich) relativ geräusch- und bewegungsreduziertem Publikum vorlieb nehmen müssen.
Da hilft kein Jammern und Wehklagen, also Augen zu und durch. Wobei der Spruch mit den geschlossenen Augen wohl doch keine so gute Idee war, würde man doch so einen durchaus ansprechenden Auftritt von Fernando Ribeiro & Co verpassen. Obwohl sich MOONSPELL um einiges ruhiger als eben noch ROTTING CHRIST präsentieren, was sich in der Natur der unterschiedlichen musikalischen Ausrichtungen erklärt, entwickelt sich (nach Anlaufschwierigkeiten) eine Show, die durchaus der eines Headliners würdig ist.
MOONSPELL (© by metal-is-forever-alive)
Nachdem der Einstieg in das Set mit drei Songs vom aktuellen Album "1755"  noch realtiv verhalten, seitens des Publikums aufgenommen wurde, kommt spätenstens ab Titel Nr. 4 von der Setlist ("Opium") Bewegung und Stimmung in die Menge vor der Bühne. Man kann förmlich die Erleichterung bei Fernando Ribeiro spüren, hier und jetzt doch keinen livehaftigen Schiffbruch erleiden zu müssen.
                                             
MOONSPELL (© by metal-is-forever-alive)
Von hier an frisst ihm das Münchner Publikum nun auch (dankbar) aus der Hand und lässt sich von ihm durch die abwechslungsreiche Setlist leiten. Eine bestens aufgelegte Band, sowie die ein oder andere Showeinlage (u.a. ein Sprung von Fernando in den Fotograben, um Fanhände zu schütteln) runden den Auftritt ab. Der kultige Dreierschlag zum Ende der regulären Spielzeit ("Mephisto", "Vampiria", "Alma Mater") sorgt dann auch noch für Gänsehautfeeling und lässt sogar die Anlaufschwierigkeiten vergessen.
Nach einer kurzen Verschnaufpause kehren MOONSPELL dann nochmals zurück, um mit "Todos os Santos" und "Full Moon Madness" den Deckel auf den Abend zu machen.

Zum Jahresende gab es in München ein Wechselbad der Gefühle zu erleben: SILVER DUST sorgten mit ihrem Auftritt für (zumeist) ungläubiges Schulterzucken und die ein oder andere "What the Fuck?" Fragestellung im Publikum - ROTTING CHRIST haben die Kategorien Euphorie und Ekstase abgedeckt - und MOONSPELL waren für Nostalgie und Routine verantwortlich. Mehr Abwechslung geht kaum. (JK)


Sonntag, 11. März 2018

Konzertbericht ROTTING CHRIST + CARACH ANGREN +SVART CROWN - 14.2.2018 München/Backstage (Halle)

Rhapsody in Black - ROTTING CHRIST zerlegen München

Wie es der Zufall will, fällt auf den heutigen Tag nicht nur der umsatzstärkste Tag der Blumenindustrie (Valentinstag), sondern auch der Aschermittwoch, an dem bekanntlich nicht nur die Karnevalssaison ihre Ende findet, sondern auch die Fastenzeit eingeläutet wird. Da passt das Motto, unter dem ROTTING CHRIST ihre aktuelle Tour gestellt haben, wie die Faust auf's Auge: Rituals Amongst the Rotten.
Begleitet werden die Griechen vom niederländischen Dreigestirn CARACH ANGREN und von der französischen Black/Death Dampfwalze SVART CROWN. (JK)


SVART CROWN

Der Abend beginnt mit einem ohrenbetäubendem Rauschen aus den Boxen. Nach ein paar Minuten gesellt sich ein tiefes Brummen hinzu, welches das Rauschen langsam ablöst. Hat die Boxenanlage den Geist aufgegeben? Nein, denn als SVART CROWN die Bühne betreten, wird schnell klar, dass es sich dabei um das Intro handelt. 
SVART CROWN (© by metal-is-forever-alive)
Das Quartett aus dem französischen Nizza spielt ein Mischung aus Black und Death Metal, beschränkt sich dabei aber eher auf langsame, stampfende Songs, die immer wieder durch kurze Blastbeat-Auswüchse unterbrochen werden. Eine durchaus interessante Mischung, die vom bereits sehr zahlreich erschienenen Münchner Publikum zunächst auch recht positiv aufgenommen wird. Nach ein paar Titeln wird allerdings deutlich, dass sich die zumeist recht langen Songs ziemlich stark ähneln, und daher kaum Abwechslung bieten. Auch das Auftreten der Musiker unterstützt diesen Eindruck, denn abgesehen von sehr ausdauerndem Headbangen, bleiben die Musiker meist auf ihren Plätzen stehen. Einzig das sehr präzise Spiel von Live-Drummer Cédric Malebolgia kann nachhaltig überzeugen. In der Mitte des Sets gibt es dann doch noch ein paar schnellere Songs zu hören, die beim Publikum auch sofort besser ankommen, als das zuvor Gehörte. Danach begeben sich SVART CROWN aber wieder auf die monotonen Pfade der ersten Minuten und ernten deswegen nach ihrer Show auch kaum mehr als Höflichkeitsapplaus. (RH)


CARACH ANGREN

In der folgenden Pause wird dann relativ schnell klar, dass es im Anschluss (optisch) interessant werden könnte, da ein Beamer auf der Bühne platziert wird. Zum Opening-Intro von CARACH ANGREN werden dann auch gleich mal sehr realistische Geisteranimationen auf einen mit einem schwarzen Tuch abgedeckten Verstärker projiziert. Gute Idee, die gleich für die passende düstere Stimmung sorgt. Dazu betreten die Musiker die Bühne.
CARACH ANGREN (© by metal-is-forever-alive)
Doch gleich als die ersten Töne von "Charlie" erklingen, fällt auf, dass das Schlagzeug leider viel zu laut abgemischt wurde, sodass ein Großteil der Musik im Blastbeatgewitter untergeht. Schade, da der Symphonic Black Metal der Niederländer sehr von den dominanten Orchesterparts lebt, die so leider kaum zu hören sind. Glücklicherweise fällt bei den mehr gitarrenorientierteren älteren Songs wie z.B. "The Carriage Wheel Murder" der schlechte Sound nicht ganz so ins Gewicht. Auch treten die ruhigeren Parts ohne Schlagzeug so viel deutlicher hervor, bei denen Keyboarder Ardek im Rampenlicht steht.
CARACH ANGREN (© by metal-is-forever-alive)
Mit seinem an einem beweglichen Roboterarm befestigten Instrument, leifert er zudem eine freaky Show ab.
Zu "Pitch Black Box" präsentiert sich Seregor dann mit einer sehr echt aussehenden Totenkopfmaske samt Krone. Im Anschluss daran bieten CARACH ANGREN dann einen Mix aus älteren ("Lingering in an Imprint Haunting") und neuen ("Blood Queen") Stücken an, wobei das neue Album "Dance and Laugh Amongst the Rotten" mit fünf Liedern am häufigsten zum Zug kommt.
Kurz vor Schluß, ab "Charles Francis Coghlan", ist dann endlich auch der Sound im grünen Bereich, sodass die Niederländer danach einen stimmigen Abschluss ihrer Show hinlegen können. Am Ende ist es dann wie immer bei CARACH ANGREN Gigs - die einen können nicht genug davon bekommen und die anderen sind froh, dass es vorüber ist. Genauso fällt dann auch der Applaus aus - von frenetischem Jubel bis hin zu totaler Verweigerung ist alles vertreten. (RH) 


ROTTING CHRIST

Anschließend wird alles für den Headliner ROTTING CHRIST auf der Bühne vorbereitet. Während rund um das Drumkit reges Treiben zu beobachten ist, findet in der Halle ein Teilaustausch der Fans vor dem Bühnenrand statt - überwiegend jüngeres Publikum, das sich bei CARACH ANGREN verausgabt hat, macht dem griechischen schwarzen Block Platz, der nun nach vorne drängt, um Sakis Tolis & Co möglichst nahe zu kommen.
ROTTING CHRIST (© by metal-is-forever-alive)
Wenige Momente nachdem der "Plätzchen wechsel dich Reigen" sein Ende gefunden hat, dröhnt auch schon "Devadevam" aus der PA-Anlage. War es zuvor schon recht kuschelig in den ersten Reihen, steht nun die in schwarze Leibchen gewandete Gefolgschaft, dicht an dicht gepresst - Agoraphobie dürfte hier definitiv keiner haben.
Zum folgenden Doppelschlag "Kata ton Demona Eautou" und "Demonon Vrosis" kommt zudem auch noch wildes Headbanging hinzu, sodass die Konzert-Fotografen in Front of Stage alle Mühe haben, keine verwackelten Bilder einzufangen.
ROTTING CHRIST (© by metal-is-forever-alive)
Sakis Tolis und George Emmanuel stacheln das Publikum mit ihren Ansagen und Gesten zudem noch an, sodass man sich in den folgenden knapp 70 Minuten teilweise wie eine im Schleudergang der Waschmaschine verloren gegangene Socke fühlt: Eine Wall of Death zum Warmwerden, ein Circlepit hier, ein Moshpit dort. Einziger Unterschied zur Maschinenwäsche, am Ende ist man nicht ausgewrungen, sondern tropfnass.
Mit "Grandis Spiritus Diavolos", "666" und "Non Serviam" beenden ROTTING CHRIST eine in allen Belangen (Sound, Bühnenpräsenz, Songauswahl, technisches Können) eindrucksvolle Show, die kräftig Werbung in eigener Sache betrieben hat und den Apetitt auf Extrem-Metal nur noch vergrössert hat - Fastenzeit hin oder her. (JK)

Vor Ort im Backstage haben sich Jürgen (JK) und Raphael (RH) die Gehörgänge durchpusten lassen.

Samstag, 9. April 2016

DARK EASTER METAL MEETING 2016


MY DYING BRIDE Live (© by metal-is-forever)

DORNENREICH Live (© by metal-is-forever)

EWIGEIS Live (© by metal-is-forever)

EREB ALTOR Live (© by metal-is-forever)

OUTRE Live (© by metal-is-forever)

ROTTING CHRIST Live (© by metal-is-forever)

ROOT Live (© by metal-is-forever)

ROOT Live (© by metal-is-forever)

BÖLZER Live (© by metal-is-forever)

AETHERNAEUM Live (© by metal-is-forever)

SAILLE Live (© by metal-is-forever)

Konzertbericht vom DARK EASTER METAL MEETING - 27.3.2016 München - Backstage

Ostern ist das Fest, an dem man Eier bunt bemalt, die Auferstehung Christi feiert und man sich mit seiner Familie trifft - eigentlich - nicht so im Backstage zu München. Hier feiert man Ostern seit 2012 etwas anders - mit dem DARK EASTER METAL MEETING. Neben dem diesjährigen Headliner MY DYING BRIDE kann das Festival heuer mit einer Band aufwarten, deren Name zu Ostern wie die Faust aufs Auge passt - ROTTING CHRIST.

Insgesamt 17 Bands gehören in diesem Jahr zum elitären Kreis, mit denen das DARK EASTER METAL MEETING (DEMM) sein kleines Jubiläum (5. Festival) begeht - los geht es um Punkt 14.30 Uhr mit EWIGEIS im Club. Das Duo aus Schwabhausen (Lkr. Dachau) präsentiert seinen Old-School Black Metal in deutscher Sprache und zumeist im Mid-Tempo, scheut aber auch nicht davor zurück, mittels Blastbeats, fiese Nadelstiche zu setzten. Wie es sich für eine Band gehört, die Fenriz und sein musikalisches Wirken offensichtlich zu ihren Inspirationsquellen zählt, tragen die beiden Herren Corpsepaints. Kam die Show von EWIGEIS zu Beginn in der optischen Präsentation noch ziemlich hüftsteif rüber, taute Saat (Voc. & Git.) in der Mitte des Sets etwas auf, was zum einen daran lag, dass für einen Song ein weiterer Sänger die Band unterstützte, aber auch daran, dass das Publikum, welches trotz früher Stunde schon zahlreich erschienen war, EWIGEIS immer wieder anfeuerte. So konnten zum Ende der Show dann beide Seiten (Band und Publikum) von sich behaupten, einem vielversprechenden Einstieg ins DARK EASTER METAL MEETING beigewohnt zu haben.

Nächster Programmpunkt: SAILLE.
Die Tatsache, dass das Festival diesmal Jahr leider nicht "ausverkauft" vermelden kann, ist zwar für den Veranstalter ärgerlich, hat aber für das Publikum den Vorteil, dass das große Gedränge und Geschubse, beim Hallenwechsel dieses Jahr (im Vergleich zu 2015) weitesgehend ausbleibt.
Die Belgier von SAILLE können sich dann, trotz einer eher mittelmäßigen aktuellen Veröffentlichung ("Eldritch"), über eine ansehnliche Schar Melodic-Black-Metal Fans freuen, die sich zum Eröffnungsgig in der Halle eingefunden haben. Obwohl SAILLE mit ihrem synthielastigem Sound heute zu den "ruhigeren" Acts gehören, jagen die sechs Belgier einen druckvollen Sound durch die Boxen, was im Publikum wohlwollend zur Kenntnis genommen wird. Der Großteil der Anwesenden stört sich heute auch nicht daran, dass SAILLE eigentlich seit deren Anfangstagen damit zu kämpfen haben, eine eigene Note in den Sound zu bekommen. Es geht also anscheinend auch ohne Originalität- zumindest heute. Nun denn, auf ins Werk - SEAR BLISS warten.

Dass die Ungarn in den letzten Jahren sich einen guten Namen in der Szene erarbeitet haben, sieht man alleine schon daran, dass die ersten Reihen dicht an dicht gedrängt stehen und vom ersten Ton an Andras Nagy & Co anfeuern. Leider haben SEAR BLISS zu Beginn mit Soundproblemen zu kämpfen, was zur Folge hat, dass der erste Song nahezu ohne Gitarre auskommen muss. Die Ungarn lassen sich von diesem suboptimalen Umstand aber nicht aus dem Konzept bringen und ziehen ihr Ding (Midtempo, Posaune, Samples, Melodie) gekonnt und abwechslungsreich durch. Das Publikum dankt es ihnen nach 45 Minuten mit warmen Applaus.

Nach dem Gig verbleiben ein paar Minuten Zeit, um den kleinen aber feinen Merchbereich zu besuchen, der einiges im Angebot hat, um die auf Konsum gebürsteten Kundschaft zu befriedigen. So finden sich z.B. unzählige CDs/LPs  (u.a. eine limitierte EP von THE VISION BLEAK), das ein oder andere Tour-Shirt der Protagonisten, Patches, Pins usw. auf den diversen Tischen der Händler. Wer Glück hat erwischt sogar den ein oder anderen Musiker (EREB ALTOR, THE VISION BLEAK, DORNENREICH, ROOT) und kann sich so gleich seine erworbenen Tonträger signieren lassen.

Weiter geht es mit AETHERNAEUM im Club. Der wurde schon kräftig eingeräuchert, um eine Atmosphäre zu erschaffen, die dem düster, mystischen Sound der Berliner Combo die passende Optik verpasst. In der ihnen zugestanden halben Stunde bringen AETHERNAEUM sechs Songs unter, die mal harmonsich, mal wild, aber immer mit Cello, sehr gut ankommen. Zum Ende der Show sind sich nahezu alle einig, im rappelvollen Club, soeben das erste Highlight des Tages/Abends erlebt zu haben.

Das nächste Highlight folgt auf dem Fusse - THE VISION BLEAK. Nach einem atmosphärisch, düsterem Auftakt geben die Jungs von THE VISION BLEAK alles, um ihr Publikum zu beeindrucken! Das läßt sich auch nicht lange bitten und steigt auf die teils amüsanten Animationsversuche von Markus Stock ohne langes Zögern mit ein. Ein Song jagt den anderen und jeder Einzelne von ihnen scheint seine ganz eigene Geschichte zu erzählen, bei der man gerne zuhören will. Auch ein Song vom kommenden Album durfte natürlich nicht fehlen. Dieser überzeugte durch harten, treibenden Sound und spannungsvoll aufgebauter Atmosphäre.

Danach wird es wild - BÖLZER sind an der Reihe. Die schweizer Black/Death Emporkömmlinge sind im Jahre 2013 eigeschlagen wie die sprichwörtliche Bombe. Mit ihrer brachialen Härte und dem occulten Character der Songs scheinen BÖLZER den momentanen Zeitnerv getroffen zu haben. Spärlich beleuchtet, dafür umsomehr in Wehrauchschwaden gehüllt und getragen von der euphorischen Stimmung, haut das schweizer Duo dem Publikum seinen finsteren Sound erbarmungslos um die Ohren. "Zeus", "C.M.E.", "Archer", "Entranced by the Wolfschook, "Chlorophyllia", "The Great Unifer" - hier brennt die Hütte. Nach 50 Minuten ist dann aber Schicht im Schacht und das schweißgebadete Publikum bahnt sich den Weg zum nächsten Konzert - ROOT.

Es gibt nur wenige Bands im Metal Zirkus, die eine ganz spezielle Aura umgibt. ROOT gehören definitiv dazu. Auch wenn Big Boss und seine Truppe schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben, mitreißende Auftritte legen sie immer noch aufs Parkett. So auch heute. Klarer Sound, eine ausgewogene Setlist, sowie eine prächtig aufgelegte Band und einer der kultigsten Sänger überhaupt, lassen die knappe Stunde wie im Flug vergehen.

Dass aber nicht immer alles nach Plan laufen kann, wird nun bei den folgenden VELNIAS deutlich.
In den kleinen aber feinen Räumlichkeiten des Clubs durften VELNIAS für knappe 40 Minuten ihr Bestes auf der Bühne geben. Doch leider war deren Bestes heute nicht gut genug. Trotz ersichtlichen Bemühungen des Sängers, wirkte die Performance leider viel zu gezwungen und angestrengt. Außerdem unterirdisch: Der "Gesang". Ob es nun so gewollt war, oder der Mann am den Reglern schuld war, sei dahin gestellt - Gesang sollte aber definitiv nicht komplett im Sound der Instrumentalfraktion untergehen.

Auch nicht optimal, aber doch um vieles besser - der Auftritt von GOD DETHRONED. Der energiegeladene Einstieg der Holländer, wurde relativ schnell durch ein defektes Mikro ausgebremst. Dieser Fauxpas wurde jedoch zügig und professionell mit einem lässigen Mirkowechsel überspielt. Leider ließ sich das weitesgehend träge Münchner Publikum nicht einmal durch die persönliche Aufforderung von Henri „T.S.K“ Sattler zu einem Circle-Pit motivieren und antwortete im besten Fall mit etwas mehr Haareschütteln. Liebe Münchner - das üben wir bis zum nächsten Jahr nochmals!

Etwas anspruchsvoller geht es im Anschluß daran mit DORNENREICH weiter, die ihren Gig akustisch beginnen und dafür den ein oder anderen irritierten Blick ernten. Was im Rahmen einer eigenen Akustik-Tour sehr gut funktioniert, wirkt hier etwas fehl am Platz. Das DEMM ist wohl nicht die geeignete Veranstaltung für eine derart extravagante Auslegung des Düster-Metal von DORNENREICH. Schlecht abgemischter Sound und einige schiefe Töne trugen zudem nicht wirklich zur Besserung bei. Nach dem mehr als willkommenem Wechsel zu den elektronischen Instrumenten, legen DORNENREICH jedoch in altbekannter Manier los.
Von Klassikern wie z.B. "Der Hexe flammend Blick", oder auch von Neuerem wie "Flammenmensch" durfte sich der Zuhörer berieseln lassen. Ein besonderes Schmankerl hatten Eviga & Inve auch noch in Petto: "Leben, lechzend, Herzgeflüster".

Next: ROTTING CHRIST. Großer Name, großartige Band!
Mit orientalischem Intro und beschwörungsartigen Gesängen begaben sich ROTTING CHRIST auf die Bühne des Werks. Geleitet von den schlachtrufartigen Gesängen der Griechen ließ sich das Publikum, zwar spät im Verlauf des Festivals, nun aber doch noch, zu einem kleinen Moshpit hinreißen! Alleine daran kann man sehen, wie sehr die Griechen, dem ansonsten etwas bewegungsfaulen Publikum, mit ihrem einzigartigen Sound eingeheizt haben. Die häufige Interaktion des Sängers mit dem Publikum tauchte zudem den Auftritt in eine angenehme und fast schon familiäre Stimmung. ROTTING CHRIST 10 Points!

EREB ALTOR entführen anschließend in eine fantastische Welt voll germanischer Erzählungen, begleitet von traumhaft schönen Clear-Vocals, harten Gitarrenklängen und derbem Gesang.
Besonders erfreut war wohl so mancher BATHORY Fan im Publikum, als EREB ALTOR den ein oder anderen Song von  "BLOT-ILT-TAUT" (Bathory Cover Album) auf ihre Setlist packten!
Eine gelungene Abwechslung, die Songs dieser Giganten mal auf andere Art und Weise interpretiert zu bekommen.

Die nächsten im schwarzen Reigen sind OUTRE. Und die scheren sich einen feuchten Kehricht um Melodie, Harmonie und Kult-Romantik. Vielmehr legen die Polen von Anfang an den kleinen Backstage Club in Schutt und Asche. Eine brutale, tiefschwarze Atmosphäre nimmt den Zuschauer vom ersten Moment an gefangen, ebenso, wie die undurchdringliche Nebelwand, und lässt die Anwesenden Zeuge eines intensiven Oldschool-Sets werden, das sich gewaschen hat. Packend, brachial, beklemmend - OUTRE.

Was kann nach solch einem Gig noch kommen? Niemand geringeres als MY DYING BRIDE. Obwohl die Briten ihre wilden Tage schon seit geraumer Zeit hinter sich gelassen haben, zieht der Name immer noch. So ist es wenig verwunderlich, dass bereits Minuten vor Konzertbeginn nahezu kein Durchkommen in die ersten Reihen mehr möglich ist. Wer einen guten Platz ergattert hat, gibt ihn auch nicht mehr her. Los gehts - überpünktlich, um kurz vor 23 Uhr  eröffnen MY DYING BRIDE mit "Your River". Für viele dürfte es das erste Mal sein, dass sie die britischen Doom/Death/Gothic Götter live sehen dürfen, dementsprechend gebannt und aufmerksam wird deren 75-minütige Show verfolgt. Die Briten liefern Songs aus allen Schaffensperioden und ziehen dabei nicht nur einmal das Tempo an, sodass trotz all dem Pathos und den Depri-Momenten, mit denen die Briten ihre Lieder unterfüttern, genügend Raum bleibt, um die Matte zu schütteln. Aaron Stainthorpe ist bestens bei Stimme und präsentiert sich gewohnt ausdrucksstark. Da es an der gut harmonierenden Band, dem glockenklarem Sound und der abwechslungsreichen Setlist ebenfalls nichts zu meckern gibt, werden MY DYING BRIDE dementsprechend am Ende der Show nach "The Cry of Mankind" (vom 1995er Prachtalbum "The Angel and the Dark River") massiv gefeiert.

Die Rausschmeißerfunktion hatten MGLA inne. Dass sich die Band innerhalb der Szene einen mehr als guten Namen gemacht hat, war unschwer an der prall gefüllten Halle zu erkennen. Selbst der ein oder andere Musikerkollege ließ sich die Show der Polen nicht entgehen. Wann hat man wohl zuletzt ein einheitlicheres Bühnenoutfit gesehen? Jedes kleine Detail des Bühnenoutfits war innerhalb der Band total identisch. Krönendes Detail der "charakterlosen" Bühnenpräsenz bildeten die in Schwarz gehüllten Gesichter. Dafür wurde auf jeglichen Schnickschnack oder sonstige Bühnendekoration verzichtet. Mit klassischem Black Metal Sound und treibendem Takt wurde der Auftritt von MGLA so zu einem wahren Erlebnis für Geist und Ohren, der nach 50 Minuten Spielzeit den finalen Punkt hinter dem DARK ESTER METAL MEETING 2016 setzte.

Unter dem Strich darf/muss man den Organisatoren auch in diesem Jahr zu einem gelungenem Festival gratulieren. Die Auswahl der Bands war, wie in den Jahren zuvor, ausgewogen und mit Bedacht ausgewählt. Ein mächtiger Headliner, viele Bands, die zum ersten Mal oder schon lange nicht mehr in München aufgetreten sind und der ein oder andere Geheim-Tipp. Besser geht es kaum. Angenehm fiel diesmal (im Vergleich zu 2015) auf, dass das Festival etwas "entschleunigt" wurde. Weniger Überschneidungen, keine Einlassstopps und keine langen Schlangen an Bar und Imbissständen. So mausert sich das DARK EASTER METAL MEETING langsam aber sicher zum besten Black-/Death Indoor-Festival in Deutschland. Man darf jetzt schon gespannt sein, welche Bands uns die Macher vom DEMM im nächsten Jahr präsentieren werden. Wir sehen uns!

Auf dem DEMM Festival waren für euch Jürgen (JK) und Sandrina (SM) unterwegs.