Man sollte an die Vergangenheit denken, ohne sich mit allzu schwermütiger Sehnsucht in sie zu versenken. (Vincent van Gogh)
Obwohl ich die Blütezeit des Metal in den 80er/90er Jahren selbst live miterlebt habe, muss ich gestehen, dass die Schweden von INTOXICATE seinerzeit an mir völlig vorbeigegangen sind. Der Hauptgrund hierfür dürfte in der Tatsache zu finden sein, dass es INTOXICATE damals "nur" auf vier Demo-Veröffentlichungen gebracht haben. Eine EP oder gar ein Longplayer kam nie zustande. 1991 haben sich die Skandinavier dann aufgelöst, und damit war das Thema durch - bis ins Jahr 2015.
In diesem Jahr erinnerte man sich nämlich wieder an sie. Zumindest in ihrer Heimatstadt Göteborg, und fragte an, ob die Band für einen Gig (Göteborg Sound Festival) zur Verfügung stehen würde. Gefragt, getan. Hatte man doch kurz zuvor sowieso beschlossen die Band zu reaktivieren - nahezu in Originalbesetzung!
Diesmal wollte man allerdings gleich Tatsachen schaffen und nicht unnötig Zeit mit Demos vergeuden. Gleich waren dann auch nochmal viereinhalb Jahre. Aber was sind schon viereinhalb Jahre, wenn man an deren Ende den langersehnten ersten Longplayer auf die Menschheit loslassen kann?
Diese lange Entstehungsgeschichte hört man dann auch "Cross Contamination" an. Soll heißen: INTOXICATE "spielen" mit verschiedenen Epochen und Genres. Das Grundgerüst bleibt zwar immer Thrash, dennoch scheuen die Schweden nicht davor zurück, diese Spielart des Metal mit komplexeren, teilweise sogar prog-ähnlichen Strukturen aufzuwerten. Gerne dürfen es aber auch mal zwei Schritte zurück, hin zum Speed Metal mit seinen melodischen Soli, oder drei Schritte vorwärts, hin zur Brachialität der frühen Göteborger Melo-Deather (u.a. zu hören bei "Crawling Forward") sein.
Der Gesang von Mattias Grytting ist ebenfalls alles andere als Thrash-Standardware, nimmt er doch (gelegentlich) auch die Klangfarben der Göteborger Melo Death Szene ins Repertoire mit auf.
Gemixt wurde das Album übrigens von Andres Backelin (ex LORD BELIAL), und das Mastering hat kein geringerer als Andy LaRoque (KING DIAMOND) übernommen.
Fazit: Auch wenn INTOXICATEs Erstling "Cross Contamination" nicht als Meilenstein in die Annalen der Thrashgeschichte eingehen wird, ist es das Album dennoch wert gehört zu werden. Spaß macht es allemal und für Abwechslungsreichtum ist auch gesorgt. Was fehlt sind die "großen" Nummern. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. (JK)
6 von 10
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Sonntag, 16. Februar 2020
Montag, 2. Oktober 2017
FROM NORTH / "Volund the Smith" / Label: Downfall Records / 11 Tracks / 50:15 Min
Der Norden, ach! ist kalt und klug. (Ferdinand Freiligrath)
FROM NORTH ist eine schwedische Viking/Folk Metal Band, die mit "Volund the Smith" ihr Debütlbum unters Volk bringt.
Zusammengefunden haben sich die fünf Schweden anno 2016 in Varberg, also erst vor einem Jahr.
Trotz diesem Umstand, sind die Mitglieder von FROM NORTH aber keine blutigen Anfänger, haben sich die Mannen zuvor doch schon ihre Sporen bei diversen anderen Bands (u.a. IRRBLOSS, STORMHOLD, ANATA) verdient.
Und das merkt man "From North" zu jedem Zeitpunkt an. Das Album verfügt nicht nur über eine ansprechende Produktion und ein gelungenes Coverartwork, sondern bietet eine Vielzahl von musikalischen Höhepunkten. Neben den beiden großen Highlights des Albums ("From North" und "Last Appeal"), die sich sofort im Hirn festsetzen und dort beginnen, den Ohrwurm zu füttern, können zudem auch noch "Sworn Brotherhood", "Volund the Smith" und "Mead of Poetry" überzeugen.
Aber auch die Titel, die sich nicht sofort in die erste Reihe der Favoriten spielen konnten, entwickeln nach einigen Durchläufen ihre Vorzüge. Hier ist allen voran "The Longest Wait" zu nennen, was im Abgang an die Spätwerke von Thomas "Quorthon" Forsberg (R.I.P.) erinnert.
Insgesamt halten sich bei FROM NORTH die ruhigeren, folkig geprägten, mit feiner Instrumentalisierung (Violine, Flöte) ausgestatteten Momente, mit den härteren, hymnischen Stellen die Waage, was zur Folge hat, dass das Album einen relativ hohen Spannungsbogen aufrecht erhalten kann.
Ausschläge in beide Richtungen sind aber möglich, wie z.B. "Ormr Inn Langi" (kommt im Refrain dem Vibe schwedischer Death Metal Kapellen relativ nahe), oder "The Sacred Oath", was im Geiste mit BLACKMORE'S NIGHT verbunden sein dürfte, zeigen.
Da auch das Wechselspiel zwischen Klargesang (in der Überzahl) und tendenziellen Growls (additional) auf "Volund the Smith", durchaus als gelungen zu bezeichen ist und sich erfreulicherweise kein Totalausfall eingeschlichen hat, kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass sich FROM NORTH mit ihrem Debütalbum gleich mal prominent in Stellung bringen.
Fazit: FROM NORTH liefern mit dem selbstbetitelten Debütalbum "From North" ein beeindruckendes Stück Viking/Folk-Stahl ab, das den Hörer in seiner ganzen Art in seinen Bann zieht. Spielerisch, als auch aus Sicht des Songwritings, auf hohem Niveau und dabei mit einer feinen (folkigen) Atmosphäre ausgestattet - es lohnt sich definitiv FROM NORTH anzutesten! (JK)
8.5 von 10
https://www.facebook.com/fromnorthsweden/
FROM NORTH ist eine schwedische Viking/Folk Metal Band, die mit "Volund the Smith" ihr Debütlbum unters Volk bringt.
Zusammengefunden haben sich die fünf Schweden anno 2016 in Varberg, also erst vor einem Jahr.
Trotz diesem Umstand, sind die Mitglieder von FROM NORTH aber keine blutigen Anfänger, haben sich die Mannen zuvor doch schon ihre Sporen bei diversen anderen Bands (u.a. IRRBLOSS, STORMHOLD, ANATA) verdient.
Und das merkt man "From North" zu jedem Zeitpunkt an. Das Album verfügt nicht nur über eine ansprechende Produktion und ein gelungenes Coverartwork, sondern bietet eine Vielzahl von musikalischen Höhepunkten. Neben den beiden großen Highlights des Albums ("From North" und "Last Appeal"), die sich sofort im Hirn festsetzen und dort beginnen, den Ohrwurm zu füttern, können zudem auch noch "Sworn Brotherhood", "Volund the Smith" und "Mead of Poetry" überzeugen.
Aber auch die Titel, die sich nicht sofort in die erste Reihe der Favoriten spielen konnten, entwickeln nach einigen Durchläufen ihre Vorzüge. Hier ist allen voran "The Longest Wait" zu nennen, was im Abgang an die Spätwerke von Thomas "Quorthon" Forsberg (R.I.P.) erinnert.
Insgesamt halten sich bei FROM NORTH die ruhigeren, folkig geprägten, mit feiner Instrumentalisierung (Violine, Flöte) ausgestatteten Momente, mit den härteren, hymnischen Stellen die Waage, was zur Folge hat, dass das Album einen relativ hohen Spannungsbogen aufrecht erhalten kann.
Ausschläge in beide Richtungen sind aber möglich, wie z.B. "Ormr Inn Langi" (kommt im Refrain dem Vibe schwedischer Death Metal Kapellen relativ nahe), oder "The Sacred Oath", was im Geiste mit BLACKMORE'S NIGHT verbunden sein dürfte, zeigen.
Da auch das Wechselspiel zwischen Klargesang (in der Überzahl) und tendenziellen Growls (additional) auf "Volund the Smith", durchaus als gelungen zu bezeichen ist und sich erfreulicherweise kein Totalausfall eingeschlichen hat, kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass sich FROM NORTH mit ihrem Debütalbum gleich mal prominent in Stellung bringen.
Fazit: FROM NORTH liefern mit dem selbstbetitelten Debütalbum "From North" ein beeindruckendes Stück Viking/Folk-Stahl ab, das den Hörer in seiner ganzen Art in seinen Bann zieht. Spielerisch, als auch aus Sicht des Songwritings, auf hohem Niveau und dabei mit einer feinen (folkigen) Atmosphäre ausgestattet - es lohnt sich definitiv FROM NORTH anzutesten! (JK)
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