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Mittwoch, 26. Oktober 2016

NEGURA BUNGET / WALDGEFLÜSTER / WOLVES DEN / ARS IRAE / OSSIFIC


NEGURA BUNGET Live (© by metal-is-forever)

NEGURA BUNGET Live (© by metal-is-forever)

NEGURA BUNGET Live (© by metal-is-forever)

WALDGEFLÜSTER Live (© by metal-is-forever)

WOLVES DEN Live (© by metal-is-forever)

WOLVES DEN Live (© by metal-is-forever)

ARS IRAE Live (© by metal-is-forever)

OSSIFIC Live (© by metal-is-forever)

OSSIFIC Live (© by metal-is-forever)

Konzertbericht NEGURA BUNGET + WALDGEFLÜSTER + WOLVES DEN + ARS IRAE + OSSIFIC - 15.10.2016 München/Backstage (Club)

Holla die Waldfee

Da ist es tatsächlich schon 20 Jahre her, seitdem sich NEGURA BUNGET aus den Tiefen der nebelverhangenen rumänischen Wälder hervorgewagt haben, um die Liebhaber härterer Klänge mit ihrem folkloristisch/progressiv angehauchtem Black Metal in helle Verzückung zu versetzen.
Sowas muss natürlich gefeiert werden. Also schnell die Leinenhemden aufgebügelt, die Tulnic (rumänisches Instrument) eingepackt und den Kompass Richtung Westen eingestellt.
Unterwegs, auf dem Weg nach München, haben NEGURA BUNGET noch den ein oder anderen Anhalter mitgenommen, die WALDGEFLÜSTER, WOLVES DEN, ARS IRAE und OSSIFIC namentlich heißen.

OSSIFIC

Der kanadische Opener muss bereits um 17.30 Uhr auf die Bühne und findet zu diesem Zeitpunkt eine noch recht überschaubare Anzahl von Konzertgängern vor. Die 2011 in Winnipeg gegründete Band lässt sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und versucht trotzdem, ungeachtet des sich in Grenzen haltenden Interesses, in den folgenden 30 Minuten, mit der bandeigenen Definition von Atmospheric-Post-Black-Metal, Werbung in eigener Sache zu betreiben.
Ein Vorhaben, das allerdings nur bedingt als erfolgreich bezeichnet werden darf.
Realtiv schnell merkt man OSSIFIC nämlich an, dass sie zwar das technische Rüstzeug haben, um im Konzert der Großen mit musizieren zu können, es aber noch massiv an Eigenständigkeit, Bühnenpräsenz und vor allem an kompositorischer Reife fehlt.
Da hilft es dann auch nicht, dass OSSIFIC tief ins Schmincktöpfchen und in die Kostümmottenkiste gegriffen haben, um vom insgesamt zwar annehmbaren, aber keineswegs überzeugenden Auftritt abzulenken. (JK)

ARS IRAE

Als zweites geben sich heute ARS IRAE die Ehre. Das aus Rosenheim stammende Quintett ist in München alles andere als unbekannt und lockt, anders als eben bei der Vorgängerband, jetzt doch schon eine beachtlichere Schar von Liebhabern dunkler Klänge vor die Bühne.
Womit wir auch schon bei der Setlist von ARS IRAE wären, die sich zum Großteil aus Titeln vom letzten Album "Dunkle Klänge" zusammensetzt. Von älteren Veröffentlichung kommen heute nur "Unter der Erde" vom gleichnamigen Debütalbum und "Des Hammers Ruf" vom "Verwelkt"-Demo zur Aufführung.
Leider leidet der Auftritt von ARS IRAE unter einem suboptimalen Sound, der der Truppe zwar jede Menge Wucht gönnt, den Gitarren dabei aber viel zu wenig "Freiraum" lässt, sodass man dazu zwar wunderbar headbangen kann, im Prinzip aber keine Ahnung hat welcher Song gerade gespielt wird. Schade. So müssen sich ARS IRAE heute unter Wert verkaufen und darauf hoffen, dass der Tonmann bein nächsten mal einen besseren Tag erwischt. (JK)

WOLVES DEN

Ein ziemlich gelungenes Heimspiel legten WOLVES DEN als dritte Band des Abends hin.
In dem mittlerweile gut gefüllten Raum gaben die fünf Münchner ihren geschwärzten Death Metal, nun wieder bei annehmbaren Soundverhältnissen, zum Besten.
Die Truppe um ex EQUILIBRIUM Sänger Helge Stang bietet dem Zuhörer mehr, als dieser es sich vielleicht auf den ersten Eindruck erhoffen mag. Wer erwartet, dass ein Song nach dem anderen, nach Schema F, die Setlist runter gespielt wird, der liegt bei WOLVES DEN definitiv falsch.
Durch ruhige und melanchonische Passagen zwischen den einzelnen Songs wird eine Atmosphäre aufgebaut, die sich durch den ganzen Auftritt zieht. Da braucht es dann auch keine großartige Performance und Maskerade auf der Bühne, die ohnehin mit Musikern und etlichen Bannern aus allen Nähten zu platzen schien, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen.
Dieses wurde im Mittelteil des Auftritts sogar mit einem Gastauftritt von Winterherz (WALDGEFLÜSTER) überrascht.
WOLVES DEN haben an diesem Abend bewiesen, dass sie durchaus ein würdiger Vertreter des deutschen Black Metals sind. (SM)

WALDGEFLÜSTER

Neben dem zu Beginn erwähnten NEGURA BUNGET Jubiläum gibt es heute noch einen weiteren Grund zum feiern - WALDGEFLÜSTER sind seit diesem Jahr auch zweistellig unterwegs - 10 Jahre gibt es die Black Metal Formation aus München nun schon. Gratulation!
Da eine Geburtstagspolonaise mit Konfettiregen und Luftschlangen dem Black Metal Konsumenten nur schwer zu vermitteln gewesen wäre, verschwenden WALDGEFLÜSTER erst gar keinen Gedanken an solche Albernheiten und beginnen die Feierlichkeiten so wie es sich für einen Co Headliner gehört - mit feinsten musikalischen Gaben für das zahlreich (inzwischen ist der Club brechend voll) erschienene Publikum.
Gesagt - getan. Los geht's mit "Weltenwanderer" vom eben erst veröffentlichtem Album "Ruinen".
Der ausufernde Song macht zu Beginn gleich ordentlich Eindruck und verpasst dem Auftritt sofort die nötige Atmosphäre.
Im Verlauf des Abends packen WALDGEFLÜSTER noch drei weitere Songs vom neuen Album aus, von denen "Und immer wieder Schnee" die meiste Begeisterung im Publikum provozieren kann.
Im weitern Verlauf des Abends kommen aber auch ältere Tracks, wie "Erster Schnee", "Waldgeflüster", "Fichtenhain" und "Wotan Sang" zu Live-Ehren, was die Setlist insgesamt sehr ausgewogen erscheinen lässt.  
Einzigster Makel am Auftritt von WALDGEFLÜSTER war, meiner Meinung nach, die etwas zu lange Spieldauer von 90 Minuten. Die teilweise überlangen Songs verlangen doch eine gewisse Aufmerksamkeit, die sich aber, je länger die Show lief, leider peu a peu verabschiedet hat.
Ansonsten haben WALDGEFLÜSTER aber einen standesgemäßen Abriss hingelegt; ganz so wie es sich für einen runden Geburtstag gehört. (JK)

NEGURA BUNGET


Gegen 22 Uhr war dann der Headliner des Abends NEGURA BUNGET an der Reihe.
Leider wurde die erwartungsvolle Spannung der Fans ein wenig durch das etwas zu lang geratene Intro unterbrochen und man spürte förmlich die Ungeduld der Fans aufkochen. Der Konzertsaal war mittlerweile bis zum Anschlag gefüllt, als endlich die ersten Gitarrenriffs die Zuschauer von ihrem Leid des Wartens erlösten.
Trotz minimalen Startschwierigkeiten wird dennoch schnell klar, dass die Rumänen alteingesessene Vertreter der Szene sind und es faustdick hinter den Ohren haben. Nicht umsonst stehen sie schon seit 20 Jahren auf der Bühne.
Das Hauptaugenmerk bei der heutigen Show legten NEGURA BUNGET, neben den beiden letzten Veröffentlichungen "Zi" und "Tau", vor allem auf das Meisterwerk "OM".
Wer die Bühne den Abend über genauer betrachtet hat, wunderte sich vielleicht über die hängenden Gebilde aus Holz die eher im Hintergrund angesiedelt waren.
Im Laufe des Auftritts wurde klar, dass diese nicht nur zur Bühnendekoration gehörten sondern als Musikinstrument fungierten.
Auf ihrem neuen Album berufen sich NEGURA BUNGET auf viele altertümliche rumänische Instrumente wie zum Beispiel auch das Tulnic (eine Art Horn) und eben auch auf rustikale Klänge, die durch das schlagen von Holzknüppeln auf lose hängenden Brettern erzeugt werden.
Diese dumpfen und hohlen Klänge, die eben live erzeugt und nicht eingespielt wurden, gaben dem Auftritt eine ganz besondere und individuelle Note und erzeugten eine wahnsinnige Atmosphäre, die die rituellen Klänge des jeweils begleitenden Songs nochmals unterstrich. (SM)

Alles in allem war es, trotz einiger Soundprobleme, ein gelungener Abend, der dem geneigten Fan für realtiv wenig Geld (VVK Tickets gab es für schlanke 13.-), eine Menge geboten hat. 

Bei den Feierlichkeiten waren Jürgen (JK) und Sandrina (SM) für euch zugegen. 

Sonntag, 25. Oktober 2015

NEGATOR / EIS / ARS IRAE / ASPHAGOR


NEGATOR Live (© by The Discovered Land)

NEGATOR Live (© by The Discovered Land)

EIS Live (© by The Discovered Land)

EIS Live (© by The Discovered Land)

ASPHAGOR Live (© by The Discovered Land)

ASPHAGOR Live (© by The Discovered Land)

ARS IRAE Live (© by The Discovered Land)

ARS IRAE Live (© by The Discovered Land)

Konzertbericht NEGATOR / EIS / ARS IRAE / ASPHAGOR 10.10.2015 Backstage - München



NEGATOR und EIS zusammen auf "Lex Talionis" Tour und bei ihrem vorletzten Stopp am 10.10.2015 zu Gast in München. ARS IRAE und ASPHAGOR komplettierten ein starkes Package, dass wohl viele Blackmetal-Liebhaber an diesem Abend angezogen hat.  
Trotz planmäßigem Einlass um 18 Uhr konnten Spontanbesucher ihr Ticket erst gegen 19 Uhr an der Abendkasse ersteigern. sodass der Konzertbeginn nach Hinten verschoben werden musste. Um 19.20 Uhr starteten die Rosenheimer von ARS IRAE ihren 45-minütigen Auftritt. ARS IRAE gelang es, trotz des oftmals recht schwierigen Opener Slot, das Publikum, nachdem zu Beginn der Show die Halle noch relativ leer war, vermehrt vor die Bühne zu locken und von sich zu überzeugen. Mit ihrer Mischung aus harten Black Metall Riffs und Death Einschlägen schafften ARS IRAE es, eine abwechslungsreiche Show abzuliefern. Zugegeben, man hat den Sound, so schon das ein andere mal irgendwo gehört, dennoch wurden die Zuschauer letztendlich von der gekonnt umgesetzten Technik der Band in den Bann gezogen. 
Unter den Klängen eines atmosphärischen Intros legten ASPHAGOR um 20.20 Uhr los. Dank der wahnsinnigen Bühnenpräsenz der Band gelang es ASPHAGOR die Halle im Sturm zu erobern und die Aufmerksamkeit der Zuschauer auch bis in die letzten Reihen für sich zu beanspruchen. Fast schon ist man dazu verleitet, ASPHAGOR als "Bilderbuch Black-Metal" zu bezeichnen - wären da nicht, gekonnt eingesetzte Wechsel in Stil und Technik, die den Auftritt abwechslungsreich gestalten. Die Tiroler standen den "größeren" Bands an diesem Ambend in nichts nach und konnten zum Ende ihres Auftritts einen prall gefüllten Saal zu ihren Gunsten verbuchen. 
21.30 Uhr, die Halle hatte sich erstaunlicherweise wieder etwas geleert, als EIS die Bühne betraten. Das anfängliche Problem mit der Technik, was dazu führte, dass der Sänger recht leise und teilweise unhörbar war, wurde relativ schnell behoben, sodass man sich in der Folge, in voller Lautstärke, den gewohnt derben Klängen der deutschen Melodic Black Metal Band hingeben konnte. Nichtsdestotrotz schien es einige Unstimmigkeiten im Ablauf zu geben, die einen immer wieder unsanft aus der mühsam aufgebauten Atmosphäre rissen. Auch zwei Songs vom neuen Album "Bannstein" wurden an diesem Abend in die Setlist mitaufgenommen, die die Band mit großen Elan spielte. Insgesamt war es aber nicht der beste Auftritt von EIS. Großen Anklang fanden allerdings die gratis Tour-Shirts, die EIS zwischendurch in die Menge warfen. 
Kurz vor 23 Uhr betraten dann  NEGATOR die Bühne. Der Saal war jetzt brechend voll und jeder stand nach relativ kurzer Zeit im Bann der einnehmenden Präsenz von Nachtgarm, der sich eindeutig als Führungsperson auf der Bühne positionierte und mit seinen Gesten die Aggressivität der Musik eindrucksvoll unterstütze. Inspiriert von der Atmosphäre ließ das Publikum sich von der Show mitreißen und geleitet von den harten Klängen, die immer wieder von gut getimten Breaks oder abrupter Stille unterbrochen wurden, von einem Song zum nächsten tragen. 
Summasumarum waren NEGATOR ein würdiger Headliner an einem grandiosen schwarzen Abend. (SM)

Montag, 29. Juni 2015

ARS IRAE / Dunkle Klänge / Quality Steel Records / 10 Tracks / 60:52 Min

Fünf lange Jahre konnte das Debüt-Album "Unter der Erde" reifen, nun endlich lassen die Bayern ARS IRAE ihr Zweitwerk "Dunkle Klänge" auf die Menschheit los. Eines schonmal vorneweg: "Dunkle Klänge" ist alles andere als einfache Kost. Wer mit geschwärzten Death Metal was anfangen kann, ist definitiv im Vorteil. Doch das Klangbild, welches die Rosenheimer mit Hilfe von Dan Swanö auf Platte gepresst haben, ist vielschichtiger. So finden sich ebenfalls Pagan und Death-Doom Parts im Sound von ARS IRAE. Textlich ist das ganze in (durchaus verständlicher) deutscher Sprache gehalten. Vielschichtigkeit scheint hier also gewollt zu sein. Doch für meinen Geschmack setzen sich ARS IRAE damit ein wenig zwischen die Stühle. Wenn man "Dunkle Klänge" nur oberflächlich betrachtet, hört sich alles auch recht gut an. Taucht man jedoch tiefer in das Album ein, dann kristallisiert sich heraus, dass "Dunkle Klänge" oftmals der große Spannungsbogen fehlt, dass die Texte gelegentlich nicht 100% zum Melodieverlauf passen und dass zu oft am Tempo herumgedoktert wurde. So findet sich leider über die gesamte Spieldauer gesehen nie der rote Faden, der einen im Idealfall durch ein Album leiten sollte.
Und dennoch ist "Dunkle Klänge" ein überdurchschnittliches Album, das mit eingen Lichtblicken aufwarten kann.
Als da wären: Der Titelsong "Dunkle Klänge", sowie "Schatten", Als nichts war" und "Herbst".

Fazit: Es ist sicherlich nicht jeder Track auf "Dunkle Klänge" der Weisheit letzter Schluss, insgesamt hinterlassen ARS IRAE dennoch einen positiven, wenn auch ausbaubaren Gesamteindruck. (JK)

7 von 10

Mittwoch, 8. April 2015

Konzertbericht DARK EASTER METAL MEETING 5.4.2015 München - Backstage

Das Backstage läd zum österlichen Musizieren - "DARK EASTER METAL MEETING" heißt das Kontrastprogramm zum Eiersuchen, das schwarz gekleidete Menschen in Massen anlockt, die mit den Bräuchen zu diesem christlichen Feiertag (Ostersonntag) so viel gemein haben, wie Vegetarier zu einem Wurstsalat. Wie auch in den Jahren zuvor, kann auch in der vierten Auflage dieses Events das Line-Up auf ganzer Linie überzeugen. Insgesamt 15 Bands treten auf drei verschieden Bühnen (Club/Halle/Werk) auf. Der Clou schlechthin ist aber der Headliner. Die mächtigen PRIMORDIAL haben sich angekündigt! Als erste Band des Tages begeben sich ABANDONED DREAMS auf die Bühne (Club) und eröffnen um 14.30 Uhr den Metalischen-Reigen. Die Jungs aus Grafing/Bayern dürfen ihren geschwärzten Doom-Metal, trotz der relativ frühen Anfangszeit, den bereits zahlreichen Anwesenden präsentieren. Nach dem 30-minütigen Auftritt konnte man die an diesem Tag erschienene EP ("Home") der Band auf dem kleinen Metal-Markt erwerben. Der Besuch, im allgemeinen, auf dem Metal-Markt war durchaus ratsam, da man sich dort (Werkstatt) mit CDs und Shirts (u.a. limitierte T-Shirts von URFAUST) eindecken konnte. Wer Glück hatte, konnte hier auch den ein oder anderen Musiker (u.a. DESASTER, URFAUST) antreffen, der die entsprechenden Alben dann gleich signierte und sich für einen Plausch oder ein Foto zur Verfügung stellte. Einige Bands (z.B. SELBSTENTLEIBUNG, GLORIOR BELLI, KETZER, D.N. SLAUGHTERCULT) und deren Auftritte finden in dieser Review keine Erwähnung, da verschiedensten Gründen (z.B. Essenfassen incl. endlosem Schlangestehen vor dem Imbiss während dem Gig von GLORIOR BELLI) oder Überschneidungen dazu geführt haben, dass meine Wenigkeit nicht Zeitzeuge dieser Performances werden konnte. Die nächsten 30 Minuten gehören dem Avantgard-Black-Metal von NEBELKRÄHE, die im brechendvollen Club, den Anwesenden einheizen. In dieser halben Stunde bringen die Münchner 5 Songs unter, von denen "Et in Arcadia Ego" die größte Publikumsresonaz einheimsen kann. Als nächstes betreten ENDSTILLE die Bühne im Werk, um, passend zur Jahreszeit, ihre Interpretation vom "Frühlingserwachen" kund zu tun. Den Kielern werden 50 Minuten zugestanden. in denen sie das Backstage heute zum ersten mal richtig zum Beben bringen. Nach fast fünf Jahren, in denen sich ENDSTILLE nun nicht mehr in München haben blicken lassen, ist die Zeit mal wieder reif für die nordeutsche Sturmtruppe um Fronter Zingultus. Schnörkellos und brutal, wie eh und je, bringen ENDSTILLE schnell einen Großteil der Anwesenden hinter sich, die im Kollektiv die Mähnen fliegen lassen. Wie es scheint haben sich ENDSTILLE nach dem Ausstieg von Iblis nun endgültig gefangen und laufen wieder zur alten Höchstform auf. Man darf auf weitere Schandtaten gespannt sein. Nach dem kompromisslosen old-school Brett der Kieler, sorgen nun NOCTE OBDUCTA mit leicht konträren Klängen für Abwechslung. Die zum bersten gefüllte Halle, in der man sich wie die sprichwörtliche Ölsardine vorkommt, kann den Auftritt der Mainzer kaum erwarten. Dementsprechend laut und wild wird es als NOCTE OBDUCTA, tief in Nebel gehüllt, die Show beginnen. In der für die Band typischen Art und Weise, ziehen NOCTE OBDUCTA in den folgenden Minuten schnell die Anwesenden in ihren Bann und entführen sie in nihilistische Welten mit atmosphärischen Soundwänden. Eine hochwertige Setlist, mit Songs von anno dazumal bis heute, tragen dazu bei, das man behaupten kann, einem weiteren Highlight des heutigen Tages/Abends beigewohnt zu haben. Die danach einsetzende Massenwanderung in die größte Halle (Werk)  des Backstage, hat einen Namen als Erklärung: URFAUST. Auch wenn der musikalische Stil der Niederländer die Fanlager spaltet (die einen fragen sich, was der Künstler damit wohl ausdrücken möchte - die anderen sind schon beim bloßen Erwähnen des Bandnamens einer Ekstase nahe) ist die Spannung groß, als "Vrdrbr" bei spärlichen Licht hinter seinem Schlagzeug Platz nimmt. Nach einem längeren Intro, erscheint auch IX (Villem) und URFAUST eröffnen das Ritual. Weiterhin bei sehr minimalistischen Lichtverhältnissen, zelebriert das Duo seinen hypnotischen Auftritt, gleich einer schwarzen Messe. URFAUST stehen voll und ganz hinter dem, was sie machen. Um das zu unterstreichen, bringt IX nach einigen Minuten einen abgeschnittenen Ziegenbockkopf und plaziert ihn mittig am Bühnenrand auf den Boxen. Leider wirkt die Magie, die einen bei den seltenen Auftritten der Band sonst gefangen nimmt, heute Abend nicht gänzlich. Auf einer großen Bühne, wie heute Abend, wirken URFAUST reichlich verloren und so baut sich kaum Atmosphäre bei den zumeist überlangen Songs auf. Zudem wird dem Auge, außer den allgegenwärtigen Nebelschwaden, relativ wenig geboten. So reichen die Publikumsreaktionen hinterher von "langweilig" bis "genial". Man kann es eben nie allen recht machen. Auf dem Weg zum nächsten Event (AHAB) schnell noch die Blase erleichtert. Allerdings ist eine der Pissrinnen randvoll, so dass dieses Vorhaben mehr Zeit in Anspruch nimmt, als eingeplant. Von der holden Weiblichkeit vernehme ich zudem, dass in ihrem "Wellnessbereich" das WC-Papier durch Abwesenheit glänzt und dort deshalb Tempo-Taschentücher bereits zu Schwarzmarktpreisen gehandelt werden. Festival eben.Von diesem Nebenkriegsschauplatz schnell rüber in die Halle zu AHAB. Der Weg dorthin führt übrigens an der Imbiss-Warteschlange vorbei, deren Länge sich seit meinem Besuch dort, kaum verringert haben dürfte. Unbestätigen Gerüchten zufolge, verbrachten einzelne Personen den ganzen Tag in dieser Warteschlange. Doch zurück zum Geschehen. Wie nicht anders zu erwarten war, haben sich abermals mehr Menschen als vorhandener Platz eingefunden, um den Klängen der Funeral-Doom Band zu lauschen, so dass die Security am Eingang mit einem Einlass-Stop versucht Herr der Lage zu werden. Pünktlich um kurz nach 20 Uhr sticht der Walfänger dann in See. Während der gesamten Show umhüllt dichter Nebel die Musiker, der die nautische Thematik der Songs passend in Szene setzt. AHAB verzichten ansonsten auf jeden Schnick-Schnack, setzen stattdessen einzig und allein auf die Kraft ihrer Songs, die einer Naturgewalt (Seebeben) gleichkommen. Die markerschütternden Vocals von Daniel Droste tragen ebenfalls dazu bei, dass das gesamte Auditorium in einen emotionalen Strudel gezogen wird, der alle Anwesenden erst wieder nach 50 Minuten freigibt. Nach dieser Doom-Lehrstunde pilgern die Massen wieder zurück ins Werk, um sich dort von DESASTER die volle Thrash-Breitseite verpassen zu lassen. Das Koblenzer Quartett hat völlig zurecht den Ruf als eine der besten Live-Bands dieses Genres. Es ist jedesmal eine wahre Freude, die auch schon etwas in die Jahre gekommen Herren, live erleben zu dürfen, die in Punkto Spielfreude, Aggressivität und Ausdauer kaum zu übertreffen sein dürften. Die logische Konsequenz dessen ist auch heute ein erstklassiger Auftritt, der einen Querschnitt aus allen Schaffensphasen der Koblenzer in petto hat, und die Zuschauermassen dazu animiert sich total zu verausgaben. Unter lang anhaltendem Applaus verlassen DESASTER die  Bühne und geben selbe für die Umbauarbeiten für den Headliner-Auftritt frei. Bevor es soweit ist, verbleibt noch genügend Zeit um den Gig von ARS IRAE zu begutachten. Die Rosenheimer Band, die kurzfristig für die angekündigten OPHIS, die krankheitsbedingt absagen mussten, eingesprungen ist, präsentierte bei diesem Auftritt auschließlich neue Songs vom kommenden Album ("Dunkle Klänge"). Obwohl der Club zu vorgerückter Stunde gut besucht war, kam nicht so richtig Stimmung auf. Was zum einen am unbekannten Liedgut gelegen haben mag, zum Haupteil aber sicherlich daran, dass alle die Minuten runterzählen, bis zum Auftritt von PRIMORDIAL. Kurz vor 23 Uhr ist es dann so weit - die irische Ausnahmeformation betritt die Bühne. In den folgenden 70 Minuten feuern PRIMORDIAL ein Hit-Feuerwerk der Extra-Klasse ab, das leider nicht ganz die Soundverhältnisse zugestanden bekam, das es verdient gehabt hätte. Sei's drum. Während des gesamten Auftritts herrschte trotz diesem kleinen Makel eine Bomben-Stimmung. Die epischen Songs mit ihren grandiosen Refrains verfehlen nunmal ihre Wirkung nicht. Innerhalb kürzester Zeit steht das Backstage "Kopf". Alan Nemtheanga dirigiert und animiert dabei die Massen und die fressen ihm bereitwillig aus der Hand. So ist beispielsweise der kollektiv "mitgesungene" Refrain bei "No Grave Deep Enough" gänsehautwürdig. In der Folge verschmelzen Band und Publikum zu einer Einheit und bringen so gemeinsam das ausverkaufte "DARK EASTER METAL MEETING 2015" zu Ende. (JK)