Blut ist vererbt und Tugend erworben. Diese ist wertvoller, als es das Blut je sein könnte. (Miguel de Cervantes)
Es ist schon erstaunlich, wie UNDER THE CHURCH es schaffen, sich treu zu bleiben. Immer noch pflügen die Schweden den Death Metal Acker nach allen Regeln der Kunst um, klingen dabei kein bisschen weniger angepisst als zuvor, und doch ist "Supernatural Punishment" nur bedingt mit ihrem Erstlingswerk "Rabid Armageddon" von 2015 zu vergleichen.
Hatten auf dem Debütalbum noch die dezent mitarbeitenden Doom-Elemente für das gewisse Etwas gesorgt, verzichten die Schweden anno 2017 nun weitesgehend auf diesen Clou (nur "Silence of the Shadows" kann noch damit aufwarten), und liefern stattdessen ein astreines Elchtod-Album ab.
Nachdem sich die erste "Enttäuschung", ob des abgängigen Doom-Feelings gelegt hat, stellt sich trotzdem (relativ schnell sogar), zustimmendes Nicken ein.
Denn, eines muss man UNDER THE CHURCH lassen, das große Einmaleins des Death Metal haben sie nicht verlernt. Ganz im Gegenteil - wo andere ähnlich gelagerte Todesstahl Truppen, neueren Datums, sich oftmals gerne vor lauter Heldenverehrung (ENTOMBED, DISMEMBER, GRAVE) selbst die Glaubwürdigkeit nehmen, verzetteln sich UNDER THE CHURCH nur äußert selten in solchen Anfängerfehlern.
Zwar gelingt auch UNDER THE CHURCH nicht die Quadratur des Kreises, aber warum sollte man ohne Not Experimente eingehen, die gerade in einem altehrwürdigem Genre, wie dem Death Metal, oftmals in die Hose gehen können? Eben.
Für Abwechslungs ist trotzdem gesorgt, und sei es nur, wegen der Vocals, die gerne mal die schwarzen Krallen ausfahren.
Aber auch ohne diese "besondere Würze" kann das Album (vornehmlich die erste Albumhälfte) überzeugen.
Bei Tracks wie z.B. "Ancient Ritual", "Staircase to Hell", "The Stygian Horror", oder auch "Crypt of Pelvises" springt jeder Elch vor Freude im Viereck und vergisst dabei doch glatt, dass momentan Jagdsaison ist.
Fazit: Es ist schön zu sehen, dass es wieder jüngere (auf das Gründungsdatum bezogen) schwedische Bands gibt, die die Flamme der Gründungsväter nicht nur in Ehren halten, sondern auch mit neuer Energie versorgen, auf dass noch viele Genarationen was davon haben. (JK)
7.5 von 10
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Donnerstag, 5. September 2019
Montag, 24. April 2017
SONS OF A WANTED MAN / "Black Days Black Dust" / Pulverised Records / 4 Tracks / 16:31 Min
Wenn's so recht schwarz wird um mich herum, habe ich meine besten Besucher (Friedrich Schiller).
Black Metal und Post Rock miteinander zu verbinden ist heutzutage sicherlich nichts Ungewöhnliches mehr. Auch nicht, wenn man, wie hier geschehen, zudem noch (Post-)Hardcore Elemente miteinfließen lässt.
Eher ungewöhnlich hingegen ist, dass Musik dieser Art aus einer belgischen Provinz (Limburg), genauer gesagt aus Beringen kommt.
Gänzlich ungewöhnlich ist, wenn, wie hier mit SONS OF A WANTED MAN geschehen, ein Newcomer mit seinem ersten Lebenszeichen sich gleich anschickt, im Konzert der Großen mitspielen zu wollen.
Das Rüstzeug dazu haben SONS OF A WANTED MAN definitiv. Denn das Quartett, dessen Mitglieder bisher noch nicht namentlich bekannt sind, ist nämlich nicht nur musikalsich über jeden Zweifel erhaben, sondern beherrscht zudem auch noch das große Post-Rock-Einmaleins aus dem Effeff, und zu guter Letzt - SONS OF A WANTED MAN stehen für verdammt gute Songs!
Leider besteht das erste Lebenszeichen ("Black Days Black Dust") der vier Belgier nur aus vier Tracks, die aber haben es in sich.
Anspieltechnisch hier einen Song hervorzuheben fällt auf Grund der hohen Gesamtqualität schwer, dennoch möchte ich speziell auf "Dodenleer" und "Thou Art Spiritless" hinweisen, da diese beiden Tracks nicht nur sehr gut ins Ohr gehen, sondern sich dort, von Anfang an, festsetzen.
Als Referenzen dürfen DEAFHEAVEN, WOLVES IN THE THRONE ROOM, RUSSIAN CIRCLES und GOJIRA herhalten.
Fazit: SONS OF A WANTED MAN haben mit ihrer 4-Track EP gleich mal ein ganz fettes Ausrufezeichen gesetzt.
"Black Days Black Dust" überzeugt auf ganzer Linie und macht riesigen Appetit auf den ersten Longplayer der jungen Truppe, der hoffentlich bald nachgeschoben wird. (JK)
9 von 10
Black Metal und Post Rock miteinander zu verbinden ist heutzutage sicherlich nichts Ungewöhnliches mehr. Auch nicht, wenn man, wie hier geschehen, zudem noch (Post-)Hardcore Elemente miteinfließen lässt.
Eher ungewöhnlich hingegen ist, dass Musik dieser Art aus einer belgischen Provinz (Limburg), genauer gesagt aus Beringen kommt.
Gänzlich ungewöhnlich ist, wenn, wie hier mit SONS OF A WANTED MAN geschehen, ein Newcomer mit seinem ersten Lebenszeichen sich gleich anschickt, im Konzert der Großen mitspielen zu wollen.
Das Rüstzeug dazu haben SONS OF A WANTED MAN definitiv. Denn das Quartett, dessen Mitglieder bisher noch nicht namentlich bekannt sind, ist nämlich nicht nur musikalsich über jeden Zweifel erhaben, sondern beherrscht zudem auch noch das große Post-Rock-Einmaleins aus dem Effeff, und zu guter Letzt - SONS OF A WANTED MAN stehen für verdammt gute Songs!
Leider besteht das erste Lebenszeichen ("Black Days Black Dust") der vier Belgier nur aus vier Tracks, die aber haben es in sich.
Anspieltechnisch hier einen Song hervorzuheben fällt auf Grund der hohen Gesamtqualität schwer, dennoch möchte ich speziell auf "Dodenleer" und "Thou Art Spiritless" hinweisen, da diese beiden Tracks nicht nur sehr gut ins Ohr gehen, sondern sich dort, von Anfang an, festsetzen.
Als Referenzen dürfen DEAFHEAVEN, WOLVES IN THE THRONE ROOM, RUSSIAN CIRCLES und GOJIRA herhalten.
Fazit: SONS OF A WANTED MAN haben mit ihrer 4-Track EP gleich mal ein ganz fettes Ausrufezeichen gesetzt.
"Black Days Black Dust" überzeugt auf ganzer Linie und macht riesigen Appetit auf den ersten Longplayer der jungen Truppe, der hoffentlich bald nachgeschoben wird. (JK)
9 von 10
Sonntag, 15. Januar 2017
ENTRAPMENT / "Through Realms Unseen" / Pulverised Records / 11 Tracks / 39:09 Min
Er sah nicht, daß der Tod ihm zornige Blicke zuwarf, die Hand in die Höhe hob und mit der dürren Faust drohte ... (Zitat aus "Der Gevatter Tod").
ENTRAPMENT aus den Niederlanden laden zum dritten mal durch und ballern dem geneigten Death Metal Konsumenten "Through Realms Unseen" vor den Latz.
Michael Jonker, seines Zeichens Alleinunterhalter bei ENTRAPMENT (er singt und hat alle Instrumente alleine eingespielt) stammt zwar aus dem Land des Tulpenkönigs, was ihn aber nicht daran hindert, seine Songs teilweise schwedischer (die 90er lassen grüßen) klingen zu lassen, als es so manche Schweden-Truppe heutzutage selbst hinbekommt.
Zudem scheint der Herr eine Leidenschaft für BOLT THROWER zu haben, was sich durch den hohen Midtempo-Anteil auf dem Album bemerkbar macht.
So ist "Through Realms Unseen" überwiegend ein, für oldschool Death-Metal Verhältnisse, abwechslungsreiches, groovendes Album geworden, welches zudem auch noch gelegentlich die Death 'n' Roll Karte ausspielt.
Und trotzdem hat "Through Realms Unseen" ein kleines Problem - dem Album geht im letzten Drittel etwas die Puste aus.
Gehen die ersten 5 Tracks, die uns ENTRAPMENT kredenzen, noch als Warenbestand der Death-Metal Feinkostabteilung durch, hinterlassen die weiteren Songs (Ausnahme "Hybrid Maelstrom") eher einen Geschmack, der an Massenware aus einer Fast-Food-Küche erinnert - mundet im ersten Moment, macht aber nicht satt.
Fazit: Mit konsequentem Songwriting wäre hier mehr drinn gewesen.
Glänzt "Through Realms Unseen" zu Beginn noch durch seine Artenvielfalt, können ENTRAPMENT zum Ende hin nur noch selten Akzente setzen. (JK)
7 von 10
ENTRAPMENT aus den Niederlanden laden zum dritten mal durch und ballern dem geneigten Death Metal Konsumenten "Through Realms Unseen" vor den Latz.
Michael Jonker, seines Zeichens Alleinunterhalter bei ENTRAPMENT (er singt und hat alle Instrumente alleine eingespielt) stammt zwar aus dem Land des Tulpenkönigs, was ihn aber nicht daran hindert, seine Songs teilweise schwedischer (die 90er lassen grüßen) klingen zu lassen, als es so manche Schweden-Truppe heutzutage selbst hinbekommt.
Zudem scheint der Herr eine Leidenschaft für BOLT THROWER zu haben, was sich durch den hohen Midtempo-Anteil auf dem Album bemerkbar macht.
So ist "Through Realms Unseen" überwiegend ein, für oldschool Death-Metal Verhältnisse, abwechslungsreiches, groovendes Album geworden, welches zudem auch noch gelegentlich die Death 'n' Roll Karte ausspielt.
Und trotzdem hat "Through Realms Unseen" ein kleines Problem - dem Album geht im letzten Drittel etwas die Puste aus.
Gehen die ersten 5 Tracks, die uns ENTRAPMENT kredenzen, noch als Warenbestand der Death-Metal Feinkostabteilung durch, hinterlassen die weiteren Songs (Ausnahme "Hybrid Maelstrom") eher einen Geschmack, der an Massenware aus einer Fast-Food-Küche erinnert - mundet im ersten Moment, macht aber nicht satt.
Fazit: Mit konsequentem Songwriting wäre hier mehr drinn gewesen.
Glänzt "Through Realms Unseen" zu Beginn noch durch seine Artenvielfalt, können ENTRAPMENT zum Ende hin nur noch selten Akzente setzen. (JK)
7 von 10
Sonntag, 6. September 2015
BONE GNAWER / Cannibal Crematorium / Pulverised Records / 11 Tracks / 42:15 Min
Erkenntnis nach dem ersten Höreindruck von "Cannibal Creamtorium": BONE GNAWER funktioniert auch ohne Death Metal Tausendsassa Rogga Johansson! "Neues" Aushängeschild des Trios ist nun Sänger Kam Lee (u.a. MASSACRE, MANTAS). An der musikalischen Ausrichtung hat sich allerdings nicht viel geändert. BONE GNAWER bieten, wie gewohnt, (simplen) old-school Death Metal, zumeist im groovigen Mid-Tempo, mit Texten zur Kannibalismus Thematik. Interessant auf "Cannibal Crematorium" ist die Tatsache, dass BONE GNAWER es geschafft haben, dass auf jedem Track des Albums ein anderer Gast-Musiker des Death Metal Undergrounds seinen Beitrag geleistet hat. So wirken u. a. Dave Ingram (ex BENEDICTION) bei "Carnivore Beneath", Mark Riddick (FETID ZOMBIE) bei "Untold Story: Human Pork Bun" und Vincent Crowley (ACHERON) bei "Chrome Skull" mit. Abwechslung ist also zumindest bei diesem Punkt garantiert. Trotz all dieser Gast-Musiker hört sich die Platte wie aus einem Guss an und trägt eindeutig die Handschrift von BONE GNAWER. Und dennoch können BONE GNAWER das Level der vorherigen (Schlacht-)Platte "Feast of Flesh" nicht ganz halten. Viel zu selten wagt man sich aus dem Mid-Tempo heraus oder traut man sich was "Überraschendes" zu machen. Zudem löst das überlange Intro ebenso wenig Begeisterungsstürme aus, wie der mittig platzierte Langweiler "Il Sesso Bizzaro Di Cannibali", sodass eigentlich nur neun Tracks für jeden Kannibalisten verwertbar sind. Von diesen neun Tracks können dann aber wenigstens "Untold Story: Human Pork Bun" und "Chawed, Mauled & Gnawed" voll und ganz überzeugen. Die restlichen sieben Songs werden zwar leidenschaftlich präsentiert, kommen aber nahezu gänzlich ohne wirkliche Höhepunkte aus, sodass "Cannibal Crematorium" in der Endabrechnung "nur" als überdurchschnittliches Album in die Analen eingehen wird. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. (JK)Fazit: Für Fans von BLOODBATH, AUTOPSY und (frühen) CANNIBAL CORPSE.
6.5 von 10
LINE-UP:
Kam Lee - Vocals
Ronnie Bjornstrom - Guitars and Bass
Morgan Lie - Drums
www.facebook.com/BONEGNAWER
Donnerstag, 23. April 2015
CRUCIFYRE / Black Magic Fire / Pulverised Records / 10 Tracks / 42:44 Min
CRUCIFYRE... hmmm ... hört sich wie ein bayrisches Schimpfwort an, ist in Wahrheit aber eine schwedische (woher sonst) Death-Metal Band. Das Bandlogo erinnert mich irgendwie an den Schriftzug von POSSESSED und das Coverbild hat was von Playmobil. Soweit die ersten Eindrücke. Dann mal los mit dem Wesentlichen, der Musik, und auf "Play" gedrückt. Nach den optischen (negativen) Eindrücken, dann die Überraschung: die sind gar nicht mal so übel wie gedacht, überwiegend sogar richtig gut. "Black Magic Fire" ist das zweite Album der Band und bietet geschwärzten Todesstahl der Marke NECROPHOBIC mit einer ordentlichen Prise Thrash und zusätzlich auch noch 70s Okkult-Rock. Das Song-Material, das dabei heraus gekommen ist, ist abwechslungsreich wie Hölle und brettert schön in schwedischer old-school Manier nach vorne. Man muss allerdings die Bereitschaft mitbringen, sich auf den Sound von CRUCIFYRE einzulassen, denn Abwechslung und Death-Metal sind bisher nicht wirklich Siamesische-Zwillinge gewesen. Soll heißen: Wer auf den typischen (Death-Metal) Up-Tempo Schlag in die Fresse steht, also Prügeln bis zum Umfallen, dem könnte "Black Magic Fire" zuviel "Toleranz" abverlangen. Andereseits dürfte gerade diese Abwechslung, die Band szeneübergreifend für viele Metalheads interessant machen. (JK)
Fazit: Don't Judge a Book (CD) by it's Cover!
7.5 von 10
Fazit: Don't Judge a Book (CD) by it's Cover!
7.5 von 10
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