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Dienstag, 15. November 2016

Konzertbericht OVERKILL + CROWBAR + DESECRATOR + SHREDHEAD - 7.11.2016 München/Backstage (Halle)

"Rotten to the Core" - ein Statement, das auch noch 31 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung immer noch zieht, auch wenn Bobby "Blitz" Ellsworth inzwischen schon in seinen 50igern angekommen ist und mittlerweile nicht mehr ganz so rebellisch unterwegs sein dürfte, wie anno dazumal. Scheißegal. Thrash Till Death - Vorhang auf für das Killfest 2016.

Die erste Band des Abends kommt aus Israel und hört auf den Namen SHREDHEAD. Dem ein oder anderen dürften die groovenden Thrasher schon mal über den Weg gelaufen sein, der breiten Masse aber ist die Band wohl gänzlich unbekannt. Dementsprechend mau ist der Publikumsandrang als SHREDHEAD überpünktlich ihren Gig beginnen.
SHREDHEAD Live (© by metal-is-forever)
Es dauert dann auch relativ lange bis der Funke (einer der minimalistischen Art) auf das handverlesene  Publikum überspringt. Showtechnisch und handwerklich kann man der Truppe aber keinen Vorwurf machen, ist hier doch alles im grünen Bereich. Dennoch wird man während des gesamten Auftritts das Gefühl nicht los, dass SHREDHEAD wohl auf einem "moderner" angelegtem Tourpackage besser aufgehoben gewesen wären.
Weiter geht es mit DESECRATOR. Die australische Band legt mit "Bred, Fed, Than Dead" los wie von der Tarantel gestochen und kann innerhalb kürzester Zeit, was SHREDHEAD weitestgehend verwehrt geblieben ist, einen Großteil des inzwischen zahlreicher erschienenen Publikums dazu bewegen, sich Richtung Bühne zu wagen und anschließend sein Haupthaar mittels rhytmischer Bewegung von der ein oder anderen Schuppe zu befreien. Auf der Bühne bietet sich ein ähnliches Bild - ständige Positionswechsel und Headbangen bei der Saitenfraktion und auch Sänger Riley Strong  kann keine Minute ruhig auf der Stelle stehen bleiben. Nur das "Haare fliegen lassen" sieht bei ihm etwas reduziert aus, was aber hauptsächlich seiner Frisur (Glatze mit Zopf am Hinterkopf) geschuldet ist. Sechs Songs lassen DESECRATOR heute Abend vom Stapel, und können dabei mit ihrem wilden Mix aus Oldschool-Thrash und Speed-Metal den ein oder anderen Fan hinzugewinnen.

Danach wird es kultig - CROWBAR geben sich die Ehre.
Obwohl sich CROWBAR in den letzten Jahren in München öfters haben blicken lassen, als so manche Trachtenkapelle aus dem Umland der bayrischen Landeshauptstadt, drängt nun jeder Ticketbesitzer in die Halle. Pünktlich zum ersten Riff von "All I Had (I Gave)" ist dann auch die komplette Mannschaft vor der Bühne versammelt und giert danach, von der Windstein'schen Doom-/Sludgewalze platt gemacht zu werden.
CROWBAR Live (© by metal-is-forever)
Mastermind Kirk Windstein geht nur allzu gerne darauf ein und lässt nach dem Opener gleich noch einen weiter Klassiker ("High Rate Extinction") der Bandhistorie folgen, der hammerhart vorgetragen, einem ordentlichen Schlag in die Magengrube gleichkommt.
Die Bühnenshow kommt gewohnt souverän und ohne jeglichen Schnickschnack daher, dafür trifft jeder Ton, den CROWBAR ins Publikum schicken, die Adressaten bis ins Mark. Was für ein Brett!
Die Kombination aus nackenbrechendem Doom und drückendem Sludge ist heute Abend perfekt in Szene gesetzt, sodass der Auftritt von CROWBAR von Anfang bis Ende einem Triumphzug gleichkommt, der das Feld für OVERKILL mehr als gut bestellt.

Die lassen dann allerdings eine gefühlte Ewigkeit auf sich warten. Die Umbaupause zieht sich, ohne ersichtlichen Grund. Als sich die Bühne nach 25 Minuten Wartezeit immer noch "menschen- bzw Overkill-leer" präsentiert, macht sich eine allgemeine Ratlosigkeit und Unruhe breit, die gelegentlich nur durch fordernde "OVERKILL" Rufe Einzelner unterbrochen wird.
OVERKILL Live (© by metal-is-forever)
Weitere 10 Minuten später haben die New Jersey Thrasher dann endlich ein Erbarmen und lassen sich mit dem Intro "Xdm" ankündigen. Wenige Momente später ist die Truppe nahezu komplett auf der Bühne versammelt, nur Bobby Ellsworth fehlt vorerst noch. Doch nicht lange. Sekunden später rast er in seiner unwiderstehlichen Art auf die Bühne, schnappt sich den Mikroständer und legt los. "Armorist", "Rotten to the Core", Electric Rattlesnake", "Hello from the Gutter" - vom Start weg gehen OVERKILL in die Vollen und strahlen dabei dieselbe Spielfreude und denselben Enthusiasmus wie vor Jahrzehnten aus. Würde man es nicht besser wissen, dass sich die Herren schon seit ewigen Zeiten die Nächte, auf der Bühne stehend, um die Ohren schlagen, man würde, ob der elanvollen Bühnenshow glatt meinen können, eine Horde wildgewordener Tweens vor sich zu haben. München dankt es OVERKILL mit fliegenden Matten en masse, einem kleinen Moshpit und dutzenden von Kehlen, die Klopper wie z.B. "In Union We Stand", "Hammerhead" und "Feel the Fire" stimmgewaltig mitsingen.

OVERKILL Live (© by metal-is-forever)
Ruck Zuck ist eine Stunde vorbei und Bobby kündigt den letzten Song an - "Emerald", eine musikalische Verbeugung vor THIN LIZZY, die OVERKILL in deren Anfangstagen nicht unwesentlich inspiriert hatten.
Danach ist eine kurze Verschnaufpause für Band und Publikum angesagt, die aber kaum dazu ausreicht, um sich das nassgeschwitze Shirt wieder zurecht zu rücken, geschweige denn, um seinen Puls in kardioligisch unbedenkliche Regionen zu bringen.
Im Zugabenblock werden dann noch der "Ironbound" beschworen und die "Elimination" besungen. Und als wäre das nicht schon genug, setzen OVERKILL mit dem finalen "Fuck You", zu dem ein jeder seinen Stinkefinger leidenschaftlich in die Höhe reckt, noch einen drauf und lassen das Backstage damit nochmals erbeben. (JK)

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