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Samstag, 11. Februar 2017

Konzertbericht HAMMERFALL + GLORYHAMMER + LANCER - 27.1.2017 München / Backstage (Werk)

Hammer, Lanze und Hansi


Die größte der drei Hallen im Backstage vermeldet "ausverkauft"! Doch ganz überraschend dürfte diese Tatsache nicht gewesen sein. Immerhin lassen sich die schwedischen Power Metal Götter HAMMERFALL in München blicken.
Mit im Gepäck haben sie, neben ihrem neuen Album "Built to Last", die schwedischen Landsmänner von LANCER und die durchgeknallten Fantasy-Metaller GLORYHAMMER aus dem Königreich Fife.

Als erstes dürfen jedoch LANCER auf die Bühne. Die Schweden ziehen mit ihrem ordentlich vorgetragenem Power Metal im bereits zu früher Stunde gut gefülltem Auditorium relativ schnell die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich, jedoch ohne dabei für Euphorie und Ekstase zu sorgen.
LANCER (© by metal-is-forever)
Dazu war die Bühnenshow einfach zu statisch (mal abgesehen von Sänger Isak Stenvall) und das Liedgut, ehrlich gesagt, auch nicht überzeugend genug.
Obwohl LANCER mehrfach den Fuss bis zum Anschlag auf dem Gaspedal hatten und zudem auch gerne mal die Prog-Karte ausspielten, hatte man ständig das Gefühl, dass einem hier verstaubte Ausschußware von HELLOWEEN aufgetischt wurde. Ganz nett, aber eben auch nicht mehr. So gab es am Ende nicht mehr als höfflichen Applaus.

Ganz anders sieht die Sache bei GLORYHAMMER aus. Hier steppt der Bär von Anfang an. In den 45 Minuten ihres Auftritts, im inzwischen bis zum bersten gefüllten Backstage, entfacht die freaky Truppe ein wild loderndes Feuer, welches irgendwo zwischen Karnelvalssitzung, Metal-Disco und Festivalstimmung einzuordnen sein dürfte.
Christopher Bowes' zweites Betätigungsfeld neben ALESTORM hat sich innerhalb kürzester Zeit in die Herzen der Fans gespielt. Dementsprechend laut wird jeder Song abgefeiert. Während die eine Hälfte im Publikum nahezu jeden Song textsicher mitträllert, konzentiert sich die andere Hälfte darauf, seinen Körper möglichst ständig in Bewegung zu halten. Vom kollektiven Headbanging, über massenhaftes Fäuste recken, bis hin zum Crowdsurfing ist alles dabei, was das Metallerherz höher schlagen lässt.
Stichwort Crowdsurfing. Ein besonders "verhaltensauffäliger" Fan, der kurzerhand von Thomas Winkler (Sänger bei GLORYHAMMER) "Hansi" getauft wird, soll für die Band Bier an der Theke besorgen. Da der Club aber dermaßen voll ist, bleibt nur der direkte Weg durchs Publikum, bzw. genauer gesagt, über deren Köpfen hinweg. So wird "Hansi" innerhalb kürzester Zeit von unzähligen Personen, auf deren Händen liegend, weitergereicht und zur Theke getragen. Der Rückweg, mit vollem Becher Bier, ist ebenfalls ruck zuck erledigt.
                                                                                   
GLORYHAMMER (© by metal-is-forever)
Leider hat "Hansi" die Rechnung ohne die Security gemacht. Just in dem Moment, als er in der ersten Reihe angekommen ist, packen ihn zwei Herren vom Hallensicherheitsdienst und verschütten dabei den wertvollen Gerstensaft. So müssen GLORYHAMMER ohne das stimulierende Nass auskommen, was der Stimmung auf und vor der Bühne aber nichts anhaben kann. Im Gegenteil, bei den beiden finalen Songs "Universe on Fire" und "The Unicorn Invasion of Dundee" schlägt das Stimmungsbarometer im Backstage nochmals bis zum Anschlag aus. Unter lautstarkem Applaus verlassen GLORYHAMMER dann die Bühne und man fragt sich unweigerlich, ob HAMMERFALL dies toppen können.

... und wie sie es können!
Als gegen 21.45 Uhr das Hallenlicht erlischt, brandet, ohne das HAMMERFALL sich überhaupt haben blicken lassen, orkanartiger Jubel aus. Das starke "Built to Last" Album, welches vor kurzem erschienen ist, hat bei den Fans anscheinend mächtig Eindruck hinterlassen und die Vorfreude auf den heutigen Gig ins Unermessliche anwachsen lassen.
HAMMERFALL (© by metal-is-forever)
Obwohl das Bandgefüge etwas durcheinander gewirbelt wurde (mit Rückkehrer Fredrik Larsson am Tieftöner und mit Frischling Johan Koleberg an den Drums) präsentieren sich HAMMERFALL von Anfang an wie aus einem Guß und lassen sogar keinen Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit aufkommen.
Bei perfekten Soundverhältnissen und mit einer Top-Lightshow gehen die Schweden sofort in die Vollen und legen mit "Hector's Hymn" und "Riders of the Storm" einen Start nach Maß hin. Was vor wenigen Minuten, als GLORYHAMMER von der Bühne gingen, noch unmöglich schien, nämlich die Stimmung zu toppen, ist binnen kürzester Zeit widerlegt worden.
Das Backstage gleicht einem Tollhaus, und zwar von der ersten Reihe bis hin in die hinteren Bereiche der Halle.
"Blood Bound", "Renegade", "Crimson Tunder" - HAMMERFALL jagen einen Hit nach dem anderen durch die Boxen und animieren damit das Publikum, steil zu gehen, was wiederrum zur Folge hat, dass Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Backstage sich peu a peu den Gegebenheiten einer Dampfsauna anpassen.

HAMMERFALL (© by metal-is-forever)
"Let the Hammer Fall" widmen HAMMERFALL ihren jungen Fans, die die Band erst vor kurzen für sich entdeckt haben und noch nie auf einem Konzert der Schweden waren. Nach einer kurzer Ansprache (..." uns gibt es jetzt 20 Jahre, wo wart ihr solange?") an die neuen Mitglieder der HAMMERFALL Community, geht die wilde Sause mit dem Titeltrack vom aktuellen Album "Built to Last" (ein Statement, das ernstzunehmen ist!) und einem Instrumental-Medley vom Debütalbum "Glory to the Brave" weiter.
Anschließend wird noch der Song ("Glory to the Brave"), der 1997 alles ins rollen brachte, intoniert, diesmal wieder mit Joacim Cans am Mikro, der heute (wie die komplette Truppe) einen absoluten Sahnetag erwischt hat.
Zwei weitere Songs ("Origins" und "Punish and Enslave") schieben HAMMERFALL dann noch nach, bevor das reguläre Set erstmal beendet ist.
Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass Oscar, Joacim & Co noch nicht unter die Dusche gelassen wurden. Hunderte Kehlen brüllen sich die Stimmbänder wund und fordern einen Nachschlag.
HAMMERFALL (© by metal-is-forever)

HAMMERFALL lassen sich natürlich nicht lange bitten und erweitern das Hitfeuerwerk noch um die Perlen der Tonkunst "Hammer High" und "Bushido", sowie dem ultimativem Schlußpunkt "Hearts on Fire".
Anschließend machen HAMMERFALL artig einen Diener und verteilen in rauen Mengen Plektren, um die ein wilder Kampf in den ersten Reihen entbrennt.

Als dann wenige Momente später das Hallenlicht wieder an geht, sieht man allenthalben verausgabte, aber glückliche Gesichter, die sich Richtung Ausgang schieben und mit ihresgleichen und Hansi den Heimweg antreten. (JK)

Noch mehr Bilder vom Gig gibt es hier:
https://www.facebook.com/metalisforever.womm

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