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Mittwoch, 30. August 2017

SEER / "Vol. III & IV: Cult of the Void" / Label: Art Of Propaganda / 8 Tracks / 45:14 Min


Wartet nicht auf die Zeit, denn die Zeit wartet nicht auf euch. (Katharina von Siena)

Verstehe einer die Welt. Kein Jahr nachdem uns SEER eine profane Zusammenfassung ihrer beiden EPs von 2015 & 2016 als ersten "richtigen" Longplayer verkauft haben, kommen die Kanadier jetzt mit einem Album um die Ecke, welches zwar komplett mit neuem Material ausgestattet ist, im Prinzip aber aus zwei EPs besteht.
Und um die Konfusion komplett zu machen, sind beide Albumhälften auch noch unterschiedlicher als Tag und Nacht, genauer gesagt, in verschiedenen Genres beheimatet.
Und zu guter Letzt, auch das Coverartwork ist alles andere als glücklich gewählt, nährt es doch die Hoffnung, dass bei "Vol. III & IV: Cult of the Void" der Black Metal ein gewichtiges Wörtchen mitreden durfte. Doch auch hier gehen SEER ihre eigenen, zuweilen sehr undurchsichtigen Wege. Zwar findet die ein oder andere Black Metal Anleihe (in der ersten Albumhälfte) Verwendung im Soundkonstrukt von SEER, aber eben nur marginal. Ansonsten setzten SEER auf einen Mix aus Sludge und Doom.

Dieser hat dann aber, trotz aller Verwirrungen im Vorfeld, durchaus seinen Reiz, auch wenn man ein paar Momente benötigt, um in die Songs reinzukommen, da die Stimmfarbe von Bronson Lee Norton der von Michael Poulsen (VOLBEAT) gelegentlich sehr nahe kommt.

Obwohl alle vier Songs von "Vol. III" nicht wirklich mit großen Refrains gesegnet sind, kann man trotzdem keinem der Tracks eine gewisse Eingängigkeit absprechen. Das liegt vor allem am Gespür der Kanadier für intensiv arrangierte Spannungsbögen, aber auch an den feinen Melodien, die allerdings die mächtigen Riffs und die daraus resultierende Heavyness zumeist im Vordergrund agieren lassen.
Am besten funktioniert dieses Zusammenspiel bei "They Used Dark Forces", u.a. auch, weil sich SEER hier mal richtig fies anhören und zudem dem alten Gevatter Doom erlauben, permanent auf Seelenfang zu gehen.

Der Übergang zu "IV" wird abrupt vollzogen und könnte nicht krasser ausfallen. Wo zuvor noch harte Riffs das Zwerchfell zum vibrieren brachten, herrscht jetzt instrumentale Sanftmütigkeit, die scheinbar nur eines zum Ziel hat: Die vorherigen Spuren komplett zu verwischen.
Trotzdem haben auch diese Tracks ihren Charme, da sie zum einen, entfernt die mächtigen AGALLOCH auf den Plan rufen, und zum anderen, von einer latenten Spiritualität gespeist sind.
Um besser Zugang zur ruhigen, entspannten Welt von SEER zu bekommen, empfiehlt es sich aber, beide Albumhälften separat (also nicht nacheinander) anzuhören. Ganz so, wie man es eigentlich mit zwei verschiedenen EPs gemacht hätte.

Fazit: Ist die Zeit wirklich schon reif für ein Album, das nicht nur komplett aus dem Rahmen fällt, sondern, für das man auch mehrmals um die Ecke denken muss? Entscheidet selbst. (JK)

6.5 von 10

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