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Sonntag, 11. März 2018

Konzertbericht ROTTING CHRIST + CARACH ANGREN +SVART CROWN - 14.2.2018 München/Backstage (Halle)

Rhapsody in Black - ROTTING CHRIST zerlegen München

Wie es der Zufall will, fällt auf den heutigen Tag nicht nur der umsatzstärkste Tag der Blumenindustrie (Valentinstag), sondern auch der Aschermittwoch, an dem bekanntlich nicht nur die Karnevalssaison ihre Ende findet, sondern auch die Fastenzeit eingeläutet wird. Da passt das Motto, unter dem ROTTING CHRIST ihre aktuelle Tour gestellt haben, wie die Faust auf's Auge: Rituals Amongst the Rotten.
Begleitet werden die Griechen vom niederländischen Dreigestirn CARACH ANGREN und von der französischen Black/Death Dampfwalze SVART CROWN. (JK)


SVART CROWN

Der Abend beginnt mit einem ohrenbetäubendem Rauschen aus den Boxen. Nach ein paar Minuten gesellt sich ein tiefes Brummen hinzu, welches das Rauschen langsam ablöst. Hat die Boxenanlage den Geist aufgegeben? Nein, denn als SVART CROWN die Bühne betreten, wird schnell klar, dass es sich dabei um das Intro handelt. 
SVART CROWN (© by metal-is-forever-alive)
Das Quartett aus dem französischen Nizza spielt ein Mischung aus Black und Death Metal, beschränkt sich dabei aber eher auf langsame, stampfende Songs, die immer wieder durch kurze Blastbeat-Auswüchse unterbrochen werden. Eine durchaus interessante Mischung, die vom bereits sehr zahlreich erschienenen Münchner Publikum zunächst auch recht positiv aufgenommen wird. Nach ein paar Titeln wird allerdings deutlich, dass sich die zumeist recht langen Songs ziemlich stark ähneln, und daher kaum Abwechslung bieten. Auch das Auftreten der Musiker unterstützt diesen Eindruck, denn abgesehen von sehr ausdauerndem Headbangen, bleiben die Musiker meist auf ihren Plätzen stehen. Einzig das sehr präzise Spiel von Live-Drummer Cédric Malebolgia kann nachhaltig überzeugen. In der Mitte des Sets gibt es dann doch noch ein paar schnellere Songs zu hören, die beim Publikum auch sofort besser ankommen, als das zuvor Gehörte. Danach begeben sich SVART CROWN aber wieder auf die monotonen Pfade der ersten Minuten und ernten deswegen nach ihrer Show auch kaum mehr als Höflichkeitsapplaus. (RH)


CARACH ANGREN

In der folgenden Pause wird dann relativ schnell klar, dass es im Anschluss (optisch) interessant werden könnte, da ein Beamer auf der Bühne platziert wird. Zum Opening-Intro von CARACH ANGREN werden dann auch gleich mal sehr realistische Geisteranimationen auf einen mit einem schwarzen Tuch abgedeckten Verstärker projiziert. Gute Idee, die gleich für die passende düstere Stimmung sorgt. Dazu betreten die Musiker die Bühne.
CARACH ANGREN (© by metal-is-forever-alive)
Doch gleich als die ersten Töne von "Charlie" erklingen, fällt auf, dass das Schlagzeug leider viel zu laut abgemischt wurde, sodass ein Großteil der Musik im Blastbeatgewitter untergeht. Schade, da der Symphonic Black Metal der Niederländer sehr von den dominanten Orchesterparts lebt, die so leider kaum zu hören sind. Glücklicherweise fällt bei den mehr gitarrenorientierteren älteren Songs wie z.B. "The Carriage Wheel Murder" der schlechte Sound nicht ganz so ins Gewicht. Auch treten die ruhigeren Parts ohne Schlagzeug so viel deutlicher hervor, bei denen Keyboarder Ardek im Rampenlicht steht.
CARACH ANGREN (© by metal-is-forever-alive)
Mit seinem an einem beweglichen Roboterarm befestigten Instrument, leifert er zudem eine freaky Show ab.
Zu "Pitch Black Box" präsentiert sich Seregor dann mit einer sehr echt aussehenden Totenkopfmaske samt Krone. Im Anschluss daran bieten CARACH ANGREN dann einen Mix aus älteren ("Lingering in an Imprint Haunting") und neuen ("Blood Queen") Stücken an, wobei das neue Album "Dance and Laugh Amongst the Rotten" mit fünf Liedern am häufigsten zum Zug kommt.
Kurz vor Schluß, ab "Charles Francis Coghlan", ist dann endlich auch der Sound im grünen Bereich, sodass die Niederländer danach einen stimmigen Abschluss ihrer Show hinlegen können. Am Ende ist es dann wie immer bei CARACH ANGREN Gigs - die einen können nicht genug davon bekommen und die anderen sind froh, dass es vorüber ist. Genauso fällt dann auch der Applaus aus - von frenetischem Jubel bis hin zu totaler Verweigerung ist alles vertreten. (RH) 


ROTTING CHRIST

Anschließend wird alles für den Headliner ROTTING CHRIST auf der Bühne vorbereitet. Während rund um das Drumkit reges Treiben zu beobachten ist, findet in der Halle ein Teilaustausch der Fans vor dem Bühnenrand statt - überwiegend jüngeres Publikum, das sich bei CARACH ANGREN verausgabt hat, macht dem griechischen schwarzen Block Platz, der nun nach vorne drängt, um Sakis Tolis & Co möglichst nahe zu kommen.
ROTTING CHRIST (© by metal-is-forever-alive)
Wenige Momente nachdem der "Plätzchen wechsel dich Reigen" sein Ende gefunden hat, dröhnt auch schon "Devadevam" aus der PA-Anlage. War es zuvor schon recht kuschelig in den ersten Reihen, steht nun die in schwarze Leibchen gewandete Gefolgschaft, dicht an dicht gepresst - Agoraphobie dürfte hier definitiv keiner haben.
Zum folgenden Doppelschlag "Kata ton Demona Eautou" und "Demonon Vrosis" kommt zudem auch noch wildes Headbanging hinzu, sodass die Konzert-Fotografen in Front of Stage alle Mühe haben, keine verwackelten Bilder einzufangen.
ROTTING CHRIST (© by metal-is-forever-alive)
Sakis Tolis und George Emmanuel stacheln das Publikum mit ihren Ansagen und Gesten zudem noch an, sodass man sich in den folgenden knapp 70 Minuten teilweise wie eine im Schleudergang der Waschmaschine verloren gegangene Socke fühlt: Eine Wall of Death zum Warmwerden, ein Circlepit hier, ein Moshpit dort. Einziger Unterschied zur Maschinenwäsche, am Ende ist man nicht ausgewrungen, sondern tropfnass.
Mit "Grandis Spiritus Diavolos", "666" und "Non Serviam" beenden ROTTING CHRIST eine in allen Belangen (Sound, Bühnenpräsenz, Songauswahl, technisches Können) eindrucksvolle Show, die kräftig Werbung in eigener Sache betrieben hat und den Apetitt auf Extrem-Metal nur noch vergrössert hat - Fastenzeit hin oder her. (JK)

Vor Ort im Backstage haben sich Jürgen (JK) und Raphael (RH) die Gehörgänge durchpusten lassen.

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