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Donnerstag, 26. April 2018

Konzertbericht ANGRA + GEOFF TATE'S OPERATION: MINDCRIME + HALCYON WAY + RAVENSCRY - 13.4.2018 München/Backstage



Isarstrand statt Copacabana: ANGRA - Omni Worldtour 2018


Was der Titel des neuesten ANGRA Albums bereits andeutet, die Brasilianer wollen auf der Omni Worldtour "Alles und Jeden" dazu einladen, einem der wenigen Deutschland-Gigs beizuwohnen und mit ihnen zu feiern. 
Soweit die Theorie. Die Realität sah jedoch etwas anders aus. 
Da half dann auch die Dreifach-Unterstützung in Form von Geoff Tate's OPERATION: MINDCRIME, HALCYON WAY und RAVENSCRY nicht mehr viel, um die Tour in einem hellem Licht erstrahlen zu lassen. Erstgenannter stahl ihnen am Ende gar komplett die Show.


Den Abend eröffnen dürfen heute jedoch die Mailänder RAVENSCRY. Sie spielen sehr harten Progressive Metal mit starken Metalcore-Einflüssen. Sängerin Giulia Stefani greift aber interessanterweise trotz der harten Musik ausschließlich auf klaren Gesang zurück. Dies allerdings auf verschiedenste Art und Weise. 
RAVENSCRY (© by metal-is-forever-alive)
Von rockigen Passagen bis Operngesang ist hier alles vertreten. Auch die Instrumentalisten haben einiges zu bieten. Denn die oftmals sehr komplexen Stücke sind gefüllt mit Dissonanzen und komplizierten Rythmen. Insbesondere Rhythmus-Gitarrist Federico Schiavoni kann hierbei seine achtsaitige Gitarre voll ausnutzen. Lediglich die gelegentlich auftretenden Breakdowns und der schlechte Sound trüben den Gesamteindruck etwas. Dennoch spielen RAVENSCRY eine respektable Show. Leider sind zu so früher Stunde aber noch kaum Zuschauer anwesend und so fällt der Applaus entsprechend mau aus. (RH)

Das ändert sich bei HALCYON WAY, der zweiten Band des Abends, jedoch schlagartig. Denn die fünf Amerikaner scheinen genau zu wissen, wie man bei Fans und Zuschauern die bestmöglichen Reaktionen hervorrufen kann. Wie große Rockstars stürmen sie auf die Bühne und steigen sofort in ihren Set ein, der heute zu einem nicht unerheblichen Teil aus neuen, noch unveröffentlichen Songs besteht. Man sieht ihnen den Spaß zu jeder Sekunde der Show an.
HALCYON WAY (© by metal-is-forever-alive)
Und so werden es mit jedem Lied mehr Fans in der Halle. Das ist aber auch kein Wunder, denn HALCYON WAY können auch musikalisch voll überzeugen. Der thrashige Progressive Metal kommt beim Publikum zu großen Teilen bestens an. Lediglich die Stimme von Frontmann Steve Braun ist zu Beginn etwas zu leise, und geht zwischen dem mehrstimmigen Background-Gesang der beiden Gitarristen und den unterstützenden Growls von Bassist Skyler Moore etwas unter. Nach einem Hinweis aus dem Publikum wird das aber unkompliziert behoben, und so können HALCYON WAY ihre Show bei besten Soundverhältnissen zu Ende spielen. Nach diesem gelungenen Auftritt dürften sie sicher den ein oder anderen Fan dazugewonnen haben. (RH)

Das haben Geoff Tate und seine OPERATION: MINDCRIME Truppe gar nicht mehr nötig. Und so wird es schon lange vor Beginn ihrer Show schon richtig eng in den ersten Reihen. Inzwischen ist es auch weiter hinten in der Halle recht gut gefüllt. Gleich beim ersten Song "Revolution Calling" merkt man, dass die Band um ex-QUENNSRYCHE Sänger Geoff Tate heutzutage niemand mehr von sich überzeugen muss. Lautstarker Jubel unterstreicht dies. Da heute das 1988er Album "Operation: Mindcrime" nahezu in voller Länge aufgeführt wird, ist den Fans das Song-Material natürlich bestens bekannt - und so werden nicht nur die Refrains lautstark mitgesungen. Im Mittelpunkt der Show steht natürlich Frontmann Geoff Tate, der heute wirklich fantastisch singt. 
OPERATION:MINDCRIME (© by metal-is-forever-alive)
Selbst die höchsten Töne trifft er perfekt. Die anderen Musiker treten dabei etwas in den Hintergrund und stehen meist in einem Rechteck um Geoff herum. Nur wenn Gitarrist/Keyboarder Bruno Sa sich hinter sein drehbares Keyboard stellt, kommt etwas Abwechslung und Bewegung in die Runde. Das scheint aber niemanden zu stören, die Band wird einfach nach jedem Song euphorisch abgefeiert. Und das obwohl OPERATION: MINDCRIME mit ihrer Hard Rock-lastigen Musik stilistisch in eine ganz andere Richtung gehen, als die anderen Bands des heutigen Abends! 
Um "Suite Sister Mary" möglichst authentisch rüberzubringen, lässt sich Geoff bei diesem Track von einer Gastsängerin unterstützen. Bei eingängigen Songs wie "The Needle Lies" oder "Breaking the Silence" konzentriert sich die Band aber wieder voll auf sich und stellt die Songs wieder in den Mittelpunkt. Für die wenigen, die mit den Songs nicht ganz so vertraut sind, treten gegen Ende der Show allerdings ein paar Längen auf, da Geoff Tate weitesgehend auf Ansagen und Konversation verzichtet. Da der Großteil der heute Anwesenden aber Fans von QUEENSRYCHE und/oder OPERATION: MINDCRIME zu sein scheint, spielt dies keine Rolle. Der tosende Applaus nach "Eyes of a Stranger" zollt nicht nur der stimmlichen Höchstleistung eines Geoff Tate Tribut, sondern stellt zudem die nun folgenden ANGRA vor eine Herkulesaufgabe. (RH)

Denn nach so viel Nostalgie, ist es jetzt nicht unbedingt leicht, den Schwenk zu bekommen. Aber ANGRA sind glücklicherweise auch kein unbeschriebenes Blatt und stehen zudem ebenfalls für Qualität - und das auch schon seit 1991!
ANGRA (© by metal-is-forever-alive)
Allem Anschein nach, sehen das aber nicht alle so. Wie sonst ließe sich erklären, dass ca 1/3 der Zuschauer nach Geoff Tate und seinem OPERATION: MINDCRIME den Rückzug in hintere Hallenbereiche vorzieht oder gar den Heimweg antritt. Den Fans der Brasilianer kann es aber nur recht sein, gibt es deswegen doch etwas mehr Platz in den vorderen Reihen.
Auch Rafael Bittencourt, Fabio Lione & Co lassen sich vom Zuscherschwund wenig beeindrucken, zumindest äußerlich.
Mit "Nothing to Say" hauen ANGRA zu Beginn dann auch geich mal einen Track raus, der einem keine Zeit mehr lässt, darüber nachzudenken, warum der heutige Auftritt nicht mehr Zuschauer angelockt hat.
Immerhin machen zumindest diejenigen, die den Weg in die Venue gefunden haben und nicht nacht OPERATION: MINDCRIME abgehauen sind, einigermaßen Alarm. Im Vergleich zu den südamerikanischen Jubelarien, welche ANGRA von Konzerten in ihrer brasilianischen Heimat gewohnt sein dürften, ist es aber dennoch nur ein laues Lüftchen, was ihnen hier und heute an Begeisterung entgegengebracht wird. Und so gestalten sich die folgenden knapp 90 Minuten zu einem realtiv zähem Konzerterlebnis, zumindest für jeden, der nicht Die-Hard Fan der Brasilianer ist. Nicht ganz schuldlos an diesem Umstand sind aber keineswegs nur die nicht zahlreich vorhandenen Fans, sondern eben auch ANGRA selbst.
ANGRA (© by metal-is-forever-alive)
Oftmals wirkt die Show nämlich viel zu routiniert, um nicht unterkühlt zu sagen. Auch die Zusammenstellung der Setlist ist alles andere als gegeignet, um den Schuppen zum kochen zu bringen. Warum nahezu komplett auf schnellere Songs verzichtet wurde, bleibt ein Rätsel.
Und so gibt es bis auf "Acid Rain" und dem Drumsolo vor "Insania" relativ wenig Höhepunkte, die während dem regulären Part der Show Anlass dazu böten, den heutigen Gig der Brasilianer länger in Erinnerung zu behalten.
Was möglich gewesen wäre, zeigt der exzellente Zugabenblock, der mit dem wohl besten ANGRA Song "Rebirth", dem gänsehautmäßigen QUEENSRYCHE Cover "Silent Lucidity" (gemeinsam mit Geoff Tate) und dem flotten Doppelschlag "Carry On" / "Nova Era" hinten raus all das vereint, was zuvor leider oftmals gefehlt hat. (JK)

Der Abend mit vier sowohl unterschiedlich ausgerichteten, als auch differenziert wahrgenommenen Bands, wurde für euch von Raphael (RH) und Jürgen (JK) unter die Lupe genommen.

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