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Dienstag, 29. November 2016

HEIMDALLS WACHT / "Geisterseher" / Trollzorn Records / 7 Tracks / 56:43 Min

Du gleichst dem Geist, den du begreifst (Zitat aus Goethes Faust - Vers 512/Geist).
Nachdem HEIMDALLS WACHT vor Jahresfrist mit dem zweiten Teil von "Ut de graute olle Tied" die Geister der Vergangenheit beschworen haben, wagt sich die Westfälische Pagan-Truppe mit "Geisterseher" diesmal in die Anderswelt vor.
Ein Unternehmen, das einhergeht mit einigen Veränderungen. So haben HEIMDALLS WACHT nicht nur das Label (von Black Skull Records hin zu Trollzorn) getauscht, sonder auch den Sänger und den Drummer. Die Felle werden ab sofort von Winterheart verdroschen und der Platz am Mikro wurde mit Skjeld neu besetzt.
Ob es nun am Personalwechsel liegt, der Philosphie des neuen Labels oder es einfach nur der Tatsache geschuldet ist, dass die Band insgesamt gereift ist und professioneller zu Werke geht, mag jeder für sich entscheiden - Fakt ist, dass HEIMDALLS WACHT mit "Geisterseher" ihr bislang stärkstes und vielschichtigstes Werk vorlegen.
Gleich der Opener "Spökenkieker" glänzt mit variablem Drumming, melodischen Lead-Gitarren und emotionalen Vocals - kurzum, ein perfekter Einstieg in das 7. Album der Westfalen.
Weiter geht's mit "Wir sind die Wächter". War der vorherige Song noch tief im Melodic-Black-Metal verwurzelt, schwingen HEIMDALLS WACHT hier die Pagankeule, und zwar mit einer Vehemenz und Eingängigkeit, die den Song innerhalb kürzester Zeit, zu einem nimmersatten Ohrwurm macht.
"Der kommende Gott (Treffen mit Sabazios)" glänzt vor allem durch seine schwarzmetallische Note und den variablen Gesang von Skjeld, der damit den ansonsten relativ unspektakulären Song aus dem Niederungen der Mittelmäßigkeit hervorhebt.
Bei "Scyomantia" trauen sich HEIMDALLS WACHT dem Klargesang mehr Raum zu geben, was der Eingängigkeit des Songs zu Gute kommt, ohne allerdings dabei an Paganhitze zu verlieren.
Löblich erwähnt werden sollte zudem auch, dass HEIMDALLS WACHT, trotz gelegentlichem Klargesang und melodiösen Leads, nie in kitschige Trinkhorn- und Fellwesten-Gelage abdriften, sondern stets den ursprünglichen Pagan Metal fest im Blick behalten.
"Tairach" ist der insgesamt langsamste und zugleich ungewöhnlichste Titel auf dem Album, bewegt er sich zu Beginn doch fast in dunklen Schatten des Doom und ist mit einem Refrain ausgestattet, der an "Schwarzalbenheim" von THERION erinnert. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber keineswegs schlecht.
"TaediumVitae" hingegen galoppiert hymnisch (inkl choralen Elementen) durch das nordische Unterholz und verneigt sich dezent vor Varg Vikernes.
Beim 14-minütigen Epos "Anderswelt" packen HEIMDALLS WACHT abschließend alles in einen Song, was Pagan Metal und Black Metal hörens- und verehrenswert macht. Ein würdiger Abschluß.

Fazit: "Geisterseher" ist ein intensives Werk, das schon nach relativ kurzer Spieldauer sein Potenzial entfaltet. An manchen Stellen klingen HEIMDALLS WACHT zwar noch nicht richtig zwingend, trotzdem sind sie selbst hier inzwischen spannender, als bei vielem, was sie zuvor abgeliefert haben. (JK)

8 von 10 

http://www.heimdallswacht.de

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