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Freitag, 9. Dezember 2016

Konzertbericht AMON AMARTH + TESTAMENT + GRAND MAGUS - 19.11.2016 München / Zenith

Odin zu Besuch in München.

AMON AMARTH sind definitv die Band der Stunde, verkaufen sich ihre Alben inzwischen doch wie geschnitten Brot und auch die Nachfrage für die Tickets ihrer Jomsviking-Tournee erreicht schwindelerregende Dimensionen.
Als wäre dies allein nicht schon Grund genug, AMON AMARTHs Stippvisite in München beizuwohnen, setzen die Melo Death Wikinger mit ihren beiden Vorbands noch einen oben drauf. Neben ihren, ebenfalls schwer angesagten Landsleuten von GRAND MAGUS,  haben die Schweden nämlich noch niemand geringeren, als die Thrash Heroen von TESTAMENT mit ins skandinavische Langschiff geholt. Bei der Besetzung stehen die Zeichen eindeutig auf Sturm - Leinen los!

Als erster Stoßtrupp fungieren GRAND MAGUS, die auf die Sekunde genau, pünktlich um 19 Uhr den Abend eröffnen. Das Zenith ist zu diesem Zeitpunkt schon sehr gut gefüllt, denoch stehen viele noch vor den Toren der Halle in langen Warteschlangen und hoffen darauf, möglichst schnell die Einlasskontrolle hinter sich zu bringen. Der Stimmung in der Halle ist dieser Umstand aber nicht hinderlich. Obwohl GRAND MAGUS, stilistisch gesehen, dem Headliner nicht gerade nahe stehen, werden die Schweden herzlich empfangen.

Bei glockenklarem Sound, was bei einem Opener einer großen Tour nicht immer selbstverständlich ist, eröffnen GRAND MAGUS ihren Gig mit "I, The Jury", dem ein buntes Allerlei ihrer bisherigen Karriere folgt.
GRAND MAGUS Live (© by metal-is-forever)
Nach "Sword of the Ocean" folgt mit "Varangian" der einzige Song des aktuellen Albums, der es heute Abend auf die Setlist geschafft hat. Es dauert allerdings bis zu "Iron Will", um großflächige Begeisterung im Publikum auszumachen - dafür dann aber heftig!
In den ersten Reihen werden die Haarmatten wild geschwungen, weiter hinten wird die Pommesgabel aktiviert und gemeinschaftlich wird der Refrain mitgegrölt. Diese Stimmung retten GRAND MAGUS dann über Ziellinie hinüber. Die folgenden "Like the Oar Strikes the Water" und "Hammer of the North", beenden den Gig des schwedischen Trios, der es erst zum Ende hin geschafft hat, das Münchner Publikum aus der Reserve zu locken.
Nach einer relativ kurzen Umbaupause dürfen TESTAMENT auf die Bühne. Doch anders als bei ihren Vorgängern, leiden die Kalifornier unter einem suboptimal abgemischten Sound. Da helfen dann auch nicht die überall auf der Bühne glimmenden Räucherstäbchen, um die bösen Soundgeister zu vertreiben.
TESTAMENT Live (© by metal-is-forever)
Das überdimensionale Backdrop mit Kobra, schindet zwar gehörig Eindruck, doch was nützt der beste optische Effekt, wenn die Akustik nicht mitspielen mag. Chuck Billy & Co lassen sich davon aber nicht aus der Bahn werfen; vom Start weg greift bei TESTAMENT ein Rädchen ins andere und lässt die Thrash-Maschinerie auf Hochtouren laufen. Vor allem Chuck Billy dreht richtig auf - von furchteinflößenden Shouts bis hin zum Klargesang reicht das stimmliche Spektrum. Der Mann hat es immer noch drauf.
Nachdem zu Beginn der Show eher Wert auf Songs neueren Datums gelegt wurde, eröffnen TESTAMENT mit "Disciples of the Watch" den Klassiker-Reigen, der kurzzeitig nur noch von "Dark Roots of the World" und "Stronghold" unterbrochen wird.
TESTAMENT Live (© by metal-is-forever)
                                                                                     Songtechnisch können TESTAMENT ja eh kaum was falsch machen, können sie inzwischen doch auf eine über 30-jährige Karriere, mit dem ein oder anderen Sahnesong zurückblicken. "Into the Pit", "Over the Wall" und "The Formation of Damnation" gehören mit Sicherheit in diese Kategorie und funktionieren immer.
Nach knapp 60 Minuten haben TESTAMENT dann ihren Auftrag, die Menge anzuschwitzen und auf den Headliner vorzubereiten erfüllt, und verlassen den Ort des Geschehens unter Applaus.

Danach setzt reges Treiben auf der Bühne ein - der Umbau für AMON AMARTHs Wikinger-Show ist in vollem Gange und nimmt einige Zeit in Anspruch.
Nach 35 Minuten finden Umbauarbeiten und Warten auf den Headliner ihr Ende, das Hallenlicht erlischt, der Vorhang, mit dem große Teile der Bühne im Verborgenen gehalten wurde fällt und gibt den Blick auf einen überdimensionalen Wikingerhelm frei, auf dem das Drumkit seinen Platz gefunden hat.
AMON AMARTH Live (© by metal-is-forever)
Eröffnet wird der Trip durch die nordische Mythologie, mit "Pursuit of the Vikings", zu dem beeindruckende Feuersäulen auflodern. Mit diesem superben Einstieg lassen AMON AMARTH gleich zu Beginn keinen Zweifel aufkommen, wer momentan die unangefochte Speerspitze des Melo Death Metal ist.
Eine Lightshow der gehobenen Klasse, sehr gute Soundverhältnisse und allerlei Hingucker auf der Bühne (Statisten mit Fahnen, Schwertkämpfer, Pyrospektakel) unterstreichen dies ebenfalls.
Dazu gibt es eine bestens aufgelegte Band, die sich gewohnt spielfreudig präsentiert und im Sekundentakt die Haare fliegen lässt.
Für den Höhepunkt des Abends sorgt aber Johan Hegg alleine, der einen wild gewordenen Fan, der die Security austanzen kann und es doch tatsächlich bis hoch auf die Bühne schafft, höchstpersönlich packt (bitte wörtlich nehmen), hochhebt und ihn im Klammergriff von der Bühne trägt.
Musik gab es natürlich auch - reichlich davon - 75 Minuten haben sich AMON AMARTH im Haupteil der Show die Finger wund gespielt und eine Wikinger-Hymne nach der anderen auf das euphorisch tobende Publikum abgeschossen. Nach "War of the Gods" gönnen sich AMON AMARTH eine kurze Pause, bevor es im Zugabenblock episch wird.
Eröffnet wird dieser mit den Klängen von "Rise Your Horns" und einer Aufforderung von Johan an das Publikum, seine Trinkhörner zu heben und mit ihm zu trinken. Skål. 
Zu "Guardians of Asgaard" kann man dann nochmals die beeindruckende Headbanging-Choreographie der Nordmänner auf der Bühne bestaunen, nach der mit "Twilight of the Thunder God" der letzte Song des Abends folgt.
AMON AMARTH Live (© by metal-is-forever)
Eingeleitet wird der Song mit Blitz und Donner, einem aufsteigenden Vollmond und einer kleinen Showeinlage auf der Bühne, zu der Johan mit einem mannshohen Hammer gegen einen Drachen kämpft.
Nach insgesamt 90 schweißtreibenden Minuten beendet ein ohrenbetäubender Donnerschlag und massiver Feuerregen die Wikingerfestspiele zu München, die neben zwei abwechslungsreichen Opening-Acts vor allem eines hatten - einen übermächtigen Headliner. (JK)

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