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Samstag, 7. Januar 2017

Konzertbericht SIX FEET UNDER + ACID DEATH + DEATH BED CONFESSION + DOWNCAST COLLISION + FROM THE SHORES - 13.12.2016 München / Backstage

An einem Mittwoch-Abend macht die „X-Mass in Hell Tour“ von SIX FEET UNDER in der Backstage Halle in München halt. Mit dabei, vier weitere Bands, die stilistisch unterschiedlicher nicht sein könnten.
Vor nur etwa 50 Leuten starten From FROM THE SHORES mit ihrer Show. Das Elektro-Intro verwirrt zunächst, aber sobald die ersten Töne der Band erklingen ist klar: Hier wird geknüppelt, und nicht getanzt.
FROM THE SHORES Live (© by The Discovered Land)
Die Italiener spielen sehr schnellen Death Metal mit vielen Blastbeats. Doch trotz aller Geschwindigkeit und Härte ist der Sound sehr klar, sodass man jedes Riff deutlich heraushören kann. Das ist in diesem Fall auch wichtig, denn die Band setzt neben den dominanten Knüppelparts eben auch auf die Macht des Riffs. Auch wenn alle Bandmitglieder sehr fähig an ihren Instrumenten zu sein scheinen, fällt bei FROM THE SHORES besonders der Schlagzeuger auf, der trotz seiner Körpergröße von nur etwa einem Meter eine beachtliche Leistung abliefert. Sein Blastbeatgewitter ist aller Ehren wert! Warum man dieses tolle Schlagzeugspiel allerdings so auffällig und fast schon elektronisch triggern muss, bleibt ein Rätsel. Dies kann aber trotzdem den positiven Eindruck nicht schmälern.
Als nächstes sind DOWNCAST COLLISION aus den Niederlanden an der Reihe. Die fünf Musiker steigen mit einem sehr Metalcore-lastigen Song in ihr Set ein. Die Sängerin/Bassistin der Band Monica Janssen überrascht mit äußerst tiefen Growls, kann ihre Stimme aber auch variabler einsetzen, was sie mit hohen Screams und gelegentlich eingesetztem Klargesang unter Beweis stellt.
DOWNCAST COLLISION (© by The Discovered Land)
Gerade in den melodischen Parts klingt sie ein wenig wie Jill Janus von HUNTRESS. Sehr überzeugend! Ab dem zweiten Song geht es dann auch musikalisch in eine bessere Richtung, denn der Metalcore-Einfluss wird geringer, und der Melodic Death Metal dominiert weitesgehend. Optisch bieten DOWNCAST COLLIOSION auch was an - obwohl die Band noch keine Studioaufnahmen veröffentlicht hat, ist sie heute Abend die einzige Band mit einem großen Backdrop. Als die Band nach 30 Minuten die Bühne verlässt, gibt es viel Applaus von den paar "Mutigen", die sich jetzt schon direkt vor der Bühne aufhalten. Der Großteil der Anwesenden macht es sich weiterhin im hinteren Teil der Halle gemütlich, sodass insgesamt leider keine angemessene Stimmung aufkommen will. In München ticken nicht nur die Uhren anders, sondern eben auch das Publikum. Schade.
Das sind erstmal keine so guten Vorraussetzungen für die dritte Band des Abends: DEATH BED CONFESSION.
Das kann die Band aber nicht daran hindern, eine gute Show abzuliefern. Mit ihrem sehr bluesigen, eher langsamen Death Metal mit viel Klargesang sind die Amerikaner zwar eher stilistische Außenseiter, können die wenigen Anwesenden vor der Bühne aber schnell von ihrer Musik überzeugen. Da die Songs im Gegensatz zu den beiden vorherigen Bands mit nicht ganz so viel Highspeed aus den Boxen wummern, kann man dazu sehr gut headbangen. Musikalisch haben die Jungs auch was auf der Pfanne und auch Sänger Jay Quintana versteht was von seinem Handwerk. Das bleibt auch dem ein oder anderen Metalhead nicht verborgen, sodass gegen Ende der Show schon etwas mehr Leute vor der Bühne stehen.
Obwohl es bereits spät ist, steht mit ACID DEATH noch eine vierte Vorband auf dem Programm.
ACID DEATH Live (© by The Discovered Land)
Hier gibt es Old School Death Metal auf die Lauscher. Obwohl der Sound erstmals an diesem Abend unterirdisch schlecht ist und zwischen den einzelnen Riffs und Passagen kaum ein Unterschied auszumachen ist, schaffen es ACID DEATH die vorderen Reihen vor der Bühne zu füllen. Insgesamt dürfte die Zahl der Ticketbesitzer inzwischen auf ungefähr 100 Leute angewachsen sein, was aber in einer Halle, die immerhin ca. 600  Personen fasst, immer noch keine richtige Stimmung aufkommen lässt. Trotz dieser Widrigkeiten lassen es sich ein paar "Hartgesottene" nicht nehmen, einen Moshpit auf die Beine zu stellen.
Als ACID DEATH nach 45 Minuten ihre Show beenden ist es bereits 23 Uhr und es kommt die Frage auf, wie SIX FEET UNDER so spät noch eine volle Headliner-Show spielen wollen, denn normalerweise sind Konzerte im Backstage vor Mitternacht zu beenden. Der Nachbarschaft zuliebe.
Doch sobald die Band um ex CANNIBAL CORPSE Frontmann Chris Barnes die Bühne betritt, ist diese Frage erstmal nebensächlich.
Ohne Intro geht es direkt mit „The Enemy Inside“ los und es macht sich sofort Begeisterung im Publikum breit. Obwohl es immer noch nicht voller geworden ist, drängen nun alle Anwesenden zur Bühne. Da die Band im Vorfeld der Tour angekündigt hatte, ihr gesamtes erstes Album „Haunted“ von 1995 am Stück zu spielen, folgt als nächstes logischerweise "Silent Violence".
SIX FEET UNDER Live (© by The Discovered Land)
Auch bei den nachfolgenden Stücken hält die Begeisterung an; es wird von Anfang bis Ende gemosht. Dieses Album für die Show auszuwählen war eine exzellente Idee, deckt es doch alle Facetten des Death Metal ab. Melodische Lieder wie "Still Alive", bei denen Gitarrist Ray Suhy seine Solofähigkeiten zeigen kann, wechseln sich mit harten, schnellen Songs wie "Suffering in Ecstasy" ab. Chris Barnes hält sich nicht lange mit Ansagen auf., was der Netto-Spielzeit zugute kommt. Dafür headbangt er umso furioser, was bei seinen knielangen Dreadlocks eine Kunst für sich ist. Track um Track wird von den Fans bejubelt und als nach 35 Minuten mit "Haunted" das Ende ihres ersten Albums ankündigt, erwartet man, etwa die Hälfte der Show gesehen zu haben. Doch leider kündigt die Band nach "Insect" und "Drowning" von der „Alive and Dead“-EP und „War Is Coming“ bereits den letzten Song an: "TNT" (AC/DC). Danach verlassen SIX FEET UNDER unter tosendem Applaus die Bühne. Selbstverständlich wird lautstark eine Zugabe eingefordert, doch SIX FEET UNDER denken gar nicht daran.
So geht ein Death Metal Abend mit einem etwas faden Beigeschmack zu Ende, dem eine Vorband weniger sehr gut getan hätte - 50 Minuten Spielzeit sind für eine Headliner Show definitiv zu wenig! (RH)

Noch mehr Bilder vom Gig gibt es hier:
https://www.facebook.com/The-Discovered-Land-1409685862678568/?fref=ts

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