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Dienstag, 16. Mai 2017

Konzertbericht GHOST + ZOMBI - 23. April 2017 - München/Zenith

Die Geister die ich rief ...

Wenn an einem Dienstag Abend, im sonst eher ruhigen Münchner Stadtteil Freimann, unzählige schwarz gekleidete Personen, Richtung Lilienthalallee marschieren, gibt es nur eine Erklärung dafür: Eine namhafte Metal-Band ist in der Stadt und lockt die Massen ins Zenith.

GHOST sind eine dieser z.Zt. schwer angesagten Bands. Die schwedische Truppe um Papa Emeritus III hat sich im Lauf der Jahre eine breite Fanbase erspielt und bekommt inzwischen auch die etwas größeren Hallen voll.

GHOST (© by metal-is-forever)
Ursprünglich war das direkt nebenan liegende (kleinere) Kesselhaus als Veranstaltungsort beworben worden. Kurzfristig, wohl Aufgrund guter Vorverkaufszahlen, wurde der Gig dann ins 6000 Nasen fassende Zenith verlegt. Ein Fehler wie sich herausstellen sollte.

Denn als die "Vorband" ZOMBI pünktlich um 20 Uhr anfängt, mit ihrem monoton wirkenden Synthiegeblubber, die Zuschauer systhematisch einzuschläfern, ist die Halle höchstens zur Hälfte gefüllt. Viel mehr sollten es aber auch später nicht werden - Klassischer Fall von verzockt.
All jene, die in weiser Vorahnung aber erst zum Headliner erschienen sind, haben in Anbetracht der auf der Bühne gebotenen Grütze alles richtig gemacht.
Selten zuvor, nein, noch nie, habe ich ein solch unpassendes und langweiliges Vorprogramm über mich ergehen lassen müssen. Ohne Übertreibung, dies waren die längsten 45 Minuten meines Lebens - ich bekomm' jetzt noch Plaque, wenn ich bloß daran denke!

Deshalb schnell weiter im Text mit GHOST:

Die lassen allerdings auf sich warten. Sehr zum Ärger der zahlenden Kundschaft.
                                                                               
GHOST (© by metal-is-forever)

Als nach kurzer Umbaupause gegen 21 Uhr die Hallenbeleuchtung ausgeschalten wird, brandet sofort Jubel auf, da jeder damit rechnet, dass Papa Emeritus III und seine neu zusammengestellte Nameless-Ghoul-Truppe in Inbegriff ist, die Show zu beginnen.
Doch Pustekuchen. Ganze 15 Minuten wird die Halle mit einem Endloss-Intro aus der Konserve beschallt, ohne das sich auf der Bühne etwas abspielt. Nachdem das Publikum in den ersten 5 Minuten noch andächtig dem Intro gelauscht und den Räucherstäbchen beim Verglühen zugeschaut hat, steigert sich der Unmut nun von Minute zu Minute und gipfelt in einem immer lauter werdenden Pfeiffkonzert. Kurz bevor das Publikum richtig ungemütlich wird, erbarmen sich GHOST endlich und eröffnen mit "Square Hammer" den Maskenball.
Es genügen wenige Momente vom Opener und das Publikum steht wieder geschlossen hinter GHOST. Vergessen sind das nervtötende Vorprogramm und die überlange Intro-Warteschleife.
GHOST (© by metal-is-forever)

Bei glockenklarem Sound liefern GHOST in den folgenden 75 Minuten genau das ab, wonach der Fangemeinde der Sinn steht und weshalb selbige der Truppe seit Jahren die Stange halten - eine perfekt durchorganisierte Bühnenshow, bei der die Menschen im Auditorium nicht nur einmal mit eingebunden werden, und natürlich der nicht zu verachtenden musikalischen Kost.
Mit einer bunt durchgemischten Setlist decken GHOST heute Abend alle Schaffensphasen ihrer nunmehr schon acht Jahre andauernden Erfolgsgeschichte ab und erfreuen dabei nicht nur den Verfasser dieser Zeilen, mit der für die Band typischen stilistischen Bandbreite.
Papa Emeritus III lebt dabei sein Multitasking-Talent aus und kann neben seiner Haupttätigkeit als Sänger, auch als Moderator, Quizmaster, Vortänzer und Geschichtenerzähler überzeugen.   
      

Aber auch die Nameless-Ghouls werden showtechnsich miteingebunden und dürfen das ein odere andere mal alleine im Scheinwerferlicht zeigen, was sie können.
So vergeht die Zeit wie im Flug und ehe man (oder Frau) sich's versieht, ertönt auch schon der letzte Song des Abends: "Monstrance Clock".
GHOST (© by metal-is-forever)
Nach dem letzten Akkord des Abends beschenken sich Publikum und Band dann noch gegenseitig - Papa Emeritus III und seine Mitstreiter verteilen Plektren in rauen Mengen und das Publikum spendet großzügig langanhaltenden Applaus.
Am Ende bleibt einzig und allein der Auftritt von GHOST in Erinnerung. Über alles was davor im Zenith zu sehen und zu hören war, möge sich bitte schnell der Mantel des Vergessens legen. (JK)

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