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Mittwoch, 18. Oktober 2017

Konzertbericht SATYRICON + SUICIDAL ANGELS + FIGHT THE FIGHT - 10.10.2017 München/Backstage


SATYRICON - Hurra, wir leben noch!

So sehr der kontrovers dikutierte, selbstbetitelte Output "Satyricon" von 2013 die schwarze Szene gespalten hat, so stark war der Zusammenhalt innerhalb der Fanlager, als die Tumorerkrankung von Mastermind Sigurd "Satyr" Wongraven bekannt wurde.
Zwischenzeitlich war sogar das Ende von SATYRICON zu befürchten. Soweit kam es aber nicht - allen nordischen Göttern sei Dank dafür!
Nun, ein paar Monde und eine Veröffentlichung ("Deep Calleth Upon Deep") später, begeben sich die kultbehafteten Norweger auf Europa-Tournee, um zum einen den neuen Longplayer zu bewerben, zu anderen aber auch, um zu zeigen, dass man noch voll im Saft steht.
Auf ihrer Reise durch den alten Kontinent werden Satyr und Frost von den SUICIDAL ANGELS und FIGHT THE FIGHT begleitet.


FIGHT THE FIGHT

Dem ein oder anderen von euch dürften FIGHT THE FIGHT schon mal über den Weg gelaufen sein, wenn auch unter anderem Namen - 2015 waren die Norweger nämlich ebenfalls als Opening Act für SATYRICON gebucht. Seinerzeit nannte man sich allerdings noch: OSLO FAENSKAP.
Damals wie heute wirkt(e) die Truppe um den stimmgewaltigen Frontmann Lars Vegas jedoch "etwas" Fehl am Platz mit ihrem Mix aus Metalcore und Melo-Death.
FIGHT TO FIGHT (© by metal-is-forever-alive)
In die selbe Kerbe schlägt der heutige Auftritt der jungen Truppe - viel Aufwand, wenig Ertrag.
Während es von den ersten beiden Reihen vor der Bühne nach jedem Song zumindest vereinzelt (Höfflichkeits-)Applaus gibt, distanziert sich der Rest der Hallenbesucher nicht nur räumlich (penibel wurde ein Sicherheitsabstand zur Bühne von mindestens 5 Metern eigehalten) vom corelastigen Geschehen auf der Bühne, sondern verweigert den Norwegern zudem jegliche Unterstützung.
Und so ist es nur wenig verwunderlich, dass FIGHT TO FIGHT nach ca 20 Minuten für die Ankündigung, dass nun der letzte Song des Abends ("No Skin, No Armour") folgen würde, den meisten Applaus einheimsen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

SUICIDAL ANGELS

Hatte man bei FIGHT THE FIGHT noch so viel Platz vor der Bühne, wie selten bei einem Konzert, ändert sich nun die Sachlage, kaum dass die Coretruppe die Bühne verlassen hat.
Binnen Sekunden rückt nun ein jeder Richtung Bühne vor und versucht einen Platz zu ergattern, der zu gleichen Teilen Bewegungsfreiheit und Sicht garantiert. Beides sollte jedoch Wunschdenken bleiben, was nicht zuletzt an der schweißtreibenden Show der SUICIDAL ANGELS lag.
                                                                             
SUICIDAL ANGELS (© by metal-is-forever-alive)
Die ließen sich nämlich nicht zweimal bitten und geben von Anfang an ein irres Tempo vor, allen voran Nick Melissourgos, der entfernt sogar an den jungen Tom Araya erinnert.
Mit ihren schnellen Riffs, den knackigen Soli und dem Dauerfeuer der Drums, schaffen es SUICIDAL ANGELS sogar, das Publikum, welches überwiegend ganz klar wegen SATYRICON gekommen ist, zeitweise in zarte Ekstase (Moshpit, Wall of Death) zu versetzen. Allein dafür gebührt ihnen Respekt.
Sympathie-Bonuspunkte konnten die Griechen zudem mit ihren holprigen Ansagen auf "Deutsch" (wie z.B.:"...jetzt alles zusammen, Deutschland") sammeln.
"Apokalithosis" beendet nach 45 Minuten einen (überraschend) guten Auftritt der SUICIDAL ANGELS,  die ihren Job als Einheizer perfekt umgesetzt haben, was unzählige durchnässte Leibchen beweisen.

SATYRICON

Danach setzt reges Treiben auf der Bühne ein, bei dem u.a. Unmengen von Schlagzeugutensilien auf die selbige getragen werden und zu einem monströsen Drumkit zusammen gesetzt werden, hinter dem in absehbarer Zeit Frost verschwinden wird, um alles in Grund und Boden zu ballern. 
Eine halbe Stunde später ist es dann soweit, die Hauptakteure des heutigen Abends nehmen unter den den Klängen eines erhabenen Intros, und unter lautstarkem Jubel, ihre Plätze auf der Bühne ein - zuletzt Satyr
SATYRICON (© by metal-is-forever-alive)

Als ersten Song kredenzen SATYRICON "Midnight Serpent" vom neuen Album dem Publikum, das nun wie die Hühner in einer Legebatterie, gänzlich ohne Bewegungsfreiheit, dicht an dicht steht und dabei trotzdem abgeht, als gäbe es kein Morgen. 
Satyr ist agil wie eh und je, von Nachwehen seiner Erkrankung ist nicht mal ansatzweise etwas zu spüren/sehen. Konditionsprobleme? Nicht die Spur! Wie gewohnt bearbeitet er jeden Meter der Bühne, steigt des Öfteren auf die Lautsprecherboxen am Bühnerand, um den pushenden Zeremonienmeister zu geben, oder steht headbangend am Mikroständer. Einzig und allein die beiden Intermezzi, die das Set geschickt in drei Drittel aufteilen, gewähren einen paar Momente zur Regeneration. 
Musikalisch gesehen haben SATYRICON heute Abend ziemlich viel Song-Material der Neuzeit auf dem Spielplan. Vom aktuellen Werk kommen neben dem bereits erwähnten "Midnight Serpent" auch noch "Deep Calleth Upon Deep", "To Your Brethren in the Dark" und "Burial Rite" zu Live-Ehren. 
                                                                                                      
SATYRICON (© by metal-is-forever-alive)
 

Aber auch das Vorgängeralbum "Satyricon" kann sich nicht über mangelnde Wertschätzung beklagen. Finden hiervon doch immerhin auch 2 Tracks ("Our World, It Rumbles Tonight" und "Walker Upon the Wind") den Weg auf die heutige Setlist. Keine schlechte Quote, wenn man bedenkt, dass beispielsweise "Nemesis Divina" ebenfalls nur mit zwei Tracks gewürdigt wurde, oder die beiden Frühwerke "Dark Medieval Times" und "The Shadowthrone" heute (leider) gar gänzlich übergangen wurden.
Selbstredend, dass zwischen all dem neuen Material auch der ein oder andere Klassiker gespielt wurde: "Black Crow on a Tombstone", "Repined Bastard Nation", "Commando", "Now, Diabolical", "Transcendental Requiem of Slaves".
Kurz bevor "Mother North" das Ende des regulären Set einläutet, bedankt sich ein sichtlich (emotional) bewegter Satyr beim Münchner Publikum, für die grandiose Stimmung heute Abend, und dafür, dass es SATYRICON in der bayerischen Hauptsatdt zum dritten Mal hintereinander (2013, 2015, 2017) geschafft haben, das "Ausverkauft"-Schildchen ins Kassenhäuschen zu bekommen. 
SATYRICON (© by metal-is-forever-alive)
Mit "The Pentagram Burns", "Fuel for Hatred" und dem obligatorischen Rausschmeisser "K.I.N.G" beenden SATYRICON einen mehr als gelungenen Auftritt. 
Und so ist es wirklich schön zu sehen, dass SATYRICON auch nach 26 Jahren, immer noch quicklebendig sind. (JK)

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