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Samstag, 21. Januar 2017

Konzertbericht FLESHGOD APOCALYPSE + CARACH ANGREN + NIGHTLAND - 7.1.2017 München / Backstage (Halle)

Keine Chance auf Winterschlaf. 

Die erste ernstzunehmende Tour des noch jungen Jahres 2017 hat es gleich in sich - FLESHGOD APOCALYPSE geben sich die Ehre und haben neben ihren italienischen Landsmänner von NIGHTLAND auch noch die schwarz angehauchten Extrem-Metaller von CARACH ANGREN mit im Gepäck.

Den Anheizer dürfen heute Abend NIGHTLAND machen, die, als sie pünktlich gegen 20 Uhr die Bühne betreten, mit freundlichem Applaus, und von einigen mit einem breiten Grinsen begrüßt werden. Ein Schelm wer jetzt denkt, dass das Schmunzeln etwas mit dem leicht nuttigem Latexoutfit der Band zu tun hatte.

NIGHTLAND (© by metal-is-forever)
Wie dem auch sei, NIGHTLAND waren natürlich nicht nur gekommen, um ihre neuen Beinkleider vorzuführen, sondern hauptsächlich, um sich musikalisch zu betätigen.
Und hier bedient die Band die komplette Bandbreite des Symphonic-Black-Metal. Leider leidet die Band (das Publikum übrigens ebenso) unter einem grottenschlechtem Drumsound. NIGHTLAND scheinen trotzdem ihren Spaß zu haben und bringen in den 35 Minuten ihren Bühnenexistenz immerhin sieben Tracks unter, die teilweise im Refrain (bitte festhalten) an RHAPSODY erinnern. Extrem-Metal der anderen Art. (JK)

Nach dem durchwachsenen Auftritt von NIGHTLAND kommen die Niederländer von CARACH ANGREN jetzt gerade recht, spielen sie doch in einer ganz anderen Liga.
Was als erstes aufällt, als CARACH ANGREN zu den Klängen von "Once Upon a Time" einmarschieren, ist die Tatsache, dass aus dem sonst üblichen Trio, ein Quartett geworden ist.
CARACH ANGREN (© by metal-is-forever)
Um Sänger Seregor mehr Bewegungsfreiheit auf der Bühne zu geben, hat die Band kurzerhand einen Live-Gitarristen für die teuflischen Riffs engagiert. Eine Entscheidung, die bereits nach wenigen Momenten Früchte trägt. Selten hat man Seregor so leidenschaftlich sein Sensenmikro schwingen gesehen. Auch der theatralische Aspekt bekommt so mehr Raum, sodass die Gruselgeschichten, die CARACH ANGREN erzählen, mit mehr Leben erfüllt werden.
Ganze 60 Minuten dürfen sich CARACH ANGREN heute Abend auf der Bühne austoben, die, wie es scheint, inzwischen auf eine sehr breite Fanbasis zurückgreifen
CARACH ANGREN (© by metal-is-forever)
können. Diesen Eindruck kann man auf jeden Fall gewinnen, wenn man die zahlreichen Shirts mit dem Bandlogo im Publikum sieht.
Musikalisch werden alle Alben der Bandhistorie bedient, wobei die beiden letzten Veröffentlichungen am besten wegkommen.
Auch das letztes Kapitel der heutigen Grusel-Märchenstunde "Bloodstains on the Captain's Log" hinterlässt, wie übriges der gesamte Auftritt einen diabolisch guten Eindruck, sodass das Fehlen einer Zugabe verschmerzt werden kann. (JK)

Nachdem CARACH ANGREN die Bühne verlassen haben, wird erst einmal der Vorhang geschlossen. Da FLESHGOD APOCALYPSE bekanntermaßen großen Wert auf den optischen Aspekt legen, steigt so schon einmal die Spannung, weil man so bis kurz vor Beginn nicht weiß, was sich die Band diesmal für ihre Show ausgedacht hat. Als der Vorhang schließlich gelüftet wird, ist bereits alles fertig aufgebaut. Die Bühne passend zum aktuellen Album "King" mittelalterlich gestaltet. Es gibt goldene Mikrofonständer, ein kleines Pult mit einem aufgeschlagenen Buch und einer Flasche Wein mit Glas, einen Kerzenleuchter auf dem Klavier und hinten vor dem großen Backdrop stehen auf jeder Seite gekreuzte Flaggen. Sehr athmosphärisch!
FLESHGOD APOCALYPSE (© by metal-is-forever)
Während die Klänge des Intros "Marche Royale" aus den Boxen tönen, betritt die Band nun der Reihe nach, begonnen mit Live-Sängerin Veronica Bordacchini die Bühne. Jedes Bandmitglied wird mit freudigem Applaus begrüßt. Doch erst als Gitarrist/Sänger Tommaso Riccardi die Bühne betritt, wird es richtig laut.
Passend zum Intro steigt die Band nun gleich in den Opener "In Aeternum" des aktuellen Albums ein. Leider ist der Sound erstmal nicht besonders gut. Was man hört, ist hauptsächlich Schlagzeug, Klavier und die Orchestersamples. Doch schon beim zweiten Song "Healing Through War" bessert sich der Soundmatsch langsam und sofort kommt Stimmung auf, und dass, obwohl die Band mit zwei eher langsamen Songs begonnen hat. Schneller wird es mit dem folgenden "Pathfinder", dessen eingängiger Refrain von einigen Leuten im Publikum mitgesungen wird. In der Folge wird es dann athmosphärisch. Die folgende Ansage von Frontmann Tommaso zu "Cold as Perfection", dass nur die Toten perfekt sind, passt sehr gut zum Konzept der Show. Bei diesem Lied darf dann auch Gastsängerin Veronica erstmals Solo singen.
FLESHGOD APOCALYPSE (© by metal-is-forever)
Obwohl ihr Operngesang nicht wirklich zum schnellen Death Metal der Band passt, muss man zugeben, dass sie eine beeindruckende Stimme hat und auch die höchsten Töne perfekt trifft!
Das nun bereits nach einer halben Stunde der bekannteste Song der Band, "The Violation", folgt, überrascht etwas, denn diesen Track hätte man eher am Ende erwartet. Erstaunlich ist auch, dass FLESHGOD APOCALYPSE den Song heute sogar noch schneller spielen als im Studio. Dass man diese sowieso schon extrem schnellen Blastbeats noch beschleunigen kann, zeugt von den außergewöhnlichen Fähigkeiten von Drummer Francesco Paoli.  Den Song so früh zu bringen, war aber dennoch eine gute Entscheidung, denn so kann sich die Band anschließend wieder dem neuen Album widmen. Nach einigen neueren Songs ist es dann aber doch wieder Zeit für ein älteres Lied. Hierzu fordert Tommaso eine Wall of Death. Diesem Wunsch kommt das Publikum nur zu gerne nach, und man sieht es wirklich selten, dass im gut gefüllten Backstage von der zweiten Reihe bis fast nach ganz hinten alle mitmachen. Und so gibt es nach dem Signal des Sängers zu Beginn von "The Egoism" ordentlich Bewegung im Publikum. Dass diese Band wirklich ausgezeichnete Live-Qualitäten besitzt, zeigt sich auch beim folgenden "Syphilis", welches auf Platte recht langweilig ist, sich aber auf der Bühne als absoluter Volltreffer entpuppt. Hier kommt es auch zu fast theaterartigen Szenen, wenn Veronica ihren Platz an der Seite der Bühne verlässt, und im Duett mit Tommasos Growls, den Refrain des Liedes mit viel Gestik vorträgt.
Sehr schade ist aber, dass die Band nach diesem Lied bereits die Bühne verlässt.
FLESHGOD APOCALYPSE (© by metal-is-forever)
Nachdem natürlich laute Zugaberufe durch die Halle schallen, kehrt Tomasso ans Mikro zurück und stellt das Publikum vor eine Wahl: Option 1: Nachhausegehen („We go home.“), oder Option 2: Weiterspielen („We go on.“). Erwartungsgemäß entscheiden sich die Fans für die zweite Variante und so gibt es ersteinmal mit "In Honour of Reason" einen alten Song vom ersten Album, von welchem bisher noch überhaupt nichts gespielt wurde. Im Anschluß daran folgt das klavierlastige "Minotaur (The Wrath of Poseidon)". Überhaupt bekommt Pianist Francesco Ferrini heute deutlich mehr Raum als im Studio und so darf auch er mit einigen schnellen Läufen sein Können zeigen. Leider ist der folgende Song ("The Forsaking") der letzte des Abends, nach dessem Ende, die Band mit tosendem Applaus verabschiedet wird und der Vorhang ein letztes mal fällt. (RH)

Vom FLESHGOD APOCALYPSE, CARACH ANGREN & NIGHTLAND Konzert berichten für euch, Jürgen (JK) und Raphael (RH).

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