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Mittwoch, 31. Januar 2018

SHINING / "Varg Utan Flock" / Label: Season of Mist / 6 Tracks / 41:22 Min

Wenn wir die Gründe für das Verhalten der anderen verstehen könnten, würde plötzlich alles einen Sinn ergeben. (Sigmund Freud)

Eines muss man dem Spuck-Nikolaus aus Halmstad lassen, er schafft es mit jeder Veröffentlichung zu überraschen, meistens positiv, sehr selten negativ.
"Varg Utan Flock" darf man sicherlich ebenfalls, ohne sich in ein paar Jahren dafür rechtfertigen zu müssen, unter der Kategorie: Überraschung der positiven Art abbuchen - allerdings mit zwei Einschränkungen.
Widmen wir uns zuerst den beiden makelbehafteten Einschlüssen, die die lupenreine Strahlkraft von "Varg Utan Flock" etwas schmälern. Da wäre zum einen die Unverfrorenheit des Herrn Kvarforth, den Opener "Svart Ostoppbar Eld" so dicht an die besten Momente von "V - Halmstad" heranzukomponieren, dass er sich wegen Plagiatsvorwürfen eigentlich selbst anklagen müsste - und zum anderen, die Tatsache, dass SHINING Alben mittlerweile eine gewisse Vorhersehbarkeit in sich bergen.
Stilistisch setzen SHINING also konsequent den bereits auf den letzten Alben eingeschlagenen Weg fort.
Da dies aber qualitativ so hochwertig geschieht, ist man jedoch gerne dazu bereit, über die ein oder andere Wiederholung hinwegzusehen. Auch, weil SHINING auf "Varg Utan Flock" wieder vermehrt auf schwarzes Riffing setzen.
Die allgegenwärtige depressive Schwere findet so, in den vorpreschenden und einprägsamen Riffs, endlich wieder kongeniale Partner, die zuletzt auf "IX: Everyone, Everything, Everywhere, Ends" doch etwas gefehlt haben.
Kvarforth hat es zudem geschafft, auf das Album eine finstere Atmosphäre zu zaubern, die SHINING vom ersten Ton des Openers, bis hin zum Verklingen des letzten Tracks aufrechthalten können.
"Varg Utan Flock" ist außerdem tiefgründig im Songwriting, beherrscht den Wechsel zwischen ruhigen, fragilen Passagen und schnellen, brachialen Strukturen bis hin zur Perfektion und ist trotz mancher Wiederholung, immer in der Lage neue Akzente zu setzen. Bestes Beispiel hierfür ist "Han Som Lurar Inom", das zusammen mit dem Lehrstück depressiver Tonkunst "Mot Aokigahara", zu den ganz großen Höhepunkten des Albums zählt. 

Fazit: Spätestens seit "Halmstad" spielen SHINING in ihrer eigenen Liga und das hat sich auch mit dem aktuellen Werk nicht verändert.
Kvarforth ist und bleibt somit einzigartig, großartig, oder einfach - der genialste seiner Art.
Und lehrt uns nicht die Geschichte, dass geniale Köpfe oftmals von Selbstzweifeln zerfressen sind, in ihrer eigenen Welt leben und deshalb zumeist Einzelgänger sind?
Womit wir wieder bei "Varg Utan Flock" wären - heißt der Albumtitel doch in der deutschen Übersetzung "Wolf ohne Rudel" bzw. "Einsamer Wolf".

9 von 10

Anmerkung: Wer sich die Limited-Box-Edition zulegt, erhält neben zweier zusätzlicher (Cover-)Songs "In the Cold Light of Morning" [im Original von PLACEBO] und "Cry Little Sister" [im Original von GERARD McMAHON], auch noch einen Schlüsselanhänger und einen Metalpin.

www.shiningasylum.com
www.facebook.com/shiningofficia


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