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Donnerstag, 23. Januar 2020

Vorankündigung: DARK EASTER METAL MEETING 2020 in München (11. & 12.4.2020)

Jetzt aber schnell ... wer beim diesjährigen DARK EASTER METAL MEETING mit dabei sein möchte, sollte sich beeilen. Es gibt nur noch wenige Restkarten!



http://mrw-concerts.de/dark-easter-metal-meeting/

ARVAS / "Equanimity" / Label: Satanic Art Media / 10 Tracks / 40:57 Min

Mondbeglänzte Zaubernacht, die den Sinn gefangen hält, wundervolle Märchenwelt, steig auf in der alten Pracht. (Ludwig Tieck)

Die aus der Asche von ÖRTH hervorgegangenen ARVAS haben sich seit der letzten Veröffentlichung ("Black Path"/2017) vom Quartett zum Ein-Mann-Projekt geschrumpft. Letzter verbliebener Kämpfer ist V-Rex, der die wechselhafte Geschichte von ÖRTH und ARVAS jeweils von Beginn an begleitet und maßgeblich beeinflusst hat.
V-Rex ist allerdings nicht die einzige verlässliche Konstante bei ARVAS. Geblieben ist ebenfalls die schwarzmetallische Ausrichtung, mit der Willie René Løkkebø Skåtun, so der bürgerliche Name von V-Rex, seit 1992 versucht, sich in der Riege norwegischer Black Metal Bands zu etablieren. Gelungen ist dies bis heute nicht, obwohl sämtliche ARVAS-Alben als "trve" durchgehen. Oder ist dies gerade die Crux?
Wie auch immer - wer sich von ARVAS überzeugen lassen möchte, den erwarten auf "Equanimity" 10 Tracks, die sich zumeist im schwarzen Kosmos verorten lassen, gerne aber auch Mal über Tellerrand schauen und dabei das ein oder andere Death- oder Thrash-Metal Zitat mit einfließen lassen. Hierzu passt auch, dass ARVAS mit "Masked Jackal" eine Nummer von CORONER aus dem Jahre 1988 covern.
Überhaupt kann man den gesamten Album eine gewisse Nähe zum Extrem-Metal der guten Alten Zeit (80er/90er) nicht absprechen, was auch die Aussage von V-Rex unterstreicht: ''It is not about originality but having the balls to renew and explore the musical landscape we are working in regardless of genre."

Fazit: ARVAS haben mit "Equanimity"ein Album an den Start gebracht, welches im Black Metal Undergrund durchaus wettbewerbsfähig ist. Für höhere Weihen reicht es (noch) nicht. Hierzu fehlt das Gewisse etwas, um heutzutage im Haifischbecken Black Metal nachhaltig auf sich aufmerksam machen zu können. Dennoch sollten all jene, die sich bisher konsequent gegen jeden neuen Firlefanz im Black Metal und die Anbiederung an den Zeitgeist gesträubt haben, ARVAS auf dem Schirm haben und behalten. (JK)

7 von 10

https://www.facebook.com/Arvasblackmetal
https://twitter.com/arvasband


SUN OF THE SLEEPLESS - CAVERNOUS GATE / "Sun of the Sleepless - Cavernous Gate" (Split) / Label: Prophecy Productions / 9 Tracks / 48:10 Min

Nebel, stiller Nebel über Meer und Land. Totenstill die Watten, totenstill der Strand. Trauer, leise Trauer deckt die Erde zu. Seele, liebe Seele, schweig und träum auch du.  (Christian Morgenstern)

Fünf Bands gleichzeitig am Leben zu erhalten ist ein Kunst für sich, die nicht nur organisatorisches Geschick, sondern vor allem auch musikalisches Talent verlangt. Einer dieser (wenigen) Künstler, die das Rüstzeug dazu haben, ist Markus Stock aka Schwadorf, der sich aktuell bei THE VISION BLEAK, NOEKK, EMPYRIUM, EWIGHEIM und eben auch SUN OF THE SLEEPLESS kreativ austobt.
Bei soviel Umtriebigkeit ist es logisch und verständlich, dass nicht immer genügend Zeit vorhanden ist, um einen kompletten Longplayer zu bestücken. Wohl dem, der in solch einer Situation die Telefonnummer eines Freundes/Musikerkollegen zur Hand hat, um eine gemeinsame Split einzutüten. Umso besser (für beide Seiten), wenn eben dieser Freund/Kollege momentan auch noch dabei ist eine neue Band aus der Taufe zu heben. Eine Win-win-Situation für beide Bands sozusagen. Der eine (Ulf Theodor Schwadorf) kann nach dem starken Debütalbum ("To the Elements") von SUN OF THE SLEEPLESS relativ schnell für musikalischen Nachschub sorgen, der andere (S.K./Sebastian Körkemeier aka Alsvartr von HELRUNAR) bekommt eine prominente Plattform, um sein Projekt promoten zu können.
SUN OF THE SLEEPLESS durften sich  auf der Split mit 5 Songs verewigen. Drei davon sind reine Instrumental-Tracks. Atmospherisch, verträumt, stimmungsvoll. Schwadorfs vertonte Naturromantik, wenn man so will. Gut gemacht, aber nicht wirklich spektakulär. Wesentlich interessanter sind die beiden Vocal-Tracks "The Lure of the Nyght" und "To the Moon on Summer Eves ". Hier schwingt Tausendsassa Markus Stock nämlich so gekonnt den Black Metal Taktstock, dass einem unweigerlich Norwegens grandiose Second Wave in den Sinn kommt. Doch damit nicht genug. In den gediegeneren Phasen beider Songs poppt ein Déjà-vu namens "Songs of Moors and Misty Fields" auf, so dass die drei Instrumental-Tracks plötzlich auch wieder stimmig wirken.
Einen nicht ganz so überzeugenden Eindruck hinterlassen hingegen CAVERNOUS GATE. Hier wirkt vieles noch wie Stückwerk. Nicht wirklich schlecht gemacht, aber eben auch nicht so, dass man in Jubelarien verfallen könnte/müsste. Lediglich "Those Who Walk the Fog" fällt (positiv) aus dem Rahmen. Hier schafft es S.K. sämtliche Zutaten (Doom, Death, Dungeon Synth), die er für CAVERNOUS GATE vorgesehen hat, zu einem homogenen Gesamtpaket zu verschnüren. Nach außen hin schroff und bedrohlich, im Inneren unendlich weit und mysteriös wirkend wie das Universum. Darauf gilt es in Zukunft aufzubauen.

Fazit. Der Schulterschluss von SUN OF THE SLEEPLESS und CAVERNOUS GATE ist ohne Frage ein interessantes Appetithäppchen, für die die Dinge die da (hoffentlich bald) kommen. Wobei SUN OF THE SLEEPLESS zweifelsohne den besseren Eindruck hinterlassen.
Auf S.K. und sein CAVERNOUS GATE wartet hingegen noch ein bisschen Arbeit. Ganz schlüssig ist das Konzept nämlich noch nicht, so dass der Hörer noch nicht genau definieren kann, wohin die Reise einmal gehen soll.

7 von 10

https://sun-of-the-sleepless.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/cavernousgate/


Sonntag, 19. Januar 2020

CLOAK / "The Burning Dawn" / Label: Season of Mist / 9 Tracks / 48:54 Min

Der wesentliche Sinn des Lebens ist Gefühl. Zu fühlen, dass wir sind, und sei es durch den Schmerz. Es ist die sehnsuchtsvolle Leere, die uns dazu treibt, zu spielen - zu kämpfen - zu reisen - zum leidenschaftlichen Tun. (George Gordon Byron)

Spätestens seit 2017 sind die Zeiten vorbei, in denen man noch ungestraft behaupten durfte, dass die Südstaaten der USA im Allgemeinen und Georgia im Speziellen black-metal-technisch noch nicht sonderlich in Erscheinung getreten sind. "To Venomous Depths", das Debütalbum von CLOAK rückte vor zwei Jahren nämlich genau jene extreme Spielart des Metal in die wohltemperierte Mittagssonne von Atlanta und räumte mit dem Vorurteil auf, dass nordisch geprägter Black Metal (wenn auch mit starker Rock Note) und Southern Comfort nicht unter einen (Sonnen-)Hut passen würden.
Nun legen CLOAK mit "The Burning Dawn" nach und loten erneut die Grenzen zwischen garstigem Black Metal und melodischem Rock aus.
Wie schon auf ihrem Debütalbum ziehen CLOAK irgendwo zwischen DISSECTION, SLAEGT und TRIBULATION ihre Bahnen und können dabei einmal mehr überzeugen. Wobei es, um überzeugen zu können, eine Hörerschaft benötigt, die nicht aufgehört hat, nach 1996 über den schwarzen Tellerrand zu schauen.
Wer heutzutage immer noch der Meinung ist, dass "Nemesis Divina" (SATYRICON) bitteschön der akzeptable Schlußpunkt der Weiterentwicklung im Black Metal zu sein hat, dürfte sich mit "The Burning Dawn" schwer tun.
Alle anderen können sich auf ein abwechslungsreiches und vielschichtiges Album freuen, dass nicht nur viel verspricht (Melodiösität, Eingängigkeit, Härte, Innovation), sondern auch hält. Lediglich "On Poisoned Ground" kann dem hohem Anspruch nicht genügen und verhindert, ebenso wie die Tatsache, dass mit "March of the Adversary" (Intro) und "The Fire, The Faith, The Void" gleich zwei Instrumental-Tracks (von insgesamt 9 Titeln) mit dabei sind, dass "The Burning Dawn" nicht noch heller strahlen kann.

Fazit: An das überragende Debütalbum reicht "The Burning Dawn" nicht ganz heran. Trotzdem hat das Zweitwerk von CLOAK immer noch genügend scharfe Pfeile im Köcher, um sich im neuzeitlichen Wettbewerb der schwarzen Künste gegen ähnlich gelagerte Bands durchsetzen zu können.

8 von 10

https://cloakatlanta.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/cloakofficial


Vorankündigung: DARK EASTER METAL MEETING 2020 - 11. & 12. April - München/Backstage

http://mrw-concerts.de/dark-easter-metal-meeting/

Sonntag, 12. Januar 2020

BEAST OF DAMNATION / "Dawn of the Beast" / Label: Black Sunset / 14 Tracks / 43:10 Min

Seelen gibt es, die an Sterne mahnen, unbemerkt auf sonn'gen Alltagsbahnen; Dämmerung und Finsternis erst sagen euch, wieviel des Lichts sie in sich tragen. (Anastasius Grün)

Das nenn ich mal eine zu gleichen Teilen spannende, als auch verrückte Geschichte zur Entstehung bzw. Veröffentlichung eines Albums.
Wir werfen hierzu kurzeitig die Zeitmaschine an, die uns ins Jahr 2008 zurückkatapultiert, in einen Proberaum irgendwo in Stuttgart. Der ehemalige DEBAUCHERY Live-Gitarrist Michael "Heinze" Heinz (damaliges Pseudonym: Necrophile Bitch Butt Fucker) und der ehemalige BELPHEGOR Drummer Tomasz "Nefastus" Helberg haben eben im Schweiße ihres Angesichts 14 Tracks eingetütet, mit der Absicht, diese so schnell wie möglich zu veröffentlichen. So schnell wie möglich ...
Wir kehren an den Anfangspunkt userer Zeitreise zurück, ins Hier und Jetzt: "Dawn of the Beast" wird veröffentlicht. Ganze 11 Jahre nachdem die Rohfassung des Debütalbums aufgenommen wurde.
Man kann den Schwaben vielleicht einiges "vorwerfen", wie z.B. übertriebene Reinlichkeit (Stichwort: Kehrwoche), oder überdenkenswerte Sparsamkeit (...den Mandl hot scho mei Vaddr traga, jedzd gehörd r dir. Bass druff uf...), eines aber garantiert nicht: Tradition mit Füssen zu treten.
Was uns nun endlich zur Musik bringt.
Denn "Dawn of the Beast" ist old-school as fuck. Ganz in der Tradition der Frühwerke von MAYHEM und DESASTER und "überraschenderweise" auch von BELPHEGOR und DEBAUCHERY. Womit jedem nun klar sein dürfte, dass BEAST OF DAMNATION nichts mit Synthesizer, oder gar Klargesang am Hut haben. Hier gibt der Blastbeat-Knüppel den Takt vor. Hier wird nach allen Regeln der extrem-metallischen Kunst dem gutturalem Gesang (mal auf deutsch, mal auf englisch) gehuldigt. Und das ist gut so!
Weniger gut ist hingegen das Cover-Artwork. Wobei es eigentlich so unterirdisch kacke ist, dass es fast schon wieder anfängt zu gefallen.
Ein Schmankerl noch zum Schluß: Endlich hatte mal jemand die Eier DAS satanischste Lied aller Zeiten ("Hotel California"/EAGELS) zu covern - und das auch noch ansprechend!

Fazit. "Dawn of the Beast" wirkt nicht nur ein wenig aus der Zeit gefallen, es ist es auch - im positiven Sinne. Herzerfrischender (Old-School-)Black-Metal bzw. Extrem-Metal für all jene, die im Grunde genommen nie aufgehört haben nach Stabkirchen Ausschau zu halten.

7.5 von 10

https://beastofdamnation666.bandcamp.com/releases
https://www.facebook.com/BeastOfDamnationGermany


Konzertbericht MOONSPELL + ROTTING CHRIST +SILVER DUST - 15.12.2019 München/Backstage

Kurz vor dem Jahreswechsel lassen MOONSPELL und ROTTING CHRIST auf einer gemeinsamen Tour nochmals die Muskeln spielen und zeigen dabei einmal mehr, dass beide noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Komplettiert wird der vorweihnachtliche Reigen von SILVER DUST aus der Schweiz.


SILVER DUST

Wie die Jungfrau zum Kinde, dürften SILVER DUST wohl nicht zur Tourbeteiligung gekommen sein. Dennoch erschließt es sich den meisten Konzertgängern nicht (erst Recht nicht, nach dem Auftritt der Schweizer), was damit bezweckt werden sollte.
SILVER DUST (© by metal-is-forever-alive)
Wollte der Tourveranstalter Werbung für die Vielschichtigkeit im Metal machen? Wenn ja, dann waren SILVER DUST mit ihrem obskuren Stilmix (Dark Rock, Groove, Power Metal, Thrash, Industrial uvm.) prädestiniert dafür.
Oder wollten die beiden Hauptacts zeigen, dass sie ein Herz für "hoffnungslose" Fälle haben? Dann haben sie mit SILVER DUST einen der Top-Acts aus dieser Kategorie gefunden.
Oder liegen wir mit beiden Vermutungen völlig daneben und SILVER DUST wollten einfach nur ihre Steampunk/Gothica Klamotten vor großen Publikum einmal vorführen dürfen?
Fragen über Fragen. Leider konnte am Ende keine davon beantwortet werden. Nur eines kann nach ca 30 Minuten mit Bestimmtheit gesagt werden: Möge der Schleier des Vergessens sich schnell über diesen Auftritt legen.


ROTTING CHRIST

ROTTING CHRIST (© by metal-is-forever-alive)
Wie gut, dass es nun mit ROTTING CHRIST weitergeht, einer der besten Live-Bands des Planeten. Bereits wenige Sekunden des Openers "666" genügen, um die Gehörgänge durchzupusten und vorangegangene Qualen vergessen zu machen.
Die Griechen setzen dabei wie üblich weniger auf visuelle Effekte (sieht man einmal von den fliegenden Haaren der Musiker ab), sondern lassen musikalische Taten sprechen. Und hier haben ROTTING CHRIST jede Menge zu "erzählen". Können Sakis Tolis & Co inzwischen doch auf 32 Jahre Bandgeschichte zurückblicken und auf eindrucksvolle 13 Longplayer zurückgreifen.
ROTTING CHRIST (© by metal-is-forever-alive)
Dabei herausgekommen ist heute Abend eine 65-minütige Machtdemonstration einer top motivierten und spielfreudigen Band (keine Selbstverständlichkeit nach 49 Konzerten in 52 Tagen), die mit ihrem drückenden und glasklaren Sound nicht nur die Boxen des Backstage Werk bis zum Anschlag strapaziert, sondern auch dem Publikum alles abverlangt. Selbiges geht zu Songs wie "In Yumen - Xibalba", "Kata Ton Daimona Eaytoy", "Fire, God and Fear" oder "Societas Satanas" so dermaßen derbe ab, dass man sich unweigerlich die Frage stellt, wie zum Teufel wollen MOONSPELL das toppen? Den hunderten Kehlen, die nach getaner Arbeit, die Griechen lautstark abfeiern, stellt sich diese Frage offentsichtlich nicht, haben sie doch bereits ihren Headliner gesehen.


MOONSPELL

MOONSPELL (© by metal-is-forever-alive)
Was man anhand der Fanreaktionen nach dem ROTTING CHRIST Gig bereits erahnen konnte, findet nun tatsächlich statt: Ein (wenn auch kleiner) Teil der Zuschauer tritt jetzt schon die Heimreise an und der verbliebene Rest muss nun mit seinen Kräften haushalten, so dass MOONSPELL mit einem (anfänglich) relativ geräusch- und bewegungsreduziertem Publikum vorlieb nehmen müssen.
Da hilft kein Jammern und Wehklagen, also Augen zu und durch. Wobei der Spruch mit den geschlossenen Augen wohl doch keine so gute Idee war, würde man doch so einen durchaus ansprechenden Auftritt von Fernando Ribeiro & Co verpassen. Obwohl sich MOONSPELL um einiges ruhiger als eben noch ROTTING CHRIST präsentieren, was sich in der Natur der unterschiedlichen musikalischen Ausrichtungen erklärt, entwickelt sich (nach Anlaufschwierigkeiten) eine Show, die durchaus der eines Headliners würdig ist.
MOONSPELL (© by metal-is-forever-alive)
Nachdem der Einstieg in das Set mit drei Songs vom aktuellen Album "1755"  noch realtiv verhalten, seitens des Publikums aufgenommen wurde, kommt spätenstens ab Titel Nr. 4 von der Setlist ("Opium") Bewegung und Stimmung in die Menge vor der Bühne. Man kann förmlich die Erleichterung bei Fernando Ribeiro spüren, hier und jetzt doch keinen livehaftigen Schiffbruch erleiden zu müssen.
                                             
MOONSPELL (© by metal-is-forever-alive)
Von hier an frisst ihm das Münchner Publikum nun auch (dankbar) aus der Hand und lässt sich von ihm durch die abwechslungsreiche Setlist leiten. Eine bestens aufgelegte Band, sowie die ein oder andere Showeinlage (u.a. ein Sprung von Fernando in den Fotograben, um Fanhände zu schütteln) runden den Auftritt ab. Der kultige Dreierschlag zum Ende der regulären Spielzeit ("Mephisto", "Vampiria", "Alma Mater") sorgt dann auch noch für Gänsehautfeeling und lässt sogar die Anlaufschwierigkeiten vergessen.
Nach einer kurzen Verschnaufpause kehren MOONSPELL dann nochmals zurück, um mit "Todos os Santos" und "Full Moon Madness" den Deckel auf den Abend zu machen.

Zum Jahresende gab es in München ein Wechselbad der Gefühle zu erleben: SILVER DUST sorgten mit ihrem Auftritt für (zumeist) ungläubiges Schulterzucken und die ein oder andere "What the Fuck?" Fragestellung im Publikum - ROTTING CHRIST haben die Kategorien Euphorie und Ekstase abgedeckt - und MOONSPELL waren für Nostalgie und Routine verantwortlich. Mehr Abwechslung geht kaum. (JK)


Donnerstag, 19. Dezember 2019

NETHERBIRD "Into the Vast Uncharted" / Label: Eisenwald - Soulfood / 7 Tracks / 36:58 Min

Ersuche die Tugend, dass sie dir das Geheimnis des Glücks übergibt. (Victor Hugo)

Vier Longplayer und eine stattliche Anzahl von EPs und Singles; NETHERBIRD sind/waren bisher alles andere als untätig und konnten deshalb auch schon das ein oder andere Schulterklopfen innerhalb der Melo-Black/Death Szene einheimsen. Eines waren ihre bisherigen Veröffentlichungen aber allesamt nicht: überdurchschnittlich, um im entscheidenden Moment die Nase vor der Konkurrenz zu haben.
Mit "Into the Vast Uncharted" (Longplayer Nr. 5) soll nun endlich der Durchbruch gelingen und die Vorzeichen stehen diesmal gar nicht so schlecht.
Nicht nur, dass man die Produktion in die Hände von Dan Swanö legen konnte, auch die Tatsache, dass der Platz hinter den Kesseln mit Fredrik Andersson (ex AMON AMARTH) äußerst prominet besetzt werden konnte, lässt aufhorchen.
Die Zeichen stehen also auf Sturm. Und genauso geht es mit "Saturnine Ancestry" auch los - rasant. NETHERBIRD hätten sich keine bessere Nummer als Opener für "Into the Vast Uncharted" aussuchen können, als eben "Saturnine Ancestry". Vereint dieser Track doch eindrucksvoll die "neue" Reife, mit der NERTHERBIRD nun endlich die von ihnen seit jeher anvisierte Symbiose von Melo-Death- Metal/Black Metal in das in sich stimmige Gleichgewicht bringen. Diese Balance wird auch nicht, wie oftmals in der Vergangenheit, von der Leidenschaft der Schweden für moderene Strukturen (incl. Breaks) ins Wanken gebracht.
"The Obsidian White" ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Melodie und Härte, im selben Atemzug genannt, kein Widerspruch sein muss, und ebenso dafür, dass NETHERBIRD nicht länger mehr für die große Unbekannte auf der schwarz eingefärbten Schwedentodkarte stehen.
Umso mehr, da es NETHERBIRD im fünften Anlauf nun auch geschafft haben mit "Lunar Pendulum" eine Hitnummer zu komponieren.
Doch damit nicht genug. Auch die "ruhigeren" Titel wie "Eventide Evangel" und "Harvest the Stars" funktionieren nun bestens.
Und so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass "Into the Vast Uncharted" das (bisher) beste Werk der sechs Schweden ist, auch wenn ich ansonsten kein Freund von solch' werbestrategischen Phrasen bin.

Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, dass sich die anvisierte Zielkundschaft ausgiebig mit "Into the Vast Uncharted" beschäfftig, und NETHERBIRD letztendlich nicht doch noch um die verdiente Anerkennung gebracht werden.
Also traut euch, ihr DISSECTION-, AMON AMARTH- und DARK TRANQUILITY-Hörer.

8 von 10

https://www.netherbird.com/
https://netherbird.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/netherbird


Vorankündigung: ABBATH + 1349 + VLTIMAS + NUCLEAR - 5.2.2020 München/Backstage

https://backstage.info/

Vorankündigung: BATUSHKA + CLOAK + MOLOCH - 17.1.2020 München/Backstage

https://backstage.info/

Sonntag, 15. Dezember 2019

Konzertbericht INSOMNIUM + THE BLACK DAHLIA MURDER + STAM1NA - 27.11.2019 München/Backstage

Still wie ein Grab? Von wegen! Die aktuelle Konzertreise von INSOMNIUM ist alles, nur nichts für Leisetreter: Tour Like a Grave 2019
Komplettiert wird die Tour von den amerikanischen Death Metal/Metalcore Größen THE BLACK DAHLIA MURDER und der finischen Thrash Kapelle STAM1NA. Eines kann man jetzt schon vorwegnehmen: Hochklassiger und abwechslungsreicher besetzt, als diese Tourzusammenstellung, waren in jüngster Vergangenheit nur wenige. Ergo: Das Werk, die größte der drei Hallen im Backstage ist rappelvoll - und das mitten in der Woche.


STAM1NA

Los geht es an diesem "Heavy Metal Wednesday" (O-Ton STAM1NA) mit unbekümmert gezocktem Thrash Metal, der selbst gestandenen Death Metal Anhängern binnen kürzester Zeit fette Schwitzflecken ins Shirt treibt.
STAM1NA (© by metal-is-forever-alive)
Bei den meisten (so auch mir) dürfte das finnische Quintett bisher komplett unter dem Radar geflogen sein. Warum eigentlich? So wie sich SATM1NA heute Abend hier präsentieren, hat die Truppe definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Sicherlich steht nicht jedem, der auf Melo Death Metal ala INSOMNIUM gebürstet ist, der Sinn  nach einer Thrash Abreibung. Doch alleine die Tatsache, wie druck- und elanvoll STAM1NA auftreten und mit ihren genreuntypischen Anleihen bei Heavy Metal und finnischer Folklore ein ums andere Mal das Momentum für sich zu nutzen wissen, verdient Anerkennung. Da der Großteil der Zuschauer heute Abend ähnliche Gedanken hegt, entwickelt sich der 35-minütige Auftritt von STAM1NA innerhalb kürzester Zeit zu einem kurzweiligem Trip, der nach getaner Arbeit nur Gewinner hinterlässt.


THE BLACK DAHLIA MURDER

Für den nächsten Kontrastpunkt bei diesem Package sorgen THE BLACK DAHLIA MURDER.
THE BLACK DAHLIA MURDER (© by metal-is-forever-alive)
Obwohl Michigan's Finest Death Metal Konglomerat ganz klar dem Todesblei-Spektrum zuzuordnen ist, dürften viele bisher aber einen Bogen um die Truppe gemacht haben. Der Grund hierfür dürfte in der allgegenwärtigen Nähe zum (oftmals) ungeliebten Death Metal Stiefbruder Metalcore zu suchen sein. Auch der relativ unspektakuläre (um nicht monoton zu sagen) Gesangstil von Trevor Strnad trägt sein übriges dazu bei, um ältere Semster davon abzuhalten, wie Rumpelstilzchen abzugehen. So ist der Fokus von THE BLACK DAHLIA MURDER ganz klar auf die U40 (U30?) Gefolgschaft gerichtet.
THE BLACK DAHLIA MURDER (© by metal-is-forever-alive)
Und die fühlt sich von der dreiviertelstündigen Darbietung offentsichtlich gut unterhalten. Nur beim Versuch, einen Moshpit zum Laufen zu bringen, scheitert selbige kläglich. Gerade einmal eine Handvoll Meatlheads lässt sich dazu animieren, hüpft dabei aber eher waldorfschulenmäßig, als martialsich im Kreis herum. Auch das Bühnenacting von THE BLACK DAHLIA MURDER ist ausbaufähig - drei Schritte zurück und drei nach vorne, viel mehr ist nicht. Dafür strotzen die Songs vor Energie: "Jars", "Warborn", "Nightbringers", "Kings of the Nightworld", "Everything Went Black" strapazieren arg die Nackenmuskulatur und schlagen dabei generationsübergreifend Brücken. "Deathmask Divine" beendet einen durchwachsenen Auftritt von THE BLACK DAHLIA MURDER, der am Ende kaum neue Fans gebracht haben dürfte, aber eben auch keine der ersten Stunde verprellt hat.


INSOMNIUM

Nach jeder neuerlichen Veröffentlichung wächst die Anzahl derer an, die vom Melo-Death.Metal der Finnen nicht genug bekommen können. Resultat: Die Hallen werden auf jeder Tour größer. Wenn diese Entwicklung genauso weiter geht, dürfte die aktuelle Tour wohl die letzte sein, bei der man die Truppe noch relativ hautnah erleben kann. Bevor dieser Schritt aber vollzogen werden muss, lasst uns noch den Status qou in relativ intimer Umgebung (gemeinsam mit ca 1000 weiteren Konzertgängern) genießen.
INSOMNIUM (© by metal-is-forever-alive)
INSOMNIUM (© by metal-is-forever-alive)
Los geht's mit einem Doppelschlag ("Valediction", "Neverlast") vom aktuellen Album. Das Erstaunliche daran ist, obwohl "Heart Like a Grave" erst seit wenigen Wochen auf dem Markt ist, dass nahezu die komplette Location dazu so derbe abgeht, als würde wir uns schon im Zugabenblock befinden und die Songs seit etlichen Jahren zum festen Bestandteil jeder Show gehören. Was wiederum beweist, dass INSOMNIUM mit "Heart Like a Grave" alles richtig gemacht haben. Um dies zu unterstreichen kommen heute Abend gleich sechs Tracks (hauptsächlich im Mittelteil der Show) von besagtem Album zu Live-Ehren.
Der Rest der Setlist gleicht einer Best-of-Zusammenstellung, der seit über 15 Jahren andauernden Erfolgsgeschichte, wobei (leider) die ersten beiden Alben gänzlich ignoriert werden.
Ein Umstand, der aber mehr als verschmerzbar ist. Dürfte dies hier und heute doch einer der besten Auftritte von INSOMNIUM sein - ever! Passt an diesem Mittwoch doch einfach alles: Sound, Lightshow, Songauswahl, Band, Publikum - alles top!
Ein weiterer Höhepunkt, wenn nicht gar DER Höhepunkt der Show: "One for Sorrow" in einer Akustik-Version, von Markus Vanhla und Jani Liimatainen, am Bühnenrand sitzend und mit Cowboyhüten austaffiert, vorgetragen. Howdy!
"Heart Like a Grave" setzt den Schlußpunkt hinter eine beeindruckende Performance von INSOMNIUM, die für viele sicherlich zu den Konzert-Highlights des zu Ende gehenden Jahres 2019 zählen dürfte. Wohl dem, der dabei war! (JK)


ALUNAH / "Violet Hour" / Label: Heavy Psych / 8 Tracks / 42:50 Min

Gerade das Abweichen vom Wege des Gewöhnlichen ist für die Vernunft ein Fingerzeig, der sie auf die Strasse zur Wahrheit weist. (Edgar Allan Poe)

Ob sich ALUNAH mit mit ihrer gewagten (Teil-)Neuorientierung (neue Sängerin, neuer Gitarrist, neues Logo, mehr Okkult Rock, weniger Doom) einen Gefallen getan haben, bleibt abzuwarten. Berechtigte Zweifel am Erfolg des neuen Konzepts darf man allerdings schon jetzt anmelden.
Ohne jetzt despektierlich gegenüber den beiden neuen Bandmitgliedern (Siân Greenaway/Vocals & Dean Ashton/Guitar) sein zu wollen, aber das Ehepaar Day ist nun mal nicht gleichwertig zu ersetzen, waren David & Sophie doch Kopf und Seele der Band. Die aktuelle Zusammensetzung ist zwar ebenfalls mit Herzblut dabei und macht ihre Sache im Rahmen der Neuausrichtung ordentlich, aber eben auch nicht mehr.
Vorbei sind erstmal die Zeiten, als man sich von ALUNAH und ihrer mystischen Naturromantik verzaubern lassen konnte. Adieu Leichtigkeit vergangener Tage. Von nun an herrscht (überwiegend) dunkler, groovier Sound über die Szenerie, der in seine besten Momenten ("Violet", "Hunt") durchaus den Schatten des okkulten Beelzebub an die Wand zeichnen kann. Doch was will man mit Schatten anfangen, solange es Bands wie JEX TOTH, WITCHCRAFT & Co gibt, die es vermögen, die Schatten zu Leben zu erwecken.
Viel zu selten blitzt bei ALUNAH nur noch jene Magie auf, die es heutzutage braucht, um im inzwischen bis zum Anschlag gefüllten Zauberkessel des Okkult Rock nicht unterzugehen.
"Hypnotised" und vor allem "Lake of Fire" sind solche Momente, die die Hoffnung nähren, dass ALUNAH es nochmals packen können und nicht im Dämmerlicht der "Violet Hour" verschwinden werden.  (JK)

5 von 10

https://alunah.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/alunah.doom