Das Glück muss entlang der Strasse gefunden werden, nicht am Ende des Wegs. (David Dunn)
Zuerst die gute Nachricht: TONY MILLS scheint dem Stress eines "Rockstars" wieder vollens gewachsen zu sein.
War das überraschend starke Comeback-Album "Over My Dead Body" (Review-Link) noch unter der Kategorie "Traumaverarbeitung" (Herzinfarkt, 2 OPs) einzuordnen, legt der Mann zwei Jahre später mit "Streets of Chance" nun nach und will nochmals voll durchstarten.
Nun die schlechte Nachricht: "Streets of Chance" schmiert im Vergleich zum 2015er Album um Längen ab.
Verschwunden ist die gesunde Härte, mit der "Over My Dead Body" noch aufwarten konnte und auch der leichte Prog-Einfluss, der das Album damals aus der breiten Masse hervorhob, ist wie weggeblasen.
Das alles wäre aber nur halb so schlimm, kämen die neuen Stücke nur auf den Punkt. Leider ist dies aber häufig nicht der Fall.
Stattdessen macht sich vielzuoft monotones Songwriting breit, was wiederum zur Folge hat, dass das Album nahezu keinen Wiedererkennungswert hat.
Zudem beschleicht einen ständig das ungute Gefühl, dass "Streets of Chance" mit Tracks vollgepackt wurde, die SURVIVOR vor Jahrzehnten schon (zurecht) auf den AOR-Komposthaufen entsorgt hatten.
Und wären da nicht die beiden Highlights "Seventh Wonder" und "Weighting Me Down", sowie TONY MILLS wunderbare Stimme, die selbst mittelmäßigen Songs (zumindest etwas) Leben einhauchen kann, könnte man dieses Album als homöopathische Einschlafhilfe vermarkten.
Ich für meinen Teil, pfeiff mir jetzt erstmal eine Packung Baldrian rein, um wieder wach zu werden und kram danach die alten SURVIVOR und TNT Platten raus. (AS)
4 von 10
https://www.facebook.com/Tony.Mills.Official
Falls es noch irgendjemand interessiert - auf "Streets of Chance" war ein illustrer Haufen von mehr oder weniger bekannten Musikern involviert:
- Joel Hoekstra (WHITESNAKE, NIGHT RANGER)
- Tommy Denader (RADIOACTIVE, ALICE COOPER)
- Neil Frazer (TEN, RAGE OF ANGELS)
- Pete Fry (FARCRY)
- Toine Vanderlinden (MARTYR)
- Linda Mills (DOLLS OF DISASTER)
- Robby Boebel (FRONTLINE, EVIDENCE ONE)
- Eric Rango (JOE LYNNE TURNER)
- Pete Newdeck (TAINTED NATION, THE SHOCK)
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Donnerstag, 5. September 2019
Mittwoch, 8. Juni 2016
TEMTRIS / "Enter The Asylum" / Battlegod Productions / 12 Tracks / 51:32 Min
Nicht alles, was zusammen gehört, passt auch wirklich zusammen.
Kennt ihr das? Man geht mit einem Menschen durch Dick und Dünn und hat zusammen auch schon so manche Höhen und Tiefen durchlebt, muss am Ende aber feststellen, dass die Beziehung letztendlich doch nicht der Weisheit letzter Schluß ist.
Ähnlich verhält es sich (meiner Meinung nach) mit TEMTRIS und ihrer Sängerin. Warum? Nun, zum einen hat die Dame am Mikro (Genevieve Rodda) die besondere Gabe, die Töne gerne mal etwas schief durch den Äther zu jagen und zum anderen ist die Klangfarbe ihrer Stimme zuweilen sehr gewöhnungsbedürftig.
So kommt es wie es kommen muss - auf dem kompletten Album ist nur ein eniziger Song ("Lament") bei dem Musik und Vocals gut zusammen passen. Wirklich schade, denn musikalisch haben TEMTRIS nämlich einiges auf der Pfanne. Die Australier bieten auf "Enter the Asylum" feinsten Power Metal an, der ab und zu über den Genre-Tellerrand, Richtung Thrash (sehr dezent) schielt und von vorne bis hinten mit eingängigen Melodien und starken Soli gesegnet ist. Jeder Song auf "Enter the Asylum" ist im Prinzip ein Genuß, kraftvoll und mega-eingängig, sodass das Album im Normalfall als "Kaufempfehlung" durchgehen würde - wenn da nur nicht Frau Rodda mit ihrer eigenen Interpretation der Tonleiter wäre.
Fazit: Musikalisch Top - stimmlich ausbaufähig.
Für alle, die fünfe gerade sein lassen können und Bands wie z.B. BATTLE BEAST mögen sind TEMTRIS eine lohnende Anschaffung. Alle anderen sollten vorab mal reinhören, um abzuklären, ob man mit Frau Rodda klar kommt. TEMTRIS als überaus talentierten Geheim-Tipp abspeichern sollten aber auf jeden Fall alle. (JK)
6 von 10
Kennt ihr das? Man geht mit einem Menschen durch Dick und Dünn und hat zusammen auch schon so manche Höhen und Tiefen durchlebt, muss am Ende aber feststellen, dass die Beziehung letztendlich doch nicht der Weisheit letzter Schluß ist.
Ähnlich verhält es sich (meiner Meinung nach) mit TEMTRIS und ihrer Sängerin. Warum? Nun, zum einen hat die Dame am Mikro (Genevieve Rodda) die besondere Gabe, die Töne gerne mal etwas schief durch den Äther zu jagen und zum anderen ist die Klangfarbe ihrer Stimme zuweilen sehr gewöhnungsbedürftig.
So kommt es wie es kommen muss - auf dem kompletten Album ist nur ein eniziger Song ("Lament") bei dem Musik und Vocals gut zusammen passen. Wirklich schade, denn musikalisch haben TEMTRIS nämlich einiges auf der Pfanne. Die Australier bieten auf "Enter the Asylum" feinsten Power Metal an, der ab und zu über den Genre-Tellerrand, Richtung Thrash (sehr dezent) schielt und von vorne bis hinten mit eingängigen Melodien und starken Soli gesegnet ist. Jeder Song auf "Enter the Asylum" ist im Prinzip ein Genuß, kraftvoll und mega-eingängig, sodass das Album im Normalfall als "Kaufempfehlung" durchgehen würde - wenn da nur nicht Frau Rodda mit ihrer eigenen Interpretation der Tonleiter wäre.
Fazit: Musikalisch Top - stimmlich ausbaufähig.
Für alle, die fünfe gerade sein lassen können und Bands wie z.B. BATTLE BEAST mögen sind TEMTRIS eine lohnende Anschaffung. Alle anderen sollten vorab mal reinhören, um abzuklären, ob man mit Frau Rodda klar kommt. TEMTRIS als überaus talentierten Geheim-Tipp abspeichern sollten aber auf jeden Fall alle. (JK)
6 von 10
Dienstag, 30. Juni 2015
TONY MILLS / Over My Dead Body / Battlegod Productions / 11 Tracks / 52:25 Min
Da musiziert so manch talentierte Künstler über Jahre und Jahrzehnte im Underground vor sich hin, ohne dass sich kaum jemand dafür interessiert. Dieses harte Los teilt mehr oder weniger auch TONY MILLS. Zwar war der Brite langjähriges Mitglied bei SHY, hat einige Solo-Alben aufgenommen und war zwischen 2007 und 2013 bei TNT am Mikro. Aber sind wir mal ehrlich, wer von euch hat davon was im Regal stehen? Schade eigentlich, denn der Mann kann was. Nach seinem "On Tour" erlittenem Herzinfarkt, den er nur denkbar knapp überlebte, ist einige Zeit vergangen. Jetzt meldet sich der Ausnahmesänger mit "Over My Dead Body" eindrucksvoll zurück und verarbeitet seine "Nahtoderfahrung" mit diesem Album. Das schöne an diesem Album mit seinen 11 hochmelodischen Titeln, die in die Schnittmenge von Hard Rock (TNT), AOR (JOURNEY) und Prog (QUEENSRYCHE) komponiert wurden, ist die Tatsache, dass es mit jedem Durchlauf an Grösse gewinnt. So entwickeln sich Songs wie "My Death", "28 Flights", "Northern Star" oder "We Should Be On by Now" innerhalb kürzester Zeit zu wahren Ohrwürmern, die einen in der Folge dann so schnell nicht mehr loslassen. Da auch der Rest überzeugen kann, das ganze mit einer erstklassigen Band eingespielt wurde und die Produktion ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist, kann man, ohne sich dabei in die Nesseln zu setzen, dem Album schon jetzt einen der vorderen Plätze (in der entsprechenden Kategorie) im "Jahrespoll 2015" reservieren. (AS)
8.5 von 10
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