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Donnerstag, 11. Juni 2020

ILATHAR / "A Vessel of Echoes" / Label: self-released / 8 Tracks / 37:01 Min

Denn wir sind nur die Schale und das Blatt: Der große Tod, den jeder in sich hat, das ist die Furcht, um die sich alles dreht. (Rainer Maria Rilke)

ILATHAR ist ein Ein-Mann-Projekt aus Österreich, dass sich dem Folk- und Black-Metal verschrieben hat. So wird "A Vessel of Echoes" zumindest im Promo-Begleittext angekündigt. Hört sich doch vielversprechend an, oder? Also schnell die Play-Taste gedrückt, um sich einen ersten Eindruck von ILATHAR zu verschaffen. Der erste Titel nennt sich "Cairns" und weiß durchaus zu gefallen, vor allem durch seine depressiv-melancholische Grundstimmung. Nichtsdestotrotz finde ich es mutig, wenn nicht gar gewagt, ein Album, noch dazu ein Debütalbum, mit einem überlangen Instrumental-Track zu eröffnen. Aber geschenkt. Zumal das nun folgende "Hoarfrost" mit Vocals aufwarten kann. Die Freude darüber hält aber nicht sehr lange an, sofern man hier überhaupt von Freude sprechen kann. Dazu ist die "gesangliche" Darbietung einfach zu erbärmlich. Selbst mit viel Wohlwollen kann man dies nicht als Black Metal Ausdrucksform durchgehen lassen. Stellt euch einen von Heiserkeit geplagten, krächzenden RUMMELSNUFF vor, und ihr habt die ungefähre Richtung. Leider rückt man mit diesem Vergleich Roger Baptist aka Rummelsnuff in ein schlechtes Licht, wofür ich mich hier an dieser Stelle beim Bratwurstzangen-Poeten entschuldigen möchte. Aber zurück zu "A Vessel of Echoes". Schließlich enthält dieses Gefäß noch weitere Echos aus dem "Tonstudio" von ILATHAR.
Insgesamt enthält das Erstlingswerk des Niederösterreichers 8 Tracks - drei davon sind mit Vocals ausgestattet, fünf sind rein instrumental. Ilathar hat dabei nicht nur sämtliche Instrumente selbst eingespielt (Ausnahme Drums), sondern hat zudem auch noch Recording, Mix und Mastering übernommen. Wobei einem dabei ständig das ungute Gefühl beschleicht, dass ILATHAR sich auch hier verhoben hat.
Ein paar (kleine) Lichtblicke gibt es aber trotzdem.
Nachdem der Erstkontakt mit Ilatahrs Vocals einem gründlich die Petersilie verhagelt hat, kann man den beiden weiteren Tracks, die mit seiner "Gesangsleistung" aufwarten können, zumindest einen rohen Black Metal Charakter nicht absprechen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Anders verhält es sich mit den Instrumental-Tracks, die allesamt gut reinlaufen. So dass man sich zumindest damit anfreunden könnte. Allerdings in einem anderen Kontext - beispielsweise auf einem reinen Instrumental-Album.

Fazit: ILATHARs Erstlingswerk macht es einem wahrlich nicht leicht, eine Bewertung zu finden, die dem Album gerecht werden würde. Dazu ist das Album in sich einfach zu widersprüchlich.
Black Metal? Nur bedingt. Dabei aber in einer nicht wirklich ansprechenden Art und Weise.
Folk Metal (wie im Promo-Begleittext angekündigt)? Nullkommanichts.
So bleibt am Ende nur eine Instrumental-EP übrig, auf der sich drei Titel mit Vocals verirrt haben.
Ob dies als Kaufempfehlung genügt, darf jeder für sich selbst entscheiden. (JK)

3 von 10

https://www.facebook.com/ilathar.music/


Sonntag, 1. März 2020

CHAOS PATH / "Downfall" / Label: self-released / 8 Tracks / 34:21 Min

Chaos ist das Wort, das wir für eine Ordnung erfunden haben, die wir nicht verstehen. (Henry Miller)

"Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Lösen sie hier und jetzt ihr Ticket, für eine Achterbahnfahrt der Gefühle, auf dem Jahrmarkt der metallischen Genre-Eitelkeiten". So, oder so ähnlich, könnte man am Eingang des Devil-Playgrounds in der Hölle empfangen werden, sofern es so was geben würde.
Mit absoluter Sicherheit hingegen gibt es CHAOS PATH. Und hier ist der Name wirklich mal Programm - aber so was von!
Mit ihrem facettenreichen Mix aus Black Thrash, Heavy Metal und Death Metal, der gelegentlich DESASTER in Erinnerung ruft, konnte das Kasseler Quintett bereits vor Jahresfrist mit ihrer EP "The Awakening" ein Ausrufezeichen im metallischen Untergrund setzen.
Nun lassen CHAOS PATH mit "Downfall" ihren ersten Longplayer folgen. So weit, so gut.
Weniger gut ist, dass "Chaos Path" nicht richtig zünden will - zumindest bei mir nicht. Ob es daran liegt, dass der Reiz des Neuen bereits verflogen ist, oder daran, dass es CHAOS PATH diesmal nicht geschafft haben, das Niveau der Songs gleichmäßig hoch zu halten, erschließt sich mir auch im fünften Durchgang nicht gänzlich. Ist "Downfall" doch alles andere als ein Langweiler.
Songs wie "The Living Flame", "White Kingdom of Ice (An Ancient Story)", oder "Hallowed 'til the Downfall" liegen weit über Genredurchschnitt.
Vielleicht erklärt sich meine Ratlosigkeit aber damit, dass CHAOS PATH ihr Debütalbum mit drei eher unscheinbaren Songs eröffnen. Oder damit, dass die beiden deutschsprachigen Titel ("Der Blutmarsch" und "Unter Wölfen"), mit denen CHAOS PATH für Abwechslung sorgen (wollten), auf einen VARG Album besser aufgehoben wären. Oder einfach nur daran, dass ich immer noch der Meinung bin, dass die Vocal-Klangfarbe von Ancient Weapon (Dirk Schneider) nicht 100%ig zum gebotenen Stilmix passt.
Letztendlich ist dies aber alles Geschmackssache. Womit CHAOS PATH mit ihrem Debütalbum aber zumindest eines erreicht haben - im Gespräch zu bleiben. Und sei es nur, wegen meiner nicht ganz so üppig ausfallenden Bewertung, die im Vergleich zu anderen Online-Magazinen etwas aus der Reihe tanzt. (JK)

6.5 von 10

www.chaos-path.de/
www.facebook.com/chaospath666
www.chaospath.bandcamp.com/

Donnerstag, 5. September 2019

THUNDERCROW / "Heavy Metal Space Cowboy" / Label: / Tracks / 42:53 Min


Bei Lichte besehen ist die Welt viel kleiner als man meint: Alles steht zueinander in Beziehung! (Multatuli)

Inzwischen dürfte in der Sparte Heavy Metal alles ausprobiert worden sein, was möglich ist: Power - Speed - Symphonic - Progressiv  ... und was es sonst noch gibt.
Warum zur Abwechslung nicht einfach mal wieder zurück zu den Wurzeln?
Das dachten sich wohl auch Ace the Base, Nicky Peach & Mäx (seinen Platz hat inzwischen Sasha eingenommen) und gründeten 2014 THUNDERRCROW.
Mit ihrem Mix aus klassischem Heavy Metal und ein wenig Thrash, sowie einer ordentlichem Portion Rock'n'Roll dürfte das Trio aus Thüringen nicht nur bei mir offene Türen einrennen. Mit treibenden Riffs, die groovesicher von Bass und Drums unterstützt werden, lassen THUNDERCROW vor allem in der ersten Albumhälfte nichts anbrennen.
Egal, ob man sich den Opener "Welcome to the Show", der zum Mitgrölen einlädt, zu Gemüte führt, das zum Thrash tendierende "Alcohol Is My Religion" (ONKEL TOM bzw SODOM hätten es nicht besser hinbekommen) einverleibt, oder den Doublebassklopfer "Feed the War" konsumiert - eines ist gewiss: Der Reflex, den Repeat Button drücken zu wollen.
Die zweite Albumhälfte kann da nicht mehr ganz mithalten, hat aber trotzdem seine starken Momente.
Und mit "A Stom Will Rise" beenden THUNDERCROW das Album dann auch wieder genauso groovy und eingängig wie auf der ersten Albumhälfte.
Nur der Titelsong "Heavy Metal Space Cowboy" will (zumindest bei mir) auch im x-ten Durchlauf nicht zünden.

Fazit: THUNDERCROW hauen mit "Heavy Metal Space Cowboy" die wohl größte Überraschung des Jahres aus dem oldschool-lastigem Heavy Metal Underground raus. Unbedingt antesten! (JK)

8.5 von 10

https://www.facebook.com/thundercrowofficial/

Mittwoch, 22. August 2018

EUPHOREON / "Ends of the Earth" / Label: Self-Released / 7 Tracks / 47:57 Min

Den besten Gebrauch von seinem Leben, macht derjenige, der es einer Sache widmet, die ihn überdauert. (William James)

Was passiert, wenn zwei stoische Einzelgänger zusammentreffen? Entweder man schweigt sich an, oder wie im Fall von EUPHOREON, man entdeckt einen gemeinsamen Nenner und geht vortan als (musikalsiches) Duo durchs Leben.
In real existiert das musikalisches Duo Matt Summerville und Eugen Dodenhoeft, so die Namen der beiden Protagonisten, allerdings zumeist nur im Cyberspace, liegt zwischen den Wohnorten der beiden Musiker doch eine Distanz von ca 18.000 km.
Das erste Lebenszeichen der Zusammenarbeit erblickte 2011 das Licht der Metalwelt, sieben Jahre später folgt mit "Ends of the Earth" nun endlich der zweite Lonplayer von EUPHOREON. Geboten wird feinster Melo-Death, der sich in den selben Gefilden heimisch fühlt, wie beispielsweise WINTERSUN, KALMAH, BE'LAKOR oder FAR BEYOND, was übrigens das zweite Betätigungsfeld von Eugen Dodenhoeft ist.
Nach relativ verhaltenem Beginn (im Vergleich zum Rest des Albums), steigert sich "Ends of the Earth" in der Folge von "solide" hin zu "erstklassig" und nimmt dabei so mächtig an Fahrt auf, dass oben genannte Bands Gefahr laufen könnten, ins Hintertreffen zu geraten.
Mit enormer Leidenschaft komponieren/spielen sich Summerville und Dodenhoeft durch die energiegeladenen Kompositionen und loten dabei die Ballance von Melodie und Härte jedesmal aufs neue aus.
Großartige Melodien, in sich stimmige orchestrale Arrangements und Chöre, die im Hintergrund fleißig mitarbeiten, tragen zudem dazu bei, dass "Ends of the Earth" erhaben über die erschaffenen epischen Klanglandschaften schwebt und so jedem Anhänger dieser Stilrichtung das Herz aufgehen lassen.
Abwechslung wird auch geboten, wenn auch nur marginal. Meistens drehen die Beiden nur ein klein wenig an den Stellschrauben der einzeln Songs, dies aber so gekonnt und mit viel Phantasie, um dem jeweiligen Track genügend Eigenständigkeit mitzugeben, dass er ein eigenes Gesicht bekommt und trotzdem als passendes Puzzelteil für das Gesammtbild erhalten bleibt.

Fazit: Sieben Jahre nach ihrem Debütalbum melden sich EUPHOREON mit "Ends of the Earth" eindrucksvoll zurück und setzen die Konkurrenz damit kräftig unter Druck. Wer auf Melo-Death mit Folk und Pagan Tendenzen steht, sollte EUPHOREON unbedingt mal antesten. Es lohnt sich!  (JK)

Anspiel-Tipps: "The Grand Becoming", "Mirrors", "Ends of the Earth"

8.5 von 10


http://www.euphoreon.com

Samstag, 25. November 2017

TARANTIST / "Not a Crime" / Label:self-released / 14 Tracks / 48:20 Min

Teil 2 unserer (unregelmäßigen) Serie, in der wir Underground-Bands vorstellen, die noch bei keinem Label unter Vertrag sind, führt uns diesmal in den Iran.

TARANTIST ist eine vierköpfige Band, die ursprünglich aus Teheran stammt und um die Jahrtausendwende gegründet wurde.
2008 entschied man sich in die USA (Los Angeles) umzusiedeln, da man den Umgang mit westlicher Musik im eigenen Land leid war.

Auch wenn man bei TARANTIST von keiner typischen Metal-Band sprechen kann, dazu ist die Musik einfach zu vielschichtig und (oftmals) zu wenig gitarrenorientiert, bringen die Iraner trotzdem einiges mit, was den breit aufgestellten Rock- und Alternative-Fan ansprechen könnte.
Neben einer schönen Ballade "I Become God", die man sich so auch auf einem Solo-Album von SERJ TANKIAN hätte vorstellen können, bieten TARANTIST vor allem jede Menge rockige Klänge an, die man in ähnlicher Form von russischen Rockbands, Ende der 80er, gehört hat. Hier wären vor allem KINO und ALISA zu nennen. Mit viel Phantasie und einem kräftigen Zug aus der Shisha lassen sich vereinzelt auch noch KNORKATOR heraushören.
Dieser zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftige Mix wird zudem ständig mit orientalischen Instrumenten und Melodien erweitert, was unter dem Strich aber eindeutig als Zugewinn zu werten ist. Gesungen wird, bis auf ganz wenige Ausnahmen, auf persisch (Farsi), was den Exotenstatus, den TARANTIST definitiv inne haben, nochmals unterstreicht.

Wer meint, dass er diesem Stilmix gewachsen ist, folgt einem der unten stehenden Links, um sich noch mehr Information anzulesen, oder, um mit TARANTIST in Kontakt zu treten und sich "Not a Crime" zu bestellen. (JK)

Anspiel-Tipps: "I Become God", "Reflection", "Pills", "Soldiers"




TARANTIST Online:

www.TarantisT.com (merchandise available here)
iTunes: TarantisT
Spotify and Pandora: @TarantisT
Twitter: @TarantisT
TARANTIST:
Arash - Bass Guitar & Vocals
Arsy - Guitars
MadMetal - Vocals
Aidin - Guitars, Vocals

Samstag, 11. November 2017

SOLITARY RITUAL / "Solitary Ritual" / Label: self-released / 6 Tracks / 39:29 Min

Der Einsame ist nur der Schatten eines Menschen, und wer nicht geliebt wird, ist überall und mitten unter allen einsam. (George Sand)

Ein Zitat, das in Bezug auf die erste (und hoffentlich letzte) Veröffentlichung von SOLITARY RITUAL wie die Faust auf's Auge passt.

Bei SOLITARY RITUAL handelt es sich um das Ein-Mann-Projekt von Giorgos Triantafyllou, der damit (O-Ton Giorgos Triantafyllou) seine künstlerische Ader ausleben möchte - sowohl als Musiker, als auch Dichter.
Da er (ebenfalls O-Ton Giorgos Triantafyllou) zwar einen breitgefächerten Musikgeschmack habe, sich aber am ehesten mit Metal identifizieren kann, lag es nahe, eben diesem Genre, sein Debütalbum hinzuzufügen.
Soweit die Theorie. Kommen wir nun zur Praxis.
Und hier können wir uns kurz fassen: Musikalisch gesehen hat das Album absolut nichts mit Metal zu tun! 
Ich würde sogar soweit gehen wollen, zu behaupten, dass dieses Album überhaupt nur mit gaaaaaaaaaanz viel Wohlwollen irgendeinem Genre zugeordnet werden kann.
Die meisten Kritiker würden sich wahrscheinlich sogar weigern, zu bestätigen, dass es sich hierbei um "Musik" eines erwachsenen Menschen handeln könnte.
Songwriting: Auf dem Niveau eines Grundschülers. Gesang: Welcher Gesang? Ein halbes Hähnchen singt besser. Instrumentalisierung: Eine Beleidigung für jeden Programmierer. Spassfaktor: Vorsicht Suizidgefahr!

So erübrigt sich jedes weitere Wort - Hände weg von SOLITARY RITUAL!

Anmerkung: Der halbe Bewertungpunkt bezieht sich nicht auf den "musikalischen" Wert der Veröffentlichung, sondern auf das Coverartwork und darauf, dass sich gottlob nur sechs Tracks auf das Album verirrt haben. Mehr wäre auch kaum zu ertragen gewesen.  (JK)

0.5 von 10

Montag, 23. Oktober 2017

BURNING SHADOWS / "Truth in Legend" / Label: Eigenproduktion / 8 Tracks / 55:02 Min

Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen (Rabindranath Thakur).

Die US-Amerikaner von BURNING SHADOWS sind so ein Paradebeispiel dafür, dass man seine Träume niemals aufgeben darf.
Das Quartett aus Savage in Maryland (ein Stadtname, wie gemacht für Heavy Metal) spielt sich seit der Jahrtausendwende die Finger wund und liefert in regelmäßigen Abständen qualitativ hochwertige Metal-Kost ab.
Nur Aufmerksamkeit und/oder Anerkennung haben sie damit bisher noch nicht erhalten. Wirklich schade.
Macht aber eigentlich (fast) nichts aus. Denn, die Jungs haben trotz fehlendem Zuspruch ihren Spaß an dem, was sie machen und das spürt man auf "Truth in Legend" in jedem Moment.
Mit einem Stilmix, welcher irgendwo zwischen episch, groovend und aggressiv pendelt, sowie den schönen Instrumentalparts, schaffen es BURNING SHADOWS über das gesamte Album, den Hörer bei Stange zu halten.
In seinen besten Momenten erinnert das Album nicht nur an JAG PANZER, BROCAS HELM und ICED EARTH, nein, BURNING SHADOWS können diese Kapellen sogar oftmals übertrumpfen.
Hört euch nur das facettenreiche 13-minütige Epos "Deathstone Rider" oder den flotten Opener "Day of Darkness" an. So abwechslungsreich und knackig wurde schon einige Jahre nicht mehr Werbung für das vor sich hin darbende Pflänzchen, der Gattung US-Power-Metal, gemacht.
Auch beim Coverartwork können BURNING SHADOWS locker mit den Platzhirschen mithalten. Kein geringerer als J.P. Fournier, der u.a. auch schon für AVANTASIA, EDGUY und IMMORTAL die Feder geschwungen hat, ist wieder für die optische Gestalltung verantwortlich.

Fazit: Mit "Truth in Legend " könnte BURNING SHADOWS der Durchbruch gelungen sein. Das Album ist einfach viel zu stark, um ignoriert zu werden. Hoffentlich wachen nun auch die Labels auf und nehmen einen der vielversprechendsten Acts der letzten Jahre aus diesem Genre endlich unter Vertrag.
Dies würde wiederum beweisen, dass harte Arbeit und das Festhalten an seinen Träumen letztendlich doch zum Erfolg führt. (JK)

8 von 10

http://burningshadows.com/
https://www.facebook.com/bsmetal 

Freitag, 7. Juli 2017

BEAR MACE / "Butchering The Colossus" / self-released / 8 Tracks / 39:21 Min

Ab sofort werden wir euch in unregelmäßigen Abständen Bands vorstellen, die ihre Musik in Eigenregie (self-released) veröffentlichen, also momentan ohne Label dastehen.

Da wir der Meinung sind, dass unsere Musik (egal welches Genre) ohne Underground-Veröffentlichungen nie so groß und erfolgreich geworden wäre, möchten wir dazu animieren, nicht nur den namhaften Acts Beachtung zu schenken, sondern auch den bis dato noch unbekannten Bands, zumindest ab und zu mal ein Ohr zu leihen. Der Idealfall wäre natürlich, wenn ihr die Bands unterstützen würdet.

Den Anfang machen heute BEAR MACE aus Chicago/USA.

Der Bandname entsprang einer hitzigen Debate, zwischen Sänger Lord Devourer und Gitarrist Crossbow Death, was den zu tun sei, wenn eine Schule von einem Grizzly Bären (wer kennt das Problem nicht) angegriffen würde.
Kurz bevor die Debate handgreiflich wurde, entschied man sich seine Energie doch lieber in die Gründung einer Band zu stecken.
Da genannte Herren aus Chicago stammen, laut Statistik (Mordrate) die gefährlichste Stadt der USA, und zudem Fans von BOLT THROWER, MASSACRE und DEATH sind, war man sich relativ schnell einig, dass BEAR MACE nur glaubhaft rüberkämen, wenn man selbst auch (Oldschool-) Death Metal machen würde.
Das erste Lebenszeichen liegt nun in Form von "Butchering the Colossus" vor und wartet darauf, von euch angetestet zu werden.

https://www.facebook.com/bearmace1

Mittwoch, 10. August 2016

AFSKY / "Afsky" / Self-Released / 3 Tracks (EP) / 17:58 Min

AFSKY ist das Soloprojekt von Ole Luk, den einige von euch als Mitglied von SOLBRUD kennen dürften. Auf der selbstbetitelten Debüt-EP "Afsky" schmieden  AFSKY einen rauen, depressiven Black Metal, der seinen Ursprung tief in den Skandinavischen Wäldern hat. Alle drei Tracks leben von der frostigen Atmosphäre, die einem allenthalben entgegenschlägt - AFSKY scheuen aber auch nicht davor zurück, Melodie (wohl dosiert), Post Rock, Doom und nordische Folk-Elemente (selten) zu integrieren, was den Songs insgesamt zu einer beklemmend schönen Stimmung verhilft.
Das Tempo auf "Afsky" variiert - von langsamen, sphärischen Akustik-Parts, über doomiges Mid -Tempo, bis hin zu Blastbeats, ist alles dabei was das schwarze Herz begehrt.
Die Vocals sind schwarzmetalisch gehalten. Klargesang? Nicht mal ansatzweise. Ole Luk keift sich durch alle drei Songs, dass es eine wahre Freude ist.

Fazit: AFSKY sind ein ganz heißer Tipp für alle Black Metal-Jünger, die nicht nur auf reine Prügelkapellen stehen und zudem noch, tief in ihrem Inneren, eine Ecke für deppressive Momente reserviert haben. Antesten - es lohnt! (JK)

8 von 10

https://afskyafsky.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/afskymusic/

Sonntag, 7. August 2016

DER ROTE MILAN / "Aus der Asche" / Self-Release / 8 Tracks / 39:01 Min

Biologisch - Der rote Milan (Milvus Milvus) ist eine etwa mäusebussardgroße Greifvogelart aus der Familie der Habichte.
Musikalisch - DER ROTE MILAN (Musicum Nigrum Metallicum) ist eine etwa 5-köpfige Black Metal Band aus Trier und gehört zur Familie von Markus Stock (EMPYRIUM, THE VISION BLEAK), der das Album produziert hat.
Während der vom Aussterben bedrohte Vogel, akustisch gesehen, ein eher ruhiger Geselle ist, sieht man einmal von seinem typischen Laut (ein hohes schrilles, langgezogenes Wiiieeh) ab, verhält es sich mit seinem schwarzmetallischen Namensgenossen konträr.
Die Band, deren Mitglieder sich Namen gegeben haben, die an die erste Ziehung der Lottozahlen anno 50 v. Chr. in Rom angelehnt sein müssen - I, II, III, IV, V, und überraschenderweiße VI - bevorzugt nämlich eine Geräuschkulisse, die sich am besten mit rasend, frostig und brutal beschreiben lässt.
Die Gitarren (man gönnt sich den Luxus zweier Gitarren) schneiden mit kalter Klinge tief ins Fleisch des Hörers, die Vocals (von III) sind Trve as fuck und angeblich auf deutsch (man versteht eh kein Wort) und der Mann (IV) hinter den Kesseln jagt einen Geschwindigkeitsrekord nach dem anderen - kurz gesagt: "Aus der Asche" ist ein Festmahl für jeden Oldschool-Schwarzkittel und ein niederstreckener Schlag in die Fresse für jeden zartbesaiteden Freund avantgardistischer Klänge.
Trotz alledem ist das Album abwechslungsreich - sparsam gesetzte Tempowechsel und Akustikpassagen, geschickt integrierte Melodien (jene der erhabenen Art), ein bisschen Atmosphäre hier, ein bisschen Melancholie dort und zu guter Letzt noch ein paar, vereinzelt gestreute Überraschungsmomente machen aus dem Debütalbum von DER ROTE MILAN ein hörenswertes Album. 

Fazit: Der rote Milan war der Vogel des Jahres 2000 - DER ROTE MILAN hat das Potenzial Black Metal Newcomer des Jahres 2016 zu werden. (JK)

8 von 10

LINE-UP
I : Git
II: Git
III: Voc
IV: Dr
V: B
VI: Geist

https://www.facebook.com/derrotemilan
http://unholyconspiracydeathwork.bigcartel.com

Sonntag, 24. Januar 2016

ABSENT/MINDED / "Alight" / Self-Released / 6 Tracks / 45:55 Min

Hell Yeah - Die Fränkische Sludge/Doom Walze ABSENT/MINDED nimmt wieder Fahrt auf! Wie schon auf den beiden Vorgängeralben ("Pulsar" und "Earthtone") spielen ABSENT/MINDED auch auf Album Nr. 3 "Alight" mit ihrem speziellen Mix, in dem sich Sludge, Doom und Post Rock überschneiden, gekonnt mit der Stilvielfalt. Shouter Steve fügt mittels seinen Vocals sogar noch Black/Death Einflüsse hinzu. AHAB lassen grüßen, obwohl die Growls nicht ganz so markerschütternd sind, wie bei Daniel Droste. Wenn man jetzt noch zusätzlich die Namen THE ORDER OF ISRAFEL und CULT OF LUNA mit ins Spiel bringt, hat man die ungefähre Richtung, mit der die Truppe aus Bamberg versucht euch den Schädel zu spalten.
Zudem mischen die Franken immer mal wieder melodische Instrumentalparts in ihren kraftvollen Sound, sodass gelegentlich epische Klangwelten, wenn auch nur für kurze Momente, vor dem geistigen Auge erscheinen. Die Grundstimmung der einzelnen Songs ist ziemlich düster gehalten, was aber sehr gut zum Doom-Fundament passt, auf das ABSENT/MINDED ihren Sound aufbauen.
Rein musikalisch ist ABSENT/MINDED also absolut nichts vorzuwerfen. Auch die roh wirkende Produktion passt hervorragend ins Gesamtkonzept - nur - und hier entscheidet es sich, ob es sich um ein Top-Album, oder es sich "lediglich" um ein gutes Album handelt - nur - an der Eingängigkeit und (tendenziell) an der Abwechslung hakt es noch manchmal.

Fazit: Insgesamt kann man ABSENT/MINDED eine ziemlich reife Leisung bescheinigen, auch wenn hier und da noch etwas an der Feinjustierung und an der Abwechslung gearbeitet werden sollte. Dennoch sollte man die Band mit mindestens einem Auge im Blick behalten. Wer oben genannte Bands zu seinen Favoriten zählt, sollte allerdings schon jetzt zuschlagen und sich "Alight" einverleiben. (JK)

7.5 von 10

http://www.aminded.com
http://www.facebook.com/aminded
https://aminded.bandcamp.com

Montag, 17. August 2015

KORE ROZZIK / Rock Star (Single) / Self-Released / 1 Track / 3.44 Min

In keinem anderen Land der Erde lebt der Traum: "vom Tellerwäscher (hier Headbanger) zum Millonär (Rock Star)" so sehr, wie in den USA. KORE ROZZIK ist so einer, der diesen Traum leben möchte. Das selbstbetitelte "New York City’s Bastard Child" (O-Ton KORE ROZZIK) ist bis dato total unbekannt (zumindest außerhalb des Big Apple), hat sich aber dennoch in den Kopf gesetzt, die Metal-Welt zu erobern. Zumindest die Glam-Metal-Welt. Für seine erste Single hat sich KORE ROZZIK als Produzent Paul Bento (TYPE O NEGATIVE) mit ins Boot geholt. Das Mastering hat Maor Appelbaum (DOKKEN) übernommen. Musikalisch lässt sich "Rock Star" irgendwo zwischen ALICE COOPER, L.A. GUNS und DAVID LEE ROTH einordnen, wobei die Stimme von KORE ROZZIK allerdings zu keinem Zeitpunkt an das Leistungsvermögen der Genannten heranreicht. Dennoch hat die Single einen herrlichen (rohen/ehrlichen) 80's Charme, der Erinnerungen an die Blütezeit des Glam- / Sleaze-Metal provoziert. 
Wer KORE ROZZIK auf seinem Weg unterstützen möchte, kann sich die Single auf iTunes, CD Baby oder anderen Portalen besorgen. (AS)


5.5 von 10

www.korerozzik.com
www.facebook.com/KoreRozzikNYC


Montag, 3. November 2014

FORNICUS / Storming Heaven / Self-Released / 8 Tracks / 39:02 Min

FORNICUS aus den USA wollen, wie der Titel verrät, den Himmel stürmen.Gelingen soll dieses Vorhaben mit einer Mischung aus Black-, Death- und Thrash-Metal. Die Idee Black- und Death-Metal miteinander zu kombinieren ist bekanntermaßen nicht so ungewöhnlich und neu, dazu aber auch noch Thrash-Elemente (hauptsächlich die Soli) zu integrieren ist nicht gerade alltäglich. "Ob das alles zusammen passt" fragt ihr euch zurecht. Nun, ich finde "Storming Heaven" (weitesgehend) wirklich interessant, aber meinem Empfinden nach stören die Thrash-Soli mehr, als dass sie originell rüberkommen. Kann man darüber hinweg sehen, können Songs wie "The Beckoning", "Storming Heaven", "Pallium Mali" und "We Are Sin" überzeugen. Was ich aber absolut nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass man bei nur 8 Tracks (einer davon ist das Intro) und einer Spielzeit von gerade einmal knapp 40 Minuten, eine Coverversion (wenn auch gelungen, hier "Antichrist" von SEPULTURA) auf eine Debütscheibe mit draufpackt. Haben die jetzt schon keine eigenen Ideen? Die beiden bisher noch nicht erwähnten Songs "King of the Egoists" und "Into Obscurity" können nur ansatzweise überzeugen, so dass "Storming Heaven" eine zwiespältige Angelegenheit geworden ist.

Fazit: Können FORNICUS mit ihrem Debüt den Himmel stürmen? Dazu reicht es noch nicht. Aber die ersten Schritte auf den Weg dorthin haben die Amerikaner damit genommen. Wie weit sie letzendlich kommen, wird die Zukunft zeigen. (JK)

6.5 von 10

Freitag, 8. August 2014

COLD COLOURS / MMXIV / Self-Released / 3 Tracks (EP) / 18:41 Min

COLD COLOURS aus Minnesota/USA war eigentlich ein One-Man-Projekt von Brian J. Huebner und exestiert schon einige Jährchen. Nachdem Mr Huebner unter dem Banner COLD COLOURS innerhalb den letzten 15 Jahren gelegentlich etwas veröffentlicht hatte, die mediale Aufmerksamkeit aber zu wünschen übrig ließ, folgt jetzt erstmals der Versuch, als Band durchzustarten. Mittlerweile bestehen COLD COLOURS auf fünf (festen?) Mitglieder und geben in Form der EP MMXIV (2014) ein erstes und ernstzunehmendes Lebenszeichen von sich. Alle drei Songs der EP sind athmosphärisch und düster, aber ebenso melodisch und heavy. Stimmlich werden Growls bevorzugt. Als Vergleich eigenen sich für die ersten beiden Songs ("Heathen", "From This Pain") ältere SENTENCED und PARADISE LOST. Beim besten Track der EP ("Terminal Winter") fühlt man sich an SWALLOW THE SUN erinnert. Sollte die Hölle irgendwann wirklich zufrieren, dürfte "Terminal Winter" als Begleitmusik im Hintergrund laufen. Erhältlich ist die EP auf der Homepage der Band. Hier der Link >>>  coldcoloursmetal.bandcamp.com

Fazit: Wer mit den genannten Bands im allgemeinen und mit Melo-Death'n'Doom im speziellen was anfangen kann, dürfte mit COLD COLOURS seine Freude haben. (JK)

7 von 10

Montag, 5. Mai 2014

DINNER MUSIC FOR THE GODS / Beautiful and Treacherous / Self-Released / 8 Tracks / 46.58 Min

Bei DINNER MUSIC FOR THE GODS handelt es sich um ein Instrumental Projekt aus Las Vegas/USA der Saitenkünstler Andy Heilman und Darrin Pappa. Komplettiert wird die Band von Jimmy Pappa am Bass und Matt Muntean an den Drums. Ich bin weiß Gott kein grosser Freund von Gitarrengefrickel und überlangen Soli, was aber DINNER MUSIC FOR THE GODS hier vom Stapel lassen, ist seitdem sich Ritchie Blackmore (leider) dazu entschieden hat, nur noch in Strumpfhosen und in zugigen Burgverliesen aufzutreten, das langerhofte Licht im Dunkel der Gitarrenheroen. Die 8 Instrumental-Tracks vereinen die Virtuosität und die Magie der Gitarrenhelden des Classic Metal der 80er Jahre (M.Schenker, Y. Malmsteen, R.Blackmore) mit der Innovation der Rock Gitarristen der 70er Jahre (C. Santana, J.Page). Der Abwechslung halber, wurde auch über den Tellrand hinweggeschaut und so fließen auch Elemente des Jazz Rock und des Gypsy-Flamenco in die Kompositionen mit ein. Die Songs haben soviel Power und Abwechslung, dass zu keiner Zeit der Ruf nach einem Sänger laut wird. Den Vogel schießen DINNER MUSIC FOR THE GODS aber mit "Ghost Troopers in the Sky" ab. Der Song besteht zu 2/3 aus dem bekannten Countrylied "Ghostrider in the Sky" (Coverversionen u.a. von J.CASH und den APOKALYPTISCHEN REITERn) und zu 1/3 aus "The Trooper" von IRON MAIDEN. A.Heilman und D. Pappa spielen aber nicht 1:1 nach, sondern machen ihr eigenes, phantastisches Ding daraus. Mit "Kashmir" von LED ZEPPELIN wurde ein weiterer bekannter Song adaptiert.
Erhältlich ist "Beautiful and Treacherous" nur über die Bandhomepage. (JK)

Anspiel-Tipps: "Ghost Troopers in the Sky", "Wind Trough the Trees", "Sofia"

7.5 von 10