Waren EYE OF SOLITUDE schon auf ihren beiden vorherigen Alben nicht gerade bekannt dafür, sich kurz zu fassen, schießen sie diesmal den Vogel komplett ab: Gerade mal ein Song (!), der aber mit einer Gesamtspielzeit von über 50 Minuten (!!) befindet sich auf "Dear Insanity". Ein Song über 50 Minuten, kann das funktionieren? Und wie es kann! EYE OF SOLITUDE sind mittlerweile so routiniert, dass selbst bei einem Song dieser Länge niemals Langeweile aufkommt. Nach einem elegischen Intro beginnt ab ca. Minute 8:30 die nihilistische Reise, geradewegs hinein in die musikalische Depression. Eine Reise, aus der, wie es scheint, es kein Entrinnen gibt, wenn man sich erst einmal der Verzweiflung, Trauer und Melancholie hingegeben hat, mit denen EYE OF SOLITUDE "Dear Insanity" gefüllt haben. Meisterhaft verstehen es EYE OF SOLITUDE, die Übergänge der einzelnen Songstränge mit Hilfe des Keyboards
kunstvoll zu verbinden, so dass man nie das Gefühl hat, den Faden zu
verlieren. Im letzten Drittel (ab ca. Minute 37:00) lockern EYE OF SOLITUDE die allgegenwärtige depressive Stimmung etwas und die Briten geben einem das Gefühl zurück, dass es sich lohnen kann, immer wieder auf einen Morgen zu warten. In diesem Part des Albums übernehmen Gitarre und Keyboard die Regie und führen das Ganze mit klaren und hellen Tönen (im Dialog mit den Growls) zu einem erträglichen Ende für die geschundenen Seele.
Fazit: Mit dieser Veröffentlichung rücken EYE OF SOLITUDE (zumindest für den Moment) in die erste Riege des Underground-Funeral-Doom auf. Wer sich davon überzeugen möchte, sollte allerdings schnell sein. Die Auflage von gerade einmal 500 Kopien dürfte sicherlich schnell vergriffen sein. (JK)
8.5 von 10
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Donnerstag, 26. März 2015
Freitag, 21. Februar 2014
DRAWERS / "Drawers" / Kaotoxin Records / 8 Tracks / 30.22 Min
DRAWERS aus Frankreich heizen den Kessel der Sludge-Lokomotive wieder ein. Nachdem die Band mit ihrem Debütalbum 2011 einen akzeptablen Start hingelegt hat, liegt nun der selbsbetitelte Nachfolger vor. An der Marschrichtung hat sich wenig geändert. DRAWERS eifern, wie es nicht anders zu erwarten war, auch weiterhin MASTODON, BARONESS und RED FANG nach. Während MASTODON und BARONESS sich aber inzwischen in eine progressivere und eingängigere Richtung entwickelt haben, decken DRAWERS mit ihrem Sound eher die früheren Jahre dieser Bands soundtechnisch ab. Gute und weniger gelungene Tracks halten sich auf dieser zweiten Veröffentlichung von DRAWERS die Waage. Teilweise kommt das Songmaterial, vor allem in der zweiten Albumhälfte, etwas sperrig daher und auch die Abwechslung scheint dann nicht immer der beste Freund der Franzosen beim Songwriting gewesen zu sein. Dennoch hat die Scheibe genug Potenzial, sodass DRAWERS genug Fahrt aufnehmen dürften , um den nächsten Umsteigebahnhof, "Richtung Erfolg", zu erreichen.
Anspiel-Tipps: "Once And for All", "Mourning" und "Take Stock"
Fazit: Wer eher auf die etwas härtere Gangart im Sludge steht und auch nichts gegen alternative "Farbtupfer" im Klangbild einzuwenden hat, dürfte mit DRAWERS eine interessante Alternative zu den allgemein bekannten Bands hinzugewinnen. (DE)
6 von 10
Anspiel-Tipps: "Once And for All", "Mourning" und "Take Stock"
Fazit: Wer eher auf die etwas härtere Gangart im Sludge steht und auch nichts gegen alternative "Farbtupfer" im Klangbild einzuwenden hat, dürfte mit DRAWERS eine interessante Alternative zu den allgemein bekannten Bands hinzugewinnen. (DE)
6 von 10
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