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Donnerstag, 5. September 2019

DUST BOLT / "Trapped in Chaos" / Label: Napalm Records / Tracks / 38:32 Min

Das Große kommt nicht allein durch Impuls zustande, sondern ist eine Aneinanderkettung kleiner Dinge, die zu einem Ganzen vereint worden sind. (Vincent van Gogh)

Ein unbeschriebenes Blatt sind DUST BOLT schon lange nicht mehr. Unzählige Touren mit namhaften Bands (u.a. mit EXODUS oder SEPULTURA), sowie drei Longplayer, die allesamt von Fans und Presse gut aufgenommen wurden, belegen dies eindrucksvoll.
Nachdem nun auch noch der Sprung über den großen Teich gelungen ist und zudem eine erste Duftmarke in Asien gesetzt wurde, muss man sich um Zukunft der Nachwuchshoffnung des Teutonen-Thrash endgülig keine Sorgen mehr machen.
Um dies zu unterstreichen veröffentlichen DUST BOLT nun mit "Trapped in Chaos" ihr bisher reifstes und abwechslungsreichstes Album.
Mussten sich die Thrasher in der Vergangenheit den Vorwurf der mangelnden Abwechslung gefallen lassen, konnte dieser Makel auf "Trapped in Chaos" weitesgehend ausgemerzt werden.
Während der rasante Opener "The Fourth Strike" noch nach dem allseits bekannten Songwriting-Schema funktioniert und deswegen auch sehr gut auf "Mass Confusion" gepasst hätte, zeigen DUST BOLT in der Folge, dass die Weiterentwicklung nun auch in Landsberg/Lech Einzug gehalten hat.
So grooved sich "Dead Inside" im Midtempo in die Gehörgänge, "Bloody Rain" nimmt den klassischen Heavy Metal mit ins Boot und mit "Another Day in Hell" haben DUST BOLT zum ersten Mal eine balladeske Nummer im Angebot.
Überhaupt darf man "Trapped in Chaos" eine gewisse Reife bescheinigen, die so nicht zu erwarten war und mit dem die Truppe nun ihren (jugendlichen) Enzwicklungsprozess abgeschlossen zu haben schient. Wenn man so will: DUST BOLT sind erwachsen geworden!

Fazit: Neben einem deutlich abwechslungsreichem Songwritung als noch zuletzt und einem inzwischen stimmlich/gesangstechnisch verbesserten Lenny kann "Trapped in Chaos" vor allem mit einem aufwarten: Mit einer großen Portion Thrash! (JK)

8.5 von 10

http://dustbolt.net/
https://www.facebook.com/dustbolt




Montag, 21. November 2016

DUST BOLT / "Mass Confusion" / Napalm Records / 11 Tracks / 46:13 Min

Stagnation oder Steigerung?
Alle zwei Jahre grüßt nicht nur das Murmeltier, sondern auch das Landsberger Thrashkommando DUST BOLT.
Seit 2012 liefern DUST BOLT in schöner Regelmäßigkeit (ca alle 24 Monate) eine neue Scheibe ab, die bisher allesamt bei den besseren Veröffentlichungen im Thrash Nachwuchsbereich einzuordnen waren. Wie kaum eine andere Thrash Kapelle der Neuzeit verstehen es DUST BOLT, das Beste aus amerikanischer und europäischer Schule, unter einen Hut zu bekommen.
Auch die gelegentlichen Schlenker in Crossovergefilde passen wie der unverwüstliche Arsch auf Eimer.
Nur mit der Abwechslung im allgemeinen (viele Songs ähneln sich zu sehr im Aufbau) und der Eingängigkeit der Refrains im speziellen, standen die 4 Bajuwaren bisher auf dem Kriegsfuß.
Doch Besserung ist in Sicht - "Mass Confusion".
Mit ihrem dritten Longplayer arbeiten sich DUST BOLT peu a peu in ernstzunehmende Thrash-Metal Bereiche vor - das Album nährt sogar die Hoffnung, dass sich aus dem Wacken Metal Battle Gewinner von 2011 in naher Zukunft eine Band entwickelt, die den Big Teutonic 4 dicht auf den Pelz rücken könnte.
Die Jungspunde werden sozusagen erwachsen.
So wurden im Vergleich zu den Vorgängeralben, vermehrt Tempowechsel in die Songs eingearbeitet und die Core-Einflüsse noch etwas mehr zurückgefahren. Auch in Punkto Melodie hat man noch eine Schippe draufgelegt, ohne dabei aber an Härte zu verlieren.
Zudem wagen sich DUST BOLT zum ersten Mal überhaupt, an einen balladesk angehauchten Song. Am Anfang von "Exit" ist man fast geneigt zu sagen, dass "Nothing Else Matters" hier Pate gestanden haben könnte, aber nur fast. Denn relativ schnell wechselt die Nummer in Alternative-Metal Bereiche, die vielmehr STONE SOUR und Konsorten auf den Plan rufen. Im ersten Moment ist dies sicherlich gewöhnungsbedürftig, vor allem der Klargesang von Lenny, aber, der Titel wächst aber mit jeder Umdrehung.
"Mind the Gap" wird mit einer kurzen Akapalla Sequenz eröffnet, bevor sich die Nummer zum Groove-Nackenbrecher entwickelt. Zum Ende hin drehen DUST BOLT dann wieder etwas an der Melodieschraube und lassen so den Titel elegant entschwinden.
"Allergy" wird von sanften Gitarrenklängen eingeleitet, kennt im Anschluß daran aber kein Erbarmen und erinnert dabei oftmals an die mächtigen KREATOR.
Die restlichen Titel auf "Mass Confusion" hingegen bringen nicht mehr allzu viel Neues, machen aber trotzdem als solide Thrash-Brecher mit gelegentlichem Hang zum Crossover einiges her.

Fazit: DUST BOLT sind auf einem gutem Weg. Die Scheibe knallt ordentlich und DUST BOLT warten mit der ein oder anderen Überraschung auf.
Beim Songwriting hat man sich definitv gesteigert - denoch ist beim Thema "Eingängigkeit der Refrains" immer noch Luft nach oben.

8 von 10
www.facebook.com/dustbolt/

Sonntag, 5. Juni 2016

Konzertbericht vom ROCKAVARIA (27.5.2016 - 29.5.2016 München)

Iggy Pop, Rock und ganz viel Metal.
In der Weltstadt mit Herz (München) legt man großen Wert auf Gemütlichkeit und Tradition, was landläufig bekannt sein dürfte. So war es dann auch wenig verwunderlich, dass die zweite Auflage des ROCKAVARIA genau diese beiden Punkte vorzüglich bediente.
Beliebter Treffpunkt war in diesem Jahr, die Seebühne, auf welcher, Acts wie z.B. DUST BOLT, SOLSTAFIR oder KADAVAR sich die Ehre gaben. Wer sich für eines dieser Konzerte außerhalb des Olympiastadions entschied, konnte es sich auf der Liegewiese um den See herum gemütlich machen, eine Hopfenkaltschale oder einen Caipirinha schlürfen und sich dabei die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Wer sich die Musik lieber in einem Biergarten einverleiben mochte, hatte ein paar Meter neben dem See, die Möglichkeit dazu das ganze Treiben unter schattigen Bäumen zu betrachten.
Im Olympiastadion hatten sich die Veranstalter in diesem Jahr (vernünftigerweise) für eine Doppelbühne entschieden, was zu weniger Bandüberschneidungen und zur allgemeinen Entschleunigung des Festivals (entfielen doch die nervigen Gänge zwischen Olympiahalle und Stadion) führte.
Bei der Bandauswahl kamen auf dem ROCKAVARIA in diesem Jahr neben den MAIDEN Jüngern vor allem die Thrash-Traditionalisten auf ihre Kosten - neben den US-Schwergewichten SLAYER und ANTHRAX durften auch die Ruhrpottler SODOM zeigen, dass Thrash-Metal auch heutzutage noch so taufrisch klingt, wie in den 80er Jahren. Und das, obwohl die Herren Araya, King, Ian, Belladonna, Such (Tom Angelripper) & Co allesamt schon etwas älter sind. Songs wie z. B. "War Ensemble", "Hell Awaits", Angel of Death" von SLAYER - "Caught in a Mosh", "Antisocial", "Indians" von ANTHRAX - "Agent Orange", "Ausgebombt" von SODOM kommen bis heute immer noch einer Abrissbirne gleich und machen alles und jeden platt, der versucht sich dem in den Weg zu stellen. Thrash till Death eben, oder meinetwegen auch Gutterdämmerung.
Das Experiment, einen "Spielfilm" in ein Festival dieser Größe zu integrieren, darf durchaus, wenn auch gewöhnungsbedürftig, als geglückt bezeichnet werden. Die Begleitband von IGGY POP sorgt dabei für die musikalische Untermalung, HENRY ROLLINS fungiert als Redner und bezieht dabei das Publikum mit ein und im Film geben sich die Stars die Klinke in die Hand - u.a. Slash, Josh Homme, Mark Lanegan, Tom Araya, Nina Hagen und Lemmy Killmister in einer seiner letzten Rollen.
Nach dem Film ist vor IGGY POP.
Die Begleitband von Herrn POP darf also bleiben und wird nun durch die Alternative-/Punk-Ikone komplettiert. Der Meister tritt wie üblich im ausgemergelten Junkielook auf und kümmert sich (welch Überraschung) um keine Konventionen. IGGY POPs Auftritt sollte eigentlich um Punkt 23 Uhr beendet sein - doch da haben Ordnungsamt und Veranstalter die Rechnung ohne IGGY gemacht - der macht nämlich auch noch weiter, als ihm längst der Strom abgedreht wurde. Klassiker wie z.B. "Sixteen", "1969", "Mass Production" und natürlich "The Passenger" brauchen eben ihre Zeit. Wer das nicht versteht, hört privat wohl die WILDECKER HERZBUBEN.
Der Abwechslung wegen, gab es Freitagabend die Symphonic Metal Dröhnung - NIGHTWISH mit holder Weiblichkeit (Floor Jansen) am Mikro. Hier wurde der Zeitplan penibel eingehalten - 90 Minuten gefüllt mit Feuersäulen, wehendem Haar der Musiker (dem Ventilator sein Dank) und Hits der Marke "Storytime", "Nemo" und "I Want My Tears Back".
Nicht nur das Publikum war an allen drei Tagen international vertreten - auch die Musiker kamen aus aller Herren Länder: APOCALYPTICA aus Finnland (wie auch NIGHTWISH), SABATON, GHOST und MANDO DIAO aus Schweden, GOJIRA aus Frankreich, GOTTHARD aus der Schweiz, TUXEDOO aus Österreich, PRIME CIRCLE aus Südafrika, JOHN GARCIA, TREMONTI, SUICIDAL TENDENCIES aus den USA, IN EXTREMO, J.B.O., BETONTOD aus Deutschland, und last, but ot least IRON MAIDEN aus England.
Nachdem im letzten Jahr das ROCKAVARIA mit den mächtigen METALLICA aufwarten konnte, ist es den Veranstaltern auch in diesem Jahr gelungen, eine der ganz großen Bands nach München zu locken.
Im Rahmen der "Book of Souls"-Welttournee heizen Steve Harris, Adrian Smith, Bruce Dickinson, Dave Murray, Nicko McBrain und Janick Gers (der, der mit der Gitarre tanzt) München vom Feinsten ein. Eddie darf dabei natürlich auch nicht fehlen. Das Bandmaskottchen gehört seit Jahrzehnten zu IRON MAIDEN dazu, genauso wie ein kräftiger Regenguss zu jedem guten Festival gehört. Leidtragende waren in diesem Fall die vor IRON MAIDEN spielenden SABATON, deren Fans bis auf die Knochen nass wurden. Doch zurück zu IRON MAIDEN. Die britische NWoBHM-Legende kann mittlerweile auf stolze 40 Jahre Bandbestehens zurückblicken, hat mindestens genauso viele Hits ("The Trooper", "Powerslave", "Hallowed Be Thy Name", "The Number of the Beast", "Wasted Years" usw.) in petto und hat bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Bester Beweis dieser Aussage ist der Song "Fear of the Dark", der seit 1992 bei jedem Live-Gig (so auch Heute) aus tausenden Kehlen mitgegröhlt wird. Wer nicht spätens jetzt eine zentimeterdicke Gänsehaut sein Eigen nennt, ist bzw. war auf der falschen Veranstaltung.
Unter tosendem Applaus und den Klängen von Monty Python's "Always Look on the Bright Side of Life" verlassen IRON MAIDEN nach ziemlich genau 120 Minuten Spielzeit die Bühne, um sich im Anschluß daran Richtung Flughafen zu begeben, um mit der bandeigenen Boeing 747 (Ed Force One) München zu verlassen und den Heavy Metal in aller Herren Länder zu tragen.
Metal Will Never Die!
In diesem Sinne: Servus - bis zum nächsten Jahr (JK)

Dienstag, 4. August 2015

D.R.I. / DUST BOLT / ANTIPEEWEE


D.R.I. Live (© by The Discovered Land)

D.R.I. Live (© by The Discovered Land)

D.R.I. Live (© by The Discovered Land)

DUST BOLT Live (© by The Discovered Land)

DUST BOLT Live (© by The Discovered Land)

ANTIPEEWEE Live (© by The Discovered Land)

ANTIPEEWEE Live (© by The Discovered Land)


Konzertbericht D.R.I. / DUST BOLT / ANTIPEEWEE 27.7.2015 München - Feierwerk

Subkulturen aller Länder vereinigt euch. D.R.I. ist eine jener Bands, die genreübergreifend die verschiedenen Fanlager vereint. Punk, Hardcore, Thrash. Dementsprechend bunt durchgemischt ist das Publikum beim Münchner Gig der Crossover Heroen. Doch bevor Kurt Brecht und Spike Cassidy in die Vollen gehen, dürfen ANTIPEEWEE und DUST BOLT als Anheizer fungieren. Los geht's mit ANTIPEEWEE aus der Nähe von Regensburg. 30 Minuten - 7 Songs. Das Quintett (4x male, 1x female) ist auf flinken Sohlen unterwegs und zockt erfrischend modern wirkenden old-school Thrash-Metal, der ins heutige Billing perfekt passt. Irgendwo zwischen EXODUS, MUNICIPAL WASTE und OVERKILL agieren ANTIPEEWEE und sollten damit eigentlich den Nerv des Publikums treffen. Doch irgendwie will der Funke nicht so richtig überspringen. Der Großteil der bereits Anwesenden hält sich "vornehm" im Hintergrund und begutachtet das Geschehen aus sicherer Entfernung. Erst gegen Ende hin, gab es vereinzelt Publikumsverkehr direkt vor der Bühne zu bestaunen. Woran es lag? Keine Ahnung. Am Auftritt und der Performance sicherlich nicht. Auch beim präsentierten Liedgut gab es wenig zu bemängeln. Das Leben als Vorband kann manchmal schon ziemlich hart sein. Licht an. Der Nächste bitte. DUST BOLT haben sich inzwischen innerhalb der Szene einen Namen gemacht, ein sehr guten Namen. Dementsprechend hat die Band keine Probleme damit, das (inzwischen zahlreicher erschienene) Publikum an den Bühnerand zu bekommen und kann sich so am regen Treiben (Moshpit, Headbanging) im Auditorium erfreuen. Wobei zu bezweifeln ist, dass DUST BOLT viel vom Geschehen unterhalb der Bühne mitbekommen. Wie üblich wirbeln die Jungs in Höchstgeschwindigkeit über die Bühne, lassen ihre Matten kreisen und wechseln ständig ihre Position. An eine Verschnaufpause, ist, wenn überhaupt, nur bei den wenigen Ansagen zu denken. Was DUST BOLT hier mal wieder abliefern ist, sowohl für die Augen, als auch für die Ohren vom Feinsten. Das denkt sich wohl auch Spike Cassidy, der sich kurz auf der Bühne blicken lässt und dabei abgeht wie ein Zäpfchen. Klasse Auftrit von DUST BOLT, die nach ihrem letzten Song des Abends ("Agent Thrash") fett Applaus dafür einheimsen. Noch eine Umbaupause, dann ist Pogorausch und Stagediving angesagt. Als dann das Licht ausgeht und Brecht und Cassidy mit Begleitmusikern die Bühne betreten, ist vom ersten Akkord an ("Who Am I") Stimmung in der Hütte. Zwar sind die die Herren bewegungstechnisch ( das vorschreitende Alter fordert auch hier seinen Tribut) nicht mehr ganz so wild unterwegs, wie zu Glanzzeiten, dennoch sind D.R.I. immer noch "frisch" genug, um der Meute ordentlich einzuheizen. "Suit and Tie Guy", "I'm the Liar", "Against Me", "Probation" usw. ...  wer jetzt noch still in der Ecke steht, dem ist (zumindest heute) nicht mehr zu helfen. Hier fliegt nicht nur die Kuh. Immer wieder stürzen sich die Stagediver von der Bühne, um sich (mal mehr, mal weniger erfolgreich) von der wildgewordenen Hardcore-Tanzgesellschaft vor der Bühne auffangen zu lassen. "Mad Man", "The Explorer", "Thrashard". Klassiker in Hülle und Fülle. "I Don't Need Society" beendet fürs erste den Auftritt von D.R.I. und lässt alle Anwesenden kurz durchatmen, bevor der Zugabenblock ("All for Nothing", "Manifest Destiny", "Beneath the Wheel", "Abduction", "Violent Pacification", "The Five Year Plan") nochmals an die Substanz geht. Applaus, Applaus. D.R.I. haben es immer noch drauf. (JK)

Montag, 28. Juli 2014

DUST BOLT im Interview

Interview mit  Bene M. (Bass) von DUST BOLT


metal-is-forever: Wie kamt ihr auf den Namen DUST BOLT? Was hat er zu bedeuten?

Bene: Am Anfang hatten wir noch einen anderen, deutschen und etwas albernen Namen, der eher auf eine Punkband schließen ließ. Als unsere Musik dann aber härter und die Band ernsthafter wurde, war es an der Zeit einen Namen zu finden, der besser zu uns und unserer Musik passt. Wir haben ewig überlegt und sind lange auf keinen grünen Zweig gekommen. Als dann "Dust Bolt" fiel, waren wir schnell begeistert, weil der Name untypisch ist und fett klingt. Die Bedeutung ist auch für uns nicht eindeutig zu bestimmen. "Dust Bolt", das sind einfach wir und unsere Mukke. Thrash, aufs Maul und keine Kompromisse.

metal-is-forever: Die meisten in eurem Alter hören eher Hip Hop oder die Charts rauf und runter. Wer oder was hat euch zum Metal gebracht?

Bene: Wir haben schon früh angefangen Metal zu hören. Ein Einfluss für die Musikwahl waren auch mehr unsere Eltern als unsere Mitschüler. Wir sind da mehr in einem Umfeld von THE WHO, DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN und den BEATLES aufgewachsen, als mit SHAKIRA und Aggro Berlin. Und mit der Zeit haben wir dann den Metal für uns entdeckt. Flo kam dann z.B. irgendwann mit JUDAS PRIEST, RAINBOW, BLACK SABBATH etc an und hat uns sofort damit angesteckt. Auch METALLICA waren am Anfang wichtig für uns. Naja... Und dann kam SLAYER. Ich glaube es war wichtig für uns, uns von anderen abzusetzen und zu distanzieren. Und wie kann man das in dem Alter besser als mit Musik? Für uns ist diese Phase rum. Wir lieben den Metal mittlerweile mehr wegen der hohen musikalischen Qualität, der Energie und der unglaublich geilen Metal-Gemeinschaft.

metal-is-forever: Welche fünf Thrash bzw Metal Alben haben euch am meisten beeinflusst? 

Bene: Es ist schwierig und kaum möglich denke ich, da fünf bestimmte Alben zu nennen, zumal jeder Einzelne seine eigenen Faves hat. Wir hören nicht Alben an und sagen dann; "hey lass uns genau dies oder das machen", wir machen die Musik und schreiben die Songs einfach frei aus dem Bauch heraus. Aber natürlich gibt’s da eine Grundlage an Metal Einflüssen, speziell aus dem Thrash Bereich selbstverständlich. Darum werfe ich ohne Wertung einfach mal fünf (Thrash/Death Alben) in den Raum, mit SEPULTURA "Beneath the Remains", KREATOR "Extreme Aggression", DEATH  "Individual Thought Patterns", SUICIDAL TENDENCIES "Join the Army" und alles von SLAYER.

metal-is-forever: Mittlerweile ist das neue Album einige Wochen raus. Welche Songs kommen Live am besten beim Publikum an und welches sind eure Lieblingsongs?

Bene: Die Songs kommen insgesamt alle super an! Speziell "Agent Thrash" ist live immer ein Highlight, da die Leute da oft total durchdrehen, das macht Hammer viel Spaß! Lieblingssongs jeder seine eigenen, ich selbst mag "You Lost Sight"vom neuen Album sehr gern.

metal-is-forever: Wie entstehen bei DUST BOLT neue Songs? Wie geht ihr ans Songwriting heran? Sind das eher spontane Ideen die dann ausprobiert werden oder trefft ihr euch speziell mit dem Ziel Songs zu schreiben? 

Bene: Auf gewisse Art beides. Klar entstehen viele Ideen oder einzelne Riffs oder Parts mal spontan beim Jammen im Proberaum oder so. Doch die Musik von DUST BOLT entsteht zum Großteil aus den Händen der Gitarristen Lenny und Flo. Sie entwickeln die Ideen und Songstrukturen und zeigen sie dann auch Nico und mir. Wir alle zusammen feilen dann im Proberaum an den einzelnen Ideen und Songs, solange bis wir alle damit zufrieden sind.



metal-is-forever: Arbeitet ihr schon an neuem Material?

Bene: Nein. Dafür haben wir noch keinen Kopf. Wir wollen jetzt erst mal "Awake the Riot" live unter die Leute bringen und das Album auch selber erst verarbeiten und ausschöpfen. Wir planen beispielsweise noch ein oder zwei Musikvideos zu drehen und wollen natürlich in der nächsten Zeit auch viel auf Tour sein. Außerdem darf man ja nicht vergessen, dass jeder von uns auch außerhalb der Band viel zu tun hat. Wir wollen uns keinen zu großen Stress machen und vor allem nichts überhasten.

metal-is-forever: Ihr seid inzwischen schon mit einer Reihe von bekannten Bands (u.a. HEATHEN, SIX FEET UNDER, OBITUARY) aufgetreten. Als Vorband hat man meistens einen etwas schwereren Stand. Bei welcher Tour bzw Band habt ihr euch am wohlsten gefühlt?

Bene: Also erst mal müssen wir sagen, dass wir das große Glück hatten, dass jede der bekannteren Bands mit denen wir unterwegs waren oder die wir getroffen haben, richtig korrekt und freunlich zu uns war. Das hat mich persönlich richtig überrascht. Ich meine da kommst du als kleiner Hansel in den Backstage Raum einer dieser Bands, die auf der Bühne ja oft auch richtig fies aussehen und wirst richtig herzlich aufgenommen. Auch hat mich überrascht wie viel Bands uns als Künstler ernst genommen haben und so großes Interesse und auch Begeisterung für Dust Bolt gezeigt haben. Das war toll und hat uns natürlich auch oft geschmeichelt, aber vor allem auch Motivation gegeben. Auch haben uns viele dieser Musiker richtig supportet. Ein Beispiel dafür ist natürlich Derrick Green von SEPULTURA, der auf "Violent Demolition" einen Song eingesungen hat. Oder auch die Tardy Brüder von OBITUARY, die sich dafür eingesetzt haben, dass wir einige Gigs zusammen spielen können. Dafür sind wir richtig dankbar und es ist ein tolles Gefühl, Support von so erfahrenen Künstlern zu bekommen. Also wohl gefühlt haben wir uns wirklich auf jeder Tour. Richtig angenehm war für uns vor allem die "Radioactive Intervention Tour" mit DR.LIVING DEAD Ende letzten Jahres. Wir waren mit den Jungs einfach genau auf einer Wellenlänge, was auch daran lag, dass wir altersmäßig recht nahe beisammen sind. Und das Management war auch super.

metal-is-forever: Habt ihr irgendwelche Rituale vor einem Auftritt? Wie sieht es mit Lampenfieber aus?

Bene: Wir haben kein wirkliches Ritual, aber so ca. eine Stunde vor einem Gig verziehen wir uns meistens in den Backstageraum und spielen uns locker warm, schauen ein bisschen die Band an, die gerade spielt und versuchen so langsam in Bühnenstimmung zu kommen. Wenn dann das Intro läuft ist das dann schon eine besondere Stimmung. Da gibts dann noch den letzten Schluck Bier, dann gibts noch eine Faust und dann gehts los. Mit Lampenfieber ist das von Gig zu Gig und auch von Bandmitglied zu Bandmitglied anders. Ich habe mittlerweile eigentlich kaum noch Probleme mit Lampenfieber.

metal-is-forever: Wenn ihr es euch aussuchen könntet, mit wem würdet ihr gerne auf Tour gehen wollen?

Bene: Ach, da gibt’s viele Traum- und Wunschkonstellationen. In Südamerika unterwegs zu sein, als Support einer coolen Thrash Band wie KREATOR oder SEPULTURA wäre sicherlich einer der größten Träume. Aber abgesehen davon, würde es vermutlich nichts cooleres geben, als mit Freunden und befreundeten Bands auf Tour zu gehen! Wir, TOXIC WALTZ, BATTLECREEK, MYNDED und noch ein Haufen anderer. Alle auf einer Tour, das wär mal ein Ding ...


metal-is-forever: Wenn ihr einen Vergleich zwischen DUST BOLT 2012 und DUST BOLT 2014 zieht. Welche Unterschiede seht ihr. Welche Entwicklung (auch menschlich) habt ihr genommen?



Bene: Als Band sind wir viel professioneller geworden denke ich. Wir haben in den zwei Jahren richtig viel Erfahrung sammeln können. Sei es live oder im Studio oder auch bei dem ganzen organisatorischen Kram. Da ist einfach viel positive Routine reingekommen. Auch haben uns in dieser Zeit richtig viele Leute kennengelernt. Mittlerweile können wir eine Clubshow irgendwo in Deutschland spielen und wissen, dass der Laden gut besucht ist. Das war vor 2 Jahren noch nicht so und macht uns unglaublich happy. Menschlich ist bei uns natürlich auch wahnsinnig viel passiert. 2012 waren wir gerade frisch aus der Schule raus und wussten alle noch nicht so richtig was wir  vom Leben wollen. Ob wir das mittlerweile so genau wissen ist natürlich eine andere Frage, aber wir haben uns immerhin in eine gewisse Richtung bewegt. Außerdem stecken wir alle in der Ausbildung oder im Studium, haben teilweise Partnerschaften, wohnen nicht mehr bei unseren Eltern und so weiter. Ich hab das Gefühl, dass wir alle einen mehr oder weniger großen Schritt in Richtung "erwachsen" gemacht haben. Aber das  kann man mit 21 ja auch mal machen. Aber keine Angst.
Wir sind und bleiben Vögel.

metal-is-forever: Was wollt ihr mit DUST BOLT erreichen. Welche Ziele und Pläne habt ihr? Wo wollt ihr in 5 Jahren stehen? 

Bene: Puh. In erster Linie wollen wir natürlich weiterhin so viel Spaß und Freude an der Band haben wie bisher. Wir sehen uns ja auch nicht als Organisation oder Unternehmen, das möglichst viel messbaren Erfolg erzielen soll, sondern als vier Freunde, die zusammen durch die Welt tuckern und Mukke machen. Das soll auch so bleiben und wenn das nicht mehr so wäre, dann hätte die Band für uns, glaube ich auch nicht mehr viel zu bieten. Es wäre natürlich toll, wenn wir immer mehr Leute für unsere Musik begeistern könnten. Und irgendwann werden wir uns wohl oder übel auch die Frage stellen müssen, wie wir unseren Lebensunterhalt verdienen. Ich hoffe die Bandkasse wird uns diese Entscheidung dann erleichtern können. Jetzt wird aber erst mal der Riot angezettelt und dann "schau ma moi", wie man in Bayern so schön sagt.




Dienstag, 3. Juni 2014

DUST BOLT / Awake the Riot / Napalm Records / 12 Tracks / 58.55 Min

Die bayrischen Senkrechtstarter von DUST BOLT feuern mit "Awake the Riot" ihre zweite Thrash Salve ab und machen, wie nicht anders zu erwarten war, erneut keine Gefangen, sondern legen mit ihrem Riff-Feuerwerk alles in Schutt und Asche. Die Jungs aus Landsberg am Lech (momentan auch zeitlich begrenzte Heimat von U. Hoeneß) zocken ihren Thrash so wild und unbekümmert, dass einem unwillkürlich die Anfangstage von KREATOR und SLAYER in den Sinn kommen. Da wir aber inzwischen 29 Jahre nach "Endless Pain" und "Hell Awaits" sind, dürfen auch neuere Einflüsse nicht fehlen; die da wären: MUNICIPAL WASTE und SUICIDAL ANGELS. Insgesamt also eine fette Mischung, die euch da um die Ohren geblasen wird. Riffs am Fließband, geniale Leads, präzise Drums und ein wütender Gesang machen aus "Awake the Riot" ein Thrashbrett, dass jeden Nackenmuskel beansprucht. Wenn jetzt die Hooks noch etwas zwingender werden und in den Refrains minimal an der Melodieschraube gedreht wird, dürften DUST BOLT bald auf Augenhöhe mit den obengenannten Bands gehandelt werden.
Fazit: Bay-Area Thrash war gestern; heutzutage ist Bayern-Area Thrash angesagt! (JK)

Anspiel Tipps: "The Monotonus - Distant Scream", "Living Hell", "Awake The Riot - The Final War"

7.5 von 10