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Dienstag, 28. Januar 2014

BLACK BLITZ / Louder Than Thunder / Blitz Music / 10 Tracks / 39.34 Min

AC/DC, dann mit größerem Abstand AIRBOURNE und dann lange Zeit nichts? Von wegen! Im Süden der Republik rumort es gewaltig im Gebälk. Der Blitz hat eingeschlagen, genauer gesagt, BLACK BLITZ aus dem Münchner Umland. Mit "Louder Than Thunder" beschert uns das Trio bereits seine zweite Scheibe, die wie der Vorgänger ("Born to Rock") eindeutig in Richtung Australien zielt und "drei Akkorde für ein Hallelujah" zu Motto hat. Was "Louder Than Thunder" aus der breiten Masse der AC/DC Klone heraus hebt, ist, daß BLACK BLITZ keine AC/DC Klone sind, sondern vielmehr das große Vorbild nur als Orientierung verwenden, ansonsten aber absolut autonom rüberkommen. Außerdem darf man den Bajuwaren bescheinigen, daß sie gute Songs, ja sogar Hit(s) schreiben können. Einen Song wie z.B. "Drinking Dynamite" sucht man auf AIRBOURNE's "Black Dog Barking" vergeblich und ist auf '77's "Maximum Rock 'n' Roll" schon zweimal nicht zu finden. Aber auch sonst hat die Scheibe (fast) alles im Angebot (eine Ballade fehlt), was eine gelungene Hard Rock Scheibe ihr Eigen nennen sollte. Ordentlich Groove, geile Soli, Mitgröhlmomente...usw...hab ich die Soli schon erwähnt? Lediglich bei der Produktion von "Louder Than Thunder" hat es irgendwer zu gut gemeint, soll heißen, die Scheibe ist für Hard Rock dieser Kategorie zu glatt und sauber produziert. Für meinen Geschmack hätte das Zweitwerk von BLACK BLITZ etwas mehr Garagen-Feeling haben dürfen, auch hätte der Bass-Sound etwas dominater abgemischt gehört. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Anspiel-Tipps: "Drinking Dynamite", "Turn Up The Heat" und "Louder Than Thunder"

Fazit: "You Can't Stop Rock 'n' Roll". Schon gar nicht wenn er so erfrischend und authentisch rüberkommt, wie von BLACK BLITZ. (JK)

7.5 von 10

Freitag, 17. Januar 2014

BLACK BLITZ im Interview

Interview vom 16.1.2014 mit Thomas von BLACK BLITZ


metal-is-forever: Hallo Thomas. Stelle als erstes allen die Black Blitz bisher noch nicht kennen die Band vor.
   
Thomas: Wir sind ein Münchner Hard Rock Trio, uns gibt es seit 2009 und wir haben nach 2011, jetzt im Dezember 2013, unser zweites Album namens "Louder Than Thunder" rausgebracht. Unser Sound ist für alle Fans von AC/DC, Airbourne oder Rose Tattoo, wobei wir viele verschiedene Vorbilder in unsere Musik einfließen lassen, um in diesem Classic Rock Genre etwas Neues und Frisches zu bieten.


metal-is-forever: Wie gut seid ihr befreundet? Hängt ihr auch privat ab?

Thomas: Immer, wenn wir zusammen sind, das ist meist auf dem Weg zu den Konzerten, geht es recht lustig zu. Das kann wohl jeder, der sich unsere Backstage-Videos ansieht nachvollziehen. Wir wohnen aber privat sehr weit auseinander. Unser Schlagzeuger (Thomas P.) kommt aus Donauwörth und Christian (Bass) und ich (Thomas B.) wohnen in verschiedenen Münchner Vororten. So treffen wir uns privat eher selten. Wir haben aber jeden Tag Kontakt und sehen uns durch die vielen Konzerte ohnehin sehr oft.


metal-is-forever: Gibt es eine Geschichte zum Bandnamen? Wie kam er zustande?

Thomas: Wir wollten einen Namen der leicht zu merken ist und bei dem man nicht nachfragen muss wie man ihn schreibt. Außerdem sollte er gut klingen, man sollte durch den Namen schon grob eine Vorstellung haben was für Musik wir machen und er sollte für große Energie stehen.
Wir haben dann einige Ideen in den Raum geschmissen und die Namen gleich gegoogelt. Da kam dann erstmal die Ernüchterung, da es 98% aller angedachter Bandnamen schon gab.
Es gab zur gleichen Zeit, im Juni 2009, fast jeden Tag ein Gewitter. Das hat uns dann irgendwann auf den Namen Black Blitz gebracht.


metal-is-forever:  Welche Bands haben Einfluß auf euren Sound und ist das deckungsgleich mit dem was ihr privat hört?

Thomas: AC/DC, Metallica, Guns N' Roses, Pantera und Queen würde ich als meine Lieblingsbands bezeichnen. Wenn ich das Anfangsriff von "Back In Black" höre, dann muss ich eine Faust machen und laut "YEAH!" schreien. Ich denke mir dann: "DAS will ich auch machen". Deswegen klingen wir so wie wir klingen. Immer auf der Suche nach dem perfekten Riff, das beim Zuhörer das gleiche Gefühl auslöst. Also ja, die Musik die wir machen und die ich privat höre ist absolut deckungsgleich.


metal-is-forever: Wer euch einmal live gesehen hat, kann sehen, wieviel Spaß ihr auf der Bühne habt. Bedarf es einer besonderen Motivation vor einem Gig? Habt ihr noch Lampenfieber?

Thomas: Die Zeit vor einem Gig ist eigentlich immer stressig und arbeitsintensiv, es gibt 1000 Dinge zu erledigen, wir machen ja alles noch selbst. Wenn man dann eine halbe Stunde vor dem Gig mit allem fertig ist und man sich dann auf den eigentlichen Auftritt vorbereiten kann, bin ich schon jedesmal ein bisschen nervös, stimme ständig meine Gitarre, wärme mich auf und hoffe dass alles passt. Ich kann es dann eigentlich kaum erwarten bis es endlich losgeht.

metal-is-forever: Wie einfach oder schwer ist es, als relativ kleine Band an Live-Gigs zu kommen?
  
Thomas: Sehr einfach. Wir hatten damit eigentlich nie Probleme. Auf jedem Konzert lernt man Leute kennen, woraus sich wieder neue Konzerte ergeben.

metal-is-forever: Angenommen, ihr dürftet euch eine Band aussuchen, mit der ihr auf Tour gehen könnt. Welche Band wäre das?

Thomas: Das müsste eine Band sein, die hunderte Konzerte auf der ganzen Welt spielt. Gleichzeitig müsste es eine Band sein, die uns die gleiche Lautstärke zugesteht wie sich selbst, also dem Hauptact.
Nachdem das ganze ohnehin eine Wunschvorstellung ist, nehme ich eine Band die es so nicht mehr gibt: Guns N' Roses; auf deren "Use Your Illusion World Tour", Anfang der 1990er Jahre. Ich denke, die hatten auch ganz nette Partys in ihrem Privatjet.

metal-is-forever: Euer zweites Album "Louder Than Thunder" ist seit kurzem erhältlich. Wie sind die Reaktionen bislang ausgefallen?

Thomas: Wir haben schon sehr viel positive Fanpost erhalten. Die Leute die schon vorher Fans von uns waren sind durch die Bank weg begeistert von der neuen Scheibe. Auch fast alle Presse-Kritiker schreiben, dass wir uns im Vergleich zum Vorgänger nochmals steigern konnten. Was mich darüber hinaus auch noch besonders freut, ist das internationale Feedback. Wir verkaufen die CD in die USA, Argentinien, Australien, England, Frankreich, Russland, Kroatien und es melden sich Radiostationen und Fans aus der ganzen Welt, obwohl wir außerhalb Deutschlands noch überhaupt keine Promotion betrieben haben.
metal-is-forever: Was sind eure Highlights auf dem Album?

Thomas: Da hat jeder von uns andere Favoriten, meiner ist zur Zeit "Turn Up The Heat" und "Keep 'Em Coming".

metal-is-forever: Wie lange habt ihr an den Songs von "Louder Than Thunder" geschrieben? Wie ist eure Arbeitsweise beim Schreiben von neuen Songs?

Thomas: Die Basis für einen neuen Song ist immer ein Riff. Wenn wir drei uns einig sind, dass das rockt, arrangieren wir den Song und erstellen ein erstes Demo. Erst dann schreiben wir (ich und Christian) die Texte. Die Musik zu "Louder Than Thunder" ist in sechs Monaten entstanden, das Texten dauerte drei Monate, also insgesamt neun Monate für zehn neue Songs.

metal-is-forever: Was wird 2014 für Black Blitz bringen? Wie sehen eure Pläne aus?

Thomas: Im Februar gehen wir mit U.D.O. auf große Europatournee. Das wird ein großes Highlight.  Im März und April geht es dann mit Maerzfeld auf Deutschlandtournee. Und danach beginnen die Arbeiten am dritten Album.








Montag, 6. Januar 2014

Konzertbericht MAERZFELD / BLACK BLITZ 4.1.2014 München - Backstage

Kurz nach dem Jahreswechsel darf das bayrische Package MAERZFELD / BLACK BLITZ die Konzertsaison im Backstage zu München eröffnen. Die Bandzusammenstellung für diesen Abend ist nicht wirklich als gelungen zu bezeichnen und durchaus gewöhnungsbedürftig. Neue Deutsche Härte (NDH) und rifforientierter Hard-Rock erlebt man nicht allzuoft an einem Abend zusammen. So ist es denn auch wenig verwunderlich, daß die Fanlager dieses Konzert mehr oder weniger "getrennt" voneinander erleben.  Als gegen 20 Uhr BLACK BLITZ aus München die Bühne betreten, haben die Metal-Shirt-Träger eindeutig die Überzahl in den ersten Reihen. Das dem Industrial-Metal bzw der Goth-Szene zugewandete Publikum hält sich zu diesem Zeitpunkt zumeist vornehm im Hintergrund. Die Münchner Lokalmatadoren von BLACK BLITZ lassen sich davon aber nicht verunsichern und legen los wie die Feuerwehr. Das rockige Riff-Gewitter des Trios verbreitet nahezu von der ersten Minute an gute Laune und bringt die Traditionalisten im Publikum sofort auf Betriebstemperatur. Auch wenn klassischer Hard-Rock bereits etwas in die Jahre gekommen zu sein scheint, so beweisen BLACK BLITZ dennoch, daß ehrliche Rockmusik immer Konjunktur hat. Vorallem wenn sie so energiegeladen vorgetragen wird und die Gitarren-Soli (in bester AC/DC  Manier) für Begeisterung sorgen. Songs von beiden Alben werden präsentiert, wobei das ältere Material etwas mehr Beachtung findet. Die Münchner-Combo sollte man unbedingt im Auge behalten! Nach knapp 45 Minuten ist dann aber Schicht im Schacht für BLACK BLITZ und viele fleißige Helfer bereiten die Bühne für MAERZFELD vor. Während der Umbaupause findet mehr oder weinger ein Austausch der Fanlager statt. Wobei viele "gewöhnliche" Metal-Fans sich nicht davon beirren lassen und ihren Platz in den ersten Reihen behalten.
Punkt 21 Uhr marschieren MAERZFELD dann ein und ballern den Anwesenden zuerst mal "Krieg" entgegen, womit sofort klar sein dürfte, daß spätestens jetzt Schluß mit lustig ist.  In bester RAMMSTEIN Manier (sorry, aber man kommt nunmal nicht ohne den Vergleich aus) dröhnt aus den Boxen kalter und martialischer Industrial-Metal und NDH-Sound und die 6 Protagonisten stehen selbst im Posen ihren grossen Vorbildern in nichts nach. Was aber auch wenig verwunderlich ist, den MAERZFELD sind im Prinzip STAHLZEIT, und STAHLZEIT sind nunmal die No 1 RAMMSTEIN Coverband. Dennoch versuchen die Nürnberger ihr eigenes Ding zu machen. Und so setzen MAERZFELD auf Eigenkompositionen und kommen komplett ohne Cover-Versionen aus. Allerdings teilen MAERZFELD, wie auch die Szenegrössen, die Leidenschaft für Feuerzauber und Pyrotechnik. Zu "Kopfschuss" lodern dann auch erstmalig die Flammen auf der Bühne und heizen so noch zusätzlich das Backstage auf. Unglücklicherweise kommt der Feuerzauber nicht bei allen so gut an. Nachdem zu "Erleuchtung" diverse überdimensionale Wunderkerzen abgebrannt werden, stürmen Dutzende an die frische Luft raus, um das Kratzen im Hals und das Brennen in den Lungen loszuwerden. An der Entlüftung ist also in Zukunft noch zu arbeiten und im wahrsten Sinne des Wortes noch "Luft nach oben". Während die Songs in der ersten Hälfte der Setlist noch teilweise etwas sperrig daherkommen, ändert sich dies spätestens mit "Hübschlerin" schlagartig. Plötzlich springt auch der Funke auf nahezu alle über und selbst die ewig Meckernden (Aussage: RAMMSTEIN-Kopie) finden Spass an der Sache und sind selbst Feuer und Flamme. So entwickelt sich doch noch, trotz der grenzwertigen Atemluftverhältnisse, ein Konzertabend mit dem alle zufrieden sein können. In der zweiten Hälfte des regulären Sets feuern MAERZFELD dann einen "Hit" nach dem anderen aus dem Ärmel und verlangen von sich und den Anwesenden alles ab. Nach "Lass ab" gibt es eine kurze Verschnaufpause für alle, bevor ein Deluxe-Zugabenblock mit "Vaterland", "Vollkommen" und "Le Petite Mort" abermals die Stimmung steigen lässt. (JK)

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