Waren EYE OF SOLITUDE schon auf ihren beiden vorherigen Alben nicht gerade bekannt dafür, sich kurz zu fassen, schießen sie diesmal den Vogel komplett ab: Gerade mal ein Song (!), der aber mit einer Gesamtspielzeit von über 50 Minuten (!!) befindet sich auf "Dear Insanity". Ein Song über 50 Minuten, kann das funktionieren? Und wie es kann! EYE OF SOLITUDE sind mittlerweile so routiniert, dass selbst bei einem Song dieser Länge niemals Langeweile aufkommt. Nach einem elegischen Intro beginnt ab ca. Minute 8:30 die nihilistische Reise, geradewegs hinein in die musikalische Depression. Eine Reise, aus der, wie es scheint, es kein Entrinnen gibt, wenn man sich erst einmal der Verzweiflung, Trauer und Melancholie hingegeben hat, mit denen EYE OF SOLITUDE "Dear Insanity" gefüllt haben. Meisterhaft verstehen es EYE OF SOLITUDE, die Übergänge der einzelnen Songstränge mit Hilfe des Keyboards
kunstvoll zu verbinden, so dass man nie das Gefühl hat, den Faden zu
verlieren. Im letzten Drittel (ab ca. Minute 37:00) lockern EYE OF SOLITUDE die allgegenwärtige depressive Stimmung etwas und die Briten geben einem das Gefühl zurück, dass es sich lohnen kann, immer wieder auf einen Morgen zu warten. In diesem Part des Albums übernehmen Gitarre und Keyboard die Regie und führen das Ganze mit klaren und hellen Tönen (im Dialog mit den Growls) zu einem erträglichen Ende für die geschundenen Seele.
Fazit: Mit dieser Veröffentlichung rücken EYE OF SOLITUDE (zumindest für den Moment) in die erste Riege des Underground-Funeral-Doom auf. Wer sich davon überzeugen möchte, sollte allerdings schnell sein. Die Auflage von gerade einmal 500 Kopien dürfte sicherlich schnell vergriffen sein. (JK)
8.5 von 10
About me
- metal-is-forever...das Online-Magazin für Metal-Musik!
- DON`T KILL YOUR LOVE...BUY LEGAL CDs AND SUPPORT THE BANDS LIVE!!! STAY HEAVY!
Posts mit dem Label Eye of Solitude werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eye of Solitude werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 26. März 2015
Mittwoch, 20. November 2013
EYE OF SOLITUDE / Canto III / Kaotoxin Records / 6 Tracks / 66.02 Min
Ein herbstlicher Spaziergang alleine in der Dämmerung, die Bäume haben ihr Blätterkleid fast abgeworfen, Nebelschwaden ziehen auf und verleihen der Landschaft ein verzaubertes Antlitz. Langsam kriecht einem die Kälte in die Glieder und man beginnt über Sinn oder Unsinn des Lebens nachzudenken. So oder ähnlich könnte man sich die Ouvertüre zum dritten Werk von EYE OF SOLITUDE vorstellen. Also nicht wirklich was für zartbesaitede oder depressiv veranlagte Zeitgenossen. Die britischen Death'n'Doomer liefern mit "Canto III" den perfekten Soundtrack zur düsteren und kühlen Jahreszeit. In den Klangbildern, die EYE OF SOLITUDE erzeugen, sind die bestimmenden Emotionen, wie es sich für Doom gehört: Trauer, Wut und Verzweiflung. Aufgelockert wird der Epos durch ruhigere, ja fast zerbrechliche Momente, aber auch durch Blastbeats. Ansonsten bewegt sich die ganze Chose mit Lavageschwindigkeit. Ganz stark kommen, neben den beeindruckend tiefen Growls, die Gitarrensoli rüber, die immer wieder etwas freundliches Licht in die sonst vorherrschende Schwärze werfen. Wer auf atmosphärischen Düster Metal steht und mit Bands wie SATURNUS, SWALLOW THE SUN und MY DYING BRIDE was anfangen kann, dem sei "Canto III" wärmstens ans Herz gelegt. (JK)
7.5 von 10
7.5 von 10
Freitag, 3. August 2012
EYE OF SOLITUDE / Sui Caedere / Kaotoxin Records / 10 Tracks / Min
Die Veröffentlichung von "Sui Caedere" der Londoner Doom-Deather EYE OF SOLITUDE hätte wohl eher in den Herbst als in den Sommer gepaßt. Der athmosphärische Death n´Doom, dem eine gewisse Nähe zu SWALLOW THE SUN, MY DYING BRIDE und den Frühwerken von AMORPHIS nicht ganz von der Hand zu weisen ist, kann durch seine melancholisch-epischen Momente aber dennoch punkten, auch wenn man den genannten Referenz-Bands (noch) nicht ganz das Wasser reichen kann. Obwohl die Songs nicht nachhaltig im Ohr hängen bleiben, erzeugen sie eine Stimmung, die einen in düstere und drückende Bilder abtauchen lässt. Meiner Meinung nach hätte es aber den Songs gut getan, zumindest gelegentlich mal das Tempo zu erhöhen. Auch hätte dem einen oder anderen Track eine klare Stimme, als Gegenpol zu den tiefen Death Growls, gut zu Gesicht gestanden. Wobei die tiefen Death Growls ganz großes Kino sind. Ich habe selten so eine beeindruckende Stimmleistung (so langsam, tief und kraftvoll), wie hier dargeboten, in diesem Genre gehört. Bleibt unterm Strich eine wirklich interessante Scheibe die es verdient von euch mal angetestet zu werden. (JK)
6.5 von 10
6.5 von 10
Abonnieren
Posts (Atom)


