About me

Mein Bild
DON`T KILL YOUR LOVE...BUY LEGAL CDs AND SUPPORT THE BANDS LIVE!!! STAY HEAVY!
Posts mit dem Label Metal Blade Records werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Metal Blade Records werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 24. Mai 2021

NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS

 

+++ Die schwedischen Black-Thrasher SINIESTRO haben seit Freitag ihr neuestes Langeisen auf dem Markt. "Vortexx" erscheint via Black Lodge/Rough Trade und kann ab sofort beim Händler eures Vertrauens erworben werden +++ Kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Albums stehen DESASTER. "Churches Without Saints" , so der Titel des neunten Studioalbums der Koblenzer Extrem-Metal Institution, erscheint am 4. Juni +++ SUFFOCATION wollen Anfang 2022 zusammen mit BELPHEGOR und HATE deutsche und österreichische Konzertbühnen unsicher machen. Hier die vorgesehenen Termine: 23.02. Wien / Arena, 24.2. Salzburg / Rockhouse, 25.2. Leipzig / Hellraiser, 3.3. Kassel / Goldgrube, 4.3. Berlin / ORWO Haus, 6.3. Osnabrück / Bastard Club, 8.3. Hamburg / Bahnhof Pauli, 10.3. Essen / Turock, 24.3. Weinheim / Cafe Central, 25.3. Ubach-Palenberg / Rockfabrik +++ Und noch eine Meldung für die Vinyl-Liebhaber unter euch: Metal Blade Records bringen die beiden 80er Jahre Kultalben "Four of a Kind" und "Thrash Zone" von D.R.I. am 18. Juni als Neuauflage auf den Markt +++

Mittwoch, 24. Juli 2019

Týr / "Hel" / Label: Metal Blade Records / 13 Tracks / 69:53 Min

Jeder Mensch trägt stets einen Keim in sich, der seine Originalität ausmacht, jedes Individuum hat seine Geschichte. (August Strindberg)


Sechs lange Jahre haben sich TYR Zeit gelassen, um den "Valkyrja"-Nachfolger auf den Weg zu bringen. Sechs Jahre, in denen nicht nur der ein oder andere Wal auf den Färöer Inseln ausgeweidet wurde, sondern auch der Platz hintern den Kesseln bei TYR neu besetzt wurde: Tadeusz Rieckmann gibt neuerdings für Kári Streymoy den Takt bei den Nordmännern vor. Das war es aber auch schon an Neuigkeiten bzw mit den Änderungen aus dem Hause TYR.
Ansonsten wuchern TYR mit ihren allseitsbekannten (und beliebten) Pfunden. Dabei fehlen darf natürlich nicht die feine progressive Note, mit der die Färinger seit längerer Zeit schon ihre Alben aus der breiten Masse der nordisch-angehauchten Heavy Metal Veröffentlichungen hervorheben. Ebenso vertraut und liebgewonnen, die Leidenschaft für Midtempo und Melodie, welche TYR auch auf Album Nr. 8 mit schlafwandlerischer Sicherheit beherschen.
Auch beim Thema Sound und Produktion haben TYR sich nicht lumpen lassen, was wiederum den thematischen Abstieg in die nordische Unterwelt ("Hel") insgesamt sehr opulent wirken lässt.
Ebenfalls gut zu Gesicht steht "Hel", dass die Insulaner härtetechnisch eine (minimale) Spur zugelegt haben. Beste Beispiele hierfür sind der Opener "Gates of Hel" und "Empire of the North". Man kann sich dabei schon jetzt die Schwitzflecken auf den Shirts der Konzertgänger auf der nächsten Tour bildlich vorstellen.
"Ragnars Kvæði" und "Alvur Kongur" sind nicht nur zwei (der vielen) Highlights der Platte, sondern führen zudem auch noch die Tradition fort, der Metalgemeinde die färingische Sprache näher zu bringen.
Für das ruhige Momentum auf dem Album sorgt "Sunset Shore". Komplett ohne Kitsch, dafür mit schön progressiver Note und zum Ende hin an Tempo gewinnend. TYR können auch in diesem Metier punkten.
Man könnte so beliebig fortfahren, finden sich doch bei jedem Track Merkmale, die in der Schnittmenge von Eingängikeit und Melodiösität beheimatet sind.
So sei abschließen nur noch "Far from the Worries of the World"  besonders erwähnt, da dieser Track (meiner Meinung nach) nicht nur beste des gesamten Albums ist, sondern den Abwechslungsreichtum und die technische Reife der (halb-)erneuerten Truppe am besten verkörpert.


Fazit: TYR schlagen mit "Hel", im Vergleich zu den direkten Vorgängeralben eine etwas härtere Gangart an. Besonders in der ersten Albumhälfte lässen es TYR (für ihre Verhältisse) das ein oder andere Mal krachen, ohne dabei aber ihre Trademarks (Melodie und Eingänigkeit) aus den Augen zu verlieren.
Die zweite Hälfte fällt im Vergleich dagegen zwar etwas ab, hat aber immer noch genug zu bieten, um sagen zu können, dass TYR nach der langen Pause absolut nichts verlernt haben. (JK)

8 von 10

http://tyr.fo/
https://tyrband.bandcamp.com/


Dienstag, 12. März 2019

DOWNFALL OF GAIA / "Ethic of Radical Finitude" / Label: Metal Blade Records / 6 Tracks / 40:07 Min

Wohl bin ich ein Wald und eine Nacht dunkler Bäume: doch wer sich vor meinem Dunkel nicht scheut, der findet auch Rosenhänge unter meinen Zypressen. (Friedrich Nietzsche)

Unter dem schwarzen Firnament des Post Black Metal sind DOWNFALL OF GAIA momentan wohl der spannendste und am hellsten leuchtende Stern. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit die Leichtigkeit, mit der das Quartett verschiendenste Stile zusammenführt. Wie schon auf den Vorgängeralben, experimentieren DOWNFALL OF GAIA auch diesmal wieder mit Black Metal, Crust, Post Hardcore, Sludge und Post Metal. Bei jedem der 6 neuen Tracks, die "Ethic of Radical Finitude" beinhaltet, werden die Grenzen jedes Mal aufs Neue ausgelotet, dann verschoben und letztendlich aufgelöst. Grenzmauern wären hier nur hinderlich. DOWNFALL OF GAIA sind, wenn man so will, der Gegenentwurf zur Vorstellung eines gewissen D.T. aus Washington D.C., Bewegung und Energie mit Mauern/Zäunen/Grenzen zum Stillstand bringen zu können.
Getreu dem Motto "Stillstand ist Rückschritt" gehen DOWNFALL OF GAIA auch auf "Ethic of Radical Finitude" den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, nie lange im Moment verweilend, immer der Ekstase auf der Spur.
Und so pflanzen DOWNFALL OF GAIA ihre düstere und zu jedem Zeitpunkt unvorhersehbare Vison von Tod und Vergänglichkeit nicht nur in die Gehörgänge ihrer Zuhören, sondern projizieren zu jedem Track auch das passende Kopfkino hinein ins Denkzentrum eines jeden.
Mal fährt einem dabei der Beezlebub direkt in die Eingeweide, um dort drinnen seinen LSD Trip auszuschlafen ("The Grotesque Illusion of Being"), dann wiederum ("We Pursue the Serpent of Time") fühlt es sich so an, als ob man an einem Bungee-Seil hängen würde, das jeden Moment zu reißen droht, nur um im nächsten Moment in schwindeleregende Höhen zurückkatapultiert zu werden, in denen frostige Gestalten ihr Unwesen treiben.
Bei "Guided Through a Starless Night" packt einen ein blastbeat-betrieberner Tornado, der einen mit seiner Wucht in sowohl atmosphärische, als auch depressive Landschaften hochzieht, in denen man vor Schmerz am liebsten verglühen möchte.
"As Our Bones Break to Dance" ist der Gang zum Schafott, das Herz rast wie wild, während vor dem inneren Auge der eigene Lebensfilm nochmals abläuft.
Und bei "Of Withering Violet Leaves" hangelt man sich mit letzter Kraft über eine marode Hängebrücke, die über den Hades gespannt ist, um am anderen Ende der Brücke von der Wenigkeit der eigenen Existenz übermannt zu werden.

Fazit: Ein in (nahezu) allen Dingen ausgereiftes, gewaltiges und pechschwarzes Machwerk mit ergreifenden Zwischenspielen, das zu erkunden es gilt. Das bisher mächtigste Werk von DOWNFALL OF GAIA! (JK)

9 von 10

https://www.facebook.com/DownfallofGaia
https://downfallofgaia.bandcamp.com/


Dienstag, 29. Januar 2019

LIZZY BORDEN / "My Midnight Things" / Label: Metal Blade Records / 10 Tracks / Min

Das Alter ist beschwerlich - noch mehr für die Jüngeren, die mit ihm zu tun bekommen. (Heinrich Mann)

Elf lange Jahre haben sich LIZZY BORDEN Zeit gelassen, um einen Nachfolger für das 2007er Album "Appointment with Death" in die Umlaufbahn zu schießen - 11 Jahre, in denen Lizzy Harges Borden bemerkt haben muss, dass er noch zu jung ist, um als Metal Rentner zurückgezogen sein restliches Leben zu fristen  - 11 Jahre, in denen sich einiges im Headquarter der Heavy Metal/Glam Rock Instution getan hat.
Neben den fast schon obligatorischen Besetzungwechseln innerhalb des Bandgefüges, fällt auf "My Midnight Things" vor allem eines auf: LIZZY BORDEN haben sich, musikalisch gesehen, eine radikalen Kurswechsel verpasst.
Fans der ersten Stunde dürfte diese Entwicklung nur bedingt, bis gar nicht schmecken, und ob sie damit jüngere Fans akquirieren können, ist zumindest mehr als fragwürdig.
Wird das siebte Studioalbum von LIZZY BORDEN mit dem Titeltrack noch ganz traditionell eröffnet, übrigens eine Hammernummer, die allen Puristen das Pipi in die Augen treiben dürfte, läuten LIZZY BORDEN ab Track Nr. 2 "Obsessed with You" die scheinbar so gewollte radiotaugliche Zukunft der ehemaligen Heavy Glam Rock Truppe ein. Wobei Zukunft in diesem Fall dann doch eher mit Sargnagel gleichzusetzen wäre.
Ich habe keine Ahnung, welche fragwürdigen Substanzen LIZZY BORDEN beim komponieren dieses Albums konsumiert haben könnte (Kukidentpulver geschnupft? Klosterfrau Melissengeist inhaliert? Faktu akut geschluckt?). Fakt ist, das neue Soundgemisch, bestehend aus ein paar LIZZY BORDEN Querverweisen und einigen MY CHEMICAL ROMANCE-, MARILYN MANSON- ("Obsessed with You"), DEF LEPPARD- ("The Scar Across My Heart") Bestandteilen, sowie einer großen Portion amerikanischem Stadionrock neuerer Prägung, hört sich nicht nur abenteuerlich an, es ist es auch.
Zwar waren LIZZY BORDEN auch schon in früheren Zeiten alles andere als stocksteif auf einen bestimmten Sound festgelegt, aber dass man sich nun traut, seine Stammkundschaft so dermaßen ungehemmt vors Schienbein zu treten, ist schon mehr als verwunderlich, wenn nicht gar unverständlich.
Viel zu oft driften LIZZY BORDEN auf "My Midnight Things" in seichte Rock Gefilde (an der Grenze zum Pop) ab und lassen dabei nichts unversucht, ihre durchschnittlich wirkende Radiokost mit ein paar metallischen Riffs, besonders originell wirken zu lassen.
Ein Versuch, der meistens zum Scheitern verurteilt ist. So findet sich neben dem bereits schon erwähnten Titeltrack  "My Midnight Things"  kaum noch weiteres Material, dass an alte Schandtaten erinnert.
Sicherlich, für sich betrachtet, also wenn man die Vergangenheit dieser Band ausblenden könnte, ist "My Midnight Things" ein solides (Hard) Rock Album geworden, welches locker flockig nebenbei reinläuft und dabei auch keinem weh tut. Aber kann dies wirklich der Anspruch einer (ehemaligen) Kultruppe sein?

Fazit: Und wieder mal geht eine Legende, beim krampfhaften Versuch, sich an die Moderne anbiedern zu müssen, vor die Hunde. (JK)

4 von 10

http://www.lizzyborden.com/
https://www.facebook.com/Reallizzyborden
https://twitter.com/realLizzyborden



DOWNFALL OF GAIA "We Pursue the Serpent of Time"


Mittwoch, 4. April 2018

HAMFERD (HAMFERÐ) / "Támsins Likam" / Label: Metal Blade Records / 6 Tracks / 43:19 Min

In den Tiefen des Winters erfuhr ich schließlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt. (Albert Camus)

Wie die ersten Sonnenstrahlen, die, nach einem langen kalten Winter, durch die Wolkendecke brechen und mit ihrem Glanz die Natur aus dem Winterschlaf erwecken, genauso beginnt "Támsins likam" - leise, zart, sich langsam vortastend.
Anfänglich getragen von Jon Aldaras melancholischem Klargesang gewinnt "Fylgisflog" im weiteren Verlauf relativ schnell an Kraft. Spätestens wenn die ersten Growls die bis dahin verträumten Klänge ablösen und erhabenes Riffing die Szenerie bestimmt, wird klar, dass auch die dritte Veröffentlichung von HAMFERD wieder mit jener besonderen Magie, die schon die beiden ersten Teile der Triologie ausgezeichnet haben, gesegnet ist.
Eine Magie, die dich mit ihrer atmosphärischen Schönheit umgarnt und wenn du ihr verfallen bist, so schnell auch nicht mehr loslässt.
Großartig inszeniert, atmosphärisch dicht gewoben, Melancholie und Dynamik fein ausbalanciert- HAMFERD verstehen es die Klaviatur des Doom eindrucksvoll zu spielen.
Wen man den sechs Färingern überhaupt etwas vorwerfen kann, dann nur, dass sie hin und wieder zu viel Energie in den Aufbau der atmosphärischen Klangwelten investieren, was letztendlich dazu führt, dass Eingängigkeit und Nachhaltigkeit etwas darunter leiden.
Ein kleiner Makel, über den man (noch) wohlwollend hinwegsehen kann, hat "Támsins likam" ansonsten doch vieles im Angebot:
- Männerchöre bei "Stygd"
- Death/Doom Epik bei "Tvistevndur meldur"
- Eine Post-Rock Stippvisite bei "Frosthvarv"
- Härtere Passagen bei "Hon syndrast"
- Abwechslung, Dramatik und Emotion bei "Vápn í anda"

Mit "Támsins likam" haben HAMFERD ein Werk erschaffen, das nicht nur mit großartigen Melodiebögen und dezent gehaltener nordischer Folklore glänzt, sondern auch durch das aussagekräftige Wechselspiel von Klargesang und Growls, und dem Talent, immer dann mit harten Riffs zuzuschlagen, wenn der lyrische Rahmen danach verlangt.
Dass die Texte komplett in/auf faröisch (føroyskt) gehalten sind, vergrößert nur noch den Reiz, der von diesem Album ausgeht, da man sich (als nicht Mächtiger der nordischen/skandinavischen Sprachen) noch mehr als sonst, auf Betonung, Emotion und Atmosphäre verlassen muss, um sich in die Kompositionen hineinversetzen zu können.

Fazit: Auch wenn "Tamsins Likam" im Vergleich zu den Vorgängerveröffentlichungen etwas handzahmer daherkommt und insgesamt etwas mehr Aufmerksamkeit beim Zuhörer einfordert, ist dieses Album denoch einen Lehrstück (mit kleineren Ungereimtheiten) des atmosphärischen Dooms, an dessen Glanz sich das gesamte Genre erfreuen darf/wird. (JK)

8.5 von 10 

http://hamferd.com/
https://www.facebook.com/Hamferd
https://hamferd.bandcamp.com/

Samstag, 13. Januar 2018

IGORRR / "Savage Sinusoid" / Label: Metal Blade Records / 11 Tracks / 39:26 Min

Der organisierte Wahnsinn ist die größte Macht der Welt. (Gerhart Hauptmann)

Zutatenliste:
Je 125g französische und russische Folklore, 250g Blastbeats, 175 g frischen Breakcore, 1 Packung Dubsteb, 2 Tropfen Hundegebell, 8 EL klassische Arrangements, 3 TL Atari Sound und eine große Prise Wahnsinn.

Zubereitung:
1. Französische und russische Folklore im Wasserbad vorsichtig auflösen, dann zur Seite stellen.
2. Fein gesiebten Dubsteb mit grob gemahlenen Blastbeats mischen.
3. Backblech einfetten und den Ofen auf 666 °C (Umluft) vorheizen.
4. Dubsteb-/Blastbeats-Mischung vorsichtig mit der Folklore vermengen, mit klassischen Arrangements abschmecken.
5. Den Teig gleichmäßig auf dem Backblech verteilen.
6. Danach Breakcore steif schlagen, mit Hundegebell, Atari Sound und reichlich (genialem) Wahnsinn verrühren.
7. Die Creme gleichmäßig auf dem Teig verteilen
8. Dann den "Savage Sinusoid" Kuchen sofort in einen baroken Polka-Ofen schieben und für genau 39.26 Minuten backen.
9. Nach dem Backen den Kuchen auf einem Avantgarde-Kuchengitter auskühlen lassen und vor dem Servieren mit Elektro-Zuckerguß verzieren.

Wir wünschen guten Appetit (JK)

7.5 von 10

http://igorrr.com/
https://www.facebook.com/IgorrrBarrroque

Montag, 6. November 2017

ENSIFERUM / "Two Paths" / Label: Metal Blade Records / 13 Tracks / 53:30 Min

Weiß doch keiner, was ihn frommt, hier auf dunklem Pfade. Keiner zwingt das Glück, es kommt unverhofft als Gnade. (Friedrich von Bodenstedt)

Wohl dem, der seit 20 Jahren auf dem Pfad des Erfolges wandeln kann.
Wie kaum eine andere Viking/Folk Metal Band stehen ENSIFERUM seit 2 Dekaden dem ganzen Genre als eine Art Hohepriester vor. Respektable Album-Verkaufszahlen und immer größer werdende (nicht selten ausverkaufte) Konzerthallen untermauern diesen Ruf.

Nun also Album Nr. 7 - "Two Paths":
Konnten die vorherigen Alben (sieht man mal vom orchestral überladenen "Unsung Heroes" ab) mehr oder weniger als hauptsächlich im Viking/Folk Metal beheimatete Alben abgebucht werden, gestalltet sich bei "Two Paths" die Deklarierung etwas schwieriger. Haben ENSIFERUM hier die ohnehin schon immer vorhandenen Nähe zum profanen Heavy Metal noch eine Spur mehr herausgearbeitet.
Jedem, mit (Plastik-)Trinkhorn und (Kunst-)Fellweste aufgehübschten Freizeit-Wikinger muss desewegen jetzt aber nicht gleich der Anstschweiß ausbrechen, auch wenn Songs wie "Don't You Say" (simpel strukturiert) und "I Will Never Kneel" (Klargesang und Breaks ala NIGHTWISH) nur mit reichlich Met zu ertragen sind.
Und "God Is Dead" hätte sich wohl um einiges besser auf einem ALESTORM Album gemacht, als auf einem ENSIFERUM Longplayer, auch wenn der Chorus amtlich fetzt.
Bei aller Kritik - eingängig sind alle Songs auf "Two Paths", was den Finnen erst mal einer nachmachen muss. 
Besondere Erwähnung verdienen "Way of the Warrior", "King of Storms", "Hail to the Victor" und "Feast with Valkyries", bei dem sich Neuzugang Netta Skog mit Akkordeon und Stimme in den Vordergrund spielt.
Hier fügen sich abwechslungsreicher Viking/Folk Metal und eingänger Heavy Metal am besten zu einer homogenen Einheit zusammen.
Allerdings sollte man auch hier nicht vorschnell in Jubelarien ausbrechen, da diese Tracks, wie auch der Rest des Albums, zu keinem Zeitpunkt an die Qualität der ersten vier Alben heranreicht.
Und dennoch ist "Two Paths" unter dem Strich um einiges besser, als so maches aus jüngster Vergangenheit der Finnen, was für kommende Schandtaten wieder zarte Hoffnung nährt, dass ENSIFERUM in Zukunft doch nochmals zu alter Stärke zurückfinden könnten.


Fazit: Quo Vadis ENSIFERUM? Aktuell stehen die Finnen an einer Gabelung mit zwei Pfaden. Der eine Pfad führt in die Ruhmeshalle des Viking-Metal, der andere, hin zum Kirmes-Metal Thron.
Für welchen Pfad sich ENSIFERUM letztendlich entscheiden, wird die Zukunft zeigen.
Eines steht jedoch schon jetzt fest - (kommerziell) erfolgreich dürften beide sein/werden. (JK)

7 von 10

https://www.facebook.com/Ensiferum 
http://www.ensiferum.com/
 

Sonntag, 27. August 2017

+++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++

Die finnischen Fürsten der Dunkelheit CARDINALS FOLLY werden diesen Herbst ihr viertes Studioalbum veröffentlichen. "Deranged Pagan Sons" wird am 4. September in der CD Version via Nine Records, und in der LP Version über Topillo Records veröffentlicht. +++ Metal Blade bringen am 8. September die beiden RIOT Alben "Army of One" und "Through the Storm" als Re-Release auf den Markt. Erhältlich werden die beiden Kult-Alben jeweils als CD-Digi und LP sein. Pre-Order your copies now at: metalblade.com/riot +++ EISBRECHER haben mit ihrem neuem Album "Sturmfahrt" die Spitzenposition in den deutschen Charts erklommen. Glückwunsch +++ Auch die Damen von EXIT EDEN werfen momentan sicherlich ganz gerne einen Blick auf die Album-Charts, ist ihr Debütalbum "Rhapsodies in Black" doch dort auf dem respektablen Platz 15 eingestiegen +++ Tour-Dates BELPHEGOR + DESTRÖYER 666 + ENTHRONED: 25.9. Dresden / Puschkin, 3.10. Erfurt / From Hell, 4.10. Berlin / SO 36, 5.10. Oberhausen / Helvete, 20.10 Graz / Explosiv, 21.10. Wien / Szene +++

Freitag, 9. Juni 2017

SIX FEET UNDER / "Torment" / Metal Blade Records / 12 Tracks / 46:59 Min

Toren sind's, die von ewiger Liebe schwatzen. Ewiges Einerlei widersteht, Veränderung nur ist das Salz des Vergnügens (Friedrich Schiller).

Heute schon in Blut gebadet, oder in Gedärmen gewühlt? Nein? Na dann kommt "Torment" gerade recht, um den Death Metaller seine tägliche Dosis Gore, Splatter und Horror zu verpassen.

Seit nunmehr 24 Jahren brüllt sich Chris Barnes bei SIX FEET UNDER  nun schon nuschelnder Weise durch die groovenden Abgründe menschlicher Machart und hat in dieser Zeit mehr als eine Abrißbirne auf die Menschheit losgelassen.
Wenn man sich bei den zurückliegenden 11 SIX FEET UNDER Alben und 4 Graveyard Classics auf was verlassen konnte, dann darauf, dass 6FU einem immer schön trocken den Schädel gespalten haben und sich dabei angehört haben, wie anno dazumal als Hammer und Face noch eine Symbiose eingegangen sind. Auch beim  CD/LP Coverartwork hat man immer schön an altbewährten festgehalten und die Farbpalette höchstensmal neben Schwarz um (Dunkel-)Rot erweitert.
Und dann kommt "Torment" ohne Vorwarnung um die Ecke, macht das profane "Weiß" im Todesblei-Sektor salonfähig und bringt ganz nebenbei auch noch, musikalisch gesehen, etwas frischen Wind in den muffigen Folterkeller.
Als erstes fällt auf, dass SIX FEET UNDER auf "Torment", im Vergleich zu früheren Alben, den beiden neuen Gitarristen (Ray Suhi & Jack Owen) mehr Freiraum für technische Raffinessen eingeräumt haben. Dem Oldschool-Fetischisten muss deswegen aber jetzt nicht gleich der Angstschweiß ausbrechen, immer noch sind 6FU fest im Oldschool Death Metal verwurzelt.
Nächste "Neuerung" bei SIX FEET UNDER ist der Sound, der diesmal so druckvoll und klar wie selten zuvor, den Kompositionen mitgegeben wurde.
Beide Punkte zusammen, plus die neue Besetzung (u.a. ist Tieftöner Jeff Hughell wieder mit an Bord) und die Tatsache, dass es Chris Barnes nach längerer Zeit mal wieder geschaftt hat, den Songs, zumindest einigen, Wiedererkennungswert und Feuer einzuhauchen, macht aus dem 12. Studioalbum der Florida Deather, eines der besseren der Neuzeit, auch wenn sich ein paar Lückenfüller mit eingeschlichen haben.

Fazit: Nachdem Chris Barnes in den letzten Jahren, gerne mal nach Schema F vorgegangen ist und die letzten Alben deswegen eher unscheinbar (Ausnahme "Death Rituals") rüberkamen, scheint ihm die neuerliche Frischzellenkur, was die Band-Besetzung betrifft, sichtlich gut getan zu haben.
Zum ersten mal seit längerer Zeit spürt man bei SIX FEET UNDER, dass die Truppe wieder Feuer im Hintern hat. Die Tage, in denen man es sich mehr oder weniger, im Ruhm vergangener Tage, gemütlich gemacht hat, scheinen vorüber zu sein. (JK)

Anspiel-Tipps: "Exploratory Homicide", "Roots of Evil", "Schizomaniac", "Slaughtered as They Sleept"

7.5 von 10

Donnerstag, 23. März 2017

ARMORED SAINT / "Carpe Noctum" / Metal Blade Records / 8 Tracks / 38:50 Min

Der einzige Unterschied zwischen dem Heiligen und dem Sünder ist, dass jeder Heilige eine Vergangenheit hat und jeder Sünder eine Zukunft (Oscar Wilde).

Ich möchte einem klugen Kopf, wie es Oscar Wilde nun mal war, nur ungern widersprechen, aber hier lag der viktorianische Schriftsteller, zumindest wenn man diesen Spruch bei ARMORED SAINT anwendet, etwas daneben.
Die fünf "gepanzerten Heiligen" aus dem sonnigen Kalifornien haben nämlich sehr wohl eine (wohlklingende) Vergangenheit UND eine vielversprechenede Zukunft, was die letzten beiden Studioalben eindrucksvoll bewiesen haben.
Und das einzig Sündige daran ist die Tatsache, dass ARMORED SAINT, auch 35 Jahre nach Bandgründung, immer noch total unterbewertet sind.
Warum eigentlich?
John Bush ist immer noch einer der besten Vocal-Artisten, die die Heavy Metal Community ihr Eigen nennt, Joey Vera's Talent beeindruckt nicht nur Fans von ARMORED SAINT sondern auch die von FATES WARNING und live sind ARMORED SAINT sowieso immer eine Wucht. Womit wir beim Thema wären.
"Carpe Noctum" ist in der langen Karriere von ARMORED SAINT (erst) das zweite Live-Album und wartet mit 8 Tracks auf. Geboten wird ein guter Querschnitt der Bandhistorie, bei annehmbaren Soundverhältnissen und mit einer bestens aufgelegten Band.
So finden sich neben alten Klassikern ("March of the Saint", "Stricken by Fate", "Aftermath") auch zwei Tracks ("Win Hands Down" und "Mess") vom aktuellen Album, was unterstreicht, dass ARMORD SAINT auf "Carpe Noctum" auf Ausgewogenheit geachtet haben, was wiederum das Album durchaus empfehlenswert macht.
Wenn es überhaupt was zu meckern gibt, dann an der Tatsache, dass ARMORED SAINT bei der Titelanzahl (nur übersichtliche 8 Lieder haben den Weg auf das Album gefunden) und damit einhergehend der Gesamtspielzeit gegeizt haben.
Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn ARMORED SAINT noch den ein oder anderen Titel (z.B. "Can U Deliver" oder "Mad House") mit aufgenommen hätten.
So bleibt am Ende ein leicht fader Beigeschmack, vor allem wenn man bedenkt, dass seit dem letzten Live-Album schon 29 Jahre vergangen sind. (JK)


Aufgenommen wurde im Jahr 2015 zum einen in Wacken (Open-Air) und zum anderen in Aschaffenburg (Club-Gig).

Tracklist:

- Win Hands Down
- March of the Saint
- Stricken by Fate
- Last Train Home
- Mess
- Aftermath
- Left Hook from Right Field
- Reign of Fire

Note: ohne Bewertung

Montag, 22. August 2016

REVOCATION / "Great Is Our Sin" / Metal Blade Records / 10 Tracks / 45:14 Min

Anspruchsvoll auf die Zwölf.
Die Verbindung von technischem Death-, groovendem Thrash- und feinem Progressive Metal - das ist seit einigen Jahren das Erkennungsmerkmal von REVOCATION.
Seit 2006 hauen die Mannen um David Davidson ein hochklassiges Album nach dem anderen raus - scheinbar mühelos. Mit "Great Is Our Sin" erblickte vor kurzem das 6. Studioalbum der Band aus Boston / Massachusetts das Licht der (Metal-)Welt.
Wo andere, ähnlich gestrickte Bands, versuchen, die Tags "Anspruch" und "Härte" mit ermüdendem Gefrickel und profanem Gekloppe zu bedienen, machen REVOCATION ihr eigenes, für sie typisches Ding daraus. So gibt es für David Davidson & Co scheinbar keine musikalischen Grenzen - REVOCATION springen ohne Scheu und Qualitätsverlust zwischen Death, Thrash und Prog hin und her und mischen zudem noch etwas Jazz unter ihr Ursüppchen.
Das ganze wird mittels Neutronenbeschleuniger Ash Pearson (geiles Drumming) und der Zentrifugalkraft von Saitenhexer David Davidson kraftvoll in die Umlaufbahn geschossen, dass die Funken nur so fliegen.
Somit muss man, langsam aber sicher, darüber nachdenken, David Davidson in die Nähe von Gitarrenheroen wie Chuck Schuldiner und Jeff Loomis zu rücken und seinen REVOCATION einen ähnlichen Stellenwert einzuräumen, wie den Bands der beiden genannten Herren. 

Fazit: "Great Is Our Sin" ist gespickt mit feinem Songwriting, Soli der Extraklasse, Virtuosität und technischer Finesse. REVOCATION sind mit "Great Is Our Sin" nun endgültig in der Beletage des Technical-Death-Metal angekommen.
Doch wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten.
Wohlgemerkt, wir meckern hier auf hohem Niveau, trotzdem darf nicht unter den Tisch gekehrt werden, dass zum einen beim Gesang noch Luft nach oben zu vermelden ist und zum anderen, dass dem Album, zumindest ein Song, der sich sofort in die Gehirnrinde frisst, sehr gut zu Gesicht gestanden hätte. (JK)

8 von 10 

David Davidson – Gitarre / Vocals
Dan Gargiulo – Gitarre / Vocals
Brett Bamberger – Bass / Vocals
Ash Pearson – Drums

http://www.revocationband.com
http://www.facebook.com/revocation
http://www.twitter.com/revocation

Dienstag, 19. Juli 2016

DENNER/SHERMANN / "Masters of Evil" / Metal Blade Records / 8 Tracks / 41:38 Min

Nostalgie - ... die sich in der Rückwendung zu einer vergangenen Zeit, in der Vorstellug verklärten Zeit äußert, deren Mode, Kunst oder Musik man wieder belebt (Duden Definition). 
Passender kann man kaum den ersten Longplayer des kongenialen Gitarren-Duos DENNER/SHERMANN beschreiben.
Was die (ehemaligen) Gitarrenhexer von MERCYFUL FATE hier  auf "Masters of Evil" vom Stapel lassen, ist aller Ehren wert und versprüht zu jeder Sekunde, längst vergessen geglaubtes MERCYFUL FATE Feeling, wenn auch nur an den Gitarren.
An den Gesang muss man sich gewöhnen, nicht dass er schlecht oder unpassend wäre, nein keineswegs, Sean Peck macht seine Sache wirklich sehr gut ... aber ... man sieht das Coverartwork von Thomas Holm (angelehnt an das Kultalbum "Don't Break the Oath"), man hört die Harmonien und Riffs und wartet unwillkürlich auf die typischen King Diamond Vocals.
So braucht es 1 - 2 Durchläufe des Albums, um mit seiner Konfusion klarzukommen und um zu realisieren, dass das Album trotzdem seine Daseinsberechtigung hat und DENNER/SHERMANN im Prinzip dort weitermachen, wo sie 1996 ("Into the Unknown") mit MERCYFUL FATE aufgehört haben - nur eben mit einem anderen Sänger.
Vor allem der Einstieg mit "Angel's Blood" "Son of Satan" und "The Wolf Feeds at Night" ist vom Feinsten. Doppelläufige Gitarren, klasse Refrains und ein dramaturgisch hochwertiges Songwriting lassen die Augen vor Freude triefen.
Der Titelgebende Track "Masters of Evil" und "The Baroness", sowie "Pentagram and the Cross" sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern, allerdings wird hier nicht mehr ganz so hochklassig gewerkelt, wie beim zuvor erwähnten Dreierschlag. 
"Servants of Dagon" und "Escape from Hell" hingegen sind lahm, um nicht langweilig zu sagen. Zwar gibt es auch hier feine Riffs und Soli und die berühmt berüchtigte progressive "Verrücktheit" des Gitarren Duos - mehr jedoch nicht. So fallen diese beiden Songs am Ende durch, da nichts davon hängen bleibt.

Fazit: Summa summarum ist "Masters of Evil" ein gutes (solides) Album - nicht weniger und (leider) auch nicht mehr. In der Endabrechnung überwiegen jedoch eindeutig die positiven Aspekte, auch wenn sich nicht verheimlichen lässt, dass "Masters of Evil" seine Längen und Hänger hat. (JK)


7 von 10

Dienstag, 14. Juni 2016

ARTILLERY / Penalty by Perception / Metal Blade Records / 11 Tracks / 53:54 Min

Nicht die Jahre in unserem Leben zählen, sondern das Leben in unseren Jahren zählt (Stevenson).
Die Dänen ARTILLERY gehören zu den dienstältensten (gemessen am Gründungsjahr) Thrash-Metal-Kapellen des alten Kontinents. Kurz nachdem in der Bay Area das Genre aus der Taufe gehoben wurde, verfielen die Stützer Brüder (Morten und Michael) ebenfalls dem Thrash-Virus und bereicherten damit, zusammen mit ein paar, ebenfalls früh berufenen Bands, Europas Metalwelt.
34 Jahre später, wir schreiben das Jahr 2016, präsentieren sich die Herren Stützer und ARTILLERY immer noch so, als wären die letzten Jahrzehnte (nahezu) spurlos an ihnen vorbei gegangen - kraftvoll, verspielt und frisch. Obwohl sämtliche Alben nach dem Comeback (2009) nicht ganz an die Frühwerke heranreichen, wissen die Dänen auf "Penalty by Perception" mit ihrem, sowohl engergiegeladenen, als auch melodiösen Thrash, über weite Strecken zu gefallen.
Da aber auch in Dänemark die Uhren seit den 80er Jahren nicht stehen geblieben sind, haben ARTILLERY an ihren Sound etwas getüfftelt und dabei etwas verfeinert. So finden sich inzwischen mehr epische Momente in den Songs, was dem neuen Sänger (Michael Bastholm Dahl), der aus der Power-Metal Ecke kommt, sicherlich nicht ganz ungelegen kommt.
Epic Metal? Power-Metal? Keine Sorge, das hört sich jetzt schlimmer an, als es in Wirklichkeit ist - ARTILLERY sind immer noch tief im Thrash, mit einer amtlichen Härte, verwurzelt.
Wer sich selbst davon überzeugen möchte, darf sich anhand von "In Defiance of Conformity", "Live by the Scythe", "Rites of War", "Penalty by Perception" und "Deity Machine" die Schuppen aus der Matte pusten lassen.

Fazit: Obwohl ARTILLERY nicht mehr die jüngsten sind, sind die Dänen immer noch zackig unterwegs. So hat "Penalty by Perception" einige Klopper in petto, bei denen selbst die jüngeren Semester kräftig ins Schwitzen kommen dürften. (JK)

7.5 von 10

Dienstag, 10. Mai 2016

DESASTER / "The Oath of an Iron Ritual" / Metal Blade Records / 10 Tracks / 47:17 Min


No Remorse. Wo andere, etwas in die Jahre gekommene Bands/Musiker sich gerne mal von den Geistern der Vergangenheit zu befreien versuchen und dabei oftmals ihre Anhänger vergraulen, denkt im Hause DESASTER niemand daran, die Nietenarmbänder einzumotten oder gar den Fuss vom Gaspedal zu nehmen. Zum Glück!
Düster und brutal wie eh und jeh, aber detailreich wie selten, präsentieren sich DESASTER auf "The Oath of an Iron Ritual", dem 8. Studioalbum der Koblenzer.
Nach einem kurzen Intro tut sich in Form von "Proclamation in Shadows" die typische DESASTER-Hölle auf. Mit kraftvollem Riffing, pechschwarzer Natur, knüppeln sich DESASTER eingängig und abwechslungsreich durch den Song, ohne dabei die Melodiösität vermissen zu lassen. Saustarker Tobak! Das folgende "End of Tyranny" entfaltet erst nach dem zweiten Hördurchlauf seine niederschlagende Wirkung, dann aber umso heftiger.
Weiter geht es mit "The Cleric's Arcanum", was mit seiner unbändigen Schwarzstahlwucht und den thrashigen Gitarren nicht nur zu Beginn die Glocken läuten lässt. DESASTER haben hier definitiv die perfekte Mischung aus Black und Thrash gefunden.
Weitere Highlights sind zum einen das hymnenhafte "Haunting Siren" mit seinem genialen Mittelteil, sowie das schädelspaltende "Conquer & Contaminate", zum anderen aber auch der titelgebende Track "The Oath of an Iron Ritual" und der als Rausschmeißer fungierende melodische Hassbrocken "At the Eclipse of Blades", der dem Album einen wahrlich gänsehautwürdigen Abgang beschert.

Fazit: Merklich gereift, mit Zitaten ihrer Einflüsse und der eigenen Historie, detailreich und originell.
Mit "The Oath of an Iron Ritual" sind DESASTER endlich dort angekommen, wo sie hingehören - auf den schwarzen Thron der Oldschool-Thrash-Hölle! (JK)

9 von 10

Montag, 4. April 2016

ACCUSER / "The Forlorn Devide" / Metal Blade Records / 10 Tracks / 46:42 Min

"The Forlorn Devide" heißt das neueste Machwerk der Siegener Thrash Urgesteine ACCU§ER. Es ist bereits das vierte Album, welches ACCU§ER seit ihrer Reunion 2008 vom Stapel lassen und zugleich der erste Longplayer, der über das renommierte Kult-Label Metal Blade Records veröffentlicht wird. Wer ACCU§ER (gegründet 1986) über die Jahre verfolgt hat, weiß was einen erwartet, wenn Frank Thoms und seine Mannen loslegen - brutales Riffing, fieses Drumming, Soli mit technischer Raffinesse und ein Shouter, der mit seinem Organ Tote zum Leben erwecken könnte - oder eben ein kompromissloses (Modern) Thrash Brett. Erbarmungslos frißt sich "The Forlorn Devide" in die Gehörgänge des Hörers, versetzt die Nackenmuskulatur in Schwingung und groovt wild um sich. Würden sich SOULFLY und DEW-SCENTED  heutzutage für ein Album zusammentun, dann würde sich das Ergebnis aus dieser unheilvollen Vereinignung wohl anhören wie "The Forlorn Devide".
ACCU§ERs Studioalbum Nr 11 kann zudem mit einem hohen Maß an Dynamik, einem nicht aufdringlichem Gespür für Melodie und einer fetten Produktion punkten.

Einziger Kritikpunkt  - obwohl das Album es sich auf konstant hohem Niveau "gemütlich" macht und eigentlich kein Song abfällt, vermisst man auf "The Forlorn Devide" zumindest einen Song, der alle anderen überstrahlt.
Trotz diesem kleinen Makel packt einem das Album von Anfang an und dürfte ACCU§ER ein Stück weit dabei behilflich sein, an die Teutonic 4 etwas näher heranzurücken. Verdient hätten sie es schon längst. (JK)

Anspiel-Tipps: "Impending Doom", "Lust for Vengeance", "Fifth Column", "Flow of Dying"

7.5 von 10

Freitag, 12. Februar 2016

EXUMER / "The Raging Tides" / Metal Blade Records / 10 Tracks / 35:23 Min

Erbarmen - zu spät, die Hessen kommen. Die Teutonen-Thrasher von EXUMER veröffentlichen dieser Tage ihr zweites Album nach dem umjubelten Comeback von 2012. Die Marschrichtung ist, wie schon auf dem Vorgänger-Album "Fire & Damnation" und den beiden Szene-Highlights aus den Achtzigern ("Possessed by Fire", "Rising from the Sea"), dieselbe geblieben: Thrash bis zum Umfallen - immer schön derbe und voll auf die Fresse. EXUMER haben definitiv nichts verlernt. Die Mischung aus kompromisslosem Riffing der Marke EXODUS, brachialer Härte ala DESTRUCTION, melodischen Anteilen, wütenden Vocals und geilen Soli machen aus "The Raging Tides" einen Gourmet-Happen, an dem sich die (deutsche) Konkurrenz dieses Jahr messen lassen muss. Das Album kommt komplett ohne Ausfälle aus, glänzt mit Abwechslungsreichtum, einer fetten Produktion (Dank an Waldemar Sorychta) und ist zudem mit vier Thrash-Hymnen der Güteklasse 1A gesegnet: "Catatonic", "Sinister Souls", "Welcome to Hellfire", "The Raging Tides".
Mehr geht kaum - also Röhrenjeans rausgekramt, Patronengurt um die Wampe geschnallt und ab zum Musik-Dealer eures Vertrauens!

Fazit: Was EXUMER mit "The Raging Tides" vom Stapel lassen, gibt einem den Glauben an die Macht des Riffs zurück und lässt die guten alten (Thrash-) Zeiten wieder aufleben, ohne dabei altbacken zu klingen. Saustarkes Album! (JK)

9 von 10