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Samstag, 21. Oktober 2017

STALLION / "From the Dead" / Label: High Roller Records / 10 Tracks / 44:34 Min

Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme (Thomas Morus).

Wer auf's falsche Pferd setzt, kann auf der Galopprennbahn eine Stange Geld verlieren. Wer hingegen auf das schwäbische Rennpferd "STALLION" setzt, der kann nur gewinnen - vorausgesetzt er mag Heavy Metal.

Drei lange Jahre haben sich die fünf 80er Jahre Fetischisten Zeit gelassen, um den Nachfolger des allenthalben positiv aufgenommenen Erstlingswerks "Rise and Ride" auf den Weg zu bringen - Gut Ding will eben Weile haben.
Die Zeit scheinen STALLION auf jeden Fall gut genutzt zu haben. Oder wie sonst ließe sich erklären, dass "From the Dead" wie aus einem Guß klingt und mit einer Volltrefferquote (8 von 10 Tracks dürften den spandexhosentragenden Stromgitarrenverehrer vor Freude auf die Knie fallen lassen, um ein Dankgebet zu sprechen) aufwarten kann.
Das alles, gepaart mit den technischen Fähigkeiten der Truppe und dem Fingerspitzengefühl von STALLION, die 80s so authentisch wie möglich rüberzubringen, ohne dabei jemals Plagiatsvorwürfen ausgesetzt zu sein, macht "From the Dead" nicht nur absolut hörenswert, sondern zu einem der besten Alben, welches die Riege der jungen Wilden (ENFORCER, SKULL FIST, STEELWING & Co) bis heute zu Stande gebracht hat.

Stellvertretend für den hohen Qualitätsstandard auf "From the Dead", darf der mit 6.30 Minuten längste Track des Albums "Awaken the Night" Werbung für das gesamte Album machen.
Der Song ist nicht nur dramaturgisch sehr gut aufgebaut, sondern auch (mindestens) so abwechslungsreich, wie ein All-You-Can-Eat-Buffet.
Nach einem für STALLION Verhältnisse ruhigen Beginn, lassen die Schwaben kurz den Sunset Boulevard in L.A. (MÖTLEY CRÜE lassen grüßen) aufleben, bevor sich im Mittelteil Speed und Raffinesse hinzugesellen und den Track zum Ende hin in den verträumten Sonnenuntergang (gitarrentechnisch gesehen) geleiten. Dauerwelle was willst du mehr?!

Und zu guter Letzt (außer Konkurrenz) noch ein Statement, welches STALLION locker flockig in der Mitte des Albums plaziert haben -"Kill Fascists"; eine starke Botschaft in unruhigen Zeiten und zugleich eine 17-sekündige Verneigung vor den kultigen S.O.D.
In diesem Sinne: "Speak STALLION or die!" (JK)

8.5 von 10 

https://www.facebook.com/heavymetalstallion
http://www.hrrecords.de

Mittwoch, 24. September 2014

Konzertbericht BULLET / STRIKER / STALLION 20.9.2014 München - Backstage (Halle)

Die "Tour of Blades" mit BULLET, STRIKER und STALLION kann man ohne Übertreibung als ein Fest für (Metal-)Traditionalisten bezeichnen. Unglücklicherweise öffnet am selben Tag das traditionsreichste Volksfest der Welt "die Wiesn" seine Pforten und lockt die Massen in die Bierzelte, um überteuertes Bier zu konsumieren. So kommt es wie es kommen muss: Der Besucheransturm auf die Konzertkasse hält sich in Grenzen. Letztendlich finden sich ca 100 Wiesnresistente im Backstage ein, um blasmusikkonträren Klängen zu lauschen. Punkt 19.30 Uhr stürmen STALLION auf die Bühne und gehen von Beginn an ein Tempo, bei dem jeder Metronom seinen Geist aufgeben würde. In den folgenden 35 Minuten kann die junge Truppe aus Süddeutschland mit ihrem melodischen Heavy-/Speed-Metal schnell für Begeisterung bei den Anwesenden sorgen. Da trifft es sich doch gut, dass die Band wenige Tage vor Tourbeginn ihr erstes vollwertiges Album (Rise and Ride) veröffentlicht hat, so dass die Setlist neben drei Songs von der Debüt-EP "Mounting the World" auch mit neuem Material durchgemischt werden kann. Den Abschluß des Gigs von STALLION bildet das geniale "Canadian Steele", mit dem STALLION sozusagen auch den perfekten Übergang zu den nun folgenden Kandiern STRIKER einleiten. Nach einer sehr kurzen Umbaupause betreten besagte STRIKER die Bühne und die Meute vor der Bühne geht vom ersten Ton an steil. Der Backkatalog, mit dem sich die Kanadier innerhalb kürzester Zeit eine beachtliche Fangemeinde erspielt haben,  umfasst inzwischen 1 EP und 3 Alben und bietet alles was der puristisch angehauchte Metal Fan mit Affinität zum Speed-Metal zum Glücklichsein benötigt. Melodische Gitarren, eine Rampensau als Sänger, knackiges Songwriting und Hits am laufenden Meter. Egal ob STRIKER das Gaspedal derbe durchtreten oder sich im Mid-Tempo bewegen, jeder Song wird von den Anwesenden abgefeiert. Nach dem letzten Song wird sogar lautstark eine Zugabe gefordert, die aber (leider) nicht gegeben werden kann, da Hell Hofer & Co schon in Lauerstellung liegen. Der Umbau beginnt und fördert den BULLET Schriftzug aus Glühbirnen (glücklicherweise ist Schweden von der Glühbirnenverordung der EU nicht betroffen) und eine Standschleifmaschine zum Vorschein. Nach einem kurzen Intro gehen BULLET mit "Storm of Blades" sofort in die Vollen. Bruder Tuck ähm Hell Hofer in seinem Ganzkörper-Cape wirft in der Mitte des Songs die Messerschleifmaschine an und lässt die Funken fliegen. In den nun folgenden knapp 90 Minuten zeigen BULLET den Anwesenden, wie heutzutage traditioneller Metal zu klingen hat und präsentiert wird. Hier passt wirklich alles: Show, Bühnepräsenz und eine Setlist die kaum Wünsche offen lässt. Zu "Dusk Till Dawn" gibt es eine Einleitung in Form einer Puppe in einem Verstärker, zu "Hammer Down" schleicht ein Mönch (eigentlich der Mann vom Merchstand in einer Kutte, aber psssst) samt Hammer zu einem Amboss und beim letzten Song des Abends spielt jedes Mitglied der Saitenfraktion sein Instrument über dem Kopf, sodass man auf der Rückseite von Gitarren und Bass "Bite the Bullet" lesen kann. So geht ein geiler Konzertabend mit einem Top-Package zu Ende, ohne dass man Dirndl, Lederhosen oder Maßkrug vermisst hätte. (JK)

STALLION


STALLION Live

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