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DON`T KILL YOUR LOVE...BUY LEGAL CDs AND SUPPORT THE BANDS LIVE!!! STAY HEAVY!
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Montag, 24. Mai 2021

NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS

 

+++ Die schwedischen Black-Thrasher SINIESTRO haben seit Freitag ihr neuestes Langeisen auf dem Markt. "Vortexx" erscheint via Black Lodge/Rough Trade und kann ab sofort beim Händler eures Vertrauens erworben werden +++ Kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Albums stehen DESASTER. "Churches Without Saints" , so der Titel des neunten Studioalbums der Koblenzer Extrem-Metal Institution, erscheint am 4. Juni +++ SUFFOCATION wollen Anfang 2022 zusammen mit BELPHEGOR und HATE deutsche und österreichische Konzertbühnen unsicher machen. Hier die vorgesehenen Termine: 23.02. Wien / Arena, 24.2. Salzburg / Rockhouse, 25.2. Leipzig / Hellraiser, 3.3. Kassel / Goldgrube, 4.3. Berlin / ORWO Haus, 6.3. Osnabrück / Bastard Club, 8.3. Hamburg / Bahnhof Pauli, 10.3. Essen / Turock, 24.3. Weinheim / Cafe Central, 25.3. Ubach-Palenberg / Rockfabrik +++ Und noch eine Meldung für die Vinyl-Liebhaber unter euch: Metal Blade Records bringen die beiden 80er Jahre Kultalben "Four of a Kind" und "Thrash Zone" von D.R.I. am 18. Juni als Neuauflage auf den Markt +++

Donnerstag, 11. April 2019

KING KOBRA / "Sweden Rock Live" / Label: Metalville - Rogh Trade / 13 Tracks / 56:15 Min

Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler. (William Shakespeare)


Dass Livealben ihren Reiz haben können, wissen wir seit "Made in Japan (DEEP PURPLE), "...Exit...Stage Left (RUSH)" und "Live After Death" (IRON MAIDEN)".
Die seit fünf Jahren wieder aktiven KING KOBRA wollen sich da nicht hintenanstellen und hauen mit "Sweden Rock Live" ebenfalls einen Live-Silberling raus - den ersten der Karriere. Auch wenn es "Sweden Rock Live" nicht mit den zuvor genannten Premium-Live-Veröffentlichungen aufnehmen kann, darf man Carmine Appice und seiner Truppe dennoch zu diesem Live-Dokument (aufgenommen am 11. Juni 2016 beim legendären Sweden Rock Festival) gratulieren.
Nicht nur, dass KING KOBRA an besagtem Tag, bis in die toupierten Haarspitzen motiviert wirken, nein, auch die Songauswahl kann sich sehen lassen. Neben den unverzichtbaren Klassikern ("Ready to Strike", "Hunger", "Shadow Rider", "Raise Your Hands to Rock") und dem ein oder anderen Song der Neuzeit ("Tear Down the Walls", The Ballad of Johnny Rod, "Turn Up the Good Times") finden sich auf dem Album zudem eine musikalische Verneigung vor Ronnie James Dio ("Heaven and Hell"), ein Ausflug zum vorherigen Betätigungsfeld (W.A.S.P.) von Basser Johnny Rod in Form von "Wild Child" und ein progressiv interpretiertes Gitarrensolo, das seinen Ursprung im Jahr 1972 hatte - "Highway Star" (DEEP PURPLE).
Selbstverständlich darf auch ein (kurzgehaltenes) Drumsolo nicht fehlen - immerhin sprechen wir hier von Carmine Appice.
So weit, so gut!
Nicht optimal, wenn auch verschmerzbar ist die Tatsache, dass sich einige Songs z.B. "Monsters and Heroes" nicht auf dem Album wiederfinden, obwohl sie am Aufnahmetag gespielt wurden.
Etwas schade ist zudem, dass das Publikum an manchen Stellen etwas arg in den Hintergrund gemischt wurde, was dazu führt, dass die Authentizität etwas abhanden kommt.

Fazit: Hauptzielgruppe für "Sweden Rock Live" dürften jene Semester sein, die mit Carmine Appice bzw. KING KOBRA  groß geworden sind. Aber auch jüngere Anhänger von melodischem Hard Rock dürften sich hier heimisch fühlen. (JK)

7.5 von 10

https://www.facebook.com/KingKobraOfficial/

Mittwoch, 22. August 2018

CHRIS CAFFERY / "The Jester's Court" / Label: Metalville - Rough Trade / 12 Tracks / 58:03 Min

Das ganze Leben besteht in einem ständigen Neubeginn. (Hugo von Hofmannsthal)

Chris Caffery, ein Name, der in der Heavy Metal Szene immer noch einen guten Ruf genießt - auch abseits der Großkaliber SAVATAGE und TRANS SIBERIAN ORCHESTRA. Drei Jahre nach seinem letzten Soloalbum ("Your Heaven Is Real") meldet sich der Mann aus dem Bundesstaat New York nun mit neuem Material zurück.
Wie schon auf dem letzten Album, wird Caffery von Drummer Brian Tichy (ehemals WHITESNAKE) begleitet. Auch seine sonstigen Mitstreiter können sich sehen (und hören) lasssen. So konnte auch noch Keyboarder Alessandro Del Vecchio (JORN, VOODOO CIRCLE) verpflichtet werden - genauso wie diverse Gastmusiker (u.a. Jane Mangini [DEE SNIDER] und Joel Hoekstra [NIGHT RANGER, WHITESNAKE]), die aber im Gegensatz zu den beiden zuvor genannten, nur bei einzelnen Titeln ihr Können unter Beweis stellen können.
Womit wir bei der musikalischen Wertigkeit dieser Veröffentlichung wären. Und hier kann (leider) nicht mehr ganz so prominent, wie bei den musikalischen Mitstreitern, mit Pfunden gewuchert werden. Ob dieser Umstand letztendlich an der zumindest diskusionswürdigen Produktion des Albums oder hauptsächlich am oftmals keineswegs hochklassigen Songwriting liegt, mag ein Jeder bitte für sich selbst entscheiden.
Fakt ist jedoch: "The Jester's Court" hat nur ein paar wenige Songs im Köcher, die nachhaltig in Erinnerung bleiben - Produktion hin oder her.
Neben "1989" sowie "Protect My Soul" sind dies vor allem "Upon the Knee" und "The Feeling of a White Lie".
Das restliche Material schwankt zwischen solider Hausmannskost und fadem Kantinenessen.


Fazit:Mit "The Jester's Court" stellt Chris Caffery ein Album ins Schaufenster, welches kompositorisch und soundtechnisch nicht ganz ausgereift erscheint.
So bleibt am Ende eine Veröffentlichung, die nur in Fankreisen für zarte Begeisterung sorgen dürfte. (JK)

6 von 10

http://www.chriscaffery.com/


Donnerstag, 17. Mai 2018

LEE AARON / "Diamond Baby Blues" / Label: Metalville - Rough Trade / 12 Tracks / 51:03 Min

Männer wollen immer die erste Liebe einer Frau sein. Frauen haben in diesen Dingen mehr Gefühl: Sie möchten die letzte Liebe eines Mannes sein. (Oscar Wilde)

Karen Lynn Greening, der fleischgewordene feuchte Traum männlicher Metal-Teenager der 1980er Jahre, meldet sich mit "Diamond Baby Blues", dem zweiten Longplayer nach ihrem Comeback zurück und legt dabei nicht nur ihre rockige, sondern, wie es schon der Albumtitel vermuten lässt, auch ihre bluesige Seite offen.
Wer der Werdegang der Kanadierin in letzter Zeit mitverfolgt hat, für den ist "Diamond Baby Blues" zudem der zweite Beweis (nach "Fire and Gasoline") dafür, dass die ehemalige Metal-Queen den Spaß an rockigen Klängen für sich wiederentdeckt hat und (gottlob) nicht länger mehr gewillt ist, Jazz-Klänge auf die Menschheit loszulassen.
Im Kern ist "Diamond Baby Blues", wie schon erwähnt, also ein bluesig angehauchtes Album, welches aber auch verschiedenste Einflüsse und Epochen der Rockmusik miteinander verbindet.
Richtig rockig geraten sind beispielsweise die ersten beiden Tracks ("Diamond Baby", "Mistreated") des Albums, bei denen LEE AARON nicht nur zeigen kann, dass sie es stimmlich immer noch drauf hat, sondern auch noch in der Lage ist, Fans ihrer Frühwerke zufrieden zu stellen. Vor allem bei ihrer Version der DEEP PURPLE Nummer "Mistreated" zeigt sich, dass LEE AARON im Lauf der Jahre nichts von dem verlernt hat, was sie in den 1980er Jahren bekannt gemacht hat.
Überhaupt kann man das gesamte Album als in den 1960er/-70er/-80er Jahren geerdet bezeichnen. So finden sich neben einer typisch 80er Jahre angehauchten Ballade ("Best Thing") auch noch weitere Coverversionen auf dem Album, die ihren Ursprung allesamt in den rockigen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts haben.
Als da wären: "I'm a Woman" (KOKO TYLOR), "My Babe" (LITTLE WALTER), "You're No Good (LINDA RONSTADT), "Hard Road" (STEVIE WRIGHT) und "Black Cat" (JANET JACKSON).
Da auch die meisten der wenigen Eigenkompositionen ihren Charme haben, wie beispielsweise "American High",  kann man LEE AARON nun endgültig wieder jedem (gemäßigten) Rock Fan empfehlen, ohne dafür die Jazz-Krätze an den Hals gewünscht zu bekommen. (JK)

7 von 10

http://www.leeaaron.com/


Samstag, 17. Juni 2017

ASTRAL DOORS / Black Eyed Children" / Label: Metalville / 10 Tracks / 51:22 Min

Stil ist der äußere Ausdruck einer inneren Harmonie der Seele (William Hazlitt).

Die Schweden ASTRAL DOORS haben sich, seitdem sie 2002 mit ihrem von Ronnie James Dio beeinflussten Heavy Metal/Hard Rock auf der Bildfläche erschienen sind, nicht nur zu einer der besten Bands dieses Genres entwickelt, sondern auch zu einer verlässlichen Konstante in unserer schnelllebigen Zeit.
Sieht man mal vom Tausch an der Bassgitarre 2009 und dem Ausstieg von Klampfer Martin Haglund im Jahre 2010 ab, haben ASTRAL DOORS schon über Jahre hinweg ein festes Bandgefüge.
Auch musikalisch haben sich die Schweden nie verbiegen lassen und sind zu keiner Zeit einem Trend hinterher gelaufen, der (vielleicht) kurzfristig etwas mehr Aufmerksamkeit und/oder Wertschätzung eingebracht hätte.
Stattdessen haben ASTRAL DOORS darauf gesetzt, dass sich Fleiß, Linientreue und Professionalität irgendwann bezahlt machen werden.

Wer den Werdegang der Band die letzten Jahre über verfolgt hat, kann bestätigen, dass die musikalische Entwicklung von ASTRAL DOORS eigentlich nur einen Weg kannte - steil nach oben.
Schwache Veröffentlichung gibt es nämlich schlichtweg keine in der Vita von ASTRAL DOORS, da stellt der neueste Output "Black Eyed Children" auch keine Ausnahme dar.
Da ist es dann auch egal, ob man sich das wuchtige "We Cry Out", das etwas aus der Reihe tanzende "Suburban Song" (EUROPE lassen grüßen), oder die Hitnummer des Albums "Tomorrow's Dead" reinzieht, eines ist gewiss: ASTRAL DOORS wissen zu gefallen.
Wer hart arbeitet, sich ständig auf hohem Niveau bewegt und auch sonst keine Angriffsfläche bietet, der sollte eigentlich, so sollte man meinen, doch irgendwann dafür einen verdienten Lohn einfahren können.
Doch hier krankt leider die Erfolgsgeschichte von ASTRAL DOORS. Die Truppe um Nils Patrik Johansson, ist nähmlich (unverständlicher Weise) immer noch eine der unterbewertesten Bands dieses Planeten.
Ein Umstand, der schnellstens geändert gehört!

Fazit: Auch wenn das Coverartwork zu düster ausgefallen ist und sich mit "Lost Boy" und "Slaves to Ourselves" zwei schwächere Songs eingeschlichen haben, ist "Black Eyed Children" mit Sicherheit ein Zugewinn für jede gepflegte Heavy Metal/Hard Rock Sammlung.
Gebt euch also einen Ruck und unterstützt diese großartige Band. (JK)

8 von 10

http://www.astraldoors.com/
https://www.facebook.com/Astraldoorssweden/ 

Montag, 27. Februar 2017

KÄRBHOLZ / "Überdosis Leben" / Metalville / 14 Tracks / 51:27 Min

Die siebte Ke(ä)rbe im Holz

KÄRBHOLZ stehen mit ihrem neuen Album "Überdosis Leben" vor der konsequenten Fortsetzung des eingeschlagenen Weges. Ein Weg, der sie im Zuge der Deutsch Rock Welle bis in die erste Reihe, der von den ONKELZ beeinflussten Bands getragen hat.
Doch irgendwie scheint den Jungs aus dem Rhein-Sieg-Kreis dieser Umstand und die damit verbundene Charts-Höhenluft nicht ganz bekommen zu sein.
Hat das letzte Album "Karma" noch bei Kritiker und Fans gleichermaßen ins Schwarze getroffen, u.a. wegen der abwechslungsreichen Instrumentalisierung und den damit verbundenen "Überraschungsmomenten", klingen KÄRBHOLZ auf "Überdosis Leben" (leider) fast nur noch nach Deutsch-Rock Standard, der so in dieser Form zwar alles hat, was den Genre-Liebhaber befriedigt, von (fast) allen anderen Rock/Punk/Metal Konsumenten aber als kaltgebrühter Instantkaffee (koffeinfrei) wahrgenommen werden dürfte -  langweilig und ohne besonderen Reiz.
Da hilft es dann auch relativ wenig, dass KÄRBHOLZ bei "Evolution umsonst" Lenny "Grinder" Osterhus (DEVASTATOR) ans Mikro bestellt haben, um dem Einheitsbrei vorübergehend eine neue Wendung zu verleihen.
Songs wie "Der Speidel", "Perfekt unperfekt" und "Schwerelosigkeit" verleihen dem Album auch eine Wendung, allerdings in die falsche (also negative) Richtung.
Mit Schlager-Pop-Rock Nummern wie diesen (ANDY BRINGS, BOSS HOSS und Schlimmeres lassen grüßen), haben sich KÄRBHOLZ definitv keinen Gefallen getan.
Auch der teilweise arg schräge Gesang ist alles andere als hilfreich dabei, um sich diese Grütze evtl. noch schönsaufen zu können.
Gottseidank haben KÄRBHOLZ aber nicht alles verloren/vergessen, was sie zuvor stark gemacht hat.
Bei den flotten Nummern "Das ist noch Leben", "Überdosis Leben", "Ich hoffe du kannst mich sehen" und "Ich kann es nicht ändern" machen KÄRBHOLZ  immer noch soviel Freude wie früher.
Auch der Stadionrocker "In Flammen stehen" kann überzeugen. Und das obwohl er metertief ins Klischee- und Pathosfettnäpfchen tritt.
Trotzdem kann man es kaum abwarten, diesen Track live kredenzt zu bekommen, da man sich schon jetzt dazu biertrinkend und feuerzeugschwenkend auf dem nächsten Festival sieht.

Fazit: "Überdosis Leben" reicht zu keinen Zeitpukt an das sehr gute Vorgängeralbum "Karma" heran.
Der böhsen, frei.wilden Krawallbruder Zielgruppe dürfte diese Tatsache aber herzlich wenig ausmachen, da "Überdosis Leben" trotzdem noch genügend Potential hat, um hinter den ONKELZ, nach deren Comeback, also wieder in der zweiten Reihe, seine Daseinsberechtigung zu haben (AS)

6 von  10

Freitag, 27. Januar 2017

ART X / "The Redemption of Cain" / Metalville - Rough Trade / 10 Tracks / 57:41 Min

"Hörst du nicht, wie das Blut deines Bruders von der Erde zu mir schreit? Du hast den Acker mit dem Blut deines Bruders getränkt, deshalb stehst du unter einem Fluch und musst das fruchtbare Ackerland verlassen. Wenn du künftig den Acker bearbeitest, wird er dir den Ertrag verweigern." (Zitat aus dem ersten Buch Mose).

Rock-/Metal-Opern und kein Ende. Bisher wurde nahezu schon jedes (für Metal relevante) Thema (u.a. nordische, ägyptische, griechische Gottheiten, außerirdische Lebensformen, Liebesgeschichten usw.) durchgekaut. Ein Thema wurde bisher aber sträflich mit Missachtung gestraft - die Bibel. Dabei ist dieses Buch doch förmlich wie für Metal gemacht, enthält es doch unzählige Passagen/Geschichten über Satan und die Hölle und ist blutrünstig wie kaum ein anderes Buch.
Der Text von Kain und Abel ist solch eine morbide Geschichte. Vorhang auf für "The Redemption of Cain and Abel".
Wer jetzt allerdings darauf hofft, dass ART X ähnlich eingängig und schwungvoll wie AVANATASIA zu Werke gehen, dem sei gesagt, dass hinter dem ART X Project Gabriele Bernasconi steckt, der zum einen (wie es der Name vermuten lässt) Italiener ist und zum anderen bei CLAIRVOYANTS als Sänger tätig ist.
Womit wir auch schon beim musikalischen Wert dieser Aufnahme wären. Genauso, wie die Hauptband des Herrn Bernasconi, stecken ART X metertief im Morast der langweiligen Zweitklassigkeit (Drittklassigkeit?) fest.
Da hilft es dann auch relativ wenig, dass es Gabriele Bernasconi gelungen ist, einige bekannte Namen (Blaze Bayley, Amanda Sommerville, Andre Matos, Zak Stevens ... ) aus der zweiten Reihe der Metal Prominenz, für ART X begeistern zu können.
Wenn man so will, kann man ART X als das Dschungelcamp der Metal B- und C-Promis bezeichen.
Für ein wenig Aufmerksamkeit machen manche doch bei jedem Mist mit ...

Fazit: Das beste an "The Redemption of Cain" ist, das Coverartwork.
Der Rest ist schnell erzählt: 9 belanglose Songs, von denen absolut nichts hängen bleibt - nur "Eden, Finally ..." kann halbwegs überzeugen.
Zudem wird vielzuoft auf die Prog-Karte gesetzt, sodass jeder Anflug von Eingängigkeit sofort im Keim erstickt wird.
Wem das immer noch nicht reicht, dem sei gesagt, dass auch die Produktion nicht das Gelbe vom Ei ist. Amen.(JK)

3 von 10 

Montag, 5. Dezember 2016

SNAGGLETOOTH (Various Artists) / "Tribute to Lemmy" / Metalville - Rough Trade / 12 Tracks / 47.28 Min

Der Tod ist der Beginn der Unsterblichkeit (Maximilian de Robespierre).
Bald schön jährt sich zum ersten mal der Todestag von Lemmy Kilmister - Zeit für den ersten Tribute Sampler ihm zu Ehren.
12 Tracks, 11 verschiedene Bands, zweimal mit Lemmy als Gastsänger, sowie einmal als Soloartist, inklusive der ein oder anderen Überraschung haben Metalville auf "Snaggletooth - A Tribute to Lemmy" zusammengetragen.
Neben den bereits bekannten Songs "Love Me Forever" von DORO (zusammen mit Lemmy), "We Are the Road Crew" von DESTRUCTION und "Ace of Spades" von UGLY KID JOE (zusammen mit Phil Campbell), die allesamt ziemlich nahe an die Originalversionen anknüpfen, hat die Compilation mit "Burner" von PERZONAL WAR und "Iron Fist" (inklusive Violine und Akkordeon) von KORPIKLAANI, sowie "Overkill" von OVERKILL, und "Bomber" von ONSLAUGHT", vier MOTÖRHEAD Versionen in petto, die vom Original-Arrangement insofern etwas abweichen, als dass sie den puren Heavy Metal mehr in den Vordergrund stellen.
Mit "Brainstorm" von MONSTER MAGNET und "Location 9" von BLACK EXPLOSION wird zudem Lemmy's psychadelische Phase bei HAWKWIND gewürdigt.

So weit, so gut. Kommen wir zu den drei Highlights des Albums.
Über Tribute-Sampler, Compilationen und Best-of Alben mag jeder denken wie er möchte. Fakt ist, dass sich die Anschaffung dieses Albums, alleine schon wegen dieser drei Songs, auch für jene lohnen dürfte, bei denen normalerweise, bei Veröffentlichungen dieser Art, das Geld nicht so locker sitzt.
Neben einer göttlichen Version von QUEEN's "Tie Your Mother Down", eingesungen von Ian Fraser Kilmister himself, dem punkig-angehauchtem "Killed by Death" von KÄRBHOLZ, geht vor allem das treibende und eingängige "Rock City Night" (Lemmy zusammen mit Richard Kruspe von RAMMSTEIN / EMIGRATE), das man als MOTÖRHEAD meets PHILLIP BOA beschreiben kann, voll durch die Decke. Einmal gehört, bekommt man das Teil so schnell nicht mehr aus dem Gehirn. Ein absoluter Ohrwurm!

Fazit: "Wir versuchen doch alle nur unsere ganz persönliche Vision von Rock 'n' Roll zu realisieren; einfach die Musik zu machen (zu hören), die wir lieben". (Zitat Lemmy).
Dem ist nichts hinzuzufügen. (JK)

Dienstag, 20. September 2016

RICHARDS - CRANE / "Richards - Crane" / Metalville - Rough Trade / 10 Tracks / 34:58 Min

The Earth Has Music for Those Who Listen (Shakespeare).
Einem breiterem Publikum wurden Whitfield Crane und Lee Richards durch ihre Hauptbetätigungsfelder UGLY KID JOE (Crane) bzw. DROPBOX / ANOTHER ANIMAL / ex GODSMACK (Richards) bekannt.
Beide Musiker kennen sich schon seit ewigen Zeiten und sind auch privat miteinander befreundet - die logische Konsequenz daraus ist nun das erste gemeinsame Album der beiden Amerikaner, das nicht ganz überraschend unter dem Banner RICHARDS/CRANE läuft.
Wer jetzt Alternative Metal ala UGLY KID JOE oder GODSMACK erwartet, liegt aber falsch - RICHARDS/CRANE gehen ihre Kollaboration nämlich total entspannt und (überwiegend) akustisch an.
Am besten kann man das gebotene als Mischung aus akustischem Post Grunge und blusig angehauchtem Alternative Rock bezeichen.
Wer sich jetzt vor seinem geistigen Auge die großartige MTV Unplugged Show von ALICE IN CHAINS (1996) vorstellt, kommt der Sache ziemlich nahe.
Der Vergleich hinkt natürlich etwas, da es wohl niemand jemals schaffen wird, Grunge so voller Hingabe und Weltschmerz einzusingen, wie es Layne Staley konnte. Dennoch muss man respektvoll anerkennen, dass Whitfield Crane hier eine Gesangsleitung abliefert, die mit Sicherheit zu den besten Performances seiner Karriere gehört und genügend Tiefgang hat, die man für Musik dieser Art benötigt.
Da auch das Gitarrenspiel von Lee Crane höchsten Ansprüchen genügt, zudem für Abwechslung (Southern-Rock-Note bei "Don't Cry for Me", sowie orientalischer Touch bei "Lost") gesorgt ist, das Album komplett ohne Füllmaterial auskommt und mit "Black & White" (mit Gastsänger Myles Kennedy/ALTER BRIDGE, SLASH) und "Waiting on a Prayer" sogar zwei richtig fette Hits in petto hat, kann es am Ende nur eine Meinung geben: "Richards/Crane" ist ein Album, das es faustdick hinter den Ohren hat.

Fazit: Grunge's not Dead! (JK)

8 von 10 

Freitag, 16. September 2016

MADAME MAYHEM / "Now You Know" / Metalville - Rough Trade / 14 Tracks / 52:19 Min

Don't Judge a Book (or a CD) by its Cover. Betrachtet man sich das Coverartwork von MADAME MAYHEMs aktuellem Album unvoreingenommen mal genauer, könnte man zu dem Schluß kommen, es handle sich um ein Gothic-Rock Album - doch weit gefehlt.
Auch der Name "Mayhem" ist nicht zielführend - da die Dame bzw deren Musik weder als chaotisch zu bezeichnen wäre und auch nicht im Black Metal Style zur Selbstvertümmelung aufruft.
Des Rätsels Lösung  - MADAME MAYHEM widmet sich dem Alternative Rock/Hard Rock - "No You Know".
In den USA soll MADAME MAYHEM, laut Labelinfo, schon mehr oder weniger bekannt sein, was letztendlich dazu geführt hat, dass so illustre Namen wie Ray Luzier / KORN, Ron"Bumblefoot" Thal / GUNS N' ROSES,  Russ "Satchel" Parrish / STEEL PANTHER, Corey Lowery / STUCK MOJO und Billy Sheehan / MR. BIG sich dazu bereit erklärt haben, als Gastmusiker zu fungieren. Letzterer trat zudem auch noch als Produzent in Erscheinung.
So weit, so gut.
Doch leider bewahrheitet sich in diesem Fall mal wieder der Spruch "viele Köche verderben den Brei" - soll heißen; auf dem Album ist weder ein roter Faden, noch ein Konzept zu erkennen.
Doch damit nicht genung - die Scheibe leidet zudem, ganz massiv sogar, an der Tatsache, dass MADAME MAYHEM keine Koryphäe beim Songwriting zu sein scheint.
Deshalb macht es auch keinen Sinn, lange um den heißen Brei herum zu reden, sondern muss die Dinge beim Namen ansprechen - "Now You Know" ist ein Album mit belanglos aneinander gereihten Rock-Tracks, die des öfteren zwar an EVANESCENCE erinnern und gelegentlich auch PAT BENATAR in den Sinn rufen, aber seltenst bleibenden Eindruck hinterlassen.
Dass "Now You Know" letztendlich kein totaler Rohrkrepierer geworden ist, ist der Tatsache geschuldet, dass zumindest 4 Tracks auf dem Album ganz brauchbar erscheinen.
Keine Ahnung, welchen Zaubertrank MADAME MAYHEM hier zu sich genommen hat, aber die Teile rocken wirklich.
Namentlich: Der düstere Alternativ-Rocker "Monster", "Nothing to Lose" mit feiner Melodie-Note, das melancholisch angehauchte "Pain" und die flotte Rock-Nummer "Can't Stand", bei der auch mal die Gitarren etwas mehr Wirbel machen.

Über den Rest hüllen wir den Mantel des Schweigens und hoffen dass MADAME MAYHEM uns erst wieder beehren wird, wenn zum einen, in Zukunft, das Coverartwork und die Musik zusammen passen und zum anderen, es sich die Dame zu Herzen nimmt, dass ein Album mit 75% Ausschußware (zumindest in Europa) nur schwer zu verkaufen ist. (JK)

4 von 10

Donnerstag, 28. April 2016

TOSELAND / "Cradle the Rage" / Metalville (Rough Trade) / 11 Tracks / 42:52 Min

Dass Motorräder und Heavy Metal bzw. Hard Rock zusammen passen, wissen wir spätestens, seit Rob Halford zum ersten Mal mit seiner Harley auf die Bühne bretterte.
Als James Toseland in den Jahren 2004 und 2007 Motorrad-Welmeister im Superbike wurde, verschwendete er wohl keinen Gedanken daran, dass er in naher Zukunft (2011, nach einem schweren Sturz) sich beruflich neu orientieren müsse. Da James Toseland aber nicht nur Benzin, sondern auch Musik im Blut hat, lag es nahe, dass es den Briten vom Asphalt auf die Bühne ziehen würde - und zwar als Sänger der Hard Rock Formation TOSELAND.
"Cradle the Rage" ist der zweite Longplayer der Band und bietet alles an, was man von einem Rock/Hard Rock Album erwarten darf. Einen mehr als fähigen Gitarristen (Zurab Melua), einen ausdruckstarken Sänger (James Toseland), eine fette Produktion (u.a. Mastering by Mike Fraser) und natürlich eingängige Songs, die sich zwischen modernem Alternative Metal (der Marke AUDREY HORNE) und klassischem Hard Rock (ala AEROSMITH) bewegen.
TOSELAND erfinden mit dieser Mischung das (Hard Rock) Rad nicht neu, aber muss es denn wirklich neu erfunden werden? Wichtig ist doch, dass das, was auf der Bühne oder auf dem Longplayer geboten wird, authentisch rüberkommt, eine eigene Note hat und der ein oder andere Song nach dem Hören (im Idealfall) hängen bleibt. Und TOSELAND sind diesbezüglich auf einem sehr guten Weg. So legen die Briten nicht nur das nötige Maß an Individualität an den Tag, sondern bieten auf "Cradle the Rage" auch eine ganze Reihe von absolut hörenswerten Songs an.
"Living in a Moment", "We'll Stop at Nothing", "Waiting for Answers" und der Titelsong "Cradle the Rage" gehören z.B. in diese Kategorie. Hier ereichen TOSELAND schon solch ein gehobenes Niveau, dass die Wahrscheinlichkeit, die zweite Karriere von James Toseland könne ähnlich erfolgreich verlaufen, wie seine erste, relativ hoch ist. (JK)

7.5 von 10

Mittwoch, 2. März 2016

DEGRADEAD / "Degradead" / Metalville (Rough Trade) / 11 Tracks / 41:48 Min

Obwohl DEGRADEAD im Grunde genommen nie weg waren, stellt das selbstbetitelte 5. Studioalbum für die Stockholmer sowas wie ein Neubeginn dar. Nach dem Wackenauftritt 2014 stand die Band, von Selbstzweifeln zerfressen, kurz vor einer Auflösung. Die meisten Mitglieder wanden sich anderen Projekten zu und nach einer letzten Tour sollte der Stecker gezogen werden. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Man raufte sich doch wieder zusammen und gemeinsam wurde entschieden, dass DEGRADEAD noch nicht fertig haben. Die logische Kosequenz liegt nun vor - "Degradead"!
Eröffnet wird das Album mit dem zur Thematik passenden Titel "Afterlife". Ein Song mit mächtig viel Feuer unterm Kessel, der schnell signalisiert, dass DEGRADEAD wieder/noch am Leben sind. Technik, Speed, Melodie - alles vorhanden. Doch damit nicht genug; der "Neustart" geht auch einher, mit etwas mehr Abwechslung als zuvor. So finden sich über das gesamte Album verteilt, (mal mehr, mal weniger) Metalcore, Thrash und Heavy Metal Anteile.
Aber keine Angst, DEGRADEAD waren/sind/bleiben eine Melo-Death-Metal Band. Bestes Beispiel hierfür ist "A New Dawn". Hier ist wirklich alles vorhanden, was anno dazumal den Göteborg Sound ausmachte. Die inzwischen nahezu zahnlosen IN FLAMES haben sich zu deren besten Zeiten auch mal so ähnlich angehört. "Victimize", "Say Your Last Goodbye" und "Neclected" sind ebenfalls als hochwertig einzustufen.
Dass es letztendlich dann doch nicht zu einer noch besseren Bewertung gereicht hat, ist der Tatsache geschuldet, dass, auf das komplette Album gesehen, das Songwriting relativ ähnlich strukturiert ist, und, dass sich mit "The Extinction" und "Grand Eternity" zwei schwächere Songs eingeschlichen haben.
Lobend erwähnt werden sollte aber auf jeden Fall noch die Gesangsleistung von Mikael Sehlin und die amtliche Produktion, mit der "Degradead" versehen wurde.

Fazit: Gut, dass es DEGRADEAD noch gibt. Die Melo-Death Szene wäre ohne sie um einiges ärmer. (JK)

7.5 von 10 

Dienstag, 26. Januar 2016

BILLION DOLLAR BABIES / "Chemical God" / Metalville - Rough Trade / 11 Tracks / 45:33 Min

Die BILLION DOLLAR BABIES dürften dem ein oder anderen von euch schon bekannt sein, schließlich wirbelt dieser wilde Haufen bereits seit 2005 im Hard-Rock /Glam-Rock Underground. Live legen die Schweden einen geilen Auftritt nach dem anderen auf das Parkett und überzeugen dabei (nahezu) immer. Beste Voraussetzungen also, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Wenn es da nur nicht diese "unwichtige" Kleinigkeit gäbe - das Songwriting. Das haben die BILLION DOLLAR BABIES meistens nämlich nicht so dolle drauf - in der Vergangenheit nicht - und diesmal auf "Chemical God" auch nur bedingt. Die ersten sieben Lieder laufen mehr oder weniger ganz nett rein, ohne dabei im ersten Moment (Ausnahme: "I Want to See You Burn") großartig Eindruck zu hinterlassen. Aber nicht aufgeben! Man muss die erste Albumhälfte schon mehrmals hören, um damit (zumindest teilweise) warm zu werden. Gibt man einigen dieser Songs nähmlich die nötige Zeit zum reifen, findet man so nach und nach doch noch Gefallen am ein oder anderen Titel.
Bei "The Junkies Ball" und "President Payne" hilft aber auch dies nicht. Diese Songs sind und bleiben Ausschußware. "Why Don't You Put Up a Fight" ist ebenfalls grenzwertig, da hier schamlos bei AUDREY HORNE abgekupfert wurde.
Die zweite Albumhälfte kennt dieses "Problem" aber gottlob nicht. Denn ab Lied Nr. 8 ("When the Light Goes Out") hauen uns die BILLION DOLLAR BABIES einen Knüller nach dem anderen um die Ohren! Keine Ahnung welchen Schalter die BILLION DOLLAR BABIES hier umgelegt haben. Plötzlich rockt die Chose - und zwar wie Hölle!
"When the Light Goes Out", "The Nightmare Began", "The Man I Am", "House of Dreams" - ein Track besser als der andere. Hier zeigen die BILLION DOLLAR BABIES eindrucksvoll wozu sie fähig sind, wenn sie sich nicht ständig nur im Windschatten von ALICE COOPER, MARILYN MANSON, THE POODLES & Co aufhalten.

Fazit: "Chemical God" ist mal wieder eine zwielichtige Angelegenheit aus dem Hause BILLION DOLLAR BABIES geworden - teilweise einfach zu gewöhnlich und mittelmäßig, um guten Gewissens weiterempfohlen zu werden - teilweise aber auch viel zu gut/genial/süchtigmachend, um ignoriert zu werden. So muss am Ende jeder für sich entscheiden, wie er damit umgehen möchte. (AS)

7 von 10

Sonntag, 25. Oktober 2015

HARPYIE / Freakshow / Metalville - Rough Trade / 13 Tracks / 51:11 Min

Welcome to the Freakshow. Eine der am kontroversesten diskutierten Bands der deutschen Musiklandschaft kehrt zurück: HARPYIE. Gab es in der Vergangenheit Kritik am Stimmvolumen von Aello die Windboe (zurecht) und Zweifel an der Kompatibilität von Modern Metal und Medieval Rock (ungerechter Weise), kann auf Album Nr 3 der Ostwestfalen nun in beiden Punkten mehr oder weniger Entwarnung gegeben werden. Punkt 1: Aello die Windboe hat sich stimmlich definitiv stark verbessert, auch wenn noch  nicht alles Gold ist, was glänzen soll. Dass seine Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen ist, bekommt man bei "Karneval der Kreaturen" und "Lebendig begraben" deutlich zu hören. Punkt 2: Die Zusammenarbeit mit ihrem neuen Produzenten (Michael Schmitt / SUBWAY TO SALLY) hat HARPYIE mehr als gut getan. Zum ersten mal in der Geschichte von HARPYIE hört sich nahezu das komplette Album wie aus einem Guss an und lässt so manchen Blindflug der Vergangenheit vergessen. Endlich fügen sich die Elemete Mittelalter, Folk und Modern Metal zu einem passenden Klangbild zusammen. Davon überzeugen kann man sich gleich zu Beginn des Albums: Der Einstieg mit "Freakshow", "Monster" und "Elisa" ist aller Ehren wert und dürfte/müsste viele Kritiker milde stimmen. Es geht aber noch besser: Mit "Wilde Reise durch die Nacht" und mit Abstrichen auch noch mit "Fauler Zauber" haben HARPYIE sogar Hits mit an Bord der Freakshow.
Leider baut die zweite Albumhälfte (Ausnahmen "Wilde Reise durch die Nacht" und "Der schwarze Mann") im Vergleich zu ersten stark ab, sodass am Ende HARPYIE zwar zum besten Album der Bandgeschichte gratuliert werden kann, gleichzeitig aber auch nicht unerwähnt gelassen werden darf, dass noch einige Arbeit auf das Sextett wartet, wenn man auf Dauer eine Daseinsberechtigung haben möchte.  (JK)

7 von 10

Donnerstag, 22. Oktober 2015

UGLY KID JOE / "Uglier Than They Used Ta Be" / Metalville - Rough Trade / 11 Tracks / 48:29 Min

UGLY KID JOE sind zurück. Und zwar "Uglier Than They Used Ta Be". Knapp zwei Dekaden, genauer gesagt 19 Jahre, nach dem letzten Album der Band, juckt es Whitfield Crane wieder in den Fingern. Wieviel ist noch übrig vom rebelischen UGLY KID JOE der frühen 90er, jener Zeit, als alle Welt den Heroin-Sound aus Seattle bevorzugte und der altehrwürdige Hard-Rock darbend am Boden lag? Überraschung Nr 1: UGLY KID JOE hören sich anno 2015 oftmals mehr nach den 90ern an, als selbst in den 90ern. Überraschung Nr. 2: Phil Campbell spielt bei drei Songs mit. Und Überraschung Nr. 3: Alles zusammen hört sich nichtmal übel an. Obwohl sich kein Monsterhit der Marke "Everything About You" oder "Cats in the Cradle" auf das Album verirrt hat, läuft "Uglier Than They Used Ta Be" relativ gut rein. Allerdings benötigt das Album ein paar Extraumdrehungen, um damit warm zu werden, da UGLY KID JOE ihre Unbekümmertheit der Anfangstage abgelegt haben und heutzutage "erwachsener" klingen, als das Coverartwork es vermuten lässt. Die Vocals und der Sound sind im Vergleich zu früher um einiges "dunkler". Beides stößt meistens sogar in (Post-) Grunge Gefilde vor, was Fans der ersten Stunde evtl irritieren könnte. Nichtsdestotrotz sind "Hell Ain't Hard to Find", "Let the Record Play" und "Bad Seed" wirklich gute Songs, auch (oder gerade deswegen?) weil UGLY KID JOE sich hier mehr an ALICE IN CHAINS annähern, als man es glauben mag. Drei Balladen auf einem Album zu haben, ist eher nicht Standard, UGLY KID JOE leisten sich diesen "Luxus" trotzdem. Ebenso wie die Tatsache, dass mit "Ace of Spades" (MOTÖRHEAD) und "Papa Was a Rolling Stone" (THE TEMPTATIONS) gleich zwei Coverversionen auf die Menschheit losgelassen werden.
So ist am Ende doch alles wie früher: UGLY KID JOE sind immer für eine Überraschung gut. (JK)

7 von 10

Dienstag, 13. Oktober 2015

MASTERS OF METAL / "From Worlds Beyond" / Metalville - Rough Trade / 11 Tracks / 46:55 Min

Da John Cyriis momentan, wie es scheint, auf Krawall gebürstet ist, hat der Rest von AGENT STEEL aus der Not eine Tugend gemacht und aus dem ehemaligen Quintett kurzerhand ein Quartett gemacht. Das Ganze läuft unter dem Banner MASTERS OF METAL. Die Vocals auf "From Worlds Beyond" hat Gitarrist Bernie Versailles übernommen. Wobei von Glück geredet werden kann, dass er überhaupt noch singen kann. Auf Grund einer Hirnverletzung lag der gute Mann nämlich vor noch gar nicht so langer Zeit auf einer Intensivstation im Koma. So stellt "From Worlds Beyond" in vielerlei Hinsicht einen Neubeginn dar. Ob es ein Neubeginn auf Dauer ohne John Cyriis bleibt, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist, dass Bernie Versailles gut singt, überraschend gut, aber trotzdem nicht ganz an John Cyriis oder Rick Mythiasin heranreicht. So liegt das Hauptaugenmerk auf "From Worlds Beyond" auf der Virtuosität der Saitenartisten. Hier überzeugen MASTERS OF METAL auf ganzer Linie! Riffs en masse, Breaks an der richtigen Stelle, eingängige Melodien (vor allem in der ersten Albumhälfte) und das Ganze mit einer ordentlichen Portion Speed versehen. Spieltechnisch macht den alten Haudegen so schnell niemand was vor. Der Opener "Supremacy", der coole Thrasher "Evolution of Being" oder "World Left in Cinders" mit seinem hymnenhaften Character, stechen besonders aus einem Album hervor, das, obwohl sich auch ein nicht ganz so gelungener Track ("Eclipse") mit eingeschlichen hat,  jeden US-Power Metal Fan voll und ganz befriedigen dürfte. Als spezielles Schmankerl haben MASTERS OF METAL beim letzten Song die Vocals von keinem Geringeren als James Rivera (HELSTAR) einsingen lassen. Ein würdiger Abschluß eines Albums, das Appetit auf mehr gemacht hat. Und wer weiß, beim nächsten Mal ist vielleicht wieder John Cyriis mit an Bord? (JK)

7.5 von 10

Mittwoch, 30. September 2015

CHRIS CAFFERY / Your Heaven is Real / Metalville - Rough Trade / 13 Tracks / 66:25 Min

Dass CHRIS CAFFERY einer der besseren Gitarristen dieses Planeten ist, dürfte bekannt sein. Die Meisten von euch dürften den Namen CHRIS CAFFERY mit SAVATAGE und dem TRANS SIBERIAN ORCHESTRA in Verbindung bringen. Neben diesen beiden Betätigungsfeldern wird der Herr auch gerne als Gastmusiker gebucht (u.a. DORO, CIRCLE II CIRCLE, TIM "Ripper" OWENS). Oder CHRIS CAFFERY dreht den Spieß um, indem er Gastmusiker um sich schart, um eines seiner Solo-Alben einzuspielen. Für sein fünftes Solo-Album "Your Heaven Is Real" hat sich CHRIS CAFFERY diesmal Drummer Brian Tichy (WHITESNAKE, OZZY OSBOURNE) und Keyboarder Lonnie Park mit ins Boot geholt. Vocals, Bass und Gitarre (logisch) hat CHRIS CAFFERY selbst übernommen. Zudem wird der New Yorker als Produzent und alleiniger Songwriter und Texter geführt. Wow. Ziemlich viel Arbeit für eine Person. Ob das mal gut geht. Nun, Gitarre (und Bass) spielen kann er überdurchschnittlich gut, singen kann er auch und die Produktion ist auch super. Beim Songwriting hätte er allerdings meiner Meinung nach gelegentlich eine helfende Hand gebrauchen können, oder zumindest einen Co-Produzenten. Dann wäre uns/ihm grenzwertiges Material wie "Arm and a Leg"", "Just Fine", "Damned if You Do, Dead if You Don't" und "Sick and Tired" evtl erspart geblieben. Das er die hohe Kunst des Songwritings aber doch beherrscht, beweisen dann die restlichen Songs auf "Your Heaven Is Real". Hier überzeugt das Album dann auf ganzer Linie! Egal, ob man den flotten Opener "Your Heaven Is Real" mit seiem eingänigen Refrain, die Instrumental-Tracks " Hot Wheelz" und "2 26 15", die gefühlvollen Balladen "I Never Knew" und "Come Home", das Album Highlight und an SAVATAGE erinnernde "Why", den modernen Hard-Rock Klopper "Death by Design" oder das irgendwo in der Schnittmenge von MÖTLEY CRÜE und TIM "Ripper" OWENS angesiedelte "Over and Over" anhört; das sind allesamt gute bis sehr gute Hard Rock Songs.

Fazit: Der Spruch "Weniger ist mehr" bewahrheitet sich auch hier mal wieder. Hätte CHRIS CAFFERY auf "Your Heaven Is Real" nur,  9 bis 10 Songs auf die CD gepackt, könnte man von einer sehr guten Veröffentlichung sprechen. Da dem aber nicht so ist, muss "Your Heaven is Real" mit Punktabzug leben. (AS)

7 von 10

Mittwoch, 26. August 2015

ARCHER / Culling the Weak / Metalville - Rough Trade / 8 Tracks / 37:21 Min

Entgegen den üblichen Gepflogenheiten, ein Album mit einem aussagekräftigen, starken Song zu eröffnen, haben ARCHER sich wohl gedacht, dass es doch mal ganz "originell" wäre, ein Album mit einem mittelmäßigen, langweiligen Track zu eröffnen. Gesagt, getan. "Belief" bringt alles mit, was man für eine Pinkelpause oder für die Zubereitung eines kleinen Snack's benötigt: 5 Minuten Zeit. Es kann also nur besser werden. Und tatsächlich ARCHER steigern sich in der Folge. Schon das folgende, etwas an BLACK SABBATH erinnernte "Hurl the Cross" zeigt, dass das Kalifornische Trio es eigentlich auf der Pfanne hat. Neben dem Einfluss von Iommi & Co (auch bei "My Atrocity" herauszuhören) bevorzugen ARCHER ansonsten gerne den Heavy Rock / Heavy Metal der Marke ARMORED SAINT, allerdings mit Tendenz zum massenkompatiblen MEGADETH -Thrash.
Stichwort: MEGADETH. Sänger Dylan Rose hat eine Stimmfarbe, die irgendwo zwischen Dave Mustaine und John Bush liegt, Produzent von "Culling the Weak" war Szenegröße Mike Clink (ihr ahnt es bestimmt schon, u.a. MEGADETH) und last but not least: "King for a Day" wäre auf jedem MEGADETH Album der Neuzeit das absolute Highlight gewesen. "Day That Never Came" (mit geilem Solo) zielt in eine ähnliche Richtung, "Dawn of Dilution" ruft ANTHRAX (zu Bush Zeiten) in den Sinn und "Culling the Weak" hat von beiden etwas.
Technisch haben alle drei beteiligten Musiker was auf dem Kasten, das Coverartwok ist ansprechend, an der Produktion gibt absolut nichts zu bemängeln und die Songs (Ausnahme "Belief") schwanken zwischen sehr gut ("King for a Day" und "Day That Never Came") und gut, so dass am Ende eine Kaufempfehlung für Freunde genannter Bands zu vertreten ist. (JK)

7 von 10

http://www.archernation.com

Ergänzende Anmerkung: Live kann man ARCHER im Oktober/November im Vorprogramm von ANNIHILATOR oder DORO begutachten.

Donnerstag, 30. Juli 2015

SIDEBURN / Evil or Divine / Metalville - Rough Trade / 7 Tracks / 44:57 Min

Denkt man an das musikalische Schweden, fallen einem spontan z.B.  IN FLAMES, GRAND MAGUS, HAMMERFALL, OPETH, AMON AMARTH und meinetwegen auch ABBA ein. Die wenigsten von euch würden SIDEBURN dieser Auflistung hinzufügen, oder? Und das, obwohl das Quartett aus Stockholm bereits seit 1997 besteht und aktuell seinen 5. Longplayer auf den Markt bringt. Dennoch lässt der Bekanntheitsgrad zu wünschen übrig. Woran liegt es? Am Blick über den (Doom-)Tellerrand den SIDEBURN auf "Evil or Divine" wagen mit Sicherheit nicht. Neben den Doom Reminiszenzen, sind es nämlich gerade die eingeflochtenen Modern Metal Einflüsse (CREED, ALTER BRIDGE), die zu gefallen wissen und aus dem Longplayer ein "modernes" Retro-Album machen. Auch beim musikalischen Vermögen der Instrumental-Fraktion ist alles im grünen Bereich. Sänger Dimitri Keiski muss sich allerdings Abzüge in der B-Note gefallen lassen, da bei den hohen Tönen er in Gefilde vordringt, die nur bedingt für seine Stimmbänder gemacht sind, was aber tolerierbar wäre/ist. Weniger tolerierbar ist allerdings die Tatsache, dass auf "Evil or Divine" die Gitarren viel zu lasch abgemischt wurden. Doom, bei dem die schweren Riffs nur halbherzig aus den Boxen dröhnen, nimmt sich von vornherein selbst die Authentizität und dem Hörer auf Dauer gesehen den Hörgenuss. Schade, da "Evil or Divine" eigentlich ein überdurchschnittlich gutes Album ist, bei dem die starken Momente ("The Day the Sun Died", "The Seer (Angel of Death)", "Evil Ways", "Masters and Slaves")  überwiegen. (JK)

6.5 von 10

Donnerstag, 23. Juli 2015

PERZONAL WAR / The Last Sunset / Metalville - Rough Trage / 10 Tracks / 43.15 Min

Deutschlands beste Underground Band PERZONAL WAR meldet sich nach dreijähriger Kreativpause mit Album Nr. 8 zurück. Auf "The Last Sunset" liefert das Troisdorfer Quartett ein weiteres mal den Beweis, dass deutscher Heavy Metal und Thrash noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Vor allem nicht, wenn er heutzutage so frisch und knackig an den Mann (die Frau) gebracht wird , wie anno dazumal, als man mit diesem Sound noch richtig Kohle verdienen konnte. PERZONAL WAR bewegen sich auf "The Last Sunset" in der Schnittmenge von RAGE (deren Phase von 1998 bis 2002) und METALLICA zu "The Black Album" Zeiten (1991). Beispiele gefällig? So ist "I See Nothing" wohl einer der besten nicht-METALLICA Songs seit 1992. Ein Song wie ihn Hetfield & Co höchstwahrscheinlich niemals mehr hinbekommen werden. Hier stimmt wirklich alles: Fette Riffs, große Hooks und das ganze im Mid-Tempo (mit Tendenz zum Up-Tempo) beheimatet. "Speed of War" hingegen erinnert ebenso wie "30 Years" und "When Faith Has Gone Forever" an jene RAGE Veröffentlichungen, bei denen Peavy Wagner noch das Hauptaugenmerk auf straighten Heavy Metal (ohne den ganze Bombast und "Anspruch") gelegt hat. Hier regiert treibender Heavy Metal mit fetten, prägnanten Riffs, deftig dröhnendem Bass und eingängigen Melodien. "Never Look Back" ist eine großartige (Semi Ballade wäre der falsche Ausdruck) Mid-Tempo Nummer, bei der PERZONAL WAR Gefühl, Melodie und angedeutete Härte unter einen Hut bekommen. Beim Titel Song "The Last Sunset" drehen PERZONAL WAR hingegen wieder kräftig an der Härteschraube.

Fazit: "The Last Sunset" ist ein wirklich starkes Stück Stahl, das den gemäßigten Thrasher genauso ansprechen sollte, wie jeden (Heavy) Metal Fan, der die Ausgewogenheit von Melodie und Härte auf einem Album zu schätzen weiß.

8 von 10