Ersuche die Tugend, dass sie dir das Geheimnis des Glücks übergibt. (Victor Hugo)
Vier Longplayer und eine stattliche Anzahl von EPs und Singles; NETHERBIRD sind/waren bisher alles andere als untätig und konnten deshalb auch schon das ein oder andere Schulterklopfen innerhalb der Melo-Black/Death Szene einheimsen. Eines waren ihre bisherigen Veröffentlichungen aber allesamt nicht: überdurchschnittlich, um im entscheidenden Moment die Nase vor der Konkurrenz zu haben.
Mit "Into the Vast Uncharted" (Longplayer Nr. 5) soll nun endlich der Durchbruch gelingen und die Vorzeichen stehen diesmal gar nicht so schlecht.
Nicht nur, dass man die Produktion in die Hände von Dan Swanö legen konnte, auch die Tatsache, dass der Platz hinter den Kesseln mit Fredrik Andersson (ex AMON AMARTH) äußerst prominet besetzt werden konnte, lässt aufhorchen.
Die Zeichen stehen also auf Sturm. Und genauso geht es mit "Saturnine Ancestry" auch los - rasant. NETHERBIRD hätten sich keine bessere Nummer als Opener für "Into the Vast Uncharted" aussuchen können, als eben "Saturnine Ancestry". Vereint dieser Track doch eindrucksvoll die "neue" Reife, mit der NERTHERBIRD nun endlich die von ihnen seit jeher anvisierte Symbiose von Melo-Death- Metal/Black Metal in das in sich stimmige Gleichgewicht bringen. Diese Balance wird auch nicht, wie oftmals in der Vergangenheit, von der Leidenschaft der Schweden für moderene Strukturen (incl. Breaks) ins Wanken gebracht.
"The Obsidian White" ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Melodie und Härte, im selben Atemzug genannt, kein Widerspruch sein muss, und ebenso dafür, dass NETHERBIRD nicht länger mehr für die große Unbekannte auf der schwarz eingefärbten Schwedentodkarte stehen.
Umso mehr, da es NETHERBIRD im fünften Anlauf nun auch geschafft haben mit "Lunar Pendulum" eine Hitnummer zu komponieren.
Doch damit nicht genug. Auch die "ruhigeren" Titel wie "Eventide Evangel" und "Harvest the Stars" funktionieren nun bestens.
Und so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass "Into the Vast Uncharted" das (bisher) beste Werk der sechs Schweden ist, auch wenn ich ansonsten kein Freund von solch' werbestrategischen Phrasen bin.
Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, dass sich die anvisierte Zielkundschaft ausgiebig mit "Into the Vast Uncharted" beschäfftig, und NETHERBIRD letztendlich nicht doch noch um die verdiente Anerkennung gebracht werden.
Also traut euch, ihr DISSECTION-, AMON AMARTH- und DARK TRANQUILITY-Hörer.
8 von 10
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Donnerstag, 19. Dezember 2019
Sonntag, 26. Juli 2015
WITCHBOUND / Tarot's Legacy / El Puerto Records - Soulfood / 13 Titel + Intro / 47:54 Min
WITCHBOUND setzen sich aus vier ehemaligen STORMWITCH Recken (drei davon sind Gründungsmitglieder), sowie Sänger Thorsten Lichtner (ehemals BRAINSTORM) zusammen und treten das musikalische Erbe von Lee Tarot (ebenfalls Gründungsmitglied STORMWITCH) an, der 2013 an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben ist. Lee Tarot arbeitete bis kurz vor seinem Tod an neuen Songs. Dieses Material wird jetzt posthum in überarbeiter Form unter dem Banner WITCHBOUND veröffentlicht. Herausgekommen ist dabei ein abwechslungsreiches Album, das überwiegend im klassischen Heavy Metal zu Hause ist, aber auch die Nähe zum Melodic Rock sucht. Ganz in der Tradition von (älteren) STORMWITCH eben. Kein Wunder, stammen doch die meisten Songs aus der Feder des Duos Spengler / Kauffmann. "Search For the Grail" kommt dem Spirit der schwäbischen Kult-Band am nähesten, aber auch der kurze Instrumental-Track "Petite Bouree" (erinnert leicht an "Tears by the Firelight") und die Ballade "Trail of Stars" zielen eindeutig in diese Richtung. Die Up-Tempo Nummern "Holy Ground" und "Die Sword in Hand" rufen dagegen HAMMERFALL in den Sinn. "Keep the Pyre Burning" ist ein musikalischer Hybrid aus beiden Bands. Bei "Mandrakes Fire" richten wir unseren Blick nach Fulda (EDGUY) und bei "Jester's Day" nach Hamburg (RUNNING WILD). All diese Bands haben eines gemeinsam: STORMWITCH diente ihnen (u.a.) als Inspiration in den Anfangstagen. So schließt sich der Kreis.
Bleibt nur noch zu wünschen, dass WITCHBOUND auch ohne die Hilfe von Harald Spengler (aka Lee Tarot) in Zukunft, die Qualität der Songs ähnlich hoch halten können.
Fazit: "Tarot's Legacy" ist der letzter Gruß von Lee Tarot aus dem Jenseits und dürfte Fans der alten STORMWITCH ebenso aus der Seele sprechen, wie jedem Kuttenträger, der der Sparte "Melodic Metal" was abgewinnen kann. (AS)
7.5 von 10
Bleibt nur noch zu wünschen, dass WITCHBOUND auch ohne die Hilfe von Harald Spengler (aka Lee Tarot) in Zukunft, die Qualität der Songs ähnlich hoch halten können.
Fazit: "Tarot's Legacy" ist der letzter Gruß von Lee Tarot aus dem Jenseits und dürfte Fans der alten STORMWITCH ebenso aus der Seele sprechen, wie jedem Kuttenträger, der der Sparte "Melodic Metal" was abgewinnen kann. (AS)
7.5 von 10
Montag, 18. Mai 2015
WARRANT / Metal Bridge / Pure Steel Records - Soulfood / 15 Tracks / 65:42 Min
Schlappe 30 Jahre haben sich WARRANT eine kreative Pause (sieht man mal von der 1999er EP und diversen Gigs ab) gegönnt. Jetzt endlich schwingt der Enforcer wieder seine Axt. Doch haben WARRANT heutzutage noch den selben Biss wie anno 1985, oder schwingen sie die Axt heutzutage eher zahnlos? Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Jörg Juraschek (letztes verbliebenes Gründungsmitglied) und seine Mitstreiter haben das Songwriting den heutigen Gegebenheiten etwas angepasst, aber irgendwie will der Funke trotzdem nicht so richtig überspringen. Da hilft auch der neuerdings praktizierte Mix aus Speed Metal (alter Couleur) und Power Metal (neueren Datums) nur bedingt. Die meisten Songs sind im Moment des Hörens ganz okay, sind aber, kaum gehört, auch schon wieder vergessen. Das mag bestimmt auf dem "Keep It True" oder auf anderen Konzertbühnen für einen Abend (in Kombination mit den alten Songs) gut funktionieren, auf Dauer gesehen und/oder auf diese CD/LP bezogen, ist das aber einfach zu wenig. Da sind Bands wie ENFORCER, STEELWING, STRIKER & Co heutzutage um Längen besser. Bezeichnenderweise ist der stärkste Song ("All the Kings Horses) des Albums, einer der dem Speed-Metal nur am Rande zuzuordnen ist. Mit Songs wie "Helium Head", "Don't Get Mad Get Even" oder "Nyctophobia" konnte man evtl Anfang der Achtziger noch Staub aufwirbeln, heutzutage dürfte das aber niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Ein kompletter Reinfall ist "Metal Bridge" aber dann doch nicht, da mit "Asylum", "You Keep Me in Hell" und "Blood in the Sky" zumindest drei weitere Songs noch zu gefallen wissen. Ebenfalls positiv: Den Abschluß des Albums bilden mit "Ordeal of Death" und "The Enforcer" zwei Klassiker im überarbeitetem Soundgewand. (JK) 6.0 von 10
Montag, 4. Mai 2015
KNORKATOR / Knorkatourette / Tubareckorz - Soulfood / 23 Tracks (DVD - BluRay) / 97:34 Min
Schwanzlich willkommen. Nach diesen 97 Minuten wird nichts mehr so sein wie es einmal war. Deutschlands meiste Band der Welt gab am 16. Mai 2014 in der Columbia Halle zu Berlin das beste Konzert in der Geschichte der Menschheit schlechthin! Und allem davor! Und danach! Glücklicherweise waren KNORKATOR vorausschauend genug, um neben den Fans auch ein Kamerateam zu laden, so dass dieses bedeutende Ereignis für die Menschheit festgehalten werden konnte. KNORKATOR singen wie üblich von Panzern, Rittern, Aliens und Toten. Sex, Gewalt und Drogen, schnellen
Autos und Kung Fu. Erlaubt ist einfach alles, aber lllll... ist und bleibt tabu. Die knapp 100 Minuten wurden ohne hektische Schnitte, bei besten Bild- (HD) und Soundverhältnissen (Dolby Digital 2.0 oder 5.1 und DTS 5.1.) aufgenommen. So kann dieses Konzert (ihr wisst schon: "Das beste Konzert in der Geschichte der Menschheit".. usw) auf der Recamiere im Wohnzimmer, auf der Luftmatratze im Garten, auf dem WC-Stuhl im Altenheim oder einfach überall, (fast) so genossen werden, als wäre man dabei gewesen. Dabei musizieren sich KNORKATOR wie üblich einen Wolf auf der Bühne und geben Meisterwerke aus allen Schaffensphasen (nur "Tribute to uns selbst" darf diesmal nicht mitmachen) zum besten. Kulturell hochwertiges Liedgut, wie z.B. "Ding inne Schnauze", "Alter Mann", "MichverfolgtmeineeigeneScheiße", "Konrad", "Ich hasse Musik", "Zoo" oder "Absolution" darf dabei natürlich nicht fehlen. Doch damit nicht genug. In einem kurzem Medley übertreffen sich KNORKATOR nochmals selbst und stimmen neben "Yesterday" (BEATLES), "Michaela" (BATA ILLIC) und "Fiesta Mexicana" (REX GILDO) auch noch den Inbegriff des schlechten Geschmacks an: "Atemlos" von HELENE FISCHER. Mehr geht wirklich nicht. Eben. Deshalb braucht auch kein Mensch oder Werwurm jetzt noch Bonusmaterial, wie z.B. verwackelte Privat-Videos, langweilige Interviews oder vergilbte Familienfotos. Da die meisten Menschen (oder Werwürmer) aber inzwischen einen CD-Player, DVD-Player und/oder BluRay-Player haben, gibt es neben der ungewöhnlichen Standardausführung (Mediabook mit DVD und BluRay) noch die ganz fürchterlich streng limitierte Auflage mit zusätzlicher CD und einem Buch mit ganz vielen bunten Bildern.
Fazit: Für KNORKATOR mein Herz, für KNORKATOR mein Geld. (JK)
9 von 10
Fazit: Für KNORKATOR mein Herz, für KNORKATOR mein Geld. (JK)
9 von 10
Montag, 27. April 2015
TRIAL / Vessel / High Roller Records - Soulfood / 7 Tracks / 50:40 Min
Ungewöhnlicherweise beginnen wir bei dieser Review mal mit dem letzten Song der Scheibe: "Restless Blood". Denn, was die Schweden von TRIAL hier in 13 Minuten abliefern ist Gänsehaut pur und alleine schon die Anschaffung dieser Scheibe wert. Nach ruhigem, instrumentalem Beginn explodiert der Song förmlich: Powerdrumming à la MERCYFUL FATE, Twin-Guitars à la IRON MAIDEN und ein Gesang, der (speziell hier) im US Power-Metal anzusiedeln ist, bringen das Blut schnell in Wallung. Im Mittelteil des Monster-Tracks nehmen TRIAL das Tempo (nicht aber den Spannungsbogen) kurzzeitig heraus und gönnen der Hörerschaft eine überwiegend akustisch gehaltene Ruhepause, um im Anschluß daran nochmals das Tempo zu steigern. Einfach nur großartig! Auf das ganze Album gesehen, hört man an allen Ecken und Kanten heraus, dass die Herren Hank Shermann (MERCYFUL FATE) und Adrian Smith (IRON MAIDEN) der Gitarrenfraktion von TRIAL (mit) als Inspiration gedient haben müssen. Überhaupt MERCYFUL FATE: Der Gesang von Linus Johanssson ist zwar nicht ganz so im Falset gehalten wie der von KING DIAMOND, kommt dem aber gelegentlich sehr Nahe. Als weitere musikalische Einflüsse dürfen PORTRAIT, FATES WARNING und IN SOLITUDE herhalten. Worauf es im Fall von TRIAL aber hauptsächlich ankommt ist, dass "Vessel" nicht zusammengeschustert klingt, oder wie ein Klon rüberkommt, sondern sich alles wie aus einem Guss, absolut eigen und frisch anhört. Und das trotz der knie- bzw. bodentiefen Verneigung vor den Helden. Respekt.
Fazit: Heavy Metal, Prog, US Power-Metal und Doom. Hier passt einfach vieles (alles?) perfekt zusammen. TRIAL setzen mit "Vessel" ein ganz dickes Ausrufezeichen! (AS)
Anspiel-Tipps: "Restless Blood", "Ecstasy Waltz", "Through Bewilderment"
8.5 von 10
Fazit: Heavy Metal, Prog, US Power-Metal und Doom. Hier passt einfach vieles (alles?) perfekt zusammen. TRIAL setzen mit "Vessel" ein ganz dickes Ausrufezeichen! (AS)
Anspiel-Tipps: "Restless Blood", "Ecstasy Waltz", "Through Bewilderment"
8.5 von 10
Freitag, 10. April 2015
IRON LAMB / Fool's Gold / High Roller Records - Soulfood / 10 Tracks / 40:16 Min
Wer von MOTÖRHEAD (vor allem aus der Zeit von 1979 bis 1982) nicht genug bekommen kann, der sollte sich "Fool's Gold" von IRON LAMB mal zu Gemüte führen. Das Hauptaugenmerk sollte allerdings auf die ersten vier Songs des Albums gerichtet werden. Was IRON LAMB hier abliefern, ist einfach nur genial und aller Ehren wert. Hier spielen IRON LAMB die MOTÖRHEAD Karte so geschickt, dass man für einen kurzen Moment vergessen mag, dass es sich hier "nur" um eine von Lemmy & Co inspirierte Band und nicht um das Original handelt. Die Schweden haben aber, trotz der manchmal unverschämten Nähe, an das Original mit der wohl berühmtesten Warze des Universums genug Eigenständigkeit, um nicht als Tribute-Band oder gar Klon bezeichnet zu werden. Ich habe allerdings keine Ahnung, welcher Teufel IRON LAMB geritten hat, als sie meinten, sie müssten einen Goth-Rock Song (was soll die Scheiße?) nach diesem superben Einstieg auf Platte bannen. Der Song ist nicht nur mittelmäßig (Bands wie z.B. "The 69 Eyes" oder Lacrimas Profundere bekommen sowas um einiges besser hin) und verzichtbar, er läutet auch gleichzeitig die um Längen schwächere zweite Albumhälfte ein. Nach diesem Schuß in den Ofen finden IRON LAMB nämlich nicht mehr voll in die Spur zurück. Nur noch bei "Rip It Up" und "Centre of the Universe" (hier aber dann wieder richtig fett) stimmen Spirit und Drive. Schade. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen.
Fazit: Trotz der schwächeren zweiten Albumhälfte und dem Fremdkörper "Leave Me Be", hinterlässt "Fool's Gold" insgesamt einen sehr positiven Gesamteindruck. Freunde des Punk'n'Roll im Allgemeinen und MOTÖRHEAD im Speziellen, können bedenkenlos zugreifen. (AS)
7.5 von 10
Fazit: Trotz der schwächeren zweiten Albumhälfte und dem Fremdkörper "Leave Me Be", hinterlässt "Fool's Gold" insgesamt einen sehr positiven Gesamteindruck. Freunde des Punk'n'Roll im Allgemeinen und MOTÖRHEAD im Speziellen, können bedenkenlos zugreifen. (AS)
7.5 von 10
Freitag, 27. März 2015
CRIMSON SWAN / Unlit / Quality Steel Records - Soulfood / 6 Tracks / 54:31 Min
CRIMSON SWAN kommen aus Hamburg, haben bisher eine EP "Icon" (2012) auf dem Buckel und haben sich dem Funeral Doom verschrieben. Wobei Funeral Doom nur ca. 3/4 der Wahrheit ist, da CRIMSON SWAN die depressive Stimmung und den zähfließenden Sound der Songs mit Gothic- und etwas Death-Metal verfeinern. Wer was greifbares benötigt, dem seien AHAB auf der einen Seite, sowie PARADISE LOST und SWALLOW THE SUN auf der anderen Seite an die Hand gegeben. Der Gesang bietet von Death/Doom Growls über Klargesang bis hin zu optionalen Female-Vocals ("Words of Perdition") und etwas Black-Metal Stimmband-Akrobatik ("Accusations") reichlich Abwechslung. Leider ist die Scheibe etwas "ungünstig" abgemischt, so dass dadurch oftmals der "Wow-Effekt" abhanden kommt und den Songs auch etwas an Atmosphäre flöten geht. In Zukunft darf es gerne mehr Power beim Sound der Rhythmus-Fraktion und den Growls sein. Ansonsten hinterlässt "Unlit" über weite Strecken einen guten Eindruck. Das Songwriting ist für eine Newcomerband recht ansprechend und abwechslungsreich. Nur "A Waterfall of Sorrow" weiß (auch nach mehrmaligem Hören) absolut nicht zu gefallen und bleibt somit das hässliche Entlein im Teich der purpurfarbenen Schwäne.
Fazit: CRIMSON SWAN haben mit "Unlit" eine erste und durchaus ansprechende Duftmarke hinterlassen, die aber noch ein gutes Stück weit davon entfernt ist, perfekt zu sein. (JK)
Anspiel-Tipps: "Accusations", "Fade to Nothingness", "Voidhaven"
7.0 von 10
Fazit: CRIMSON SWAN haben mit "Unlit" eine erste und durchaus ansprechende Duftmarke hinterlassen, die aber noch ein gutes Stück weit davon entfernt ist, perfekt zu sein. (JK)
Anspiel-Tipps: "Accusations", "Fade to Nothingness", "Voidhaven"
7.0 von 10
Dienstag, 10. Februar 2015
OBSCURITY / Vintar / Trollzorn / 11 Tracks / 49:20 Min
OBSCURITY - Die Bergischen Löwen brüllen wieder. Zwei Jahre nach "Obscurity" lässt der Viking-Fünfer aus Velbert ein Konzeptalbum von Stapel, welches vom Ragnarök (Geschichte und Untergang der Götter in der Nordischen Mythologie) handelt. Musikalisch gesehen wurde das Ganze (wie gewohnt) in der Schnittmenge von Death- (AKREA, AMON AMARTH) Black- (SATYRICON) und Pagan-Metal (EQUILIBRIUM) vertont. So weit, so gut. Doch "Vintar" ist (leider) eine zwiespältige Angelegenheit geworden. Knallt die erste Hälfte des Albums noch wie Sau rein, stellt sich in der zweiten Albumhälfte langsam aber sicher Ernüchterung ein, da die Songs in der Folge (Ausnahme "Legiones Montium") zu ähnlich strukturiert sind. Zwar haben die Songs der zweiten Albumhälfte ebenfalls alles, was dem Wochenendwikinger einen Schlachtruf zu entlocken vermag, aber irgendwie ist die ganze Chose zu berechenbar. Konstant punkten können OBSCURITY hingegen mit dem Organ von "Sänger" Agalaz und der Ausgewogenheit von Brutalität und Melodie auf der kompletten Scheibe. So bleibt am Ende ein Album, bei dem das Hauptaugenmerk auf den ersten sechs Songs liegen dürfte.
Fazit: "...es wird niemals untergehen, unser Bergisches Land", teilen uns OBSCURITY zum Ende hin mit. Wenn OBSCURITY in der Zukunft so agieren, wie auf der ersten Albumhälfte, wird das Drachenboot aus dem Bergischen Land bald mit den Genre-Grössen auslaufen können, um die Weltmeere zu erobern. Sollte allerdings die zweite Albumhälfte den zukünftigen Kurs vorgeben, dürfte man hingegen ein Binnegewässer-Phänomen bleiben. (JK)
7 von 10
Fazit: "...es wird niemals untergehen, unser Bergisches Land", teilen uns OBSCURITY zum Ende hin mit. Wenn OBSCURITY in der Zukunft so agieren, wie auf der ersten Albumhälfte, wird das Drachenboot aus dem Bergischen Land bald mit den Genre-Grössen auslaufen können, um die Weltmeere zu erobern. Sollte allerdings die zweite Albumhälfte den zukünftigen Kurs vorgeben, dürfte man hingegen ein Binnegewässer-Phänomen bleiben. (JK)
7 von 10
Mittwoch, 14. Januar 2015
CRUACHAN / Blood for the Blood God / Trollzorn / 12 Tracks / 59:33 Min
Vorwärts in die Vergangenheit. So, oder so ähnlich könnte das Motto von CRUACHAN seit dem Ausstieg von Karen Gilligan lauten. Wie schon auf dem Vorgängeralbum "Blood on the Black Robe" teilweise vollzogen, besinnen sich die Iren auch auf "Blood for the Blood God" vermehrt auf ihre Anfangstage zurück. An jene Tage, als CRUACHAN mit ihrem Mix aus Folk- und Black-Metal stil- und genreprägend waren. Inzwischen sind CRUACHAN aber längst in die zweite Reihe dieses Genres abgedriftet und stehen im Schatten von Bands wie z.B. PRIMORDIAL oder ELUVEITIE. Doch mit dem Kurswechsel, weg vom Folk-Metal mit Frauengesang, hin zum schwarz angehauchten Folk-Metal, machen CRUACHAN wieder Boden gut und liefern mit "Blood for the Blood God" ein Album ab, dass über weite Strecken wirklich hörenswert geworden ist. Am besten funktioniert "Blood for the Blood God" neben dem bärenstarken Titeltrack, wenn CRUACHAN wie bei "The Arrival of the Fir Bolg", "Perversion, Corruption and Sanctity - Part 1" und "Prophecy" die schwarze Raserei und den Folk in Einklang bringen und zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. Die beiden Instrumental Tracks "Gae Bolga" und "Perversion, Corruption and Sanctity - Part 2" lenken das Album, von seiner ansonsten eher düsteren und aggressiven Grundstimmung, kurzzeitig in eine konträre Richtung, was im Gesamtkonzept gut zur Geltung kommt. Die Tradition bei CRUACHAN, mehr oder weniger bekannte irische Folksongs in das Metal-Universum zu adaptieren. findet diesmal mit "The Marching Song of Fiach McHugh" gekonnt seine Fortsetzung. CRUACHAN sind also wieder auf einem guten Weg.
Anspiel-Tipps: "Blood for the Blood God", "The Arrival of the Fir Bolg", "The Marching Song of Fiach McHugh" (JK)
7.5 von 10
Anspiel-Tipps: "Blood for the Blood God", "The Arrival of the Fir Bolg", "The Marching Song of Fiach McHugh" (JK)
7.5 von 10
Dienstag, 9. September 2014
OVERDRIVE / The Final Nightmare / Pure Rock Records - Soulfood / 9 Tracks / 45:18 Min
Ein paar von euch werden sich bestimmt noch an OVERDRIVE aus Grantham/England erinnern. Ja genau, jene Band, die Anfang der Achtziger, genauer gesagt 1981, eine EP "On the Run" veröffentlicht hatte, die damals für Begeisterung gesorgt hatte, schnell vergriffen war (Auflage 500 Stk) und heute ein gesuchtes Sammlerstück ist. Leider haben OVERDRIVE in den 80ern nicht nachlegen können, so dass die Band bis in die 90er wieder von der Bildfläche verschwand. Seit 2005 veröffentlichen OVERDRIVE in schöner Regelmäßigkeit wieder Alben. "The Final Nightmare" ist die neueste Veröffentlichung der Briten. Klassischer Hard Rock/Heavy Metal mit Keyboards/Orgel, einem dominaten Bass und einem Sänger, der sich in den mittleren Stimmlagen am wohlsten fühlt, machen das neueste Album von OVERDRIVE für alle 80s Liebhaber und Puristen zu einem Leckerbissen. Das Album ist überwiegend im Midtempo gehalten, hat aber auch ein paar flottere Songs (z.B. "Wasted"") und eine Semi-Ballade "Taken Young (Ben's Song)" im Angebot. Wer (alte) SAXON, die beiden 80er Alben von DEEP PURPLE und THIN LIZZY mag, kann mit "The Final Nightmare" absolut nichts falsch machen.
Fazit: Wer meint, dass Früher alles besser war, bekommt mit "The Final Nightmare" den perfekten Soundtrack geliefert, um in Erinnerungen zu schwelgen. "The Final Nightmare" ist aber keineswegs ein Album nur für (musikalisch gesehen) Ewiggestrige, sondern auch ein Album für alle Metalheads, die sich mit eingängigen Melodien, harmonischen Arrangements und einem erdigen Sound am wohlsten fühlen. (AS)
Anspiel-Tipps: "Lost On a Mountain", "Taken Young (Ben's Song), "Wasted"
7.0 von 10
Fazit: Wer meint, dass Früher alles besser war, bekommt mit "The Final Nightmare" den perfekten Soundtrack geliefert, um in Erinnerungen zu schwelgen. "The Final Nightmare" ist aber keineswegs ein Album nur für (musikalisch gesehen) Ewiggestrige, sondern auch ein Album für alle Metalheads, die sich mit eingängigen Melodien, harmonischen Arrangements und einem erdigen Sound am wohlsten fühlen. (AS)
Anspiel-Tipps: "Lost On a Mountain", "Taken Young (Ben's Song), "Wasted"
7.0 von 10
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