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Donnerstag, 24. November 2016

ANCILLOTTI / "Strike Back" / Pure Steel Records / 12 Tracks / 47:03 Min

Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen (James Joyce).
Das italienische Familien Unternehmen ANCILLOTTI wagt nach 2014 einen zweiten Anlauf, den traditionellen Heavy Metal Markt von jenseits der Alpen aufzurollen.
Musikalisch setzten die beiden Ancillotti Brüder (Daniele und Sandro), wie schon beim Debütalbum "The Chain Goes On", auf die Attribute "traditionell" und "straight".
Doch anders als beim (durchaus interessanten) Vorgängeralbum, als ANCILLOTTI sich stoisch nicht aus dem übermächtigen Schatten ihrer Helden (SAXON und ACCEPT) herauswagten, verlassen die Italiener diesmal ihre Wohlfühloase und öffen sich ein wenig für andere Einflüsse.
So kann "Strike Back" mit einigen Neuerungen aufwarten, wie z.B zwei halbgaren Ausflügen in den verstrahlten AOR Sektor ("Firestarter", "Lonely Road"); einem zum scheitern verurteilten Unterfangen, Matt SINNER mit "When Night Calls" das Wasser abgraben zu wollen und last but not least, den Geistesblitz "ANCILLOTTI goes MOTÖRHEAD" ("To Hell with You", "The Hunter", "Fight"), als Neuerfindung des Rades verkaufen zu wollen.
Immerhin können die drei letztgenannten Tracks, die wohl bei einer Seance mit Lemmy entstanden sein müssen, weitestgehend überzeugen.
Dennoch, wenn man das gesamte Album betrachtet, kann es nur ein Urteil geben - originell geht definitiv anders und gelungen hört sich gewiss so nicht an.
Doch damit nicht genug, die Vocals von Daniele sitzen des Öfteren überall, nur nicht auf der Tonleiter. Ich bekomme beim bloßen Gedanken daran, noch jetzt Plaque und Ausschlag. Da hilft auch kein Grappa, um damit warm zu werden.

Fazit: "Strike Back" bietet genügen Projektionsfläche, um die alte Leier, vom gesamtitalienischen Metal-Dilemma wieder anzustimmen. Denn, bis auf drei brauchbare Songs ("Fight", "Hunter", "To Hell with You") und dem witzigen Intro bietet "Strike Back" nur biedere und schwer verdauliche Hausmannskost. (AS)

4 von 10 

Freitag, 2. Mai 2014

ANCILLOTTI / The Chain Goes On / Pure Steel Records / 11 Tracks / 46.02 Min

Was passiert, wenn man seinen Bruder und seinen Sohn zu Besuch hat? Richtig, man gründet eine Metal Band! Und da Mastermind Daniele "Bud" Ancillotti seine bisher grössten Erfolge in den 80s mit STRANA OFFICIANA hatte, liegt es nahe, dass ANCILLOTTI sich an der Blütezeit des Heavy Metal, und an der NWoBHM, orientieren. SAXON und ACCEPT haben mit hoher Wahrscheinlichkeit den grössten Eindruck bei den Herren hinterlassen. Womit auch klar sein dürfte, dass der Sound genauso viel Innovation hat, wie eine Telefonzelle heutzutage. Macht aber absolut nichts, da "The Chain Goes On" einfach nur Spass macht und die Songs für sich sprechen. ANCILLOTTI bieten alles, was dem Puristen und Kuttenträger die Hose im Schritt enger werden lassen dürfte. Schnörkelloser Heavy Metal der das Midtempo ("Legacy of Rock") genauso beherrscht, wie die Doublebass-Attacken ("Bang Your Head"). Auch eine Semiballade ("Sunrise") ist mit im Angebot. Eine amtliche Produktion trägt ihr übriges dazu bei, dass sich "The Chain Goes On" aus der breiten Masse der Underground-Neuveröffentlichungen hervorhebt. (AS)

Anspiel-Tipps: "Bang Your Head", "Monkey", "Sunrise"

7 von 10