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Freitag, 27. Oktober 2017

MONSTER MAGNET / "Tab" (Re-Release) + "Spine of God" (Re-Release) / Label: Napalm Records / 4 bzw 10 Tracks / 56:06 Min bzw 58:31 Min

Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt. (Siddhartha Gautama)

Wie aus der Zeit gefallenen Relikte wirken die beiden '91er Veröffentlichung von MONSTER MAGNET heute.
Zwei Alben (wieder) zu veröffentlichen, die nahezu keine Bindung zu restlichen Backkatalog der Band haben, und somit als Lonesome Riders zu bezeichnen wären, ist mehr als gewagt. Zumindest wenn man den kommerziellen Aspekt, den Plattenlabel und Band dabei offentsichtlich im Sinn hatten, zu Grunde legt.
Fans der ersten Stunde dürften längst beide Veröffentlichungen ihr Eigen nennen und später hinzugekommene Verehrer, also die Anhänger der Stoner-/Stadion-Rock Phase, dürften mit dem drogengeschwängerten Mix aus Psychadelic Rock, Krautrock und Grunge, ihre liebe Müh und Not haben.

Auch die sparsame Addition von Bonussongs (jedes Album wartet jeweils nur mit einem Bonustitel auf) und die wirklich unspektakuläre Auswahl ["Spine of God (live)" bzw. "Ozium (Demo Version)"] selbiger, dürfte aus heutiger Sicht, der reizüberflutetend Zielgruppe, nur ein müdes Lächeln entlocken.

So bleibt unterm Strich nicht wirklich viel übrig, um eine Kaufenpfehlung auszusprechen.
Letztendlich, entscheidet aber der Endkonsument (also ihr), über Sinn und Unsinn solcher Veröffentlichungen. (JK)

Ohne Bewertung

https://twitter.com/monstermagnetnj?lang=de
http://www.zodiaclung.com/
https://shop.napalmrecords.com/

Mittwoch, 25. Juni 2014

Konzertbericht MONSTER MAGNET 19.6.2014 Backstage - München

MONSTER MAGNET beehren zwischen diversen Festivalauftritten für ein Clubkonzert die bayrische Landeshauptstadt. Da keine Vorband vorgesehen war (warum eigentlich nicht?), wurde optimistisch 20.30 Uhr als Konzertbeginn angekündigt. Doch Dave Wyndorf & Co lassen auf sich warten. Ganze 40 Minuten später als angekündigt erbarmen sich MONSTER MAGNET endlich und Sekunden später wird "Superjudge" der johlenden Meute zum warm werden serviert. Dave Wyndorf hat, seitdem er den berauschenden Substanzen abgeschworen hat, einige Kleidergrössen zugelegt, das Einmaleins des Psychadelic Stoner Rock beherrscht er aber weiterhin aus dem Effeff, auch wenn sein Bewegungsradius merklich kleiner geworden ist. Da wir aber hautsächlich der Musik wegen hier sind, ist das aber nur nebensächlich, vor allem auch, solange Klassiker wie "Dopes to Infinity" oder "Powertrip" noch immer leidenschaftlich und knackig vorgetragen werden. Stimmlich ist Dave jedenfalls auf der Höhe und der Sound ist auch vom Feinsten. Vom neuen Album "Last Patrol" schafft es nur der Titelsong auf die Setlist. Ansonsten wurden von den Altmeistern des Spacerock nur Perlen älteren Datums ausgesucht um den Bajuwaren damit einzuheizen. Stichwort: Hitze.
Trotz, inzwischen subtropischer Temperaturen in der Halle (Backstage und Frischluftversorgung sind seit jeher nicht die besten Freunde), behält Dave Wyndorf weiterhin seine Lederjacke an und man fragt sich unwillkürlich, wie will der gute Mann seine ziemlich enganliegende und durchgeschwitzte Hose jemals wieder ausgezogen bekommen. Auf was für Gedanken man doch bei einem Konzert so kommt...und wo wir gerade dabei sind: Verdammt, wo sind eigenlich die leichtbekleideten Tänzerinnen, die in der Vergangenheit gern gesehene Gäste bei MONSTER MAGNET Gigs waren?
Nach "Spacelord" (inkl. kollektivem "Motherfucker, Motherfucker") und viel zu kurzen 60 Minuten Gesamtspielzeit erklärt Dave Wyndorf den Abend für beendet. Naja, fast. Nach einer kurzen Verschnaufpause kehren MONSTER MAGNET nochmals auf die Bühne zurück, allerdings nur für eine Zugabe. Den fast schon obligatorischen Schlußpunkt setzt das (diesmal) knapp 15-minütige "Spine of God" inkl. dem "American Pie" Zwischenspiel. Trotz der überlangen Zugabe bleibt dennoch ein etwas fader Beigeschmack, ob der relativ kurzen Spielzeit im Hauptset. So bleibt unterm Strich nicht das beste, aber doch ein gutes Konzert von MONSTER MAGNET, dem (vor allem bei Kartenpreisen von 30 Euro) eine Vorband und 2 bis 3 Songs mehr, sehr gut zu Gesicht gestanden hätte. (JK)

MONSTER MAGNET


Setlist MONSTER MAGNET 19.6.2014

Dave Wyndorf / MONSTER MAGNET



Dave Wyndorf / MONSTER MAGNET

MONSTER MAGNET Live

Montag, 23. Dezember 2013

MONSTER MAGNET / Last Patrol / Napalm Records / 9 Tracks / 52.41 Min

So wie es aussieht hat Dave Wyndorf wohl die Lust am Stadion-Rock verloren. Nachdem schon das letzte Album (Mastermind) wieder stärker in Psychadelic-Rock Gefilde gezielt hat, geht mit "Last Patrol" (hoffentlich ist "last" nicht wörtlich zu nehmen) die Reise bei MONSTER MAGNET nun endgültig wieder "Back to Roots". Allerdings benötigt "Last Patrol" einige Umdrehungen im Player, da im Vergleich zum Vorgängeralbum die meisten Songs nicht ganz so catchy sind. Je mehr man aber die Scheibe auf sich wirken lässt, desto mehr stellt sich das Gefühl ein, daß MONSTER MAGNET hier etwas außergewöhnliches abgeliefert haben. Da die Scheibe nur so mit starken Songs vollgepackt ist, habe ich vier Songs ausgesucht, die stellvertretend, für die Qualität und den Abwechslungsreichtum auf "Last Patrol" stehen sollen.  Der Titelsong "Last Patrol"  nimmt einen auf einen fast 10-minütigen Psychadelic-Rock-Trip mit, der einem nur durch Zuhören in einen Rauschzustand zu versetzen vermag. Die DONOVAN Cover-Nummer "Three Kingfishers" ist wohl der metallischste Track auf der Scheibe. Nach ruhigem Beginn mutiert der Song zu einem wahren Doom-Monster. "The Duke of Supernature" besticht durch seine staubtrockene Blues-Attitüde. Und zu guter Letzt noch "End of Time". Ein stampfender Rocker, der absolutes Hit-Potenzial besitzt. Fazit: Hier ist der Bandname Programm..."Last Patrol" ist über weite Strecken ein MONSTER und dürfte aus den meisten Abspielgeräten nur schwer wieder herauszubekommen sein. Oder anders ausgedrückt: "Last Patrol" saugt sich wie ein MAGNET im Gehörgang und im Gehirn fest. (JK)

8.0 von 10