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Sonntag, 24. April 2022

SUPPRESSION / "The Sorrow of Soul Through Flesh" / Label: Unspeakable Axe Records / 10 Tracks / 38:39 Min

 

Drücke nicht so, Mann, tief ins Gesicht den Hut. Laß deinen Schmerz in Worten aus; den Kummer, der nicht spricht, der schreit nach innen, bis das Herz zerbricht. (William Shakespeare)

SUPPRESSION sind eine Death Metal Band aus Chile die mit "The Sorrow of Soul Through Flesh" ihren ersten Longplayer im Angebot haben. Gegründet wurde die Truppe, die ihren Death Metal mit leicht progressiver/thrashiger Note würzt, anno 2012. 

Dem ein oder anderen Szene-Kenner des südamerikanischen Death/Thrash Underground dürften Daniel Poblete (Gitarre) und Pablo Cortés (Bass) von RIPPER her ein Begriff sein. Beide waren dort bis 2019 aktiv. 

Doch zurück zu "The Sorrow of Soul Through Flesh". Kann man beim Coverartwork noch unterschiedlicher Meinung sein (z.B. farblich vielleicht etwas zu langweilig gestalltet), lassen die 10 Songs, die es auf das Debütalbum von SUPPRESSION geschafft haben, keine Wünsche offen. Geboten wird nämlich nicht nur (wie oben bereits erwähnt) eine interessante Mischung aus Oldschool Death Metal mit leicht progressiver Note und thrashigen Aromen, sonderen eben auch ein zu gleichen Teilen anspruchsvolles wie abwechslungsreiches Songwriting. Und dies ist beileibe keine Selbstverständlichkeit für eine Band, die sich zum einem gerade mit ihrem ersten Album aus der Deckung traut, und zum anderen, wenn man sich zudem im Duktus von Bands wie CYNIC, CANNIBAL CORPSE und SADUS bewegt, und dabei deren Schaffensphasen Anfang der 1990er Jahre im Auge behalten möchte. 

Einzelne Songs hervorzuheben fällt etwas schwer, da sich "The Sorrow of Soul Through Flesh" zwar durchgängig auf überdurchschnittlich hohem Niveau bewegt, dennoch aber keine Übersongs in petto hat. Am meisten Eindruck (meiner Meinung nach) hinterlässt aber der Mittelteil des Albums, mit den Riffmonstern "Unperpetual Misery" und "Lost Eyes", sowie dem Instrumentalstück "Unwinding Harmonies".

Fazit: Mit "The Sorrow of Soul Through Flesh" setzen SUPPRESSION gleich mit ihren ersten Album eine kraftvolle Duftmarke. Neben allem was man heutzutage benötigt (talentierte Musiker, songwriterisches Geschick, eine gute Produktion), um in der Flut der Neuveröffentlichungen nicht unterzugehen, kann "The Sorrow of Soul Through Flesh" zudem mit etwas punkten, was bei vielen Newcomern oftmals keine Selbstverständlichkeit ist: Wiedererkennungswert. (JK) 

 7.5 von 10

https://www.facebook.com/Suppression.Death.Metal

 

Donnerstag, 24. März 2022

ALUNAH / "Strange Machine" / Label: Heavy Psych Sounds Records / 9 Tracks / 42:17 Min

 

Mit Ehrerbietung sehen wir wohl auf die Vorfahren, mit Vertrauen auf die Zeitgenossen, versäumen aber leicht, auf die Nachkommen zu blicken. (Ernst Siegfried Mittler)

Drei Jahre nach "Violet Hour" und dem damit verbundenen Wechsel am Mikro (Siân Greenaway für Sophie Day) legen ALUNAH mit "Strange Machine" nach. Mit Album Nr. 6 hoffen die Briten nicht nur auf ruhigere Zeiten auf dem Besetzungskarussell (Gitarrist Dean Ashton ist nach nur einjähriger Mitgliedschaft auch schon wieder weg - neu dabei dafür Matt Noble), sondern auch, an die Erfolge der Frühwerke anknüpfen zu können. 

Wie schon auf dem Vorgängeralbum setzen ALUNAH auch heuer wieder überwiegend auf gemäßigte Klänge, die - gewollt, oder nicht gewollt - eher Richtung GHOST schielen, als sich (wie vor einigen Jahren noch angepeilt) vor BLACK SABBATH verbeugen. Diese Neuausrichtung muss per se nicht schlecht sein, hat aber eben die ein oder andere Umdrehung weniger in petto, um durchgängig als Doom-/Psychadelic-Metal durchzugehen. ALUNAH-Konsumenten die erst vor ein paar Jahren auf die Band aufmerksam wurden dürften sich damit eventuell zufrieden geben. Fans der ersten Stunde höchstwahrscheinlich aber nicht. Glücklicherweise haben Songs wie "Strange Machine" und "Over the Hills" und vor allem "Teaching Carnal Sins" und "Broken Stone" einen angenehmen Metal-Vibe und machen auch im x-ten Durchlauf noch Freude, stehen aber leider auch einem Totalausfall wie "Psychadelic Expressway" (BANANARAMA lassen grüßen) gegenüber. 

"Fade Into Fantasy" und "Dead Woman Walking" (mit JOAN JETT Anleihen) wissen hingegen nicht so recht, ob sie eher Pop/Rock oder Doom/Psychadelic sein wollen. Beide Tracks können aber zumindest auf einen angenehmen Melodiebogen zurückgreifen. 

Und die Geschichte der bisher unerwähnten Songs von "Strange Machine" ist schnell erzählt: Gut gemachte Mittelmäßigkeit.

Fazit: ALUNAH  haben sich mit "Strange Machine" im Vergleich zum Vorgängeralbum gesteigert. Zwar nur minimal, aber immerhin. Der Abwärtstrend scheint also gestoppt. Die Antwort auf die Frage Wohin die musikalische Reise der Briten in Zukunft führen wird kann allerdings auch "Strange Machine" nicht abschließend klären. So bleiben am Ende des Tages mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen. (JK)

6 von 10

https://www.facebook.com/alunah.doom



Montag, 24. Mai 2021

NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS

 

+++ Die schwedischen Black-Thrasher SINIESTRO haben seit Freitag ihr neuestes Langeisen auf dem Markt. "Vortexx" erscheint via Black Lodge/Rough Trade und kann ab sofort beim Händler eures Vertrauens erworben werden +++ Kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Albums stehen DESASTER. "Churches Without Saints" , so der Titel des neunten Studioalbums der Koblenzer Extrem-Metal Institution, erscheint am 4. Juni +++ SUFFOCATION wollen Anfang 2022 zusammen mit BELPHEGOR und HATE deutsche und österreichische Konzertbühnen unsicher machen. Hier die vorgesehenen Termine: 23.02. Wien / Arena, 24.2. Salzburg / Rockhouse, 25.2. Leipzig / Hellraiser, 3.3. Kassel / Goldgrube, 4.3. Berlin / ORWO Haus, 6.3. Osnabrück / Bastard Club, 8.3. Hamburg / Bahnhof Pauli, 10.3. Essen / Turock, 24.3. Weinheim / Cafe Central, 25.3. Ubach-Palenberg / Rockfabrik +++ Und noch eine Meldung für die Vinyl-Liebhaber unter euch: Metal Blade Records bringen die beiden 80er Jahre Kultalben "Four of a Kind" und "Thrash Zone" von D.R.I. am 18. Juni als Neuauflage auf den Markt +++

Montag, 17. Mai 2021

EMPYRIUM / "Über den Sternen" / Label: Prophecy Productions / 8 Tracks / 52:32 Min

Die Sterne sind nur der Vater deines Schicksals. Die Mutter ist deine eigene Seele. (Johannes Kepler)

Ganze sieben Jahre hat sich der zu gleichen Teilen kreative, wie umtriebige Markus Stock (alias Ulf Theodor Schwadorf)  Zeit gelassen, um mit seinem kongeniallen Partner Thomas Helm, den sechsten EMPYRIUM Longplayer zu gebären. 

Wobei es sich seit jeher empfiehlt Zeit einzuplanen, wenn man es sich in der traumwandlerischen Anderswelt von EMPYRIUM gemütlich machen möchte. Was aber nicht nur die Wartezeit zwischen zwei Veröffentlichungen betrifft, sondern vielmehr auch die Fähigkeit, den hektischen Alltag um sich herum einen Moment vergessen zu können - die innere Uhr etwas leiser ticken zu lassen, um mit den Kompositionen eins zu werden und dabei letztendlich Raum und Zeit zu vergessen.

Mit acht Tracks haben EMPYRIUM ihren neuesten Output versorgt - einer mehr, als beim 2014er Comeback-Album "The Turn of Tides" - und das ist gut so! Ist es doch gerade der achte, der letzte Track des Albums, der "Über den Sternen" zu einer runde Sache werden lässt. 

Kann man die vorher plazierten Titel durchaus als eine Art Retroperspektive der verträumten, mystisch angehauchten Neo-Folk/Dark-Folk Titel der letzten 25 Jahre ansehen, die, obwohl sie zum Ende hin gerne etwas an Fahrt aufnehmen, eher die gediegeneren Facette im Repertoire von Markus Stock widerspiegeln, brechen EMPYRIUM mit dem abschließenden Titel-Song "Über den Sternen" metallisch durchs schwarz eingefärbte Unterholz jeder noch so friedlich wirkenden Waldlichtung. Auf über zehn Minuten rufen EMPYRIUM hier nochmals ihre Frühwerke in Erinnerung, deren Strahlkraft bis heute nichts und niemand etwas anhaben konnte. 

Fazit: Seit Anbeginn ihrer Tage stehen EMPYRIUM für mystische Klänge - mal mehr, mal weniger schwarz angehaucht. Mit Waldpoesie hat Markus Stock die passende Bezeichnung für diese einzigartige musikalsiche Mischung im metallisches Kosmos selbst gefunden. Besser kann man EMPYRIUM bis heute nicht beschreiben. "Über den Sternen" darf durchaus als Vermächtnis dieser einzigartigen Waldpoesie verstanden werden - auch wenn es den gleichnamigen Album nicht ganz das Wasser reichen kann. Aber eben nicht nur. Denn "Über den Sternen" ist eindeutig mehr, als ein wehmütiger Blick zurück, ja sogar mehr, als eine kreative gegenwärtige Bestandsaufnahme. Es kann/darf auch als Blick in die Zukunft gewertet werden - und die steht bekanntermaßen in den Sternen. Oder in diesem Fall: Über den Sternen. (JK)

8 von 10

https://empyrium.bandcamp.com/

 
 

Donnerstag, 11. Februar 2021

SKYFALL / "Sleeping Forest" / Label: Trüllpantor Productions / 10 Tracks / 53:35 Min

 

Ein jeder hat seine eigene Art, glücklich zu sein, und niemand darf verlangen, dass man es in der seinigen sein soll. (Heinrich von Kleist)

Jens Englund, seines Zeichens Gitarrist bei den schwedischen KARNIVORE scheint der Horizont bei der Death/Thrash Truppe zu eng geworden zu sein. Wie sonst liese sich sein neues Nebenprojekt SKYFALL erklären, welches musikalisch komplett in eine andere Richtung geht? Während bei seinem Hauptbetätigungsfeld die Riffmaschine fleißig am laufen ist, setzt Herr Englund beim Einmanprojekt SKYFALL eher auf die ruhigeren Momente und gemäßigtes Tempo. Auf Gesang wird sogar komplett verzichtet. Dafür setzt der Multiinstrumentalist (sämtliche Instrumente wurden laut Labelinfo von ihm eingespielt) auf die Kraft symphonischer Arrangements, bei denen allerdings der Synthesizer eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Zudem kommt bei den Saiteninstrumenten auch noch das ein oder andere technische Hilfsmittel (Tool) zum Einsatz. Und last but not least, hört der Schalgzeuger auf den Namen "Drumcomputer". Das alles hört sich jetzt erst einmal reativ wenig nach Metal an - teilweise trifft dies auch zu, vor allem dann, wenn Jens Englund die Tasten am Synthesizereinsatz zu sehr herzt  - und trotzdem verdient das Album einen festen Platz im Metaluniversum. Dieser Platz ist allerdings nicht im Zentrum unserer aller Lieblingsmusik zu finden, sondern eher in einer kleinen, unscheinbar wirkenden Nische am Rand des rifforientierten Spektrums - irgendwo zwischen AYREON, THERION zu "Theli" Zeiten und JEAN MICHEL JARRE, der einen Black-/Death Metal Drops lutscht, allerdings in der kalorienreduzierten Variante. 

Und so führt einen die Reise durch den "Sleeping Forest" durch verschiedenste Varianten der synthetisierten Instrumental-(Metal-)Kunst - mal etwas schneller (fast schon ein Headbanger) beim Opener "The Awakening", mal etwas spaciger "Fading Light", dann wieder atmoshärisch ("Emptiness"), oder auch mal maximal symphonisch ("Obscure Memories") - wobei ich mir hier den Seitenhieb auf RONDO VENEZIANO nicht verkneifen kann.

Fazit: "Sleeping Forest" eignet sich sicherlich nicht, um seine, sich im Corona-Lockdown befindliche Nackenmuskulatur zu trainieren. Das war aber offentsichtlich auch nicht das Anliegen von Jens Englund, als er SKYFALL ins Leben gerufen hat. "Sleeping Forest" kann dafür aber mit anderen Pfunden wuchern: Facettenreichtum, durchdachten symphonischen Arrangements, sowie vielen Tempowechseln, incl. der ein oder anderen angedeuteten Exkursion in härtere Gefilde. Ist doch auch was, oder?

7 von 10 

https://www.facebook.com/SkyfallJens/

 

Donnerstag, 26. November 2020

RAVEN / "Metal City" / Label: Steamhammer - SPV / 10 Tracks / 38:51 Min

Lasst uns dankbar sein gegenüber Menschen, die uns glücklich machen. Sie sind liebenswerte Gärtner, die unsere Seele zum Blühen bringen. (Marcel Proust)

Je oller, desto doller. RAVEN, - gegründet 1974 -  die Urgesteine der NWoBHM, packen auf "Metal City" zum 14. mal in ihrer Karriere die Heavy-/Speed Metal-Keule aus und lassen dabei nochmals so richtig die Muskeln spielen.

Wobei ganz so neu ist das nicht im Hause RAVEN. Das Trio kannte in seiner nunmehr fast fünf Dekaden umfassenden Karriere immer nur eine Richtung - straight nach vorne.

Neu hingegen ist, dass RAVEN auf ihre sonst auch schon flotte Interpretation des klassischen Heavy Metal nochmals ein Schippe draufgelegt haben. Ob dieser Umstand am neuen Drummer Mike Heller liegt, oder einfach an der ewig jugendlich wirkenden Einstellung der Gallagher Brüder sei mal dahin gestellt. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings die Tatsache, dass durch den gesundheitlich bedingtem Tausch am Schlagzeug, John und Mark nochmals so richtig Feuer unterm ohnehin schon umtriebigen Hintern gemacht wurde bzw. wird. Kein Wunder, schwingt Mike Heller doch auch noch bei FEAR FACTORY und MALIGNANCY die Drumsticks. 

Und so strotzt "Metal City" nur so vor Energie (trotz einiger kleinerer Schwächephasen) und zeigt eindrucksvoll auf, dass Heavy Metal noch lange nicht zum alten Eisen gehört. 

Beispiele gefällig? Bitteschön: "Human Race" ist eine beinharte Speed-Metal Nummer mit (!) Blastbeats - "Top of the Mountain" geht sofort in Blut und Bein über. Ganz im Stil der NWoBHM - der energiegeladene Opener "The Power", der (hoffentlich bald wieder) auch live gut funktionieren dürfte -  oder "Motorheadin'", eine musikalische Verbeugung vor uns aller Lemmy (R.I.P.). 

Fazit: So druckvoll wie auf "Metal City" waren RAVEN lange schon nicht mehr unterwegs. Auch wenn der (gesundheitlich bedingte) Verlust von Joe Hasselvander - immerhin fast drei Jahrzehnte mit RAVEN durch dick und dünn gegangen - schmerzhaft für die Gallagher Brüder und die Die-Hard-Fans sein dürfte, mit Mike Heller kommt nochmals frischer Wind unter die Flügel des alten Vogels. Ein Must-Have für Traditionalisten und solche, die es noch werden wollen. (JK)

8 von 10

https://www.facebook.com/ravenbandofficial

https://ravenlunatics.com/

 

Montag, 23. November 2020

COUNTING HOURS / "The Will" / Label: The Vinyl Division / 9 Tracks / 48:07 Min

Beeile dich nicht, mich kennenzulernen, denn es gibt nichts an mir, das sich fassen ließe. Ich bin Raum und Zeit oder Werden. (Antoine de Saint-Exupery)

Die aus Helsinki stammenden COUNTING HOURS sind, wenn man so will, eine finnische Supergroup. Finden sich im Arbeitszeugnis der fünf Musiker doch solch illustre Namen wie z.B. IMPALED NAZARENE, THE CHANT, SHAPE OF DESPAIR oder COLOSSEUM. Dass Namen allerdings Schall und Rauch sein können, hat man schon des Öfteren erlebt. Erst recht, wenn es darum geht, eine neue Band anzuschieben, die musikalisch gesehen eher Randbereiche abdeckt, und somit nicht auf jedermanns Wunschzettel stehen wird. Dass COUNTING HOURS deswegen aber den Kopf in den Sand stecken werden, ist nicht zu erwarten - schon gar nicht nach solch einem beeindruckendem Debütalbum.

"The Will" macht es einem aber auch einfach, sich im melancholisch, gelegentlich auch depressiven Dark Metal von COUNTING HOURS zurechtzufinden. Neben der zuweilen hypnotisch schönen Melodieführung, samt Harmonien, die dazu einladen, im Moment verweilen zu wollen, kann "The Will" zudem auch mit einem gewissen Maß an fein abestimmter Härte aufwarten. Neben der vorzüglichen Gitarrenarbeit hinterlässt zudem auch der Gesang von Ilpo Paasela einen sehr psoitiven Gesamteindruck. Stimmlich braucht sich der Herr vor niemanden zu verstecken - auch nicht bei den heftigen Momenten.

Ob tendenzielle Ähnlichkeiten zu KATATONIA, SWALLOW THE SUN oder auch OCTOBER TIDE gewollt sind oder auch nicht, sein mal dahingestellt. Fakt ist, dass COUNTING HOURS im Metier der eben genannten Bands eine mehr als passable Figur machen - ohne sich dabei Plagiatsvorwürfe gefallen lassen zu müssen.

Für die Produktion und den Mix von "The Will" zeichnet sich Jussi Hämäläinen verantwortlich, der u.a. auch bei HANGING GARDEN und THE CHANT seine Finger im Spiel hat. Beim Mastering hat man auf Jaime Gomez Arellano (PARADISE LOST, PRIMORDIAL) gesetzt.

Wer sich von COUNTING HOURS ebenfalls anfixen lassen will, sollte nicht allzu lange überlegen. Die Auflage von gerade einmal 300 Kopien dürfte mit Sicherheit schnell vergriffen sein. (JK)

9 von 10

https://countinghours2.bandcamp.com/

P.S. Die Vinyl Edition von "The Will" kann hier geordert werden: http://www.thevinyldivision.com/

 

Sonntag, 22. November 2020

Various Artists (Sampler) / "Dirt [Redux]" / Label: Magnetic Eye Records / 13 Tracks / 57:52 Min

Inspiration ist niemals echt, wenn man sie gleich als solche empfindet. Wahre Inspiration stellt sich unbemerkt ein und wird erst nach einiger Zeit in ihrer vollen Bedeutung erkannt. (Samuel Butler)

In den letzten 50 Jahren haben unzählige Rock- und Metal-Alben das Licht der (Musik-)Welt erblickt. Nicht wenige davon haben den jeweiligen Zeitgeist überdauert und sind bis heute immer noch absolut hörenswert - die sogenannten Klassiker. Manche dieser Klassiker haben zu ihren besten Zeiten rund um den Erdball Millionen von Menschen zeitgleich in ihren Bann gezogen und waren/sind zudem auch noch Inspiration für nachfolgende Musikergenerationen - die sogenannten Meilensteine des Rock/Metal. Einer dieser Meilensteine ist zweifelslos "Dirt" von ALICE IN CHAINS

Magnetic Eye Records erinnern an diese Meilensteine des Rock/Metal in ihrer Redux-Serie und lassen sie nun in neuem Licht ertrahlen. Den Anfang haben Magnetic Eye Records im letzten Jahr mit PINK FLOYDs "The Wall" gemacht. "Dirt" von ALICE IN CHAINS ist (meinem Wissensstand nach) der zweite Teil der Serie. 

Das Konzept der Redux-Serie sieht vor, dass nicht die üblichen Verdächtigen, also die allgemein bekannten Musiker/Bands die Songs neu einspielen, sondern eher die zweite/dritte Riege der Rock/Metal-Garde, sowie der ein oder andere Newcomer. 

Auf die 13 Tracks von "Dirt" hat man einen bunt zusammengewürfelten Haufen aus den Bereichen Stoner/Doom/Sludge losgelassen, deren bekannteste Vertreter auf dieser Compilation wohl THOU und KHEMMIS sein dürften.

Des Weiteren sind noch LOW FLYING HAWKS, HIGH PRIEST, THESE BEASTS, HOWLING GIANT, FORMING THE VOID, SOMNURI, BACKWOODS PAYBACK, BLACK ELECTRIC, -(16)-, VOKONIS und THE OTOLITH vertreten. 

Nahezu jede dieser Bands hat aus der jeweiligen Originalvorlage eine eigene Version gemacht - mal etwas heftiger ("Them Bones" / THOU), mal etwas verträumter ("Would?" / THE OTOLITH) - ohne dabei aber den Song zu verfälschen. 

Wer sich von der Qualität dieser 13 neuinterpretierten Song-Perlen des Rock-/Metal selbst überzeugen möchte, kann dies entweder in Form einer Digisleeve CD, oder diverser farbiger Vinyl-Editionen machen. (JK)

7.5 von 10

https://store.merhq.com/


Samstag, 31. Oktober 2020

TULKAS / "The Beginning of the End" / Label: Noble Demon / 5 Tracks (EP) / 23:54 Min

Das Notwendigste und das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo. (Wolfgang Amadeus Mozart)

In ihrer Heimat Mexico haben sich TULKAS längst schon einen Namen gemacht, nicht zuletzt, weil man schon von namhaften Acts, wie beispielsweise LAMB OF GOD, ONSLAUGHT oder HAVOK als Vorgruppe gebucht wurde. 

Nachdem die ersten beiden Longplayer dazu dienten, sich im eigenen Land ein Standing zu erarbeiten, soll nun mit der 5-Track-EP "The Beginning of the End" der Angriff auf Europa/Nordamerika folgen. 

Ob dieses Vorhaben (in der jetzigen Konstellation) allerdings von Erfolg gekrönnt sein wird, darf (zumindest leicht) bezweifelt werden - vor allem was den europäischen Markt betrifft.

Während die komplette Instrumentalabteilung von TULKAS eine Leistung ohne Fehl und Tadel abliefert und während der gesamten Spieldauer der EP druckvoll und up-to-date agiert, wirken die Vocals von Javier monoton und altbacken. Meiner Meinung nach wäre Javier in einer Hardcore oder Crossover Band besser aufgehoben, als bei TULKAS, die sich mit Leib und Seele dem Thrash verschrieben haben.

Musikalisch macht die Scheibe trotzdem einiges her und pendelt sich irgendwo in der Schnittmenge von SLAYER und HAVOK ein. Sämtliche Tracks sind gut strukturiert und haben ein erfreulich hohes Aggressions- und Eingängigkeits-Level. Und mit "Extinction" sowie dem abwechslungsreichen Titelsong "The Beginning of the End" können TULKAS sogar zwei Böller abfeuern, die in der Thrash-Szene nachhaltig Eindruck hinterlassen dürften. Ob die EP allerdings noch eine Coverversion von "The Shortest Straw" (METALLICA) gebraucht hat, möge jeder für sich selbst entscheiden. Mir stößt hier vor allem sauer auf, dass TULKAS den Titel mehr oder weniger 1:1 nachspielen und als "eigene Note" lediglich das Tempo drosseln. Für mich nicht wirklich nachvollziehbar, zumal zuvor ordentlich geholzt wurde.

Fazit: Technisch überdurchschnittlich, gesanglich nicht befriedigend. Vier überwiegend starke Songs, plus eine zumindest von Namen her prominente Coverversion - TULKAS setzen mit ihrer EP durchaus ein Ausrufezeichen im (Neo)Thrash Sektor. Ob mehr daraus erwachsen kann, dürfte - nicht nur, aber hauptsächlich - daran liegen, ob Shouter Javier gewillt sein wird, seinen Gesangstil anzupassen. (JK)

6.5 von 10

https://www.facebook.com/tulkasthrash


Mittwoch, 30. September 2020

THE VICE / "White Teeth Rebellion" / Label: Noble Demon / 9 Tracks / 35:36 Min

 

Die Motte und die Kerze: Fliege nur in dein Verderben, das so schön, so lockend loht - selig ist's in Flammen sterben - aus des Herzens Machtgebot. (Felix Dahn)

Seit acht Jahren treiben THE VICE im moderaten schwedischen Dark Metal- / Black Metal- Underground ihr Unwesen - mehr oder weniger unbemerkt von der überregionalen Szene. Das könnte sich nun allerdings ändern. Schuld daran ist der zweite Longplayer ("White Teeth Rebellion") der Schweden, der nicht nur schön düster, sondern eben auch einfallsreich und eingängig daherkommt. Mit ihrem, nur auf den ersten Blick, konträr wirkenden Mix aus melodischen TRIBULATION, gemäßigten SATYRICON, doomigen Dark Metal und gelegentlichen Einflüssen des 80er Jahre Gothic Rock haben THE VICE - gewollt oder ungewollt - ein Album erschaffen, welches in der schwarzen Szene durchaus als Inovationskick angesehen werden darf. 

Beispiele gefällig? Da wäre zum einen der Black'n'Roll Titel "A Barren State" zu nennen, der selbst Schwarzkitteln die diesem Genre nichts, oder nur wenig abgewinnen können, ein diabolisches Grinsen zaubern dürfte. Und dies, obwohl die Nummer zu keinem Punkt richtig Tempo aufnimmt. Stattdessen fühlt man sich Dank des stampfenden Drummings, des exzellenten Bassspiels und der pechschwarzen Vocals vollkommen abgeholt und lässt sich nur zu gerne vom hypnotischen Rhythmus, der den Song wie ein roter Faden durchzieht, gefangen nehmen. 

Der Titeltrack "WhiteTeeth Rebellion" zielt in eine ähnliche Richtung, bearbeitet aber wesentlich melodischer und vielschichtiger die Gehörgänge. Ein hymnisch angelegtes Gitarrensolo zum Ende hin, trägt sein übriges dazu bei, dass sich die Nummer im Langzeitgedächtnis einnisten kann.

"Cradle and to Ease" ist ohne Zweifel das Highlight der Scheibe. Und das nicht nur, weil THE VICE hier in Perfektion den Spagat zwischen stampfenden Düster Metal und Gothic Rock der Achtziger Jahre hinbekommen, sondern auch, weil THE VICE es hier schaffen, ihre Einflüsse und diverse Referenz-Bands (MOONSPELL, TRIBULATION, FIELDS OF THE NEPHILIM) unter einen Hut zu bekommen, ohne dabei altbacken zu wirken oder gar in Verdacht kommen könnten, sich mit fremden Federn schmücken zu wolllen.

Der abschließende Track "Deluge" lebt hauptsächlich von seiner bedrohlich wirkenden Atmosphäre, die von allem und jedem versucht Besitz zu ergreifen und einer permanent gegensteuernden, aber fragil wirkenden Melodiösität. Einmal mehr zeigen THE VICE, dass ihr Einfallsreichtum innerhalb der Genregrenzen, kaum Grenzen kennt. 

Fazit: THE VICE erinnern mit "White Teeth Rebellion" an eine Zeit, als es noch selbstverständlich war, sich in verschiedenen schwarzen Szenen (Dark Metal, Black Metal, Gothic) auszutoben - sowohl als Musiker, als auch als Fan - ohne deswegen als orientierungslos, oder untrve zu gelten. Wer sich bis heute diese Freiheiten nicht nehmen lässt, zudem als open minded Person im schwarzen Universum unterwegs ist und auch mal 35 Minuten ohne Geknüppel auskommt, der sollte sich "White Teeth Rebellion" unbedingt einmal zu Gemüte führen. (JK)

8 von 10

http://thevice.nu/

 

Montag, 21. September 2020

NIGHT LASER / "Power to Power" / Label: Out of Line Music / 12 Tracks / 49:56 Min

Nur wer Mut hat, alle Tage ein anderer zu sein, bleibt immer derselbe. (Hermann Stehr)

 

Zwei Studioalben haben NIGHT LASER aus Hamburg bereits auf der Habenseite zu verbuchen, nun folgt mit "Power to Power" der dritte Longplayer. 

Damals in der Blütezeit des Heavy Metal, den 1980er Jahren, gab es eine sehr geläufige Floskel: Wer den Durchbruch mit spätestens dem dritten Album nicht geschafft hat, bei dem würde sich der (große) Erfolg nie einstellen. Ein Blick zurück beweist, dass, bis auf wenige Ausnahmen, sehr viel Wahrheit in diesem Spruch lag - und bis heute immer noch liegt.

NIGHT LASER beanspruchen für sich die Musik jener goldenen Epoche, als der Sunset Strip in L.A. der Nabel der (Hair) Metal Welt war, nicht nur mit der Muttermilch aufgesogen zu haben, sondern auch livehaftig auf die Bühnen der Republik und zudem authentisch auf die eigenen Alben zu bekommen. 

Da liegt es doch nahe, den oben erwähnten Spruch auf das dritte Album von NIGHT LASER anzuwenden - "Butter bei die Fische" sozusagen!

Eröffnet wir das Album mit "Street King", einer Nummer, bei der neben Einflüssen der NWoBH auch noch minimal mit den Randbereichen des Thrash kokettiert wird. Wieviel davon auf Mr. TANKARDs (Gerre) Kappe geht, der hier als Gastsänger fungiert, bleibt im Dunkeln. Fakt ist, die Nummer kommt nicht richtig in Fahrt, und das, obwohl sie einen fetzigen Refrain hat. Der Versuch mehrere stilistische Strömungen unter einen Hut zu bekommen, kann nur als bedingt gelungen bezeichnet werden. Klarer Fall von Übermotivation.

Bei "Power to Power" verzichten NIGHT LASER auf jeglichen Stilmix und konzentrieren sich auf lupenreinen Power Metal - und das so gut, dass man sich unweigerlich die Frage stellen muss, ob das Quartett den ofmals überfordert wirkenden Versuch, die deutsche Antwort auf STEEL PANTHER zu werden, nicht ad acta legen sollten, und sich statt dessen auf zu neuen Ufern begeben sollte.

"Blind Man's Reign" führt NIGHT LASER zurück ins ursprüngliche Terrain, versprüht dabei ordentlich 80er Jahre Feeling, bleibt aber letztendlich hauptsächlich wegen dem Gitarrensolo in Erinnerung.

Auch beim folgenden "Up to Date", sowie bei "Kiss Me Today" und "Thousand Years" lassen NIGHT LASER den Glam Metal hochleben - nicht immer hochklassig, dennoch (bis auf die versemmelten hohen Töne von Sänger Benno) recht passabel.

Mit ähnlichen Problemen hat auch "Satao" zu kämpfen: Eigentlich ein guter Song, letztendlich aber durch Bennos verzweifelten Kampf, den hohen Tönen Herr zu werden, verhunzt.

"The Game" hingegen führt NIGHT LASER wieder fett in die Punkteränge zurück. Hier passt vieles zusammen, auch der Refrain läuft locker flockig rein.

"Prime Minister of Rock and Roll" ist eine rockige Hommage an Chuck Berry.

"Comet" und "Energy Man" sind eher ruhig gehaltene Power Metal Nummer. Ganz nett, aber eben auch nicht mehr. Auch wenn "Comet" dabei eindeutig die bessere Figur abgibt.

Zum Ende hin wird es dann nochmals richtig nostalgisch und hochklassig. Bei "Winter's Night" bringen NIGHT LASER all jene Dinge unter einen Hut, die jeden Glam-Rocker und/oder Hard-Rocker anno dazumal (funktioniert aber auch heutzutage) in Glückseeligkeit hätte schwelgen lassen. CINDERELLA, L.A. GUNS & Co lassen grüßen. Ganz starke Nummer!

Fazit: Bis auf "Winter's Night", bei dem NIGHT LASER dem Spirit der Glam- und Hair-Metal-Ikonen verdammt nahe kommen, hat "Power to Power" immer dann seine besten Momente, wenn NIGHT LASER eine (oder mehrere) Schippe(n) Power Metal drauflegen. So bleibt Album Nr. 3 am Ende eine zwielichtige Angelegenheit - für einen Abgesang zu viel, für den großen Durchbruch eindeutig zu wenig. (JK)

5.5 von 10

https://www.nightlaser.de/


Mittwoch, 16. September 2020

NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS

+++ EVILE haben bei Napalm Records eine neue Label-Heimat gefunden. Erste Früchte soll der Deal Anfang 2021 tragen - für diesen Zeitraum wurde ein neues Album angekündigt +++ Neues von ARTILLERY: Am 16. Oktober wird eine Vinyl-Single mit einem brandneuem Song ("The Last Journey") veröffentlicht. Auf die B-Seite haben die Dänen mit "Trapped Under Ice" ein METALLICA Cover verewigt +++ IMHA TARIKAT haben mit Lupus Lounge ebenfalls eine neues Label im Rücken. Über den Prophecy Productions Ableger soll demnächst das zweite Langeisen ("Sternenberster") der Black Metaller veröffentlicht werden +++ Und auch die Thrasher von SUICIDE OF SOCIETY waren nicht untätig: Am 9. Oktober erscheint via MDD Records ihr Debütalbum ("War Investment") +++ SLIPKNOT wurden ebenso wie DEATH ANGEL und U.D.O. für das Wacken Open Air 2021 bestätigt +++

Mittwoch, 5. August 2020

ATTAXE / "20 Years the Hard Way" (Re-Release) / Label: Pure Steel Records / 15 Tracks / 54:08 Min

Die Zeit kommt aus der Zukunft, die nicht existiert, in die Gegenwart, die keine Dauer hat, und geht in die Vergangenheit, die aufgehört hat zu bestehen. (Augustinus von Hippo)

In den 1980er Jahre herrschte in der Musikbranche im Allgemeinen und bei den Plattenlabels im Speziellen noch eitel Sonnenschein. Tonträger wurden noch in rauen Mengen verkauft und nicht wenige - Musiker wie Plattenbosse - verdienten innerhalb kürzester Zeit eine schöne Stange Geld. Eine Musiksparte war daran nicht ganz unwesentlich beteiligt: Heavy Metal.
Doch nicht jeder Musiker bzw. jede Band hatte das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, um seinen/ihren Anteil des Kuchens abzubekommen.
Eine dieser Bands sind ATTAXE. Der Truppe aus Cleveland/Ohio (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen ATTAXE aus Kalifornien) hat es trotz jede Menge Talent und unzähligen im Underground abgefeierten Demos nie zu einem Plattenvertrag - weder Major noch Independent - gebracht. Dementsprechend gibt es bis heute keinen Longplayer von ATTAXE.
Da trifft es sich doch gut, dass sich Pure Steel Records anno 2020 wieder an ATTAXE erinnert haben und die feine, aber längst aus den Plattenregalen der Händler verschwundene Compilation "20 Years the Hard Way", als Re-Release nochmals auf den Markt bringen. 15 Tracks enthält die Zusammenstellung, die allesamt von den Demos stammen, die zwischen 1986 und 1990 von ATTAXE aufgenommen wurden.
Wer auf gut gemachten US-Metal jener Zeit steht, kann nun nicht nur ein authentisches Zeit- und Tondokument erwerben, sondern darf sich zudem glücklich schätzen, den ersten musikalischen Spuren lauschen zu dürfen, die Musiker wie z.B. Juan Ricardo (RITUAL, WRETCH, BLIND CROSS), Scott Stage (LIZZY BORDEN), Paul Konjicija (DARK ARENA, ANTITHESIS) und Greg Perry (PURGATORY) hinterlassen haben.
Als Anspiel-Tipps für den Erstkontakt eignen sich im Besonderen "Pedal to Metal", "Jealousy" und "Blood on the Moon".
Bleibt noch anzumerken, dass, obwohl es sich um Demoaufnahmen handelt, zudem noch aus unterschiedlichen Jahren, der Sound der Compilation erstaunlich gut abgemixt wurde, so dass man fast das Gefühl haben könnte, die Tracks wurden allesamt für ein zusammenhängendes Album aufgenommen.
Womit ATTAXE irgendwie doch noch zu Longplayer-Ehren kommen würden. (JK)

7.5 von 10

https://www.last.fm/es/music/Attaxe
https://www.puresteel-records.com/

Dienstag, 28. Juli 2020

IKU-TURSO / "Pakana" / Label: Wolfspell Records / 9 Tracks / 42:50 Min

Wir sehen, wie in einem durchsichtigem himmelblau klaren See, die verlorenen Tage der Vergangenheit schimmern. Ach, die glänzende Klarheit täuscht über die Erreichbarkeit der Tiefe. (Karl Gutzkow)

IKU-TURSO ist eine finnisch / niederländische Pagan / Black Metal Band, die sich dem Vermächtnis der Second Wave of Scandinavian Black Metal widmet. Dieses mit nordischer Folklore und finnischer Mythologie mischt und als schwarzen Klumpen auskotzt, dessen Anlitz in seinen besten Momenten an die Frühwerke von SATYRICON und ULVER, sowie gelegentlich an WINDIR erinnert.
In "Pakana", dem Zweitwerk der Truppe, erzählen IKU-TURSO von der Wanderung/Reise eines jungen Kriegers durch die finnische Region Kainuu und seiner Suche nach Ruhm und Annerkenung. Eine archaische Geschichte, die wie die Faust auf's Auge zum Pagan Metal passt. IKU-TURSO haben sich aber nicht nur Mühe gegeben, eine Geschichte zu konstruieren, sondern haben zudem auch noch viel Wert auf die musikalische Umsetzung gelegt.
Strotzte das Debütalbum, und teilweise auch noch die EP "Storm over Isengard" von 2019, nur so vor rauem und kalten Black Metal, hat das finnisch/niederländische Quintett nun scheinbar seinen Weg bzw Stilmix gefunden. Ein Weg, der durchaus berechtigte Hoffnung keimen lässt, dass für WINDIR doch noch ein würdiger Nachfolger gefunden werden kann - bei allem Respekt für VREID und COR SCORPII.
Vor allem Songs wie "Wanderer", "Solace" oder "Ashes" lassen aufhorchen. Verbindet sich doch gerade hier die folkloristische Leichtigkeit nordischer Melodien mit der klirrenden Kälte des Black Metals am besten. An diesen drei Tracks müssen sich IKU-TURSO in Zukunft messen lassen.
Aber auch die anderen Kompositionen auf "Pakana" haben ihren Reiz. So setzt sich beispielsweise "Funus" mit seiner überwiegend eher depressiv gehaltenen Grundstimmung und seinen epischen Melodiebögen im Gedächtnis fest. "Ultionis" hingegen fällt durch seinen FALKENBACH Spirit angenehm auf und "Belum" kann mit Härte und Raserei überzeugen.

Fazit: IKU-TURSO hauen mit "Pakana" (höchstwahrscheinlich) den Fixstern des Jahres 2020 im Sektor Pagan Metal/Black Metal raus.
"Pakana" ist aber nicht nur ein Album, das seine Hörerschaft von Anfang bis Ende unterhält, sondern zudem auch ein Longplayer, der den Glanztaten der frühen 1990er Jahre, der skandinavischen Black Metal Protagonisten, verdammt nahe kommt. (JK)

8.5 von 10

https://www.facebook.com/ikutursobm
https://iku-turso.bandcamp.com/


Freitag, 24. Juli 2020

UNIVERSAL DISORDER / "ACT II - Existential Glimpses of Chaos and Order in a Cosmic Womb" / Label: Burning Skull Records / 2 Tracks (EP) / 18:14 Min

Wenn ich ein Komet wäre, würde ich mich mehr vor den Menschen fürchten, als die Menschen Ursache hätten, mich selbst zu fürchten. (Bruno H. Bürgel)

Die skandinavische Black Metal Stahlschmiede spuckt mit UNIVERSAL DISORDER einen weiteren interessanten Newcomer aus, den es zu erkunden gilt.
Gegründet wurden UNIVERSAL DISORDER 2019 von D.Seestrand und Sovereign. Letzterer wirkt unter anderem auch noch bei IKU-TURSO und KHANUS mit. Da es sich bei UNIVERSAL DISORDER um ein Projekt zweier Musiker aus unterschiedlichen Ländern (Schweden & Finnland), und nicht um eine Band im herkömmlichen Sinne handelt, kann kein genauer Ort der Gründung benannt werden. Aber ist die Herkunft so wichtig? Musik ist schließlich grenzenlos.
Und genauso hört sich "Act II - Existential Glimpses of Chaos and Order in a Cosmic Womb" auch an. Man nehme etwas Polen (BATUSHKA) für die ruhigen instrumentalen Passagen, ergänze für die depressiven Momente mit Australien (AUSTERE) und setze abschließend alles auf ein atmosphärisches Grundgerüst, us-amerikanischer Couleur (GHOST BATH) - fertig ist eine Kollaboration, die nicht nur grenzübergreifend, sondern auch musikalisch bestens funktioniert.
Abgerundet wird die EP durch eine druckvolle Produktion, die den beiden abwechslungsreich gestalteten Tracks gut zu Gesicht steht und trotzdem dem rohen/ursprünglichen Charakter der Songs gerecht wird.
Und last but not least gibt es auch noch ein ansprechendes Coverartwork, samt unleserlichem Bandlogo - ganz so wie es sich gehört.

8 von 10

Zusatzinformation: Die EP ist als digitale Kopie, sowie als limitierte Kassette direkt über die Band (Bandcamp) und/oder als 12" Split LP (zusammen mit SVARTELD) über Burning Skull Records erhältlich.

https://universaldisorder.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/UniversalDisorder