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Samstag, 31. Oktober 2020

TULKAS / "The Beginning of the End" / Label: Noble Demon / 5 Tracks (EP) / 23:54 Min

Das Notwendigste und das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo. (Wolfgang Amadeus Mozart)

In ihrer Heimat Mexico haben sich TULKAS längst schon einen Namen gemacht, nicht zuletzt, weil man schon von namhaften Acts, wie beispielsweise LAMB OF GOD, ONSLAUGHT oder HAVOK als Vorgruppe gebucht wurde. 

Nachdem die ersten beiden Longplayer dazu dienten, sich im eigenen Land ein Standing zu erarbeiten, soll nun mit der 5-Track-EP "The Beginning of the End" der Angriff auf Europa/Nordamerika folgen. 

Ob dieses Vorhaben (in der jetzigen Konstellation) allerdings von Erfolg gekrönnt sein wird, darf (zumindest leicht) bezweifelt werden - vor allem was den europäischen Markt betrifft.

Während die komplette Instrumentalabteilung von TULKAS eine Leistung ohne Fehl und Tadel abliefert und während der gesamten Spieldauer der EP druckvoll und up-to-date agiert, wirken die Vocals von Javier monoton und altbacken. Meiner Meinung nach wäre Javier in einer Hardcore oder Crossover Band besser aufgehoben, als bei TULKAS, die sich mit Leib und Seele dem Thrash verschrieben haben.

Musikalisch macht die Scheibe trotzdem einiges her und pendelt sich irgendwo in der Schnittmenge von SLAYER und HAVOK ein. Sämtliche Tracks sind gut strukturiert und haben ein erfreulich hohes Aggressions- und Eingängigkeits-Level. Und mit "Extinction" sowie dem abwechslungsreichen Titelsong "The Beginning of the End" können TULKAS sogar zwei Böller abfeuern, die in der Thrash-Szene nachhaltig Eindruck hinterlassen dürften. Ob die EP allerdings noch eine Coverversion von "The Shortest Straw" (METALLICA) gebraucht hat, möge jeder für sich selbst entscheiden. Mir stößt hier vor allem sauer auf, dass TULKAS den Titel mehr oder weniger 1:1 nachspielen und als "eigene Note" lediglich das Tempo drosseln. Für mich nicht wirklich nachvollziehbar, zumal zuvor ordentlich geholzt wurde.

Fazit: Technisch überdurchschnittlich, gesanglich nicht befriedigend. Vier überwiegend starke Songs, plus eine zumindest von Namen her prominente Coverversion - TULKAS setzen mit ihrer EP durchaus ein Ausrufezeichen im (Neo)Thrash Sektor. Ob mehr daraus erwachsen kann, dürfte - nicht nur, aber hauptsächlich - daran liegen, ob Shouter Javier gewillt sein wird, seinen Gesangstil anzupassen. (JK)

6.5 von 10

https://www.facebook.com/tulkasthrash


Mittwoch, 30. September 2020

THE VICE / "White Teeth Rebellion" / Label: Noble Demon / 9 Tracks / 35:36 Min

 

Die Motte und die Kerze: Fliege nur in dein Verderben, das so schön, so lockend loht - selig ist's in Flammen sterben - aus des Herzens Machtgebot. (Felix Dahn)

Seit acht Jahren treiben THE VICE im moderaten schwedischen Dark Metal- / Black Metal- Underground ihr Unwesen - mehr oder weniger unbemerkt von der überregionalen Szene. Das könnte sich nun allerdings ändern. Schuld daran ist der zweite Longplayer ("White Teeth Rebellion") der Schweden, der nicht nur schön düster, sondern eben auch einfallsreich und eingängig daherkommt. Mit ihrem, nur auf den ersten Blick, konträr wirkenden Mix aus melodischen TRIBULATION, gemäßigten SATYRICON, doomigen Dark Metal und gelegentlichen Einflüssen des 80er Jahre Gothic Rock haben THE VICE - gewollt oder ungewollt - ein Album erschaffen, welches in der schwarzen Szene durchaus als Inovationskick angesehen werden darf. 

Beispiele gefällig? Da wäre zum einen der Black'n'Roll Titel "A Barren State" zu nennen, der selbst Schwarzkitteln die diesem Genre nichts, oder nur wenig abgewinnen können, ein diabolisches Grinsen zaubern dürfte. Und dies, obwohl die Nummer zu keinem Punkt richtig Tempo aufnimmt. Stattdessen fühlt man sich Dank des stampfenden Drummings, des exzellenten Bassspiels und der pechschwarzen Vocals vollkommen abgeholt und lässt sich nur zu gerne vom hypnotischen Rhythmus, der den Song wie ein roter Faden durchzieht, gefangen nehmen. 

Der Titeltrack "WhiteTeeth Rebellion" zielt in eine ähnliche Richtung, bearbeitet aber wesentlich melodischer und vielschichtiger die Gehörgänge. Ein hymnisch angelegtes Gitarrensolo zum Ende hin, trägt sein übriges dazu bei, dass sich die Nummer im Langzeitgedächtnis einnisten kann.

"Cradle and to Ease" ist ohne Zweifel das Highlight der Scheibe. Und das nicht nur, weil THE VICE hier in Perfektion den Spagat zwischen stampfenden Düster Metal und Gothic Rock der Achtziger Jahre hinbekommen, sondern auch, weil THE VICE es hier schaffen, ihre Einflüsse und diverse Referenz-Bands (MOONSPELL, TRIBULATION, FIELDS OF THE NEPHILIM) unter einen Hut zu bekommen, ohne dabei altbacken zu wirken oder gar in Verdacht kommen könnten, sich mit fremden Federn schmücken zu wolllen.

Der abschließende Track "Deluge" lebt hauptsächlich von seiner bedrohlich wirkenden Atmosphäre, die von allem und jedem versucht Besitz zu ergreifen und einer permanent gegensteuernden, aber fragil wirkenden Melodiösität. Einmal mehr zeigen THE VICE, dass ihr Einfallsreichtum innerhalb der Genregrenzen, kaum Grenzen kennt. 

Fazit: THE VICE erinnern mit "White Teeth Rebellion" an eine Zeit, als es noch selbstverständlich war, sich in verschiedenen schwarzen Szenen (Dark Metal, Black Metal, Gothic) auszutoben - sowohl als Musiker, als auch als Fan - ohne deswegen als orientierungslos, oder untrve zu gelten. Wer sich bis heute diese Freiheiten nicht nehmen lässt, zudem als open minded Person im schwarzen Universum unterwegs ist und auch mal 35 Minuten ohne Geknüppel auskommt, der sollte sich "White Teeth Rebellion" unbedingt einmal zu Gemüte führen. (JK)

8 von 10

http://thevice.nu/

 

Montag, 21. September 2020

NIGHT LASER / "Power to Power" / Label: Out of Line Music / 12 Tracks / 49:56 Min

Nur wer Mut hat, alle Tage ein anderer zu sein, bleibt immer derselbe. (Hermann Stehr)

 

Zwei Studioalben haben NIGHT LASER aus Hamburg bereits auf der Habenseite zu verbuchen, nun folgt mit "Power to Power" der dritte Longplayer. 

Damals in der Blütezeit des Heavy Metal, den 1980er Jahren, gab es eine sehr geläufige Floskel: Wer den Durchbruch mit spätestens dem dritten Album nicht geschafft hat, bei dem würde sich der (große) Erfolg nie einstellen. Ein Blick zurück beweist, dass, bis auf wenige Ausnahmen, sehr viel Wahrheit in diesem Spruch lag - und bis heute immer noch liegt.

NIGHT LASER beanspruchen für sich die Musik jener goldenen Epoche, als der Sunset Strip in L.A. der Nabel der (Hair) Metal Welt war, nicht nur mit der Muttermilch aufgesogen zu haben, sondern auch livehaftig auf die Bühnen der Republik und zudem authentisch auf die eigenen Alben zu bekommen. 

Da liegt es doch nahe, den oben erwähnten Spruch auf das dritte Album von NIGHT LASER anzuwenden - "Butter bei die Fische" sozusagen!

Eröffnet wir das Album mit "Street King", einer Nummer, bei der neben Einflüssen der NWoBH auch noch minimal mit den Randbereichen des Thrash kokettiert wird. Wieviel davon auf Mr. TANKARDs (Gerre) Kappe geht, der hier als Gastsänger fungiert, bleibt im Dunkeln. Fakt ist, die Nummer kommt nicht richtig in Fahrt, und das, obwohl sie einen fetzigen Refrain hat. Der Versuch mehrere stilistische Strömungen unter einen Hut zu bekommen, kann nur als bedingt gelungen bezeichnet werden. Klarer Fall von Übermotivation.

Bei "Power to Power" verzichten NIGHT LASER auf jeglichen Stilmix und konzentrieren sich auf lupenreinen Power Metal - und das so gut, dass man sich unweigerlich die Frage stellen muss, ob das Quartett den ofmals überfordert wirkenden Versuch, die deutsche Antwort auf STEEL PANTHER zu werden, nicht ad acta legen sollten, und sich statt dessen auf zu neuen Ufern begeben sollte.

"Blind Man's Reign" führt NIGHT LASER zurück ins ursprüngliche Terrain, versprüht dabei ordentlich 80er Jahre Feeling, bleibt aber letztendlich hauptsächlich wegen dem Gitarrensolo in Erinnerung.

Auch beim folgenden "Up to Date", sowie bei "Kiss Me Today" und "Thousand Years" lassen NIGHT LASER den Glam Metal hochleben - nicht immer hochklassig, dennoch (bis auf die versemmelten hohen Töne von Sänger Benno) recht passabel.

Mit ähnlichen Problemen hat auch "Satao" zu kämpfen: Eigentlich ein guter Song, letztendlich aber durch Bennos verzweifelten Kampf, den hohen Tönen Herr zu werden, verhunzt.

"The Game" hingegen führt NIGHT LASER wieder fett in die Punkteränge zurück. Hier passt vieles zusammen, auch der Refrain läuft locker flockig rein.

"Prime Minister of Rock and Roll" ist eine rockige Hommage an Chuck Berry.

"Comet" und "Energy Man" sind eher ruhig gehaltene Power Metal Nummer. Ganz nett, aber eben auch nicht mehr. Auch wenn "Comet" dabei eindeutig die bessere Figur abgibt.

Zum Ende hin wird es dann nochmals richtig nostalgisch und hochklassig. Bei "Winter's Night" bringen NIGHT LASER all jene Dinge unter einen Hut, die jeden Glam-Rocker und/oder Hard-Rocker anno dazumal (funktioniert aber auch heutzutage) in Glückseeligkeit hätte schwelgen lassen. CINDERELLA, L.A. GUNS & Co lassen grüßen. Ganz starke Nummer!

Fazit: Bis auf "Winter's Night", bei dem NIGHT LASER dem Spirit der Glam- und Hair-Metal-Ikonen verdammt nahe kommen, hat "Power to Power" immer dann seine besten Momente, wenn NIGHT LASER eine (oder mehrere) Schippe(n) Power Metal drauflegen. So bleibt Album Nr. 3 am Ende eine zwielichtige Angelegenheit - für einen Abgesang zu viel, für den großen Durchbruch eindeutig zu wenig. (JK)

5.5 von 10

https://www.nightlaser.de/


Mittwoch, 16. September 2020

NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS

+++ EVILE haben bei Napalm Records eine neue Label-Heimat gefunden. Erste Früchte soll der Deal Anfang 2021 tragen - für diesen Zeitraum wurde ein neues Album angekündigt +++ Neues von ARTILLERY: Am 16. Oktober wird eine Vinyl-Single mit einem brandneuem Song ("The Last Journey") veröffentlicht. Auf die B-Seite haben die Dänen mit "Trapped Under Ice" ein METALLICA Cover verewigt +++ IMHA TARIKAT haben mit Lupus Lounge ebenfalls eine neues Label im Rücken. Über den Prophecy Productions Ableger soll demnächst das zweite Langeisen ("Sternenberster") der Black Metaller veröffentlicht werden +++ Und auch die Thrasher von SUICIDE OF SOCIETY waren nicht untätig: Am 9. Oktober erscheint via MDD Records ihr Debütalbum ("War Investment") +++ SLIPKNOT wurden ebenso wie DEATH ANGEL und U.D.O. für das Wacken Open Air 2021 bestätigt +++

Mittwoch, 5. August 2020

ATTAXE / "20 Years the Hard Way" (Re-Release) / Label: Pure Steel Records / 15 Tracks / 54:08 Min

Die Zeit kommt aus der Zukunft, die nicht existiert, in die Gegenwart, die keine Dauer hat, und geht in die Vergangenheit, die aufgehört hat zu bestehen. (Augustinus von Hippo)

In den 1980er Jahre herrschte in der Musikbranche im Allgemeinen und bei den Plattenlabels im Speziellen noch eitel Sonnenschein. Tonträger wurden noch in rauen Mengen verkauft und nicht wenige - Musiker wie Plattenbosse - verdienten innerhalb kürzester Zeit eine schöne Stange Geld. Eine Musiksparte war daran nicht ganz unwesentlich beteiligt: Heavy Metal.
Doch nicht jeder Musiker bzw. jede Band hatte das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, um seinen/ihren Anteil des Kuchens abzubekommen.
Eine dieser Bands sind ATTAXE. Der Truppe aus Cleveland/Ohio (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen ATTAXE aus Kalifornien) hat es trotz jede Menge Talent und unzähligen im Underground abgefeierten Demos nie zu einem Plattenvertrag - weder Major noch Independent - gebracht. Dementsprechend gibt es bis heute keinen Longplayer von ATTAXE.
Da trifft es sich doch gut, dass sich Pure Steel Records anno 2020 wieder an ATTAXE erinnert haben und die feine, aber längst aus den Plattenregalen der Händler verschwundene Compilation "20 Years the Hard Way", als Re-Release nochmals auf den Markt bringen. 15 Tracks enthält die Zusammenstellung, die allesamt von den Demos stammen, die zwischen 1986 und 1990 von ATTAXE aufgenommen wurden.
Wer auf gut gemachten US-Metal jener Zeit steht, kann nun nicht nur ein authentisches Zeit- und Tondokument erwerben, sondern darf sich zudem glücklich schätzen, den ersten musikalischen Spuren lauschen zu dürfen, die Musiker wie z.B. Juan Ricardo (RITUAL, WRETCH, BLIND CROSS), Scott Stage (LIZZY BORDEN), Paul Konjicija (DARK ARENA, ANTITHESIS) und Greg Perry (PURGATORY) hinterlassen haben.
Als Anspiel-Tipps für den Erstkontakt eignen sich im Besonderen "Pedal to Metal", "Jealousy" und "Blood on the Moon".
Bleibt noch anzumerken, dass, obwohl es sich um Demoaufnahmen handelt, zudem noch aus unterschiedlichen Jahren, der Sound der Compilation erstaunlich gut abgemixt wurde, so dass man fast das Gefühl haben könnte, die Tracks wurden allesamt für ein zusammenhängendes Album aufgenommen.
Womit ATTAXE irgendwie doch noch zu Longplayer-Ehren kommen würden. (JK)

7.5 von 10

https://www.last.fm/es/music/Attaxe
https://www.puresteel-records.com/

Dienstag, 28. Juli 2020

IKU-TURSO / "Pakana" / Label: Wolfspell Records / 9 Tracks / 42:50 Min

Wir sehen, wie in einem durchsichtigem himmelblau klaren See, die verlorenen Tage der Vergangenheit schimmern. Ach, die glänzende Klarheit täuscht über die Erreichbarkeit der Tiefe. (Karl Gutzkow)

IKU-TURSO ist eine finnisch / niederländische Pagan / Black Metal Band, die sich dem Vermächtnis der Second Wave of Scandinavian Black Metal widmet. Dieses mit nordischer Folklore und finnischer Mythologie mischt und als schwarzen Klumpen auskotzt, dessen Anlitz in seinen besten Momenten an die Frühwerke von SATYRICON und ULVER, sowie gelegentlich an WINDIR erinnert.
In "Pakana", dem Zweitwerk der Truppe, erzählen IKU-TURSO von der Wanderung/Reise eines jungen Kriegers durch die finnische Region Kainuu und seiner Suche nach Ruhm und Annerkenung. Eine archaische Geschichte, die wie die Faust auf's Auge zum Pagan Metal passt. IKU-TURSO haben sich aber nicht nur Mühe gegeben, eine Geschichte zu konstruieren, sondern haben zudem auch noch viel Wert auf die musikalische Umsetzung gelegt.
Strotzte das Debütalbum, und teilweise auch noch die EP "Storm over Isengard" von 2019, nur so vor rauem und kalten Black Metal, hat das finnisch/niederländische Quintett nun scheinbar seinen Weg bzw Stilmix gefunden. Ein Weg, der durchaus berechtigte Hoffnung keimen lässt, dass für WINDIR doch noch ein würdiger Nachfolger gefunden werden kann - bei allem Respekt für VREID und COR SCORPII.
Vor allem Songs wie "Wanderer", "Solace" oder "Ashes" lassen aufhorchen. Verbindet sich doch gerade hier die folkloristische Leichtigkeit nordischer Melodien mit der klirrenden Kälte des Black Metals am besten. An diesen drei Tracks müssen sich IKU-TURSO in Zukunft messen lassen.
Aber auch die anderen Kompositionen auf "Pakana" haben ihren Reiz. So setzt sich beispielsweise "Funus" mit seiner überwiegend eher depressiv gehaltenen Grundstimmung und seinen epischen Melodiebögen im Gedächtnis fest. "Ultionis" hingegen fällt durch seinen FALKENBACH Spirit angenehm auf und "Belum" kann mit Härte und Raserei überzeugen.

Fazit: IKU-TURSO hauen mit "Pakana" (höchstwahrscheinlich) den Fixstern des Jahres 2020 im Sektor Pagan Metal/Black Metal raus.
"Pakana" ist aber nicht nur ein Album, das seine Hörerschaft von Anfang bis Ende unterhält, sondern zudem auch ein Longplayer, der den Glanztaten der frühen 1990er Jahre, der skandinavischen Black Metal Protagonisten, verdammt nahe kommt. (JK)

8.5 von 10

https://www.facebook.com/ikutursobm
https://iku-turso.bandcamp.com/


Freitag, 24. Juli 2020

UNIVERSAL DISORDER / "ACT II - Existential Glimpses of Chaos and Order in a Cosmic Womb" / Label: Burning Skull Records / 2 Tracks (EP) / 18:14 Min

Wenn ich ein Komet wäre, würde ich mich mehr vor den Menschen fürchten, als die Menschen Ursache hätten, mich selbst zu fürchten. (Bruno H. Bürgel)

Die skandinavische Black Metal Stahlschmiede spuckt mit UNIVERSAL DISORDER einen weiteren interessanten Newcomer aus, den es zu erkunden gilt.
Gegründet wurden UNIVERSAL DISORDER 2019 von D.Seestrand und Sovereign. Letzterer wirkt unter anderem auch noch bei IKU-TURSO und KHANUS mit. Da es sich bei UNIVERSAL DISORDER um ein Projekt zweier Musiker aus unterschiedlichen Ländern (Schweden & Finnland), und nicht um eine Band im herkömmlichen Sinne handelt, kann kein genauer Ort der Gründung benannt werden. Aber ist die Herkunft so wichtig? Musik ist schließlich grenzenlos.
Und genauso hört sich "Act II - Existential Glimpses of Chaos and Order in a Cosmic Womb" auch an. Man nehme etwas Polen (BATUSHKA) für die ruhigen instrumentalen Passagen, ergänze für die depressiven Momente mit Australien (AUSTERE) und setze abschließend alles auf ein atmosphärisches Grundgerüst, us-amerikanischer Couleur (GHOST BATH) - fertig ist eine Kollaboration, die nicht nur grenzübergreifend, sondern auch musikalisch bestens funktioniert.
Abgerundet wird die EP durch eine druckvolle Produktion, die den beiden abwechslungsreich gestalteten Tracks gut zu Gesicht steht und trotzdem dem rohen/ursprünglichen Charakter der Songs gerecht wird.
Und last but not least gibt es auch noch ein ansprechendes Coverartwork, samt unleserlichem Bandlogo - ganz so wie es sich gehört.

8 von 10

Zusatzinformation: Die EP ist als digitale Kopie, sowie als limitierte Kassette direkt über die Band (Bandcamp) und/oder als 12" Split LP (zusammen mit SVARTELD) über Burning Skull Records erhältlich.

https://universaldisorder.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/UniversalDisorder


Freitag, 26. Juni 2020

TRIVIUM / "What the Dead Men Say" / Label: Roadrunner Records / 10 Tracks / 46:32 Min

Die zuversichtlichsten und reinsten Freuden des menschlichen Lebens werden ohne heftige Seelenstürme erlangt und man erinnert sich ihrer ohne Gewissensbisse . (John Ruskin)


Drei Jahre nach "The Sin and the Sentence", jenem Album, welches TRIVIUM endgültig auf den Thron der NWoAHM-/Modern-Metal-Bewegung hiefte, legen die Mannen um Matt Heafy mit "What the Dead Man Say" nach.
Die Fragen die sich die allermeisten nun stellen dürften, sind: Was haben sich TRIVIUM diesmal einfallen lassen? Und: Können TRIVIUM an die Glanztaten des Vorgängeralbums anknüpfen? An dieser Stelle könnten wir es uns einfach machen und sagen, dass "What the Dead Men Say" sich oftmals so anhört, als hätten TRIVIUM hier die Outtakes von "The Sin and the Sentence" verbraten. Was wiederum dazu führen müsste, zu behaupten, dass der neunte Output  des Quartetts aus Orlando/Florida ein Rückschritt in der Band-Entwicklung wäre. Doch ganz so einfach ist die Sachlage dann doch nicht.
Eröffnet wird das 9. Album in der Bandhistorie von TRIVIUM mit einem Titel, der auf den schlichten Namen "IX" hört. Passt also schon mal. Allerdings handelt es sich bei "IX" um kein Lied im herkömmlichen Sinne, sonderm um die Overtüre (manche mögen es auch Intro nennen) zum Titeltrack "What the Dead Men Say", der im Anschluß daran ansatzlos startet. Und zwar mit einem Riffgewitter, welches jeden Neo-Thrasher in einen Freudentaumel versetzen dürfte. TRIVIUM verbraten hier in knapp 5 Minuten mehr Riffs, als manch andere Thrash-Kapelle auf einer kompletten EP. Zudem ist der Titelsong trotz mehrfacher Tempowechsel leicht zugänglich und mit einem feinem Refrain ausgestattet. Eindrucksvoll. Da stört es auch nur wenig, dass TRIVIUM ihre "neu" entdeckte Leidenschaft für (überwiegenden) Klargesang hier ausgiebig ausleben.
"Catastrophist" schlägt in eine ähnlich, eingängige Kerbe, hat aber deutlich mehr Mainstream-Anteile. Da täuscht auch der moshende Mitteleteil nicht darüber hinweg. Amerika wird es lieben - für Europa vielleicht eine Spur zu viel Radio-Metal ala SIXX:A.M. oder SHINEDOWN.
Überhaupt beschleicht einem auf "What the Dead Men Say" mehrfach das Gefühl, nun da TRIVIUM scheinbar ihre Erfolgsformel gefunden haben, diese nun wie eine Schablone zu verwenden - allerdings ohne sich dabei großartig zu wiederholen. So wirkt es oftmals (leider) so, als ob jeder Titel ein ähnliches Grundgerüst hat und nur noch Kleinigkeiten daran abgeändert werden.
So dreht man bei "Amongs the Shadow & The Stone" (heftig) an der Härteschraube, nur um im nächsten Moment mit "Bleed Into Me" wieder die Rock-Radiostationen bedienen zu können.
Nach diesem Schema ist mehr oder weniger das komplette Album aufgebaut. Nicht wirklich spannend, aber trotzdem gut gemacht.

Fazit: Wer auf Bands wie AVENGED SEVENFOLD, STONE SOUR & Co steht und auch gegen eine (gelegentliche) Neo-Thrash Exkursion nichts einzuwenden hat, der findet mit "What the Dead Men Say" und Songs wie z.B. "The Defiant" höchstwahrscheinlich sein Highlight des Metal-Jahres.
Wer allerdings etwas mehr Metal (im herkömmlichen Sinne) und weniger massenkompatible Stadion- bzw. Arena-Atmosphäre im Liedgut seiner Wahl  bevorzugt, für den ist "What the Dead Men Say" nur bedingt brauchbar. Und das trotz einiger exzellenter Songs - allen voran der Titeltrack und "Amongs the Shadow & The Stone". (JK)

7 von 10

https://www.trivium.org/
https://www.facebook.com/Trivium


Freitag, 19. Juni 2020

NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS+++

Die ehemaligen NERVOSA Mitglieder Fernanda Lira und Luana Dametto haben zusammen mit Sonia Anubis und Taina Bergamaschi die Death Metal Band CRYPTA aus der Taufe gehoben +++ Das neue Projekt von Phil Anselmo EN MINOR wird am 4.9.2020 via Season of Mist das Debütalbum veröffentlichen +++ SEPTICFLESH haben für den 31.7.2020 die Veröffentlichung ihrer Infernus Sinfonica MMXIX"-Show auf Blue Ray DVD angekündigt +++ EVIL INVADERS on Tour: 10.2.2021 Düsseldorf/Pitcher, 11.2.2021 Hannover/Cafe Glocksee, 12.2.2021 Berlin/Cassiopeia, 13.2.2021 Hamburg/HeadCrash, 14.2.2021 Dresden/Chemiefabrik, 17.2.2021 Wien/Escape +++ DOOL und SECRETS OF THE MOON gemeinsam auf Tour: 17.2.2021 Erfurt/Club From Hell, 18.2.2021 Oldenburg/Cadillac, 20.2.2021 Dortmund/Junkyard, 22.2.2021 Trier/Mergener Hof, 1.3.2021 München/Backstage, 2.3.2021 Wien/Viper Club, 3.3.2021 Ludwigsburg/Scala, 4.3.2021 Mannheim/MS Connection, 5.3.2021 Leipzig/Hellraiser, 6.3.2021 Berlin/Nuke Club +++