Doch bevor MEGADETH Vic Rattlehead von der Leine lassen, dürfen sich HAVOK für 45 Minuten auf der Bühne austoben.
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Megadeth |
Kurz bevor die Show zu einer zu einer Werbeveranstaltung für Urlaub in Denver/Colorado verkommt, lassen HAVOK schnell wieder Thrash-Tatsachen sprechen und die Matten kreisen.
"From the Cradle to the Grave", "Claiming Certanity" (neuer Song), "Covering Fire", "Fatal Intervention", "Time Is Up" und "D.O.A." heißen die Nackenbrecher, die HAVOK in der Folge vom Stapel lassen. Nach "Give Me Liberty ... Or Give Me Death" ist dann aber Schluß und HAVOK gehen, begleitet von lautstarken Applaus, von der Bühne.
In der nun folgenden 35 minütigen Umbaupause bleiben nur die Hartgesottensten in der tropisch aufgeheizten Halle, der Rest drängt raus ins Freie, zum durchatmen und, um nochmals zu googeln, in welchem US-Bundesstaat HAVOK denn nun beheimatet sind.
Als die Klänge von "Prince of Darkness" erklingen, eilt alles schnell zurück in die kuschelig warme Halle und Sekunden später steht München, dicht an dicht gedrängt in "Hangar 18", mit Blick auf die Lockenpracht und die flinken Finger von Dave Mustaine. Ohrenbetäubender Jubel. Ganze acht Jahre haben sich MEGADETH nicht in München blicken lassen - vergessen, vergeben - wer so eindrucksvoll zurückkehrt, dem wird sogar ein grottenschlechtes Album "Super Collider" (zum Glück wurde heute Abend nichts davon gespielt) verziehen, zumal MEGADETH mit dem aktuellen Album "Dystopia" endlich wieder zu alter Stärke zurückgefunden haben.
So finden sich dann auch gleich fünf Songs vom Dystopia-Album auf der Setlist, von denen der Titelsong und vor allem "Poisonous Shadows" schon jetzt abgefeiert werden, wie die alten Klassiker.
Stichwort Klassiker - von "Wake Up Dead" und "In My Darkest Hour" über "Sweating Bullets" und "Trust", bis hin zu "Symphony of Destruction" und "Peace Sells" war nahezu alles dabei was das Fanherz begehrt, nur "A Tout Le Mounde" fehlte, was aber verzeihbar war - ich hatte eh kein Feuerzeug dabei.
Zwischendurch erinnerte Dave Mustaine an den kürzlich verstorbenen Nick Menza und widmete ihm "Tornado of Souls". Starke Geste!
Perfeker Sound, eine top Lightshow, sowie ein fetter Bühnenaufbau (incl Videoscreens) setzen zudem die wie im Flug vorübergehenden 90 Minuten perfekt in Szene. Da auch der neue Gitarrist Kiko Loureiro seinen Sache mehr als gut macht, Gründungsmitglied David Ellefson wieder zurück ist und Dave Mustaine heute einen absoluten Sahnetag erwischt hat (menschlich und musikalisch), bleibt am Ende nur ein Fazit: MEGADETH sind wieder voll da - aber sowas von! (JK)