Nachdem RAGE Anfang des Jahres auf der gemeinsamen Tour mit HELLOWEEN dermaßen derbe abgefeiert wurden, versprach Peavy Wagner, dass er und sein runderneuertes Ensemble sich schon bald wieder in München blicken lassen würden.
Gesagt, getan. Keine 10 Monate später fahren RAGE, diesmal als Headliner, eine eigene Europa-Tour durch Europa und legen wie angekündigt erneut einen Stopp in der bayerischen Landeshauptstadt ein.
Der Tourtross wird durch die Engländer von MONUMENT und DARKER HALF aus Australien komplettiert.
Den Anfang machen die Jungs aus Down Under, denen eine Affintät zu den eisernen Jungfrauen nicht abzusprechen ist.
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DARKER HALF Live (© by metal-is-forever) |
Die folgenden MONUMENT sind ebenfalls, wie ihre australischen Kollegen zuvor, von der NWoBHM im Allgemeinen und IRON MAIDEN im Speziellen beeinflusst. Doch anders als bei ihren Vorgängern fühlt man sich hier nicht nur die Anfangstage der Jungfrauen erinnert, sondern mindestens genauso stark an ACCEPTund RUNNING WILD.
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MONUMENT Live (© by metal-is-forever) |
Nach einer erfreulich kurzen Umbaupause, von gerade einmal 15 Minuten, entern Peavy Wagner und seine beiden neuen Mitstreiter die Bühne. War bei MONUMENT schon teilweise Stimmnung bis zum Abwinken vor der Bühne, reichen bei RAGE nun schon wenige Sekunden vom Opener "The Devil Strikes Again", um die ersten Reihen in ein Tohuwabohu zu verwandeln. Orkanartiger Begrüßungsjubel und in der Folge, fliegende Matten soweit das Auge reicht. Wenn man sich das ansieht, hat Peavy Wagner, mit seiner Entscheidung, einen "Back-to-the Roots-Neustart" zu wagen, definitv alles richtig gemacht.
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RAGE Live (© by metal-is-forever) |
Wenn man so will, setzen RAGE 2016 dort an, wo sie mit "Black in Mind" (1995) bzw "End of All Days" (1996) aufgehört haben.
Passend dazu liefern RAGE heute Abend eine Setlist, die neben 4 Tracks vom aktuellen Album, größtenteils das Hauptaugenmerk auf die 1990er Jahre legt. So finden sich metallische Perlen wie "From the Cradle to the Grave und "Back in Time" in einträchtiger Harmonie mit live in letzter Zeit etwas "vernachlässigten" Kloppern wie z.B. "Medicine" oder "The Pit and the Pendulum".
RAGE liefern von der ersten, bis zur letzten Minuten richtig fett ab und rufen, bei dem ein oder aneren, längst vergessen geglaubte Zeiten in Erinnerung. Zeiten, die geschwängert waren von ehrlichem, hartem Heavy-Metal-Sound ohne viel Schnickschnack und technischem Plimborium.
Da aber früher oder später alles einmal ein Ende haben muss, läutet "Don't Fear the Winter" nach 70 Minuten das Ende des offiziellen Sets ein.
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RAGE Live (© by metal-is-forever) |
Nachdem bei "Until I Die" schon die Lutzi derbe abging und der Song aus dutzenden Kehlen mitgesungen wurde, stimmt beim Refrain von "Higher Than the Sky" nun wirklich jeder mit ein, reckt die Pommesgabel empor und bringt die Halle nochmals zum toben.
Außer der etwas phantasielosen Lightshow beim Headliner, und der ausbaufähigen Gesangsleistung von Steven "Vo" Simpson (DARKER HALF) gab es wenig bis gar nichts zu meckern, sodass am Ende nur zufriedene Gesichter Richtung Ausgang eilen. (JK)