Es ist 20:30 vor dem Münchner Strom. Dort hat sich eine Ansammlung von etwa 50 Leuten gebildet, die man vom Aussehen eher auf einem Popkonzert, als bei Post-Rock/Metal vermutet hätte. Aber ein Blick auf die Anzeigetafel, die über dem Eingang hängt verrät: Hier spielen heute tatsächlich RUSSIAN CIRCLES. Schön zu sehen, wie viele unterschiedliche Leute doch härtere Musik hören!
Nach etwas verspätetem Einlass geht es dann pünktlich um 21:00 Uhr los. Den Anfang machen die Alternative-Rocker CLOAKROOM. Dem amerikanischen Trio wurde kaum Platz auf der ohnehin schon winzigen Bühne gelassen, da man zwei Schlagzeuge hintereinander aufgestellt hat. Nach kurzer Zeit merkt man allerdings, dass das kein Problem für die Band darstellt, da sich die Musiker sowieso kaum bewegen. Zu viel Bewegung wäre bei dem äußerst athmosphärischen Rock, den sie spielen aber auch eher als störend empfunden worden. Denn die Lieder von CLOAKROOM leben von den, meist mit Cleansound begleiteten, sehr emotional vorgetragenen Gesangsteilen von Sänger/Gitarrist Doyle Martin, die in einem starken Kontrast zu den oft sehr harten Instrumentalparts stehen.
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(© by The Discovered Land) |
In der folgenden Umbaupause merkt man dann relativ schnell, dass RUSSIAN CIRCLES eine ungewöhnliche Band sind. Der durch das abgebaute CLOAKROOM Schlagzeug freigewordene Platz wird nun von einer beeindruckenden Menge an Effektgeräten eingenommen. Auf der Seite von Bassist Brian Cook sind es sogar so viele, dass er zusätzlich zu den Geräten am Boden, noch einen kleinen Tisch bei sich stehen hat, um alles unter zu bekommen. Nachdem das Aufbauen und der Soundcheck beendet sind, geht es aber nicht wie erwartet weiter, sondern es wird erstmal noch etwa eine viertel Stunde „Umbaumusik“ eingespielt. Als die Band dann schließlich die Bühne betritt, werden sie mit euphorischem Applaus empfangen. Nach einem selbstgespielten Intro geht es mit einem sehr schnellen Song los. Dass die Band meistens unter Post-Rock eingeordnet wird, erscheint erstmal seltsam, da dieser Song eher nach Black Metal klingt! Er enthält sogar Blast-Beats. Doch RUSSIAN CIRCLES haben noch einiges mehr zu bieten. Von athmosphärischen Akusitk-Parts, bis hin zu aggressiven Rythmusstellen, die zum Headbangen einladen, ist alles vertreten. Es ist zudem eine Freude, den drei Musikern beim Spielen zuzuschauen. Während bei Gitarrist Mike Sullivan eher seine technischen Fertigkeiten beeindrucken, ist es bei Brian Cook eher seine Vielfalt.
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(© by The Discovered Land) |
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(© by The Discovered Land) |
RUSSIAN CIRCLES in München - ein abwechslungsreiches Konzerterlebnis, das auf vielerlei Weise beeindruckend war. Allerdings hätten 60 Minuten gut gereicht, da gegen Ende leider die Luft etwas raus war. (RH)
Raphael (RH) und Thomas (TG) waren für euch im Strom unterwegs