Eine Szenerie, die passender nicht sein könnte - sind doch DOWNFALL OF GAIA in der Stadt, deren Kunst oftmals an das Aufeinanderprallen von Naturgewalten erinnert.
Um das Gesamtbild perfekt zu machen, wurden zudem HAMFERD (Hamferð) für die Tour gebucht, die nicht minder in der Lage sind, mit tonnenschweren Riffs atmosphärische Klangwelten zu erzeugen.
HAMFERD sind ein (wohlklingendes) Phänomen. Obwohl sich die Fähriger für ihr neues Album fast fünf Jahre Zeit gelassen hatten und sich zudem in letzter Zeit auf deutschen Bühnen rar gemacht haben, stieg der Bekanntheitsgrad der Truppe in diesem Zeitraum unaufhaltsam. Ein Hype, der durch die Veröffentlichung von "Támsins likam" nur noch verstärkt wurde. Resultat: Beim Publikumszuspruch halten sich heute Abend die Fanlager die Waage.
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HAMFERD (© by metal-is-forever-alive) |
In ihrem Bühnenoutfit (schwarzer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte) wirkt das Sextett wie Sargträger einer Beerdigungszeremonie, die kein Wässerchen trüben können. Doch weit gefehlt. Mit ihrem atmsophärischen Mix aus Doom, Death Metal und Folkloristischen Sprenklern, verstehen es HAMFERD gekonnt, auch in der Live-Umsetzung der Songs, die mystische Stimmung der Alben, druckvoll auf die Bühne zu bringen. Hilfreich dabei ist, neben dem monströsen Riffing, vor allem das Stimmvolumen von Jón Aldará, das von erhabenem Klargesang, bis hin zu höllischen Growls reicht.
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HAMFERD (© by metal-is-forever-alive) |
Insgesamt eine Stunde dürfen sich HAMFERD auf der Bühne zeigen, bei besten Soundverhältnissen wohlgemerkt. Nicht unbedingt selbstverständlich für einen Opener. Ein Verhalten, das vermuten lässt, dass DOWNFALL OF GAIA ebenfalls vom Talent der Färinger überzeugt sind. Ebenso, wie sämtliche Konzertbesucher, die sich allesamt nach Ende der Show, die Hände heiß klatschen.
Nach solch starkem Vorprogramm liegt die Meßlatte für den Headliner nun ziemlich hoch. Doch DOWNFALL OF GAIA eilt nicht umsonst der Ruf voraus, ein alles und jeden, in die Knie zwingender Dampfhammer zu sein. Da bildet der heutige Auftritt auch keine Ausnahme.
Als gegen 21.20 Uhr das Licht gedämmt wird und aufziehender (Bühnen-)Nebel die bevorstehende (musikalische) Apokalypse ankündigt, starrt alles gebannt Richtung Bühne, um keine Minute vom bevorstehenden Spektakel zu verpassen.
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DOWNFALL OF GAIA (© by metal-is-forever-alive) |
Waren es zuvor bei HAMFERD noch das harmoische Zusammenspiel von eher ruhigen, melodischen Momenten und heftigen Death/Doom Passagen, die Begeisterungsstürme provozierten, bringen DOWNFALL OF GAIA nun mit komplexen Sludge-/Post-Black-Metal Soundwänden das Blut in Wallung. Mit einer Intensivität, die im rifflastigen Underground der schwarzgefärbten Szene ihresgleichen sucht, mischt das kosmopolitische Quartett in den folgenden 60 Minuten den Laden komplett auf.
Ansagen gibt es ebenso keine, wie Verschnaufpausen zwischen den einzlenen Songs. Zu jeder Sekunde fühlt man sich gefangen genommen von dieser einzigartigen Atmosphäre, die sich zwischen lähmender Depression und rasender Aggression manifestiert.
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DOWNFALL OF GAIA (© by metal-is-forever-alive) |
Wer bisher meinte, sein Blutdruck wäre im Normbereich, konnte dies höchstwahrscheinlich am Ende dieses DOWNFALL OF GAIA Gigs nicht mehr behaupten - dazu war die vergangene Stunde einfach zu aufwühlend, die Atmosphäre zu bedrohlich wirkend und die daraus resultierenden Eindrücke insgesamt zu intensiv.
So bleibt am Ende die Erkenntnis, dass es vor Naturgewalten, musikalischer oder meteorologischer Art, kein Entrinnen gibt. (JK)