![]() |
| https://backstage.info/ |
About me
- metal-is-forever...das Online-Magazin für Metal-Musik!
- DON`T KILL YOUR LOVE...BUY LEGAL CDs AND SUPPORT THE BANDS LIVE!!! STAY HEAVY!
Mittwoch, 22. August 2018
EUPHOREON / "Ends of the Earth" / Label: Self-Released / 7 Tracks / 47:57 Min
Den besten Gebrauch von seinem Leben, macht derjenige, der es einer Sache widmet, die ihn überdauert. (William James)
Was passiert, wenn zwei stoische Einzelgänger zusammentreffen? Entweder man schweigt sich an, oder wie im Fall von EUPHOREON, man entdeckt einen gemeinsamen Nenner und geht vortan als (musikalsiches) Duo durchs Leben.
In real existiert das musikalisches Duo Matt Summerville und Eugen Dodenhoeft, so die Namen der beiden Protagonisten, allerdings zumeist nur im Cyberspace, liegt zwischen den Wohnorten der beiden Musiker doch eine Distanz von ca 18.000 km.
Das erste Lebenszeichen der Zusammenarbeit erblickte 2011 das Licht der Metalwelt, sieben Jahre später folgt mit "Ends of the Earth" nun endlich der zweite Lonplayer von EUPHOREON. Geboten wird feinster Melo-Death, der sich in den selben Gefilden heimisch fühlt, wie beispielsweise WINTERSUN, KALMAH, BE'LAKOR oder FAR BEYOND, was übrigens das zweite Betätigungsfeld von Eugen Dodenhoeft ist.
Nach relativ verhaltenem Beginn (im Vergleich zum Rest des Albums), steigert sich "Ends of the Earth" in der Folge von "solide" hin zu "erstklassig" und nimmt dabei so mächtig an Fahrt auf, dass oben genannte Bands Gefahr laufen könnten, ins Hintertreffen zu geraten.
Mit enormer Leidenschaft komponieren/spielen sich Summerville und Dodenhoeft durch die energiegeladenen Kompositionen und loten dabei die Ballance von Melodie und Härte jedesmal aufs neue aus.
Großartige Melodien, in sich stimmige orchestrale Arrangements und Chöre, die im Hintergrund fleißig mitarbeiten, tragen zudem dazu bei, dass "Ends of the Earth" erhaben über die erschaffenen epischen Klanglandschaften schwebt und so jedem Anhänger dieser Stilrichtung das Herz aufgehen lassen.
Abwechslung wird auch geboten, wenn auch nur marginal. Meistens drehen die Beiden nur ein klein wenig an den Stellschrauben der einzeln Songs, dies aber so gekonnt und mit viel Phantasie, um dem jeweiligen Track genügend Eigenständigkeit mitzugeben, dass er ein eigenes Gesicht bekommt und trotzdem als passendes Puzzelteil für das Gesammtbild erhalten bleibt.
Fazit: Sieben Jahre nach ihrem Debütalbum melden sich EUPHOREON mit "Ends of the Earth" eindrucksvoll zurück und setzen die Konkurrenz damit kräftig unter Druck. Wer auf Melo-Death mit Folk und Pagan Tendenzen steht, sollte EUPHOREON unbedingt mal antesten. Es lohnt sich! (JK)
Anspiel-Tipps: "The Grand Becoming", "Mirrors", "Ends of the Earth"
8.5 von 10
http://www.euphoreon.com
Was passiert, wenn zwei stoische Einzelgänger zusammentreffen? Entweder man schweigt sich an, oder wie im Fall von EUPHOREON, man entdeckt einen gemeinsamen Nenner und geht vortan als (musikalsiches) Duo durchs Leben.
In real existiert das musikalisches Duo Matt Summerville und Eugen Dodenhoeft, so die Namen der beiden Protagonisten, allerdings zumeist nur im Cyberspace, liegt zwischen den Wohnorten der beiden Musiker doch eine Distanz von ca 18.000 km.
Das erste Lebenszeichen der Zusammenarbeit erblickte 2011 das Licht der Metalwelt, sieben Jahre später folgt mit "Ends of the Earth" nun endlich der zweite Lonplayer von EUPHOREON. Geboten wird feinster Melo-Death, der sich in den selben Gefilden heimisch fühlt, wie beispielsweise WINTERSUN, KALMAH, BE'LAKOR oder FAR BEYOND, was übrigens das zweite Betätigungsfeld von Eugen Dodenhoeft ist.
Nach relativ verhaltenem Beginn (im Vergleich zum Rest des Albums), steigert sich "Ends of the Earth" in der Folge von "solide" hin zu "erstklassig" und nimmt dabei so mächtig an Fahrt auf, dass oben genannte Bands Gefahr laufen könnten, ins Hintertreffen zu geraten.
Mit enormer Leidenschaft komponieren/spielen sich Summerville und Dodenhoeft durch die energiegeladenen Kompositionen und loten dabei die Ballance von Melodie und Härte jedesmal aufs neue aus.
Großartige Melodien, in sich stimmige orchestrale Arrangements und Chöre, die im Hintergrund fleißig mitarbeiten, tragen zudem dazu bei, dass "Ends of the Earth" erhaben über die erschaffenen epischen Klanglandschaften schwebt und so jedem Anhänger dieser Stilrichtung das Herz aufgehen lassen.
Abwechslung wird auch geboten, wenn auch nur marginal. Meistens drehen die Beiden nur ein klein wenig an den Stellschrauben der einzeln Songs, dies aber so gekonnt und mit viel Phantasie, um dem jeweiligen Track genügend Eigenständigkeit mitzugeben, dass er ein eigenes Gesicht bekommt und trotzdem als passendes Puzzelteil für das Gesammtbild erhalten bleibt.
Fazit: Sieben Jahre nach ihrem Debütalbum melden sich EUPHOREON mit "Ends of the Earth" eindrucksvoll zurück und setzen die Konkurrenz damit kräftig unter Druck. Wer auf Melo-Death mit Folk und Pagan Tendenzen steht, sollte EUPHOREON unbedingt mal antesten. Es lohnt sich! (JK)
Anspiel-Tipps: "The Grand Becoming", "Mirrors", "Ends of the Earth"
8.5 von 10
http://www.euphoreon.com
Samstag, 18. August 2018
Konzertbericht JUDAS PRIEST + BLACK STAR RIDERS - 31.7. 2018 München / Zenith
Firepower - JUDAS PRIEST bringen München zum Schwitzen
Wenn die Metal Gods in der Stadt sind, dann pilgert die in schwarze Leibchen gehüllte Gefolgschaft in Massen zum Veranstaltungsort. Das war schon in den 1970er/-80er Jahren so, daran hat sich auch heutzutage nichts geändert. Da spielt es dann auch keine Rolle, dass, ob des diesjährigen Rekord-Sommers, bereits die Anreise bei schwülen 33° Celcius an die Substanz geht. Der richtige Metal-Fan sorgt sowieso vor. Nicht nur, dass im Vorfeld des Konzerts schon das ein oder andere Hopfenkaltgetränk der Abkühlung halber gezischt wurde, nein, auch die Eintrittskarte wurde (in weiser Voraussicht) schon Wochen/Monate vorher besorgt.
Wer erst auf den letzten Drücker in die Puschen kommt hat Pech - "ausverkauft" prangert am Kassenhäuschen!
Wer es nach Warteschlange (in der prallen Sonne) und Einlasskontrolle (auch kein Zuckerschlecken für die Security, Tausende verschwitze Körper abzutasten) endlich in die abgedunkelte Halle geschafft hat und sich davon etwas Abkühlung versprach, der hatte die Rechnung ohne die Venue gemacht. Ist das Zenith doch seit jeher für zwei Dinge berühmt: Für seinen mittelmäßigen Sound und eine Lüftungsanlage, die den Namen nicht verdient.
Und so kommt es, wie es kommen muss: Als BLACK STAR RIDERS überpünktlich in ihr Set mit "All Hell Breaks Loose" einsteigen, interessiert sich kaum jemand dafür. Nur ein paar Hundert Metalheads lassen sich vom Geschehen auf der Bühne beeindrucken. Der Großteil verzieht sich, kaum dass er es in die Halle geschafft hat, sofort wieder in den schattigen (!) Außenbereich (es wurden wohl noch nie soviele Nichtraucher in diesem Bereich gesichtet wie heute Abend), oder an die Bar, um sich mit Flüssigkeit einzudecken. An diesem Bild ändert sich die nächsten 60 Minuten kaum etwas, so dass sich BLACK (THIN) STAR (LIZZY) RIDERS nahezu unbemerkt auf der Bühne austoben.
Zum finalen Dreierschlag ("The Boys Are Back in Town", "Kingdom of the Lost", "Bound for Glory") wird es dann urplötzlich voll in der Halle. Ob es letztendlich am prominentem Liedgut, oder an der "Angst", bei Priest keinen guten Platz zu haben lag, ist abschließend nicht aufzuklären.
Als BLACK STAR RIDERS anschließend von der Bühne gehen, bekommen sie von versammelter Mannschaft (ca 6000 Menschen) Applaus. Und das, obwohl kaum einer mehr als 10 Minuten vom Auftritt mitbekommen hat. Sachen gibt's.
Nach einer halbstündigen Umbaupause, in der sich die gefühlte Temperatur in der Halle von "tropischer Nacht", hin zu "ambitioniertem Saunagang" gesteigert hat, eröffnen JUDAS PRIEST passenderweise mit "Firepower". Doch damit nicht genug - auch optisch wird eingeheizt. Auf der überdimensionalen Videoinstallation, die anstelle eines Backdrop montiert wurde, lodern die Flammen meterhoch der Hallendecke entgegen.
Spätestens jetzt sehne ich Badeshorts, Tank-Top und Flip-Flops herbei. Sekunden später reißt mich "Grinder" aus meinem Baggerseetraum, in dem ich unter einem schattigen Baum liegend, die Füsse in eiskaltes Wasser getaucht, entspannt die untergehende Sonne am Horizont beobachte.
Wie sich wenige Momente später herausstellt, ist die "Sonne" aus meinem Tagtraum in Wirklichkeit die polierte Glatze von Rob Halford auf der Bühne, und meine Füsse sind leider auch nicht in eiskaltes Wasser getaucht, auch wenn es sich so anfühlt. Jemand hatte nur seinen vollen Bierbecher auf meinen Schuhen entsorgt. Von nun an wollte ich aufmerksamer sein und den Helden auf der Bühne endlich die Aufmerksamkeit entgegen bringen, die sie verdient haben. Es sollte sich lohnen!
Lange schon hat man Rob Halford nämlich nicht mehr so agil erlebt wie heute. Wohlgemerkt, der Mann ist inzwischen 67 Jahre alt, steckt aber von der Ausstrahlung her und stimmlich gesehen immer noch das gesamte Genre locker in die Tasche. Im Vergleich zur letzten Tour ist er inzwischen auch wieder besser zu Fuss unterwegs.
Die Frischzellkur mit Ritchie Faulkner steht den Priestern nach Anlaufschwierigkeiten nun ebenfalls gut zu Gesicht, auch wenn Downing und Tipton natürlich nicht vollwertig zu ersetzen sind. Wobei der an Parkinson erkrankte Tipton zumindest nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden ist: Beim Zugabenblock taucht er nämlich aus dem sprichwörtlichen Nichts auf. Spätestens jetzt rücken sämtliche (hitzebedingten) Begleitumstände bei allen in den Hintergrund und kollektives Gänsehaut-Feeling macht sich breit.
Gemeinsam, nun als Sextett, zocken JUDAS PRIEST "Metal Gods", "Breaking the Law" und "Living After Midnight" und schenken München damit einen jener Momente, an die man sich auch noch Jahre später gerne zurück erinnert. (JK)
Wenn die Metal Gods in der Stadt sind, dann pilgert die in schwarze Leibchen gehüllte Gefolgschaft in Massen zum Veranstaltungsort. Das war schon in den 1970er/-80er Jahren so, daran hat sich auch heutzutage nichts geändert. Da spielt es dann auch keine Rolle, dass, ob des diesjährigen Rekord-Sommers, bereits die Anreise bei schwülen 33° Celcius an die Substanz geht. Der richtige Metal-Fan sorgt sowieso vor. Nicht nur, dass im Vorfeld des Konzerts schon das ein oder andere Hopfenkaltgetränk der Abkühlung halber gezischt wurde, nein, auch die Eintrittskarte wurde (in weiser Voraussicht) schon Wochen/Monate vorher besorgt.
Wer erst auf den letzten Drücker in die Puschen kommt hat Pech - "ausverkauft" prangert am Kassenhäuschen!
Wer es nach Warteschlange (in der prallen Sonne) und Einlasskontrolle (auch kein Zuckerschlecken für die Security, Tausende verschwitze Körper abzutasten) endlich in die abgedunkelte Halle geschafft hat und sich davon etwas Abkühlung versprach, der hatte die Rechnung ohne die Venue gemacht. Ist das Zenith doch seit jeher für zwei Dinge berühmt: Für seinen mittelmäßigen Sound und eine Lüftungsanlage, die den Namen nicht verdient.
Und so kommt es, wie es kommen muss: Als BLACK STAR RIDERS überpünktlich in ihr Set mit "All Hell Breaks Loose" einsteigen, interessiert sich kaum jemand dafür. Nur ein paar Hundert Metalheads lassen sich vom Geschehen auf der Bühne beeindrucken. Der Großteil verzieht sich, kaum dass er es in die Halle geschafft hat, sofort wieder in den schattigen (!) Außenbereich (es wurden wohl noch nie soviele Nichtraucher in diesem Bereich gesichtet wie heute Abend), oder an die Bar, um sich mit Flüssigkeit einzudecken. An diesem Bild ändert sich die nächsten 60 Minuten kaum etwas, so dass sich BLACK (THIN) STAR (LIZZY) RIDERS nahezu unbemerkt auf der Bühne austoben.
Zum finalen Dreierschlag ("The Boys Are Back in Town", "Kingdom of the Lost", "Bound for Glory") wird es dann urplötzlich voll in der Halle. Ob es letztendlich am prominentem Liedgut, oder an der "Angst", bei Priest keinen guten Platz zu haben lag, ist abschließend nicht aufzuklären.
Als BLACK STAR RIDERS anschließend von der Bühne gehen, bekommen sie von versammelter Mannschaft (ca 6000 Menschen) Applaus. Und das, obwohl kaum einer mehr als 10 Minuten vom Auftritt mitbekommen hat. Sachen gibt's.
Nach einer halbstündigen Umbaupause, in der sich die gefühlte Temperatur in der Halle von "tropischer Nacht", hin zu "ambitioniertem Saunagang" gesteigert hat, eröffnen JUDAS PRIEST passenderweise mit "Firepower". Doch damit nicht genug - auch optisch wird eingeheizt. Auf der überdimensionalen Videoinstallation, die anstelle eines Backdrop montiert wurde, lodern die Flammen meterhoch der Hallendecke entgegen.
Spätestens jetzt sehne ich Badeshorts, Tank-Top und Flip-Flops herbei. Sekunden später reißt mich "Grinder" aus meinem Baggerseetraum, in dem ich unter einem schattigen Baum liegend, die Füsse in eiskaltes Wasser getaucht, entspannt die untergehende Sonne am Horizont beobachte.
Wie sich wenige Momente später herausstellt, ist die "Sonne" aus meinem Tagtraum in Wirklichkeit die polierte Glatze von Rob Halford auf der Bühne, und meine Füsse sind leider auch nicht in eiskaltes Wasser getaucht, auch wenn es sich so anfühlt. Jemand hatte nur seinen vollen Bierbecher auf meinen Schuhen entsorgt. Von nun an wollte ich aufmerksamer sein und den Helden auf der Bühne endlich die Aufmerksamkeit entgegen bringen, die sie verdient haben. Es sollte sich lohnen!
Lange schon hat man Rob Halford nämlich nicht mehr so agil erlebt wie heute. Wohlgemerkt, der Mann ist inzwischen 67 Jahre alt, steckt aber von der Ausstrahlung her und stimmlich gesehen immer noch das gesamte Genre locker in die Tasche. Im Vergleich zur letzten Tour ist er inzwischen auch wieder besser zu Fuss unterwegs.
Die Frischzellkur mit Ritchie Faulkner steht den Priestern nach Anlaufschwierigkeiten nun ebenfalls gut zu Gesicht, auch wenn Downing und Tipton natürlich nicht vollwertig zu ersetzen sind. Wobei der an Parkinson erkrankte Tipton zumindest nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden ist: Beim Zugabenblock taucht er nämlich aus dem sprichwörtlichen Nichts auf. Spätestens jetzt rücken sämtliche (hitzebedingten) Begleitumstände bei allen in den Hintergrund und kollektives Gänsehaut-Feeling macht sich breit.
Gemeinsam, nun als Sextett, zocken JUDAS PRIEST "Metal Gods", "Breaking the Law" und "Living After Midnight" und schenken München damit einen jener Momente, an die man sich auch noch Jahre später gerne zurück erinnert. (JK)
Samstag, 7. Juli 2018
ONKEL TOM / "Zwischen Emscher & Lippe" / Label: Steamhammer - SPV / 4 Tracks (EP) / 20:02 Min
Fussball ist wie Schach, nur ohne Würfel. (Lukas Podolski)
Nachdem sich Tom Angelripper in der Vergangenheit immer mal wieder als ONKEL TOM zu Wort gemeldet hat, um die deutsche Sauf- und Schunkelkultur in Form von zumeist hochprozentigen Liedern, am Leben zu erhalten, "beglückt" er uns diesmal mit einer Hommage an seine blau-weiße Heimat.
Startet die EP mit dem namensgebenden Track "Zwischen Emscher & Lippe" (eine entschleunigte Nummer mit Schifferklavier, Orgel und feinster Ruhrpottromantik im Text) noch recht vielversprechend, geht der Veröffentlichung in der Folge dann allerdings recht schnell Luft aus. Und zwar so dramatisch, als würde sich Reiner Calmund mit vollem Gewicht auf einen Fußball setzen.
Womit wir auch schon beim allgegenwärtigen Thema vom "Zwischen Emscher & Lippe" wären: Fussball im Allgemeinen und Schalke 04 im Speziellen.
Viele von euch dürften spätestens jetzt aus der Nummer raus sein, vor allem die Dortmunder. Der blau-weiße Rest darf sich bei "Für die Ewigkeit" und "Die Erben des S04" zumindest über fantypische (textliche) Plattitüden freuen.
Betrachtet man allerdings auch die musikalischen Seite der beiden Nummern, dürfte selbst diese Gruppierung relativ schnell die Lust an Dargebotenem verlieren. Da hilft es auch dann auch nicht mehr viel, dass Torben Höffgen von KÄRBHOLZ bei einer Nummer seinen Senf dazu gibt.
So bleibt am Ende (fast) nichts als Schulterzucken übrig und die Frage, warum diese EP über ein renommiertes Plattenlabel vertrieben wird und nicht über den Fanschop von S04.
Fazit: Bis auf den ersten Titel der 4 Track-EP kann man sich als ordinärer Rock- bzw. Metal-Fan diese ONKEL TOM Veröffentlichung komplett sparen. Einzige Ausnahme, man sieht die (Fussball-)Welt durch eine blau-weiße Brille und kann sich in seinem Leben nichts schöneres vorstellen, als in der Arena auf Schalke "Attacke" zu rufen. (JK)
3 von 10
www.onkeltomband.de
Nachdem sich Tom Angelripper in der Vergangenheit immer mal wieder als ONKEL TOM zu Wort gemeldet hat, um die deutsche Sauf- und Schunkelkultur in Form von zumeist hochprozentigen Liedern, am Leben zu erhalten, "beglückt" er uns diesmal mit einer Hommage an seine blau-weiße Heimat.
Startet die EP mit dem namensgebenden Track "Zwischen Emscher & Lippe" (eine entschleunigte Nummer mit Schifferklavier, Orgel und feinster Ruhrpottromantik im Text) noch recht vielversprechend, geht der Veröffentlichung in der Folge dann allerdings recht schnell Luft aus. Und zwar so dramatisch, als würde sich Reiner Calmund mit vollem Gewicht auf einen Fußball setzen.
Womit wir auch schon beim allgegenwärtigen Thema vom "Zwischen Emscher & Lippe" wären: Fussball im Allgemeinen und Schalke 04 im Speziellen.
Viele von euch dürften spätestens jetzt aus der Nummer raus sein, vor allem die Dortmunder. Der blau-weiße Rest darf sich bei "Für die Ewigkeit" und "Die Erben des S04" zumindest über fantypische (textliche) Plattitüden freuen.
Betrachtet man allerdings auch die musikalischen Seite der beiden Nummern, dürfte selbst diese Gruppierung relativ schnell die Lust an Dargebotenem verlieren. Da hilft es auch dann auch nicht mehr viel, dass Torben Höffgen von KÄRBHOLZ bei einer Nummer seinen Senf dazu gibt.
So bleibt am Ende (fast) nichts als Schulterzucken übrig und die Frage, warum diese EP über ein renommiertes Plattenlabel vertrieben wird und nicht über den Fanschop von S04.
Fazit: Bis auf den ersten Titel der 4 Track-EP kann man sich als ordinärer Rock- bzw. Metal-Fan diese ONKEL TOM Veröffentlichung komplett sparen. Einzige Ausnahme, man sieht die (Fussball-)Welt durch eine blau-weiße Brille und kann sich in seinem Leben nichts schöneres vorstellen, als in der Arena auf Schalke "Attacke" zu rufen. (JK)
3 von 10
www.onkeltomband.de
Dienstag, 3. Juli 2018
NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++
Am 10. August bringen die A-Cappella-Metaller von VAN CANTO ihr siebtes Studioalbum auf den Markt. "Trust in Rust", so der Titel des Albums, wird via Napalm Records veröffentlicht +++ KILLSWITCH ENGAGE haben bei Metal Balde Records eine neue Labelheimat gefunden. Die erste Veröffentlichung der Collaboration ist für 2019 geplant +++ASTRAL DOORS stehen ebenfalls kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Albums. Der 9. Longplayer der Schweden soll ab November erhältlich sein, ein Titel steht aber noch nicht fest +++ Tour-Dates: GRAVE DIGGER + BURNING WITCHES 11.1.19 Hannover/Musik Zentrum, 12.1. Andernach/JUZ, 14.1. München/Backstage, 15.1. Aschaffenburg/ Colos-Saal, 16.1. Saarbrücken/Garage, 17.1 Bochum/Zeche, 18.1. Glauchau/Alte Spinnerei, 19.1. Neuruppin/Kulturhaus, 22.1. Hamburg/Markthalle, 23.1. Berlin/Lido, 24.1. Bamberg/ Live Musik Club, 25.1. Regensburg/Eventhalle Airport, 26.1. Memmingen/Kaminwerk, 27.1. Ludwigsburg/Rockfabrik +++ Tour-Dates: NECROWRETCH + CEMETERY URN 7.9. Hamburg / Bambi Galore, 8.9. Chemnitz / Nikola Tesla, 12.9. Basel (CH) / Hirscheck, 13.9. Wolfsburg / Jugendhaus Ost, 15.9. Berlin / Swamp Fest, 21.9. Wermelskirchen / NRW Death Fest +++
Donnerstag, 21. Juni 2018
Donnerstag, 31. Mai 2018
Konzertbericht ENSIFERUM + EX DEO + WIND ROSE - 4.5.2018 Backstage/München
ENSIFERUM'S Path to Glory mit Stopp im Münchner Backstage: Drei Bands (WIND ROSE & EX DEO & ENSIFERUM) + drei Themen (Mittelerde, Rom, Pagansism = dreifacher Gewinn für alle Beteiligten
Den Abend eröffnen dürfen heute die fünf Italiener von WIND ROSE.
Allerdings erwecken sie eher den Eindruck, direkt aus Mittelerde zu
kommen, genauer gesagt, vom Berg Erebor, als aus dem Stiefelland. Laut Bandpage hat sich die Band komplett den Zwergenthema aus Tolkiens "Der Hobbit" verschrieben.
Musikalisch setzen WIND ROSE das Ganze mit epischen Folk Metal um, und können damit relativ schnell das
Münchner Publikum auf ihre Seite ziehen.
Da ist es dann auch egal, ob
eine symphonische Schlachtenhymne ("Rebel and Free"), oder ein fröhliches
Trinklied ("Drunken Dwarves") angeboten wird, hier für jeden etwas dabei. Eine insgesamt energiegeladene Performance trägt ihr übriges dazu bei, dass die Zwerge zwischen jedem Song mit tosendem Applaus belohnt werden. Den haben sie sich aber
auch mehr als verdient, alleine schon deswegen, weil sie der brütenden Hitze in der Halle in ihren schweren
fellbepackten Rüstungen trotzen und von Anfang bis Ende Gas geben. Gegen Ende der Show werden dann auch noch die Fans der etwas härteren
Gangart bedient, gibt es bei "To Erebor"
doch nun auch noch ein paar Growls zu hören. Als die Band ihren kurzweiligen
40 Minuten Auftritt mit "The Breed of Durin" beendet, haben sie ihren Job als Anheizer aller Ehren wert erfüllt. (RH)
![]() |
| WIND ROSE (© by metal-is-forever-alive) |
Nachdem die wildgewordene Dwarf Horde aus Pisa ihren Gig beendet hat, setzt sofort emsiges Treiben auf der Bühne ein, gibt es nun doch viel zu erledigen. Binnen Minuten soll/muss nun das Kunststück vollbracht werden, die Bühne von "Mittelerde" in "Ancient Rome" zu verwandeln. Überraschenderweise kann relativ schnell Vollzug gemeldet werden, sodass die Legionäre von EX DEO bereits um kurz nach 19.30 Uhr einmarschieren können.
![]() |
| EX DEO (© by metal-is-forever-alive) |
Zu den Klängen des Intros "Ajattomasta Unesta" betreten
nun ENSIFERUM die Bühne. Dabei steht Gitarrist Markus Toivonen im
Mittelpunkt, während sich die anderen Bandmitglieder noch im
Hintergrund halten.
Nach dem Übergang zum ersten vollwertigen Song "For
Those About to Fight for Metal" nehmen nun alle ihre vorgesehenen Plätze ein. Der Track erweist sich dabei als absoluter
Livehit, der im Refrain von lauten Publikumschören begleitet wird.
Ein toller Einstieg! Genauso geht es mit dem Titeltrack des neuen
Albums "Two Paths" weiter. Live funktioniert dieses Stück sogar
noch besser, als auf Platte. Das konstant hohe Niveau wird mit "Heathen
Horde" und "King of Storms" problemlos gehalten. Im Anschluß daran gönnt sich
Growler/Gitarrist Petri Lindroos erstmal eine kleine Pause und,
und reicht den Staffelstab an den Sami Hinkka und Markus Toivonen weiter, die dann auch gleich mit "Wanderer" den vorläufigen Höhepunkt der
Show setzen. Die Publikumsreaktionen sind dabei so euphorisch, dass
die beiden im Refrain zeitweise von den mitsingenden Fans übertönt
werden. Wie soll man das noch übertreffen? Aber ENSIFERUM haben das
wohl mit einkalkuliert, und direkt danach "Twilight Tavern" in der Setlist
platziert. Damit bringen sie die Menge nun endgültig zum kochen. Spätestens
bei "Lai Lai Hei" wird deutlich, dass ENSIFERUM heute ausschließlich Hits spielen, und es dabei doch tatsächlich schaffen, sich mit
jeden Song erneut zu übertreffen.
Die erste kleine "Verschnaufpause" wird in Form des epischen 13-Minüters "The Longest Journey (Heathen Throne, Part
II)" serviert. Nachdem die Energiereserven wieder aufgefüllt
sind, geht es mit dem harten "Way of the Warrior", nun wieder mit
voller Geschwindigkeit, weiter. Leider kündigt Petri Lindroos danach mit "Into Battle" auch schon den letzten Song an. Doch so schnell wollen die Fans ENSIFERUM natürlich noch nicht gehen lassen und holen die
Band mit unermüdlichen Zugaberufen wieder zurück auf die Bühne.
Petri erlaubt sich dabei noch einen kleinen Spaß, und erscheint,
passend zum heutigen Star-Wars-Day (May the 4th), im
Chewbacca-Kostüm. Anschließend wird dann noch das
unverzichtbare "Iron" gespielt, welches von den üblichen „Da-da-da-da“-Chören
aus dem Publikum begleitet wird. Als Rausschmeißer gibt es dann noch
eine verkürzte Coverversion von GUNS N ROSES "Sweet Child o‘
Mine". (RH)
![]() |
| ENSIFERUM (© by metal-is-forever-alive) |
![]() |
| ENSIFERUM (© by metal-is-forever-alive) |
Mit dem letzten Akkord vom GUNS N ROSES Gassenhauer im Ohr endet für sämtliche Beteiligten (Bands und Zuschauer), ein in allen belangen positiver Konzertabend, dem in dieser Konstellation am Ende nur ein paar Zuschauer (weit entfernt von ausverkauft) mehr gefehlt haben, um als eines der großen Live-Erlebnisse des Jahres 2018 in die Annalen einzugehen. (JK)
Die Heathen Horde live vor Ort haben Jürgen (JK) und Raphael (RH) begutachtet.
Konzertbericht SCHWARZER ENGEL + THE FRIGHT - 19.3. 2018 München/Backstage
Schwarz ist die Nacht, schwarz deine Seele, schwarz- braun ist hoffentlich nicht die Gesinnung dahinter - SCHWARZER ENGEL in München.
Um kurz vor 7 Uhr haben sich schon
recht viele Menschen vor dem Münchner Backstage versammelt. Das
lässt auf ein gut besuchtes Konzert für SCHWARZER ENGEL hoffen.
Leider stellt sich relativ schnell raus, dass fast alle dieser
Leute auf Einlass für ein Deathcore-Konzert in der Halle nebenan gewartet haben.
Und so muss die Vorband THE FRIGHT mit unspektakulären 20 Zuschauern auskommen. Das scheint die Musiker aber
überhaupt nicht zu stören, als sie mit "Wander Alone"
in ihren 45-minütigen Set einsteigen. Die eingängige Mischung aus Classic
Rock und Gothic Rock kommt bei den Zuschauern gut an. Leider ist der
Gesang von Frontmann Lon Fright wenig bis gar nicht zu hören, was natürlich suboptimal ist, auch weil die Band mit Liedern wie "Edward" oder "Drowned in Red" ein paar Songs im Programm hat, die eigentlich mit ihren schönen düsteren
Gesangspassagen punkten. THE FRIGHT bieten heute Abend eine ausgewogene Mischung von älteren ("Beloved Night") und neueren Songs
("Oblivion"), wobei das aktuellen Album "Canto V" mit sechs
Stücken klar die Nase vorne hat. In der Zwischenzeit sind auch ein paar Zuschauer
mehr gekommen, sodass THE FRIGHT ihre letzten beiden Songs "Bonfire
Night" und "Suicide Sun" nun vor sensationellen 40 Zuschauern spielen können.
Während der folgenden Umbaupause
werden es auch nicht mehr, sodass der Veranstalter und die Bands am Ende wohl mit einem Minus im Portemonnaie nach Hause gehen werden. Trotzdem werden
SCHWARZER ENGEL von den Anwesenden gespannt erwartet. Leider werden
diese Erwartungen gleich beim ersten Song "Krähen an die Macht"
auf eine harte Probe gestellt. Denn das Auftreten von Frontmann Dave
Jason wirkt heute, ob bewusst, oder unbewusst, ziemlich faschomäßig. Seine
Frisur erinnert ein wenig an den bekloppten Österreicher mit dem Oberlippenbart, und dass Dave Jason dabei wie ein Politiker an
einem Rednerpult steht, macht die Sache dabei auch nicht unbedingt besser. Auch weil der zweideutige Songtext missinterpretiert werden kann. Auch bei den
folgenden Tracks, die überwiegend vom neuen Album stammen, kann dieser Eindruck leider nicht gänzlich ausgeräumt werden, auch wenn bei Tracks wie "Sinnflut"
oder "Gott ist im Regen" wenigstens keine textlichen Brücken gebaut werden.. Zum ersten Mal Licht ins Dunkel kommt mit "Schwarze
Sonne", welches von den meisten Fans mitgesungen wird.
Inzwischen hat sich Daves Frisur, vermutlich durch den Schweiß, ein wenig gelockert, was dazu führt, dass nun auch optisch etwas durchgeatmet werden darf. Nach "Himmelwärts" und "Unheil"gibt es einen fliegenden Bühnenumbau, auch das
Rednerpult wird nun entfernt. Auch tritt Dave Jason ab jetzt wieder wie gewohnt auf. Dadurch, dass
jetzt auch viel mehr Platz auf der kleinen Bühne ist, können nun auch die
anderen Bandmitglieder etwas in den Vordergrund treten. Musikalisch geht es nun Schlag auf Schlag. Ein Hit "Hymne für den
Tod", "Geister und Dämonen", "Der schwarze Engel (Herr der Krähen)" folgt auf den anderen "Traum einer Nacht". Mittlerweile kommuniziert Dave nun auch "normal" mit dem Publikum, und man sieht ihm den Spaß dabei an.
Erstaunlich, wie sich seine Personality in so kurzer Zeit, so stark
ändern kann! Nach ein paar neueren Songs (u.a. "Futter für die See") und
wenigen älteren Songs (u.a. "Psycho-Path"), ertönt mit "Ritt
der Toten" nun bereits der letzte Song des Abends. Den Zuschauern ist das natürlich noch
lange nicht genug. Die Band lässt sich nicht lange bitten, und die
Instrumentalfraktion erscheint zügig wieder auf der Bühne. Da
jedoch Sänger Dave noch nicht wieder da ist, gibt es erst mal ein Basssolo zu hören. Mit "Krähenzeit" folgt dann (wieder komplett) einer ihrer härtesten Songs. Da es nun aber wirklich auf das
Ende der Show zugeht, passt auch ein trauriger Song, wie "Wenn mein Herz
zerbricht" perfekt ins Bild. Ohne die "Königin der Nacht"
kann natürlich kein SCHWARZER ENGEL Konzert enden, und so gibt es diesen Klassiker auch noch zu hören. Gleich danach
findet sich die komplette Band am Merch-Stand ein, um mit den Fans
Fotos zu machen, und Autogramme zu geben. (RH)
Einer der wenigen Anwesenden bei diesem Gig war unser Raphael (RH)
Einer der wenigen Anwesenden bei diesem Gig war unser Raphael (RH)
Donnerstag, 17. Mai 2018
LEE AARON / "Diamond Baby Blues" / Label: Metalville - Rough Trade / 12 Tracks / 51:03 Min
Männer wollen immer die erste Liebe einer Frau sein. Frauen haben in diesen Dingen mehr Gefühl: Sie möchten die letzte Liebe eines Mannes sein. (Oscar Wilde)
Karen Lynn Greening, der fleischgewordene feuchte Traum männlicher Metal-Teenager der 1980er Jahre, meldet sich mit "Diamond Baby Blues", dem zweiten Longplayer nach ihrem Comeback zurück und legt dabei nicht nur ihre rockige, sondern, wie es schon der Albumtitel vermuten lässt, auch ihre bluesige Seite offen.
Wer der Werdegang der Kanadierin in letzter Zeit mitverfolgt hat, für den ist "Diamond Baby Blues" zudem der zweite Beweis (nach "Fire and Gasoline") dafür, dass die ehemalige Metal-Queen den Spaß an rockigen Klängen für sich wiederentdeckt hat und (gottlob) nicht länger mehr gewillt ist, Jazz-Klänge auf die Menschheit loszulassen.
Im Kern ist "Diamond Baby Blues", wie schon erwähnt, also ein bluesig angehauchtes Album, welches aber auch verschiedenste Einflüsse und Epochen der Rockmusik miteinander verbindet.
Richtig rockig geraten sind beispielsweise die ersten beiden Tracks ("Diamond Baby", "Mistreated") des Albums, bei denen LEE AARON nicht nur zeigen kann, dass sie es stimmlich immer noch drauf hat, sondern auch noch in der Lage ist, Fans ihrer Frühwerke zufrieden zu stellen. Vor allem bei ihrer Version der DEEP PURPLE Nummer "Mistreated" zeigt sich, dass LEE AARON im Lauf der Jahre nichts von dem verlernt hat, was sie in den 1980er Jahren bekannt gemacht hat.
Überhaupt kann man das gesamte Album als in den 1960er/-70er/-80er Jahren geerdet bezeichnen. So finden sich neben einer typisch 80er Jahre angehauchten Ballade ("Best Thing") auch noch weitere Coverversionen auf dem Album, die ihren Ursprung allesamt in den rockigen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts haben.
Als da wären: "I'm a Woman" (KOKO TYLOR), "My Babe" (LITTLE WALTER), "You're No Good (LINDA RONSTADT), "Hard Road" (STEVIE WRIGHT) und "Black Cat" (JANET JACKSON).
Da auch die meisten der wenigen Eigenkompositionen ihren Charme haben, wie beispielsweise "American High", kann man LEE AARON nun endgültig wieder jedem (gemäßigten) Rock Fan empfehlen, ohne dafür die Jazz-Krätze an den Hals gewünscht zu bekommen. (JK)
7 von 10
http://www.leeaaron.com/
Karen Lynn Greening, der fleischgewordene feuchte Traum männlicher Metal-Teenager der 1980er Jahre, meldet sich mit "Diamond Baby Blues", dem zweiten Longplayer nach ihrem Comeback zurück und legt dabei nicht nur ihre rockige, sondern, wie es schon der Albumtitel vermuten lässt, auch ihre bluesige Seite offen.
Wer der Werdegang der Kanadierin in letzter Zeit mitverfolgt hat, für den ist "Diamond Baby Blues" zudem der zweite Beweis (nach "Fire and Gasoline") dafür, dass die ehemalige Metal-Queen den Spaß an rockigen Klängen für sich wiederentdeckt hat und (gottlob) nicht länger mehr gewillt ist, Jazz-Klänge auf die Menschheit loszulassen.
Im Kern ist "Diamond Baby Blues", wie schon erwähnt, also ein bluesig angehauchtes Album, welches aber auch verschiedenste Einflüsse und Epochen der Rockmusik miteinander verbindet.
Richtig rockig geraten sind beispielsweise die ersten beiden Tracks ("Diamond Baby", "Mistreated") des Albums, bei denen LEE AARON nicht nur zeigen kann, dass sie es stimmlich immer noch drauf hat, sondern auch noch in der Lage ist, Fans ihrer Frühwerke zufrieden zu stellen. Vor allem bei ihrer Version der DEEP PURPLE Nummer "Mistreated" zeigt sich, dass LEE AARON im Lauf der Jahre nichts von dem verlernt hat, was sie in den 1980er Jahren bekannt gemacht hat.
Überhaupt kann man das gesamte Album als in den 1960er/-70er/-80er Jahren geerdet bezeichnen. So finden sich neben einer typisch 80er Jahre angehauchten Ballade ("Best Thing") auch noch weitere Coverversionen auf dem Album, die ihren Ursprung allesamt in den rockigen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts haben.
Als da wären: "I'm a Woman" (KOKO TYLOR), "My Babe" (LITTLE WALTER), "You're No Good (LINDA RONSTADT), "Hard Road" (STEVIE WRIGHT) und "Black Cat" (JANET JACKSON).
Da auch die meisten der wenigen Eigenkompositionen ihren Charme haben, wie beispielsweise "American High", kann man LEE AARON nun endgültig wieder jedem (gemäßigten) Rock Fan empfehlen, ohne dafür die Jazz-Krätze an den Hals gewünscht zu bekommen. (JK)
7 von 10
http://www.leeaaron.com/
Sonntag, 6. Mai 2018
DRUDKH / "They Often See Dreams About the Spring" / Label: Season of Mist / 5 Tracks / 43:30 Min
Horch! Wie brauset der Sturm und der schwellende Strom in der Nacht hin! Schaurig süßes Gefühl! Lieblicher Frühling, du nahst" (Ludwig Uhland)
Manche Bands meinen, dass die Knüppel-aus-dem-Sack Methode am ehesten zum Black Metal passen würde, andere hingegen meinen, dass es nicht schaden kann, wenn man subtiler zu Werke geht.
Beide Lager haben ihre Anhänger. Selten aber finden beide Seiten zusammen, sodass es in sich stimmig ist und den Augenblick überlebt. Allerdings bestätigen wie üblich auch hier ein paar Ausnahmen die Regel: Als Paradebeispiel dürfen ENSLAVED herhalten.
Aber auch das mysteriöse Quartett aus Charkiw in der Ukraine, von dem weder Interviews noch Bildmaterial existiert, kann man diesem elitären Zirkel zurechnen: DRUDKH
Ähnlich wie ENSLAVED verstehen es die Ukrainer verschiedenste Elemente so zusammenzufügen, dass am Ende eines jeden Hördurchgangs, nichts als Begeisterung beim Hörer zurückbleibt.
Hymnische Momente treffen auf melodiöse Leichtigkeit, düsteres Black Metal Riffing auf wohl durchdachte progressive Strukturen. Verbindendes Element ist allenthalben, eine mal drückende, mal fordernde Atmosphäre, die latent an die besten Momente von BURZUM erinnert.
Durch das Zurückfahren der Folkelemente, die bei vorherigen Veröffentlichungen eine noch größere Rolle gespielt haben, ist es DRUDKH diesmal zudem gelungen, mehr Intensivität in die Songs zu trasportieren, was letztendlich dazu geführt hat, dass "They Often See Dreams About the Spring" deutlich mehr schwarzmetallische Kraft in sich birgt.
Trotzdem bleiben ausgiebige Doublebassattacken eher die Ausnahme, was aber nicht bedeutet, dass DRUDKH es sich diesmal im Mid-Tempo gemütlich gemacht hätten. Keineswegs.
Bester Beleg dafür ist "Bilyavyi Den Vtomyvsya I prytykh (Білявий день втомився і притих)", das jenen Spirit atmet, der Anfang der 1990er Jahre die norwegische Szene groß gemacht hat.
Ihre lyrische Inspiration für das Album haben sich DRUDKH wie üblich, bei ukrainischen Dichtern des frühen zwanzigsten Jahrhunderts geholt. Hier wären vor allem Bohdan Ihor Antonych, Majk Herwasijowytsch Johansen und Pawlo Petrowytsch Fylypowytsch zu nennen.
Fazit: "They Often See Dreams About the Spring" ist ein kraftvolles Statement der musikalischen Klasse von DRUDKH. (JK)
9 von 10
https://www.facebook.com/Drudkh.Official
https://drudkh.bandcamp.com/
Manche Bands meinen, dass die Knüppel-aus-dem-Sack Methode am ehesten zum Black Metal passen würde, andere hingegen meinen, dass es nicht schaden kann, wenn man subtiler zu Werke geht.
Beide Lager haben ihre Anhänger. Selten aber finden beide Seiten zusammen, sodass es in sich stimmig ist und den Augenblick überlebt. Allerdings bestätigen wie üblich auch hier ein paar Ausnahmen die Regel: Als Paradebeispiel dürfen ENSLAVED herhalten.
Aber auch das mysteriöse Quartett aus Charkiw in der Ukraine, von dem weder Interviews noch Bildmaterial existiert, kann man diesem elitären Zirkel zurechnen: DRUDKH
Ähnlich wie ENSLAVED verstehen es die Ukrainer verschiedenste Elemente so zusammenzufügen, dass am Ende eines jeden Hördurchgangs, nichts als Begeisterung beim Hörer zurückbleibt.
Hymnische Momente treffen auf melodiöse Leichtigkeit, düsteres Black Metal Riffing auf wohl durchdachte progressive Strukturen. Verbindendes Element ist allenthalben, eine mal drückende, mal fordernde Atmosphäre, die latent an die besten Momente von BURZUM erinnert.
Durch das Zurückfahren der Folkelemente, die bei vorherigen Veröffentlichungen eine noch größere Rolle gespielt haben, ist es DRUDKH diesmal zudem gelungen, mehr Intensivität in die Songs zu trasportieren, was letztendlich dazu geführt hat, dass "They Often See Dreams About the Spring" deutlich mehr schwarzmetallische Kraft in sich birgt.
Trotzdem bleiben ausgiebige Doublebassattacken eher die Ausnahme, was aber nicht bedeutet, dass DRUDKH es sich diesmal im Mid-Tempo gemütlich gemacht hätten. Keineswegs.
Bester Beleg dafür ist "Bilyavyi Den Vtomyvsya I prytykh (Білявий день втомився і притих)", das jenen Spirit atmet, der Anfang der 1990er Jahre die norwegische Szene groß gemacht hat.
Ihre lyrische Inspiration für das Album haben sich DRUDKH wie üblich, bei ukrainischen Dichtern des frühen zwanzigsten Jahrhunderts geholt. Hier wären vor allem Bohdan Ihor Antonych, Majk Herwasijowytsch Johansen und Pawlo Petrowytsch Fylypowytsch zu nennen.
Fazit: "They Often See Dreams About the Spring" ist ein kraftvolles Statement der musikalischen Klasse von DRUDKH. (JK)
9 von 10
https://www.facebook.com/Drudkh.Official
https://drudkh.bandcamp.com/
Abonnieren
Posts (Atom)













