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Donnerstag, 21. Juni 2018
Donnerstag, 31. Mai 2018
Konzertbericht ENSIFERUM + EX DEO + WIND ROSE - 4.5.2018 Backstage/München
ENSIFERUM'S Path to Glory mit Stopp im Münchner Backstage: Drei Bands (WIND ROSE & EX DEO & ENSIFERUM) + drei Themen (Mittelerde, Rom, Pagansism = dreifacher Gewinn für alle Beteiligten
Den Abend eröffnen dürfen heute die fünf Italiener von WIND ROSE.
Allerdings erwecken sie eher den Eindruck, direkt aus Mittelerde zu
kommen, genauer gesagt, vom Berg Erebor, als aus dem Stiefelland. Laut Bandpage hat sich die Band komplett den Zwergenthema aus Tolkiens "Der Hobbit" verschrieben.
Musikalisch setzen WIND ROSE das Ganze mit epischen Folk Metal um, und können damit relativ schnell das
Münchner Publikum auf ihre Seite ziehen.
Da ist es dann auch egal, ob
eine symphonische Schlachtenhymne ("Rebel and Free"), oder ein fröhliches
Trinklied ("Drunken Dwarves") angeboten wird, hier für jeden etwas dabei. Eine insgesamt energiegeladene Performance trägt ihr übriges dazu bei, dass die Zwerge zwischen jedem Song mit tosendem Applaus belohnt werden. Den haben sie sich aber
auch mehr als verdient, alleine schon deswegen, weil sie der brütenden Hitze in der Halle in ihren schweren
fellbepackten Rüstungen trotzen und von Anfang bis Ende Gas geben. Gegen Ende der Show werden dann auch noch die Fans der etwas härteren
Gangart bedient, gibt es bei "To Erebor"
doch nun auch noch ein paar Growls zu hören. Als die Band ihren kurzweiligen
40 Minuten Auftritt mit "The Breed of Durin" beendet, haben sie ihren Job als Anheizer aller Ehren wert erfüllt. (RH)
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| WIND ROSE (© by metal-is-forever-alive) |
Nachdem die wildgewordene Dwarf Horde aus Pisa ihren Gig beendet hat, setzt sofort emsiges Treiben auf der Bühne ein, gibt es nun doch viel zu erledigen. Binnen Minuten soll/muss nun das Kunststück vollbracht werden, die Bühne von "Mittelerde" in "Ancient Rome" zu verwandeln. Überraschenderweise kann relativ schnell Vollzug gemeldet werden, sodass die Legionäre von EX DEO bereits um kurz nach 19.30 Uhr einmarschieren können.
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| EX DEO (© by metal-is-forever-alive) |
Zu den Klängen des Intros "Ajattomasta Unesta" betreten
nun ENSIFERUM die Bühne. Dabei steht Gitarrist Markus Toivonen im
Mittelpunkt, während sich die anderen Bandmitglieder noch im
Hintergrund halten.
Nach dem Übergang zum ersten vollwertigen Song "For
Those About to Fight for Metal" nehmen nun alle ihre vorgesehenen Plätze ein. Der Track erweist sich dabei als absoluter
Livehit, der im Refrain von lauten Publikumschören begleitet wird.
Ein toller Einstieg! Genauso geht es mit dem Titeltrack des neuen
Albums "Two Paths" weiter. Live funktioniert dieses Stück sogar
noch besser, als auf Platte. Das konstant hohe Niveau wird mit "Heathen
Horde" und "King of Storms" problemlos gehalten. Im Anschluß daran gönnt sich
Growler/Gitarrist Petri Lindroos erstmal eine kleine Pause und,
und reicht den Staffelstab an den Sami Hinkka und Markus Toivonen weiter, die dann auch gleich mit "Wanderer" den vorläufigen Höhepunkt der
Show setzen. Die Publikumsreaktionen sind dabei so euphorisch, dass
die beiden im Refrain zeitweise von den mitsingenden Fans übertönt
werden. Wie soll man das noch übertreffen? Aber ENSIFERUM haben das
wohl mit einkalkuliert, und direkt danach "Twilight Tavern" in der Setlist
platziert. Damit bringen sie die Menge nun endgültig zum kochen. Spätestens
bei "Lai Lai Hei" wird deutlich, dass ENSIFERUM heute ausschließlich Hits spielen, und es dabei doch tatsächlich schaffen, sich mit
jeden Song erneut zu übertreffen.
Die erste kleine "Verschnaufpause" wird in Form des epischen 13-Minüters "The Longest Journey (Heathen Throne, Part
II)" serviert. Nachdem die Energiereserven wieder aufgefüllt
sind, geht es mit dem harten "Way of the Warrior", nun wieder mit
voller Geschwindigkeit, weiter. Leider kündigt Petri Lindroos danach mit "Into Battle" auch schon den letzten Song an. Doch so schnell wollen die Fans ENSIFERUM natürlich noch nicht gehen lassen und holen die
Band mit unermüdlichen Zugaberufen wieder zurück auf die Bühne.
Petri erlaubt sich dabei noch einen kleinen Spaß, und erscheint,
passend zum heutigen Star-Wars-Day (May the 4th), im
Chewbacca-Kostüm. Anschließend wird dann noch das
unverzichtbare "Iron" gespielt, welches von den üblichen „Da-da-da-da“-Chören
aus dem Publikum begleitet wird. Als Rausschmeißer gibt es dann noch
eine verkürzte Coverversion von GUNS N ROSES "Sweet Child o‘
Mine". (RH)
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| ENSIFERUM (© by metal-is-forever-alive) |
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| ENSIFERUM (© by metal-is-forever-alive) |
Mit dem letzten Akkord vom GUNS N ROSES Gassenhauer im Ohr endet für sämtliche Beteiligten (Bands und Zuschauer), ein in allen belangen positiver Konzertabend, dem in dieser Konstellation am Ende nur ein paar Zuschauer (weit entfernt von ausverkauft) mehr gefehlt haben, um als eines der großen Live-Erlebnisse des Jahres 2018 in die Annalen einzugehen. (JK)
Die Heathen Horde live vor Ort haben Jürgen (JK) und Raphael (RH) begutachtet.
Konzertbericht SCHWARZER ENGEL + THE FRIGHT - 19.3. 2018 München/Backstage
Schwarz ist die Nacht, schwarz deine Seele, schwarz- braun ist hoffentlich nicht die Gesinnung dahinter - SCHWARZER ENGEL in München.
Um kurz vor 7 Uhr haben sich schon
recht viele Menschen vor dem Münchner Backstage versammelt. Das
lässt auf ein gut besuchtes Konzert für SCHWARZER ENGEL hoffen.
Leider stellt sich relativ schnell raus, dass fast alle dieser
Leute auf Einlass für ein Deathcore-Konzert in der Halle nebenan gewartet haben.
Und so muss die Vorband THE FRIGHT mit unspektakulären 20 Zuschauern auskommen. Das scheint die Musiker aber
überhaupt nicht zu stören, als sie mit "Wander Alone"
in ihren 45-minütigen Set einsteigen. Die eingängige Mischung aus Classic
Rock und Gothic Rock kommt bei den Zuschauern gut an. Leider ist der
Gesang von Frontmann Lon Fright wenig bis gar nicht zu hören, was natürlich suboptimal ist, auch weil die Band mit Liedern wie "Edward" oder "Drowned in Red" ein paar Songs im Programm hat, die eigentlich mit ihren schönen düsteren
Gesangspassagen punkten. THE FRIGHT bieten heute Abend eine ausgewogene Mischung von älteren ("Beloved Night") und neueren Songs
("Oblivion"), wobei das aktuellen Album "Canto V" mit sechs
Stücken klar die Nase vorne hat. In der Zwischenzeit sind auch ein paar Zuschauer
mehr gekommen, sodass THE FRIGHT ihre letzten beiden Songs "Bonfire
Night" und "Suicide Sun" nun vor sensationellen 40 Zuschauern spielen können.
Während der folgenden Umbaupause
werden es auch nicht mehr, sodass der Veranstalter und die Bands am Ende wohl mit einem Minus im Portemonnaie nach Hause gehen werden. Trotzdem werden
SCHWARZER ENGEL von den Anwesenden gespannt erwartet. Leider werden
diese Erwartungen gleich beim ersten Song "Krähen an die Macht"
auf eine harte Probe gestellt. Denn das Auftreten von Frontmann Dave
Jason wirkt heute, ob bewusst, oder unbewusst, ziemlich faschomäßig. Seine
Frisur erinnert ein wenig an den bekloppten Österreicher mit dem Oberlippenbart, und dass Dave Jason dabei wie ein Politiker an
einem Rednerpult steht, macht die Sache dabei auch nicht unbedingt besser. Auch weil der zweideutige Songtext missinterpretiert werden kann. Auch bei den
folgenden Tracks, die überwiegend vom neuen Album stammen, kann dieser Eindruck leider nicht gänzlich ausgeräumt werden, auch wenn bei Tracks wie "Sinnflut"
oder "Gott ist im Regen" wenigstens keine textlichen Brücken gebaut werden.. Zum ersten Mal Licht ins Dunkel kommt mit "Schwarze
Sonne", welches von den meisten Fans mitgesungen wird.
Inzwischen hat sich Daves Frisur, vermutlich durch den Schweiß, ein wenig gelockert, was dazu führt, dass nun auch optisch etwas durchgeatmet werden darf. Nach "Himmelwärts" und "Unheil"gibt es einen fliegenden Bühnenumbau, auch das
Rednerpult wird nun entfernt. Auch tritt Dave Jason ab jetzt wieder wie gewohnt auf. Dadurch, dass
jetzt auch viel mehr Platz auf der kleinen Bühne ist, können nun auch die
anderen Bandmitglieder etwas in den Vordergrund treten. Musikalisch geht es nun Schlag auf Schlag. Ein Hit "Hymne für den
Tod", "Geister und Dämonen", "Der schwarze Engel (Herr der Krähen)" folgt auf den anderen "Traum einer Nacht". Mittlerweile kommuniziert Dave nun auch "normal" mit dem Publikum, und man sieht ihm den Spaß dabei an.
Erstaunlich, wie sich seine Personality in so kurzer Zeit, so stark
ändern kann! Nach ein paar neueren Songs (u.a. "Futter für die See") und
wenigen älteren Songs (u.a. "Psycho-Path"), ertönt mit "Ritt
der Toten" nun bereits der letzte Song des Abends. Den Zuschauern ist das natürlich noch
lange nicht genug. Die Band lässt sich nicht lange bitten, und die
Instrumentalfraktion erscheint zügig wieder auf der Bühne. Da
jedoch Sänger Dave noch nicht wieder da ist, gibt es erst mal ein Basssolo zu hören. Mit "Krähenzeit" folgt dann (wieder komplett) einer ihrer härtesten Songs. Da es nun aber wirklich auf das
Ende der Show zugeht, passt auch ein trauriger Song, wie "Wenn mein Herz
zerbricht" perfekt ins Bild. Ohne die "Königin der Nacht"
kann natürlich kein SCHWARZER ENGEL Konzert enden, und so gibt es diesen Klassiker auch noch zu hören. Gleich danach
findet sich die komplette Band am Merch-Stand ein, um mit den Fans
Fotos zu machen, und Autogramme zu geben. (RH)
Einer der wenigen Anwesenden bei diesem Gig war unser Raphael (RH)
Einer der wenigen Anwesenden bei diesem Gig war unser Raphael (RH)
Donnerstag, 17. Mai 2018
LEE AARON / "Diamond Baby Blues" / Label: Metalville - Rough Trade / 12 Tracks / 51:03 Min
Männer wollen immer die erste Liebe einer Frau sein. Frauen haben in diesen Dingen mehr Gefühl: Sie möchten die letzte Liebe eines Mannes sein. (Oscar Wilde)
Karen Lynn Greening, der fleischgewordene feuchte Traum männlicher Metal-Teenager der 1980er Jahre, meldet sich mit "Diamond Baby Blues", dem zweiten Longplayer nach ihrem Comeback zurück und legt dabei nicht nur ihre rockige, sondern, wie es schon der Albumtitel vermuten lässt, auch ihre bluesige Seite offen.
Wer der Werdegang der Kanadierin in letzter Zeit mitverfolgt hat, für den ist "Diamond Baby Blues" zudem der zweite Beweis (nach "Fire and Gasoline") dafür, dass die ehemalige Metal-Queen den Spaß an rockigen Klängen für sich wiederentdeckt hat und (gottlob) nicht länger mehr gewillt ist, Jazz-Klänge auf die Menschheit loszulassen.
Im Kern ist "Diamond Baby Blues", wie schon erwähnt, also ein bluesig angehauchtes Album, welches aber auch verschiedenste Einflüsse und Epochen der Rockmusik miteinander verbindet.
Richtig rockig geraten sind beispielsweise die ersten beiden Tracks ("Diamond Baby", "Mistreated") des Albums, bei denen LEE AARON nicht nur zeigen kann, dass sie es stimmlich immer noch drauf hat, sondern auch noch in der Lage ist, Fans ihrer Frühwerke zufrieden zu stellen. Vor allem bei ihrer Version der DEEP PURPLE Nummer "Mistreated" zeigt sich, dass LEE AARON im Lauf der Jahre nichts von dem verlernt hat, was sie in den 1980er Jahren bekannt gemacht hat.
Überhaupt kann man das gesamte Album als in den 1960er/-70er/-80er Jahren geerdet bezeichnen. So finden sich neben einer typisch 80er Jahre angehauchten Ballade ("Best Thing") auch noch weitere Coverversionen auf dem Album, die ihren Ursprung allesamt in den rockigen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts haben.
Als da wären: "I'm a Woman" (KOKO TYLOR), "My Babe" (LITTLE WALTER), "You're No Good (LINDA RONSTADT), "Hard Road" (STEVIE WRIGHT) und "Black Cat" (JANET JACKSON).
Da auch die meisten der wenigen Eigenkompositionen ihren Charme haben, wie beispielsweise "American High", kann man LEE AARON nun endgültig wieder jedem (gemäßigten) Rock Fan empfehlen, ohne dafür die Jazz-Krätze an den Hals gewünscht zu bekommen. (JK)
7 von 10
http://www.leeaaron.com/
Karen Lynn Greening, der fleischgewordene feuchte Traum männlicher Metal-Teenager der 1980er Jahre, meldet sich mit "Diamond Baby Blues", dem zweiten Longplayer nach ihrem Comeback zurück und legt dabei nicht nur ihre rockige, sondern, wie es schon der Albumtitel vermuten lässt, auch ihre bluesige Seite offen.
Wer der Werdegang der Kanadierin in letzter Zeit mitverfolgt hat, für den ist "Diamond Baby Blues" zudem der zweite Beweis (nach "Fire and Gasoline") dafür, dass die ehemalige Metal-Queen den Spaß an rockigen Klängen für sich wiederentdeckt hat und (gottlob) nicht länger mehr gewillt ist, Jazz-Klänge auf die Menschheit loszulassen.
Im Kern ist "Diamond Baby Blues", wie schon erwähnt, also ein bluesig angehauchtes Album, welches aber auch verschiedenste Einflüsse und Epochen der Rockmusik miteinander verbindet.
Richtig rockig geraten sind beispielsweise die ersten beiden Tracks ("Diamond Baby", "Mistreated") des Albums, bei denen LEE AARON nicht nur zeigen kann, dass sie es stimmlich immer noch drauf hat, sondern auch noch in der Lage ist, Fans ihrer Frühwerke zufrieden zu stellen. Vor allem bei ihrer Version der DEEP PURPLE Nummer "Mistreated" zeigt sich, dass LEE AARON im Lauf der Jahre nichts von dem verlernt hat, was sie in den 1980er Jahren bekannt gemacht hat.
Überhaupt kann man das gesamte Album als in den 1960er/-70er/-80er Jahren geerdet bezeichnen. So finden sich neben einer typisch 80er Jahre angehauchten Ballade ("Best Thing") auch noch weitere Coverversionen auf dem Album, die ihren Ursprung allesamt in den rockigen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts haben.
Als da wären: "I'm a Woman" (KOKO TYLOR), "My Babe" (LITTLE WALTER), "You're No Good (LINDA RONSTADT), "Hard Road" (STEVIE WRIGHT) und "Black Cat" (JANET JACKSON).
Da auch die meisten der wenigen Eigenkompositionen ihren Charme haben, wie beispielsweise "American High", kann man LEE AARON nun endgültig wieder jedem (gemäßigten) Rock Fan empfehlen, ohne dafür die Jazz-Krätze an den Hals gewünscht zu bekommen. (JK)
7 von 10
http://www.leeaaron.com/
Sonntag, 6. Mai 2018
DRUDKH / "They Often See Dreams About the Spring" / Label: Season of Mist / 5 Tracks / 43:30 Min
Horch! Wie brauset der Sturm und der schwellende Strom in der Nacht hin! Schaurig süßes Gefühl! Lieblicher Frühling, du nahst" (Ludwig Uhland)
Manche Bands meinen, dass die Knüppel-aus-dem-Sack Methode am ehesten zum Black Metal passen würde, andere hingegen meinen, dass es nicht schaden kann, wenn man subtiler zu Werke geht.
Beide Lager haben ihre Anhänger. Selten aber finden beide Seiten zusammen, sodass es in sich stimmig ist und den Augenblick überlebt. Allerdings bestätigen wie üblich auch hier ein paar Ausnahmen die Regel: Als Paradebeispiel dürfen ENSLAVED herhalten.
Aber auch das mysteriöse Quartett aus Charkiw in der Ukraine, von dem weder Interviews noch Bildmaterial existiert, kann man diesem elitären Zirkel zurechnen: DRUDKH
Ähnlich wie ENSLAVED verstehen es die Ukrainer verschiedenste Elemente so zusammenzufügen, dass am Ende eines jeden Hördurchgangs, nichts als Begeisterung beim Hörer zurückbleibt.
Hymnische Momente treffen auf melodiöse Leichtigkeit, düsteres Black Metal Riffing auf wohl durchdachte progressive Strukturen. Verbindendes Element ist allenthalben, eine mal drückende, mal fordernde Atmosphäre, die latent an die besten Momente von BURZUM erinnert.
Durch das Zurückfahren der Folkelemente, die bei vorherigen Veröffentlichungen eine noch größere Rolle gespielt haben, ist es DRUDKH diesmal zudem gelungen, mehr Intensivität in die Songs zu trasportieren, was letztendlich dazu geführt hat, dass "They Often See Dreams About the Spring" deutlich mehr schwarzmetallische Kraft in sich birgt.
Trotzdem bleiben ausgiebige Doublebassattacken eher die Ausnahme, was aber nicht bedeutet, dass DRUDKH es sich diesmal im Mid-Tempo gemütlich gemacht hätten. Keineswegs.
Bester Beleg dafür ist "Bilyavyi Den Vtomyvsya I prytykh (Білявий день втомився і притих)", das jenen Spirit atmet, der Anfang der 1990er Jahre die norwegische Szene groß gemacht hat.
Ihre lyrische Inspiration für das Album haben sich DRUDKH wie üblich, bei ukrainischen Dichtern des frühen zwanzigsten Jahrhunderts geholt. Hier wären vor allem Bohdan Ihor Antonych, Majk Herwasijowytsch Johansen und Pawlo Petrowytsch Fylypowytsch zu nennen.
Fazit: "They Often See Dreams About the Spring" ist ein kraftvolles Statement der musikalischen Klasse von DRUDKH. (JK)
9 von 10
https://www.facebook.com/Drudkh.Official
https://drudkh.bandcamp.com/
Manche Bands meinen, dass die Knüppel-aus-dem-Sack Methode am ehesten zum Black Metal passen würde, andere hingegen meinen, dass es nicht schaden kann, wenn man subtiler zu Werke geht.
Beide Lager haben ihre Anhänger. Selten aber finden beide Seiten zusammen, sodass es in sich stimmig ist und den Augenblick überlebt. Allerdings bestätigen wie üblich auch hier ein paar Ausnahmen die Regel: Als Paradebeispiel dürfen ENSLAVED herhalten.
Aber auch das mysteriöse Quartett aus Charkiw in der Ukraine, von dem weder Interviews noch Bildmaterial existiert, kann man diesem elitären Zirkel zurechnen: DRUDKH
Ähnlich wie ENSLAVED verstehen es die Ukrainer verschiedenste Elemente so zusammenzufügen, dass am Ende eines jeden Hördurchgangs, nichts als Begeisterung beim Hörer zurückbleibt.
Hymnische Momente treffen auf melodiöse Leichtigkeit, düsteres Black Metal Riffing auf wohl durchdachte progressive Strukturen. Verbindendes Element ist allenthalben, eine mal drückende, mal fordernde Atmosphäre, die latent an die besten Momente von BURZUM erinnert.
Durch das Zurückfahren der Folkelemente, die bei vorherigen Veröffentlichungen eine noch größere Rolle gespielt haben, ist es DRUDKH diesmal zudem gelungen, mehr Intensivität in die Songs zu trasportieren, was letztendlich dazu geführt hat, dass "They Often See Dreams About the Spring" deutlich mehr schwarzmetallische Kraft in sich birgt.
Trotzdem bleiben ausgiebige Doublebassattacken eher die Ausnahme, was aber nicht bedeutet, dass DRUDKH es sich diesmal im Mid-Tempo gemütlich gemacht hätten. Keineswegs.
Bester Beleg dafür ist "Bilyavyi Den Vtomyvsya I prytykh (Білявий день втомився і притих)", das jenen Spirit atmet, der Anfang der 1990er Jahre die norwegische Szene groß gemacht hat.
Ihre lyrische Inspiration für das Album haben sich DRUDKH wie üblich, bei ukrainischen Dichtern des frühen zwanzigsten Jahrhunderts geholt. Hier wären vor allem Bohdan Ihor Antonych, Majk Herwasijowytsch Johansen und Pawlo Petrowytsch Fylypowytsch zu nennen.
Fazit: "They Often See Dreams About the Spring" ist ein kraftvolles Statement der musikalischen Klasse von DRUDKH. (JK)
9 von 10
https://www.facebook.com/Drudkh.Official
https://drudkh.bandcamp.com/
Sonntag, 29. April 2018
Konzertbericht PRIMORDIAL + MOONSORROW + DER WEG EINER FREIHEIT - 25.4.2018 München / Backstage
Heathen Crusade Tour - PRIMORDIAL gemeinsam mit MOONSORROW und DER WEG EINER FREIHEIT auf Seelenfang im Backstage
Während gefühlt halb München an diesem Mittwochabend dem fußballerischen Highlight Bayern München gegen Real Madrid entgegenfieberte und deswegen den Arsch von der heimischen Couch nicht hochbekam, gaben ca. 600 Schwarzkittel im Backstage ein "sportliches" Statement gegen das Couchpotatotum ab. Denn nirgendwo sonst als hier konnte man an diesem Abend mit der Kombi frische Luft (An- und Abreise), Bewegung (Power-Headbanging), erstklassige Unterhaltung (s.o.) punkten - schon gar nicht in der Arena, in der Marcelo und Asensio den Bayern die Petersilie verhagelten.
Ohne Petersilie, dafür mit der hochbegabten Würzburger Truppe DER WEG EINER FREIHEIT eröffnet der Heathen Crusade Tourtross die mittwöchliche Kontraveranstaltung.
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| DER WEG EINER FREIHEIT (© by metal-is-forever-alive) |
Die hauen mit "Einkehr" dann auch gleich zu Beginn kraftvoll auf die Pauke. Rasende Drumbeats und flirrende Gitarren machen gleich zu beginn deutlich, dass der neue bayerische Ministerpräsident Söder (El Marco) mit seiner "In jeden Raum gehört ein christliches Kreuz"-Kampagne hier auf taube Ohren stoßen würde. Wer daran zweifeln sollte, bekommt als nächstes mit "Skepsis Part I" die passende (musikalische) Antwort darauf geliefert. Weiter im Text bzw. auf der Setlist geht es mit "Zeichen", mit dem DER WEG EINER FREIHEIT selbiges setzen, weil kraftvoll, wenn auch nicht mit perfektem Sound, dargeboten. Mit "Requiem" kehren Nikita Kamprad & Co anschließend nochmals zum 2015er Album "Stellar" zurück, bevor mit "Aufbruch" auch schon der letzte Song der 45-minütigen Vorstellung ertönt.
Während der nun folgenden Umbaupause bekommen die Fussballfans zu Hause einen ersten spanischen Nadelstich (Gegentor) verpasst, der dazu führen könnte, dass der diesjährige Tripletraum vorzeitig ausgeträumt sein wird. Im Backstage lebt der Tripletraum jedoch weiter, steht nun doch Teil 2 des heidnischen Dreierleis an: MOONSORROW
Wer die Finnen schon einmal live erleben durfte, der weiß welch' epische Urgewalt die Sorvali Cousins und ihre heidnische Truppe auf die Bühne bringen können. Fellwesten, Trinkhörner, Sackpfeife oder sonstige Kirmesutensilien sucht man hier vergebens - Odin sei Dank! Auch der Flötenschlumpf hat bei MOONSORROW Hausverbot. Ein Umstand, den inzwischen nicht wenige zu schätzen wissen. Dementsprechend lautstark werden die Finnen empfangen, die mit "Pimeä" in ihr Set einsteigen. Es gibt im Metal Business nicht viele Bands, die die Eier haben, mit einem 14 Minuten Track einen Gig zu eröffnen - MOONSORROW jedoch können es sich erlauben, solch einen ausufernden Song zum warm werden anzubieten.
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| MOONSORROW (© by metal-is-forever-alive) |
Es dauert nur wenige Momente und bei den meisten der Anwesenden im Publikum wird der Grundstein für den morgigen Nackenmuskelkater gelegt. In den folgenden 65 Minuten wechseln sich wildes Headbanging und andächtiges Lauschen ab. Auf Konversation wird weitesgehend verzichtet. MOONSORROW zählen ohne Frage sowieso zu der Sorte von Bands, die ihre Musik für sich sprechen lassen können: "Ruttolehto sis. Päivättömän päivän kansa", "Suden tunti", "Kivenkantaja", "Mimisbrunn" und "Kuolleiden maa" haben jeden Menge zum erzählen, der musikalischen Art. Und so werden MOONSORROW nach Ende ihrer Show genauso verabschiedet, wie sie gekommen sind - lautstark.
Während die Fussballfans zuhause, sofern sie Bayern Anhänger sind, ob des zweiten Gegentores, in Schockstarre verfallen sein dürften, kennt die Vorfreude und Euphorie im Backstage keine Grenzen, steht mit PRIMORDIAL doch nun der Headliner in den Startlöchern.
Über PRIMORDIAL muss man wohl nicht viele Worte verlieren, stehen sie doch seit mehr als zwei Jahrzehnten für Qualität, sowohl auf der Bühne, als auch auf Platte.
Ihr letzter Output "Exile Amongst the Ruins" kam erst vor wenigen Tagen auf den Markt, ist aber trotzdem schon in aller Munde. So auch der Opener ("Nail Their Tongues") von besagtem Album, der heute als Opening-Track des heutigen Auftritts ausgesucht wurde und von Anfang an, aus unzähligen Kehlen, leidenschaftlich mitgegröhlt wird.
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| PRIMORDIAL (© by metal-is-forever-alive) |
Überhaupt dreht A.A. Nemtheanga heute auf, wie selten zuvor. Zu seiner von jeher bewegungsfreudigen Art und Weise, gesellt sich heute zudem auch noch die ein oder andere eher ungewohnte Showeinlage (sitzenderweise am Bühnenrand singen, Kniefall, Mikrofonständer verbiegen usw.). Keine Ahnung von welchem Leprechaun der Whiskey gebraut wurde, den Alan heute getrunken haben mag, Fakt ist, die Wirkung ist auf jeden Fall eindrucksvoll. Auch stimmlich wirkt A.A. Nemtheanga heute gefestigter als sonst. Alles zusammen lässt nur einen Schluß zu: PRIMORDIAL sind auf dem Höhepunkt ihres Schaffens angekommen.
Das sehen scheinbar auch sämtliche heute hier Anwesenden so. Egal ob PRIMORDIAL neues Material ("To Hell or the Hangman", "Stolen Years", "Upon Our Spiritual Deathbed") oder die ganz großen Bandhymnen ("As Rome Burns", "The Coffin Ships","Heathen Tribes") raushauen, eines ist ihnen gewiss: Begeisterung.
Nach schweißtreibenden 90 Minuten und dem finalen "Empire Falls", brandet an diesem Mittwoch Abend ein letztes Mal (lautstarker) Applaus auf, während sich die Protagonisten von der Bühne zurückziehen.
Während im Backstage an diesem Abend, ob der hochklassigen Bandauswahl keine Mähne ungeschüttelt blieb und die Besucher der Heathen Crusade Tour zufrieden den Heimweg antreten, dürfte weiter nördlich, in der Münchner Fussball-Arena, die Glückshormone nicht ganz so großzügig ausgeschüttet worden sein.
Den in Rot gewandeten Fussballern bleibt aber immerhin noch das Rückspiel, um die Sache umzubiegen, und damit ihre Anhänger auch in jenen freudigen Zustand zu versetzen, der Metal Fans von jeher Eigen ist. (JK)
Donnerstag, 26. April 2018
Konzertbericht ANGRA + GEOFF TATE'S OPERATION: MINDCRIME + HALCYON WAY + RAVENSCRY - 13.4.2018 München/Backstage
Isarstrand statt Copacabana: ANGRA - Omni Worldtour 2018
Was der Titel des neuesten ANGRA Albums bereits andeutet, die Brasilianer wollen auf der Omni Worldtour "Alles und Jeden" dazu einladen, einem der wenigen Deutschland-Gigs beizuwohnen und mit ihnen zu feiern.
Soweit die Theorie. Die Realität sah jedoch etwas anders aus.
Da half dann auch die Dreifach-Unterstützung in Form von Geoff Tate's OPERATION: MINDCRIME, HALCYON WAY und RAVENSCRY nicht mehr viel, um die Tour in einem hellem Licht erstrahlen zu lassen. Erstgenannter stahl ihnen am Ende gar komplett die Show.
Den Abend eröffnen dürfen heute jedoch die Mailänder RAVENSCRY. Sie spielen sehr harten Progressive Metal mit starken Metalcore-Einflüssen. Sängerin Giulia Stefani greift aber interessanterweise trotz der harten Musik ausschließlich auf klaren Gesang zurück. Dies allerdings auf verschiedenste Art und Weise.
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| RAVENSCRY (© by metal-is-forever-alive) |
Das ändert sich bei HALCYON WAY, der
zweiten Band des Abends, jedoch schlagartig. Denn die fünf
Amerikaner scheinen genau zu wissen, wie man bei Fans und Zuschauern die
bestmöglichen Reaktionen hervorrufen kann. Wie große Rockstars
stürmen sie auf die Bühne und steigen sofort in ihren Set ein, der
heute zu einem nicht unerheblichen Teil aus neuen, noch
unveröffentlichen Songs besteht. Man sieht ihnen den Spaß zu jeder
Sekunde der Show an.
Und so werden es mit jedem Lied mehr Fans in der
Halle. Das ist aber auch kein Wunder, denn HALCYON WAY können auch
musikalisch voll überzeugen. Der thrashige Progressive Metal kommt
beim Publikum zu großen Teilen bestens an. Lediglich die Stimme von Frontmann Steve
Braun ist zu Beginn etwas zu leise, und geht zwischen dem
mehrstimmigen Background-Gesang der beiden Gitarristen und den
unterstützenden Growls von Bassist Skyler Moore etwas unter. Nach
einem Hinweis aus dem Publikum wird das aber unkompliziert behoben,
und so können HALCYON WAY ihre Show bei besten Soundverhältnissen
zu Ende spielen. Nach diesem gelungenen Auftritt dürften sie sicher den
ein oder anderen Fan dazugewonnen haben. (RH)
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| HALCYON WAY (© by metal-is-forever-alive) |
Das haben Geoff Tate und seine OPERATION: MINDCRIME Truppe gar nicht mehr nötig. Und so wird es schon lange vor Beginn ihrer
Show schon richtig eng in den ersten Reihen. Inzwischen
ist es auch weiter hinten in der Halle recht gut gefüllt. Gleich beim ersten Song "Revolution Calling" merkt man, dass die Band um ex-QUENNSRYCHE Sänger Geoff Tate heutzutage niemand mehr von sich überzeugen muss. Lautstarker Jubel unterstreicht dies. Da heute das 1988er Album "Operation: Mindcrime" nahezu in voller Länge aufgeführt wird, ist den
Fans das Song-Material natürlich bestens bekannt - und so werden nicht nur die Refrains lautstark mitgesungen. Im Mittelpunkt der Show steht natürlich
Frontmann Geoff Tate, der heute wirklich fantastisch singt.
Selbst
die höchsten Töne trifft er perfekt. Die anderen Musiker treten
dabei etwas in den Hintergrund und stehen meist in einem Rechteck um
Geoff herum. Nur wenn Gitarrist/Keyboarder Bruno Sa sich hinter sein
drehbares Keyboard stellt, kommt etwas Abwechslung und Bewegung in die Runde. Das
scheint aber niemanden zu stören, die Band wird einfach nach jedem Song euphorisch abgefeiert. Und das obwohl OPERATION: MINDCRIME mit ihrer Hard Rock-lastigen Musik stilistisch in eine ganz
andere Richtung gehen, als die anderen Bands des heutigen Abends!
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| OPERATION:MINDCRIME (© by metal-is-forever-alive) |
Um "Suite Sister Mary" möglichst
authentisch rüberzubringen, lässt sich Geoff bei diesem Track von einer Gastsängerin unterstützen. Bei eingängigen Songs wie "The Needle Lies" oder "Breaking the Silence" konzentriert
sich die Band aber wieder voll auf sich und stellt die Songs wieder in den Mittelpunkt. Für die
wenigen, die mit den Songs nicht ganz so vertraut sind, treten gegen
Ende der Show allerdings ein paar Längen auf, da Geoff
Tate weitesgehend auf Ansagen und Konversation verzichtet. Da der Großteil der heute Anwesenden aber Fans von QUEENSRYCHE und/oder OPERATION: MINDCRIME zu sein scheint, spielt dies keine Rolle. Der tosende Applaus nach "Eyes of a Stranger" zollt nicht nur der stimmlichen Höchstleistung eines Geoff Tate Tribut, sondern stellt zudem die nun folgenden ANGRA vor eine Herkulesaufgabe. (RH)
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| ANGRA (© by metal-is-forever-alive) |
Auch Rafael Bittencourt, Fabio Lione & Co lassen sich vom Zuscherschwund wenig beeindrucken, zumindest äußerlich.
Mit "Nothing to Say" hauen ANGRA zu Beginn dann auch geich mal einen Track raus, der einem keine Zeit mehr lässt, darüber nachzudenken, warum der heutige Auftritt nicht mehr Zuschauer angelockt hat.
Immerhin machen zumindest diejenigen, die den Weg in die Venue gefunden haben und nicht nacht OPERATION: MINDCRIME abgehauen sind, einigermaßen Alarm. Im Vergleich zu den südamerikanischen Jubelarien, welche ANGRA von Konzerten in ihrer brasilianischen Heimat gewohnt sein dürften, ist es aber dennoch nur ein laues Lüftchen, was ihnen hier und heute an Begeisterung entgegengebracht wird. Und so gestalten sich die folgenden knapp 90 Minuten zu einem realtiv zähem Konzerterlebnis, zumindest für jeden, der nicht Die-Hard Fan der Brasilianer ist. Nicht ganz schuldlos an diesem Umstand sind aber keineswegs nur die nicht zahlreich vorhandenen Fans, sondern eben auch ANGRA selbst.
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| ANGRA (© by metal-is-forever-alive) |
Und so gibt es bis auf "Acid Rain" und dem Drumsolo vor "Insania" relativ wenig Höhepunkte, die während dem regulären Part der Show Anlass dazu böten, den heutigen Gig der Brasilianer länger in Erinnerung zu behalten.
Was möglich gewesen wäre, zeigt der exzellente Zugabenblock, der mit dem wohl besten ANGRA Song "Rebirth", dem gänsehautmäßigen QUEENSRYCHE Cover "Silent Lucidity" (gemeinsam mit Geoff Tate) und dem flotten Doppelschlag "Carry On" / "Nova Era" hinten raus all das vereint, was zuvor leider oftmals gefehlt hat. (JK)
Der Abend mit vier sowohl unterschiedlich ausgerichteten, als auch differenziert wahrgenommenen Bands, wurde für euch von Raphael (RH) und Jürgen (JK) unter die Lupe genommen.
DEVASTATIÖN / "Drink With the Devil" / Label: Empire Records / 5 Tracks (EP) / 15:24 Min
Vielleicht ist Leben Tod und Tod Leben, und essen und trinken nur ein Selbstbetrug der Sinne. Denn was ist anderes der Tod als ein ewiger Schlaf, und ist das Leben nicht alles ein Essen und Trinken? (Aristophanes)
Die belgischen Thrash Rabauken DEVASTATIÖN haben bei Empire Records eine neue Labelheimat gefunden. Als ersten Arbeitsnachweis beim ebenfalls aus Belgien stammenden Palattenlabel jagen DEVASTATIÖN eine 5-Track EP durch den Äther: "Drink Withthe Devil".
Geboten wird, wie schon auf den beiden vorangegangenen Alben ("Lether Jack Maniac" von 2011 und "Pussy Juice Blues" von 2015) ein rifflastiger Mix aus Old-School Thrash, etwas Black Metal und dem ein oder anderen Querverweis zur NWoBHM.
Songs wie "Society Will Die", "Drink With the Devil" oder "Defillement" sind zwar allesamt nicht innovationspreisverdächtig, machen aber trotzdem jede Menge Spaß.
Das liegt zum einen daran, dass DEVASTATIÖN nur seltenst den Fuß vom Gaspedal nehmen, aber eben auch daran, dass es die Belgier schaffen, mit Abwechslung (im kleinen Rahmen) und mit eingängigen Refrains (allgegenwärtig) den Hörer bei Laune zu halten.
Wem ehrwürdige Bands wie beispielweise MANDATOR, HALLOWS EVE oder SADUS heutzutage noch was sagen, der dürfte mit DEVASTATIÖN einen fetten Fisch an Land ziehen.
Wem das immer noch nicht genügt, dem sein gesagt, dass auch der deutsche Michel in Form von (frühen) KREATOR auf "Drink With the Devil" durchgängig sein Unwesen treibt.
Fazit: Kurz, knackig, kompromisslos - DEVASTATIÖN lassen die 80er Jahre aufleben. (JK)
7.5 von 10
LINE-UP
Matthieu Brasseur – Vocals
Tim Matthijs – Guitars
Maarten De Zutter - Bass
Tom Heynssens - Drums
https://www.facebook.com/devastation.be
https://www.facebook.com/empirerecordsbe
Die belgischen Thrash Rabauken DEVASTATIÖN haben bei Empire Records eine neue Labelheimat gefunden. Als ersten Arbeitsnachweis beim ebenfalls aus Belgien stammenden Palattenlabel jagen DEVASTATIÖN eine 5-Track EP durch den Äther: "Drink Withthe Devil".
Geboten wird, wie schon auf den beiden vorangegangenen Alben ("Lether Jack Maniac" von 2011 und "Pussy Juice Blues" von 2015) ein rifflastiger Mix aus Old-School Thrash, etwas Black Metal und dem ein oder anderen Querverweis zur NWoBHM.
Songs wie "Society Will Die", "Drink With the Devil" oder "Defillement" sind zwar allesamt nicht innovationspreisverdächtig, machen aber trotzdem jede Menge Spaß.
Das liegt zum einen daran, dass DEVASTATIÖN nur seltenst den Fuß vom Gaspedal nehmen, aber eben auch daran, dass es die Belgier schaffen, mit Abwechslung (im kleinen Rahmen) und mit eingängigen Refrains (allgegenwärtig) den Hörer bei Laune zu halten.
Wem ehrwürdige Bands wie beispielweise MANDATOR, HALLOWS EVE oder SADUS heutzutage noch was sagen, der dürfte mit DEVASTATIÖN einen fetten Fisch an Land ziehen.
Wem das immer noch nicht genügt, dem sein gesagt, dass auch der deutsche Michel in Form von (frühen) KREATOR auf "Drink With the Devil" durchgängig sein Unwesen treibt.
Fazit: Kurz, knackig, kompromisslos - DEVASTATIÖN lassen die 80er Jahre aufleben. (JK)
7.5 von 10
LINE-UP
Matthieu Brasseur – Vocals
Tim Matthijs – Guitars
Maarten De Zutter - Bass
Tom Heynssens - Drums
https://www.facebook.com/devastation.be
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Mittwoch, 18. April 2018
Sonntag, 15. April 2018
DARK EASTER METAL MEETING 2018 - 31.3. + 1.4.2018 München/Backstage
Corpsepaint, Menschenmassen und brennende Vorhänge: DARK EASTER METAL MEETING 2018
Ostern. Über die Herkunft des deutschen Wortes gibt es verschiedene Theorien: Im 8. Jahrhundert hat Beda Venerabilis die Herkunft auf die angelsächsische Morgengöttin Eostra zurückgeführt. Eine weitere Theorie verdächtigt die phönizische Fruchtbarkeitsgöttin Astarte, die der babylonischen Göttin Ischtar entsprach. Andere wiederum behaupten, dass nur der Eier hat, der am Wochenende nach Karfreitag ins Backstage pilgert, um, wie es seit Jahren Tradition ist, seine schwarzmetallischen Götter zu huldigen.
Wie dem auch sei, die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz, oder in diesem Fall auf der Bühne. Erstmals werden auf dem Dark Easter Metal Meeting (DEMM) drei Bühnen an beiden Tagen bespielt. Dieser Umstand und ein Billing der Extraklasse haben wohl (mit) dazugeführt, dass das Festival schon Wochen vor Beginn restlos ausverkauft war.
TAG 1 - Samstag
EWIGEIS
Mit dem halbstündigen Auftritt von EWIGEIS eröffnet das Dark Easter Metal Meeting 2018.
Was für das Festival der Startschuß ist, bedeutet für das Duo aus Schwabhausen das Ende - ist es heute doch der letzte Auftritt von EWIGEIS, die sich im Anschluß daran auflösen. Zehn Jahre haben sich Saat und Angsul durch den schwarzmetallischen Untergrund gerumpelt - ohne dabei für Furore zu sorgen. Ähnlich verhält es sich heute: Es wird geknüppelt, es wird gekrächzt und die Riffs sind nordisch angehaucht - doch Stimmung will nicht so richtig im Club aufkommen. Zu belanglos wirkt das Ganze, sodass höchstwahrscheinlich nur Die-Hard-Fans dem Duo eine Träne nachweinen werden. (JK)
UNLIGHT
Ganz anders als noch zuvor bei EWIGEIS verhält sich nun die Sachlage bei UNLIGHT. Mit ihrem feinem Mix aus Black Metal und Thrash treffen die Schwarzwälder bei den meisten der Anwesenden, wie es scheint, voll ins Schwarze. War zu Beginn des Sets noch eine leicht abwartende Haltung des Pulikums auszumachen, steigt die Zustimmung nun minütlich.
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| UNLIGHT (© by metal-is-forever-alive) |
LEBENSSUCHT
Als nächstes folgt im Club eine kleine Premiere: LEBENSSUCHT spielen zum allerersten Mal in München. Dementsprechend voll ist es - brechend voll genauer gesagt! Geboten wird Depressive Black Metal und ganz viel Blut.
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| LEBENSSUCHT (© by metal-is-forever-alive) |
DARK FORTRESS
Mit DARK FORTESS folgt nun das erste schwarzmetallische Highlight des noch jungen Tages. Die Truppe aus Landshut hat nicht nur wegen ihres Gitarristen V. Santura, der auch bei TRIPTYKON sechs Saiten bespielt, bei den meisten Schwarzkitteln einen Stein im Brett.
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| DARK FORTRESS (© by metal-is-forever-alive) |
In der Folge gibt es einen repräsentativen Querschnitt aus zwei Dekaden DARK FORTRESS auf die Lauscher. Als besonderes Festival-Schmankerl gibt es mit "Misanthropic Invocation" und "Blood of the Templars" sogar zwei ältere Perlen zu hören, die in letzter Zeit eher selten bis gar nicht mehr auf einer Setlist zu finden waren. Und so gestalten sich die insgesamt 40 Minuten zu einem kleinen Siegeszug von DARK FORTESS in München, bei dem es nur zu bemängeln gab, dass der Sound nicht über Mittelmaß hinaus kam. (JK)
SUN OF THE SLEEPLEES
Vor zwei Jahren war Schwadorf (Markus Stock) noch mit THE VISION BLEAK auf dem DEMM, heuer beehrt er mit SUN OF THE SLEEPLESS die bayerische Landeshauptstadt. Als vor einigen Monaten endlich der erste Longplayer dieses Projekts veröffentlicht wurde, war die Begeisterung, ob des starken Materials, bei Fans und Presse groß. Und so ist es kein Wunder, dass die Halle schon Minuten vor Beginn der Show aus allen Nähten platzt. Als besonderen Blickfang haben SUN OF THE SLEEPLESS mehrere Fakeln auf der Bühne und einen am Bühnerand platzierten Kerzenleuchter samt Räucherschale ausgewählt.
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| SUN OF THE SLEEPLESS (© by metal-is-forever-alive) |
Das Hauptaugenmerk der insgesamt beeindrukenden Show legen SUN OF THE SLEEPLESS auf "To the Elements", was fast komplett dargeboten wurde. Der Höhepunkt des Auftritts (positiv wie negativ) waren allerdings die letzten Minuten der Show, in denen zum einen SUN OF THE SLEEPLESS "Phoenix Rise" gänsehautmäßig zockten und zum anderen, ein nicht mehr ganz so nüchternes weibliches (!) Wesen Aufmerksamkeit bekam. Zuerst ging von ihr in der ersten Reihe eine Keilerei aus, und im Anschluß daran wollte sie seelenruhig zuvor erwähnte Bühnedeko als Souvenir einkassieren. Das Ende vom Lied: Bühnenvorhang in Flammen, hektisches Hantieren mit Feuerlöschern auf der Bühne und ein Gig der definitiv in Erinnerung bleiben wird. (JK)
BETHLEHEM
Ohne kokelnde Vorhänge geht es nun im Werk mit den ungekrönten Königen der deutschen Depressive Black Metal Szene weiter: BETHLEHEM.
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| BETHLEHEM (© by metal-is-forever-alive) |
Am Ende steht das Backstage zwar nicht Kopf, ist aber immerhin zu großen Teilen aus dem Häuschen, was letztendlich an der beeindruckenden stimmlichen Darbietung von Onielar lag und an der edel zusammengestellten Setlist. (JK)
SHINING
Im selben Takt geht es weiter, nun aber auf schwedisch und mit noch viel mehr selbstzerstörerischer Lyrik, als noch zuvor bei BETHLEHEM. Niklas Kvarforth, der mit seiner Truppe für TAAKE, die im Vorfeld abgesagt hatten, eingesprungen ist, weiß definitiv die Klaviatur des fleischgewordenen Wahnsinns eindrucksvoll zu spielen - eigentlich. Keine Ahnung was Kvarforth im Vorfeld des Festivals getrieben hat (Töpfern? - Schwimmen mit Delphinen? - Kreuzworträtsel?), Fakt ist, so handzahm (für seine Verhältnisse) wie heute, hat man ihn selten erlebt.
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| SHINING (© by Sabine Thiele Foto) |
ENISUM
Während sich ein paar Meter weiter bei AGRYPNIE die Zuschauermassen stapeln, ist es bei ENISUM im kleinen Club noch halbwegs erträglich, zumindest was das Thema Bewegungsfreiheit betrifft. Musikalisch dagegen bieten die Italiener Black Metal der schwer verdaulicheren Art an. Mal atmsophärisch, mal episch, dann wieder vertrackt und beinhart - ENISUM verbinden verschiedenste Puzzelteile zu einem Gesamtbild, was den Zugang dazu aber nicht unbedingt einfacher macht. Auch die Vocals sind alles andere als Konfektionsware. Passend zum textlichen Kontext der Songs haben ENISUM das Thema Natur auch bei der Bühnendeko aufgegriffen, was das ein oder andere Ast eines ehemals stolzen Baumes auf der Bühne bezeugen kann. (JK)
BLOODBATH
Als Headliner des ersten Tages sind BLOODBATH gesetzt. Da sich die Supergroup des Death Metal, die sich aus Musikern von KATATONIA, OPETH und PARADISE LOST zusammensetzt, in der Regel realtiv rar macht, was Live-Auftritte betrifft, ist der Publikumsandrang groß.
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| BLOODBATH (© by metal-is-forever-alive) |
AURA NOIR
Was hatten wir heute noch nicht? Thrash! Also schnell rüber in die mittlere Halle, um gemeinsam mit AURA NOIR diese Bildungslücke zu schließen. Wobei die Norweger selbstverständlich keinen lupenreinen Thrash-Metal zocken.
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| AURA NOIR (© by metal-is-forever-alive) |
TAG 2 - Sonntag
IMPURE WILHELMINA
Für uns von metal-is-forever-alive beginnt der zweite Festivaltag mit der wohl ungewöhnlichsten Band im diesjährigen Lineup: IMPURE WILHELMINA
Die Schweizer, obwohl schon seit 1996 aktiv, dürften sich bei den meisten der Anwesenden bis vor kurzem unter dem Radar bewegt haben, was hauptsächlich an der musikalischen Ausrichtung der Truppe liegen dürfte. Anfänglich spielten die Schweizer nämlich "nur" einen Mix aus Sludge und (Post-)Hardcore. Inzwischen haben IMPURE WILHELMINA ihren Stilmix aber noch um die Zutaten Doom, Alternative Rock und Black Metal (in homöopatischen Dosen) erweitert.
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| IMPURE WILHELMINA (© by metal-is-forever-alive) |
NOVEMBRE
Als nächstes steht das erste Doomerlebnis des Festivals an. Die Italiener von NOVEMBRE kann man ohne zu übertreiben, als Dinosaurier der europäischen Szene bezeichnen. Immerhin existieren sie schon seit 1993, bzw. seit 1990, damals allerdings noch unter anderem Namen (CATACOMB). Ob es am aus der Zeit gefallenen Bühneoutfit von Carmelo Orlando (kleidungstechnisch irgendwo in der Mitte von Guildo Horn und Ronnie James Dio) lag, dass kaum Stimmung im Publikum aufkommen wollte, ist spekulativ. Musikalisch hätte die 45-minütige Darbietung auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit und Hingabe seitens der Festivalbesucher verdient gehabt. So aber bleiben NOVEMBRE am Ende für alle, die den Weg ins Werk gefunden hatten (nicht allzu viele), ein Erlebnis außer Konkurrenz. (JK)
ANOMALIE
Hatte man eben im Werk noch so viel Platz, wie man wollte, stehen hier in der Halle die Massen nun wieder dicht an dicht. Die Österreicher genießen (überregional) einen vorzüglichen Ruf, auch als Live-Band.
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| ANOMALIE (© by metal-is-forever-alive) |
SECRETS OF THE MOON
Als zweiter Act am heutigen Sonntag dürfen SECRETS OF THE MOON im großen Werk auf die Bühne. Wie wandlungsfähig man als Band sein kann und dabei dennoch seine schwarzen Wurzeln nicht verleugnen muss, beweisen die Osnabrücker nicht erst seit ihrem letzten Output "Sun". Mit ihrem atmosphärisch angehauchtem Black Metal, der auch immer wieder die entspannten Randgebiete der Zunft mit einbezieht, hat sich die Truppe um sG in den letzten Jahren eine breite Fanbasis erspielt. Auch heute präsentiert sich das Werk sehr gut gefüllt, als SECRETS OF THE MOON um 17.20 Uhr beginnen.
Die Stimmung bleibt allerdings (zumeist) hinter den Erwartungen zurück, was daran gelegen haben mag, dass SECRETS OF THE MOON größtenteils auf neueres, anspruchsvolleres Material gesetzt hatten. Ein Umstand, der dazu führte, dass weniger die Mähnen geschüttelt wurden, sondern die Zuhörerschaft dazu "gezwungen" wurde, sich mehr auf die Musik zu konzentrieren. Meiner Meinung nach eine etwas gewagte Aktion, bei einer Nettospielzeit von gerade einmal 50 Minuten, auf einem Festival, bei dem sich das Publikum überwiegend den Ohrenschmalz aus den Lauschern pusten lassen möchte. Kurz vor Ende der Show hauen SECRETS OF THE MOON dann allerdings noch "Lucifer Speaks" raus und versöhnen damit, den ein oder anderen Fan der Frühwerke. (JK)NAGLFAR
Anschließend wird es am zweiten Festivaltag zum ersten Mal richtig kultig: NAGLFAR geben sich die Ehre. Wie es scheint, sind die Schweden für viele der Anwesenden der heimliche Headliner des Tages. Bis auf den letzten Platz (und darüber hinaus) ist das Werk gefüllt, und sämtliche Zuschauer bis in die Haarspitzen motiviert.
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| NAGLFAR (© by metal-is-forever-alive) |
THAW
Im kleineren Rahmen, dafür nicht weniger intensiv, geht es nun im Club weiter. Bereits Minuten vor Beginn der Show von THAW strömen die Zuschauer in die kleine Location. Ein Umstand, der etwas überrascht. Immerhin spielen zeitgleich DOOL nebenan. Wie es scheint, haben die Polen ein Standing in der Szene, was so nicht zu erwarten war. Verspricht ihr sperrig anmutender Noise/Sludge/ Black Metal Mix doch keineswegs einfach zu konsumierende Kost. Wer gekommen ist, hat sich, wie es scheint, die Polen mit voller Absicht ausgesucht und weiß dementsprechend auch, was ihn erwartet. So stören sich auch die wenigsten daran, dass black-metal-unüblich, Synthesizer und andere technische Spielereien auf der Bühne die Hauptrolle spielen. Mit ihren mächtigen Riffs und den teils hypnotisch wirkenden Soundelemten schaffen es THAW vielmehr, den knapp 40-minütigen Auftritt so zu gestallten, dass im Club eine elektrisiernde Stimmung aufkommt, die mal beschwörend, mal vernichtend, Geist und Körper alles abverlangt. Kurz bevor es für die Zuschauer zu anstrengend werden droht, ziehen THAW den Stecker und gönnen dem Publikum einige Momente zum durchatmen, bevor es im Werk mit dem nächsten Highlight weitergeht. (JK)
BELPHEGOR
Mit dem Auftritt der diabolsichen Österreicher bekommt das DEMM nun einen Auftritt verpasst, der zum Festival passt, wie die berühnte Faust auf's Auge - nihilistisch, durchweg satansich und dabei keine Scheu, die Death Metal Sau rauszulassen, oder anders ausgedrückt - pure fuckin' BELPHEGOR.
Weil sich die Truppe um Zeremonienmeister Helmuth auf deuschen Bühnen in letzter Zeit realtiv rar gemacht hat, ist der Fanandrang nun gewaltig. Gefühlt jeder Ticketinhaber strömt nun ins Werk, um sich von BELPHEGOR eine akustische und visuelle Abreibung abzuholen. Als Startschuß für das ketzerische Osterritual jagen BELPHEGOR "Totenritual" durch die Boxen und lassen damit von Beginn an keinen Zweifel daran, wer nun Herr im Haus ist. Die Botschaft von Helmuth: "...God is not here tonight" unterstreicht dies zudem noch. In den folgenden 50 Minuten knüppeln sich BELPHEGOR durch 25 Jahre Bandgeschichte und lassen dabei das Herz eines jeden Extrem Metal Fans aufgehen. Kurz vor Ende der Show kommt dann auf einmal Unruhe im Publikum auf und viele verlassen fluchtartig das Werk. Dieses despektierliche Verhalten hatte aber in keinster Weise etwas mit dem erstklassigen Auftritt von BELPHEGOR zu tun, sondern war einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass nebenan UADA in den Startlöchern standen. Also schnell den alten Helden applaudiert und sich der Massenwanderung, hin zur Halle, angeschlossen. (JK)
UADA
Mit tief über den Kopf und das Gesicht gezogenen Kapuzen betreten UADA um kurz vor 22 Uhr die Bühne in der brechend vollen Halle, der mittleren Location im Backstage.
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| UADA (© by Sabine Thiele Foto) |
Wie ein Blitz aus heiterem Himmel ist vor einigen Monaten die Debüt-EP ("Devoid of Light") der Amerikaner in die schwarze Gemeinde eingeschlagen. Dass der Hype um die Kapuzenmänner aus Oregon/USA keine Eintagsfliege zu werden droht, kann man schon jetzt vorhersagen. Denn selten hat man eine Newcomer-Band so souverän auftreten sehen: Neben einem perfekt aufeinander abgestimmten Stageacting (selbstverständlich konform zur Black Metal Attitüde) und einer minimalistischen Lightshow, verstanden es UADA, mit einer an Perfektion grenzender Leichtigkeit, die teils überlangen Tracks ihrer beiden Veröffentlichungen (die Setlist zierten auch Tracks vom kommenden Longplayer "Cult of a Dying Sun") genauso druckvoll und detailverliebt umzusetzen, dass einem, im von der Bühne ausgehenden Dauerfeuer, vor Begeisterung oftmals die Spucke wegblieb. (JK)
PARADISE LOST
Wer jetzt noch stehen konnte, den zog es zum zweiten Treffen mit Nick Holmes innerhalb von zwei Tagen ins große Werk. Überraschenderweise waren dies aber bei weitem nicht soviel Metalheads, wie man im Vorfeld annehmen konnte. Größere Lücken waren im Auditorium zwar nicht auszumachen, dennoch hatten alle Zuschauer während des Auftritts der Briten soviel Bewegungsfreiheit, wie selten zuvor an diesem Wochenende.
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| PARADISE LOST (© by Sabine Thiele Foto) |
Wie dem auch sein, nach dem Gig von PARADISE LOST fällt im Werk der finale Vorhang für das DEMM 2018. Nur im Club und in der Halle gibt es anschließend noch die Möglichkeit, ein letztes Mal für dieses Jahr, die österliche Sau rauszulassen.
Während in der Halle DESASTER ihrem Ruf als exzellente Live-Abrissbirne gerecht wurden, setzten im Club WOLVES DEN mit Lokalmatador Helge Stang am Mikro, den Schlusspunkt hinter einem ereignisreichem, hochklassigem Festival, dass einmal mehr bewiesen hat, dass München eine Weltstadt mit schwarzmetallischem Herzen ist.
Bleibt nur noch anzumerken, dass sich das DARK EASTER METAL MEETING (was sich im letzten Jahr schon angedeutet hat), still und (un)heimlich, zu einem Indoor-Spektakel entwickelt hat, welches sich nicht nur in Deutschland zur Top-Adresse für Black/Death/Doom Liebhaber entwickelt hat, sondern inzwischen auch den internationalen Vergleich mit ähnlich gelagerten Festivals nicht mehr zu scheuen braucht.
Unzählige Fans aus dem näherem Ausland, aber auch vermeintlich exotische Gäste (u.a. aus Brasilien, Russland und der Ukraine) bestätigen diese Aussage und lassen das DEMM in eine glorreiche Zukunft blicken.
Schon jetzt dürfte sich abzeichen, dass auch das DARK EASTER METAL MEETING 2019 lange vor Beginn ausverkauft sein wird. Wer sich also auch im kommenden Jahr dem österlichen Segen des Vatikans ("Urbi et orbi") entziehen möchte, tut gut daran, sich schön in Bälde um Karten zu bemühen. Auch deshalb, weil dann, die für dieses Jahr angekündigten TAAKE und HELHEIM, ihre Gigs nachholen werden.
See You Next Year - Hail DARK EASTER METAL MEETING ! (JK)
Vom diesjährigen Dark Easter Metal Meeting berichtet Jürgen (JK) als Einzelkämpfer für metal-is-forever-alive.
Abschließend auch noch ein großes Dankschön an die Veranstalter des DEMM und an Sabine Thiele Foto !
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Montag, 9. April 2018
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