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Donnerstag, 22. Oktober 2015

UGLY KID JOE / "Uglier Than They Used Ta Be" / Metalville - Rough Trade / 11 Tracks / 48:29 Min

UGLY KID JOE sind zurück. Und zwar "Uglier Than They Used Ta Be". Knapp zwei Dekaden, genauer gesagt 19 Jahre, nach dem letzten Album der Band, juckt es Whitfield Crane wieder in den Fingern. Wieviel ist noch übrig vom rebelischen UGLY KID JOE der frühen 90er, jener Zeit, als alle Welt den Heroin-Sound aus Seattle bevorzugte und der altehrwürdige Hard-Rock darbend am Boden lag? Überraschung Nr 1: UGLY KID JOE hören sich anno 2015 oftmals mehr nach den 90ern an, als selbst in den 90ern. Überraschung Nr. 2: Phil Campbell spielt bei drei Songs mit. Und Überraschung Nr. 3: Alles zusammen hört sich nichtmal übel an. Obwohl sich kein Monsterhit der Marke "Everything About You" oder "Cats in the Cradle" auf das Album verirrt hat, läuft "Uglier Than They Used Ta Be" relativ gut rein. Allerdings benötigt das Album ein paar Extraumdrehungen, um damit warm zu werden, da UGLY KID JOE ihre Unbekümmertheit der Anfangstage abgelegt haben und heutzutage "erwachsener" klingen, als das Coverartwork es vermuten lässt. Die Vocals und der Sound sind im Vergleich zu früher um einiges "dunkler". Beides stößt meistens sogar in (Post-) Grunge Gefilde vor, was Fans der ersten Stunde evtl irritieren könnte. Nichtsdestotrotz sind "Hell Ain't Hard to Find", "Let the Record Play" und "Bad Seed" wirklich gute Songs, auch (oder gerade deswegen?) weil UGLY KID JOE sich hier mehr an ALICE IN CHAINS annähern, als man es glauben mag. Drei Balladen auf einem Album zu haben, ist eher nicht Standard, UGLY KID JOE leisten sich diesen "Luxus" trotzdem. Ebenso wie die Tatsache, dass mit "Ace of Spades" (MOTÖRHEAD) und "Papa Was a Rolling Stone" (THE TEMPTATIONS) gleich zwei Coverversionen auf die Menschheit losgelassen werden.
So ist am Ende doch alles wie früher: UGLY KID JOE sind immer für eine Überraschung gut. (JK)

7 von 10

Freitag, 16. Oktober 2015

KING HEAVY / "King Heavy" / Cruz Del Sur Music / Tracks / 45:22 Min

Dass Doom nicht nur unter der nördlichen Hemisphäre funktioniert, beweißen KING HEAVY aus Chile mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum. Sieben Tracks voll düsterer Schwere, die sich irgendwo zwischen DANZIG und PENTAGRAM positionieren, dürften dem geneigten Musikliebhaber einmal mehr aufzeigen, dass der Underground immer noch brodelt, wenn auch nicht mehr ganz so heiß, wie noch in den 70er / 80er Jahren. KING HEAVY stehen für den Geist dieser Zeit, verschließen sich aber nicht gänzlich anderen musikalischen Einflüssen (Psychadelic Rock) und Epochen des Düstersounds (90er Jahre Epic-Doom). Das Ganze natürlich schön rifflastig, mit wummerndem Bass und einem Sänger, wie es ihn eigentlich nur im Doom geben kann, nämlich mit dem Hang zur Extravaganz. Zudem versuchen KING HEAVY die Schwere der Songs durch die Soli aufzulockern, was zumeist gelingt. Alles zusammen ergibt eine interessante Mischung, welche ihre Höhepunkte in "Wounds", "Thirteen Chosen Ones" und "He Who Spoke in Tongues" hat. Soundtechnisch hat sich  allerdings der "Fehlerteufel" eingeschlichen. Der Bass und auch das Schlagzeug hätten für meinen Geschmack eine Portion mehr Druck vertragen können.

Fazit: An vergangene Großtaten der Szene-Platzhirsche reicht das Debütalbum von KING HEAVY nicht heran. Dennoch macht das Album, hier vor allem die zweite Hälfte, einiges her. (JK)

7 von 10
 
www.cruzdelsurmusic.com
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Dienstag, 13. Oktober 2015

MASTERS OF METAL / "From Worlds Beyond" / Metalville - Rough Trade / 11 Tracks / 46:55 Min

Da John Cyriis momentan, wie es scheint, auf Krawall gebürstet ist, hat der Rest von AGENT STEEL aus der Not eine Tugend gemacht und aus dem ehemaligen Quintett kurzerhand ein Quartett gemacht. Das Ganze läuft unter dem Banner MASTERS OF METAL. Die Vocals auf "From Worlds Beyond" hat Gitarrist Bernie Versailles übernommen. Wobei von Glück geredet werden kann, dass er überhaupt noch singen kann. Auf Grund einer Hirnverletzung lag der gute Mann nämlich vor noch gar nicht so langer Zeit auf einer Intensivstation im Koma. So stellt "From Worlds Beyond" in vielerlei Hinsicht einen Neubeginn dar. Ob es ein Neubeginn auf Dauer ohne John Cyriis bleibt, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist, dass Bernie Versailles gut singt, überraschend gut, aber trotzdem nicht ganz an John Cyriis oder Rick Mythiasin heranreicht. So liegt das Hauptaugenmerk auf "From Worlds Beyond" auf der Virtuosität der Saitenartisten. Hier überzeugen MASTERS OF METAL auf ganzer Linie! Riffs en masse, Breaks an der richtigen Stelle, eingängige Melodien (vor allem in der ersten Albumhälfte) und das Ganze mit einer ordentlichen Portion Speed versehen. Spieltechnisch macht den alten Haudegen so schnell niemand was vor. Der Opener "Supremacy", der coole Thrasher "Evolution of Being" oder "World Left in Cinders" mit seinem hymnenhaften Character, stechen besonders aus einem Album hervor, das, obwohl sich auch ein nicht ganz so gelungener Track ("Eclipse") mit eingeschlichen hat,  jeden US-Power Metal Fan voll und ganz befriedigen dürfte. Als spezielles Schmankerl haben MASTERS OF METAL beim letzten Song die Vocals von keinem Geringeren als James Rivera (HELSTAR) einsingen lassen. Ein würdiger Abschluß eines Albums, das Appetit auf mehr gemacht hat. Und wer weiß, beim nächsten Mal ist vielleicht wieder John Cyriis mit an Bord? (JK)

7.5 von 10

Montag, 12. Oktober 2015

ISTAPP / Frostbiten / Trollzorn Records / 10 Tracks / 35:24 Min

ISTAPP. Schwedens Exportschlager Nr 1, wenn es um (Melo) Black Metal mit frostiger Note geht, sind zurück. 5 lange Jahre hat sich Fjalar für das Nachfolgealbum von "Blekinge" Zeit gelassen. 5 Jahre in denen das Bandgefüge durchgemischt wurde, sich an der musikalischen Ausrichtung aber nichts geändert hat. ISTAPP umhüllen ihren hymnenhaften Melodic Black Metal /Viking-Metal wie gewohnt mit der Kälte Thematik (Eis, Minusgrade, Schnee, Winter usw.). Als gelungen Schachzug darf man die Besetzung von Isar am Mikro bezeichnen. Isar ist für Fjalar kein Unbekannter, "singt" er doch auch bei Fjalar's Zweitband NIVLHEL. Der Kontrast aus fauchenden Vocals (Isar) und Klargesang (Fjalar), Uptempo und den hochmelodischen Leads, verleihen "Frostbiten" nicht nur einmal dieses epische Hochgefühl, das an VINTERSORG und BORKNAGAR erinnert, ja sogar BATHORY gelegentlich in Erinnerung ruft. Da der Klargesang nur sehr sparsam eingesetzt wird, muss sich auch kein Anhänger der ursprünglichen schwarzen Lehre naserümpfend abwenden. Selbstredend ist die Tatsache, dass das Schlagzeug nur zwei Geschwindigkeiten kennt: Doublebass und Blastbeats. Ungewöhnlich für Musik dieser Art ist die realtiv kurze Spielzeit (zwischen 2:38 Min und 4:27 Min) der einzelnen Tracks. In der Kürze liegt die Würze mag sich Fjalar wohl gedacht haben. Womit er in diesem Fall auch Recht hat, ist doch jeder Song eingängig as fuck und kann mit einer Vielzahl von Details und Arrangements aufwarten.

Fazit: Auch wenn es noch ein paar Tage hin ist, der Winter kann kommen. ISTAPP haben den passenden Soundtrack dazu mit "Frostbiten" jetzt schon geschrieben. "Frostbiten" glänzt mit zehn unterkühlten Hymnen, die einem die Sommerbräune in Nullkommanix aus dem Gesicht pusten. (JK)

Anspiel-Tipps: "Frostbiten", "Fimbulvinter", "Ma Det Aldrig Töa", "Apep"

8.5 von 10

LINE-UP
Isar – Vocals
Fjalar – All Instruments and clean Vocals

https://www.facebook.com/pages/Istapp-Official/125581444205995

Freitag, 9. Oktober 2015

W.A.S.P. / "Golgotha" / Napalm Records / 9 Tracks / 54:11 Min

Auf 15 Alben kommen heutzutage die wenigsten Künstler, geschweige denn auf 33 Jahren Bandgeschichte. Daran kann man schon erkennen, dass W.A.S.P. zweifelsohne zu den ganz großen Acts im Metal-Zirkus gehören. Wenn auch die Jahre an Blackie Lawless nicht spurlos vorbeigegangen sind, die Spandex muss inzwischen ein paar Nummer größer eingekauft werden und die Haare wollen im Monatstakt nachgefärbt werden, Songs schreiben kann er immer noch. Songs mit großen Refrains, Wiedererkennungswert und Schmackes. Und dabei macht es wirklich nicht viel aus, dass das ein oder andere Fragment einem bekannt vorkommt, oder schon einmal irgendwo in der Historie von W.A.S.P. verbraten wurde. Nein, absolut nicht. Denn W.A.S.P. anno 2015 rocken wie eh und je. Und darauf kommt es doch an, oder? Das Album ist von vorne bis hinten mit typischen W.A.S.P. Nummern gesegnet, kommt komplett ohne Ausfälle aus und Doug Blair zupft die Gitarre virtuos und gefühlvoll, wie die großen Saitenheroen der 80er. Balladesk hat Mr. Lawless auch nichts verlernt. "Miss You" ist sowohl ein großartiger, als auch emotionaler Schmachtfetzen, wie ihn nur noch wenige heutzutage hinbekommen. Und mit "Eyes of My Maker" und "Slaves of the New World Order" sind sogar mal wieder richtige Hits mit an Bord. Was will man mehr?

Fazit: Auch wenn W.A.S.P. mit Album Nr 15 auf Nummer sicher gehen, ein neues W.A.S.P. Album ist jedesmal so, wie nach einem langen Urlaub nachhause zu kommen. Man freut sich darauf, man weiß was einen erwartet und es gefällt einem. Daran dürften auch die nächsten 33 Jahre nichts ändern. (JK)

8 von 10

www.facebook.com/W.A.S.P.Nation
www.waspnation.com

Mittwoch, 7. Oktober 2015

NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS+++NEWS

+++ AMERICAN HEAD CHARGE sind wieder zurück! Anfang nächsten Jahres werden die Amerikaner via Napalm Records ihr neues Album "Tango Umbrella" veröffentlichen +++ BELPHEGOR (with HATE & VITAL REMAINS) on Tour: 2. 12. Aalen / Rock It, 13.12. Flensburg / Roxy, 15.12. Berlin / K17, 17.12. Wien / Viper Room, 18.12. Cham / LA, 19.12. Oberhausen / Helvete +++QUIREBOYS on Tour: 8.12. Stuttgart / Kellerclub, 10.12. Frankfurt / Bett, 11.12. Lichtenfels 7 Paunchy Cats, 13.12. Hamburg / Rock Cafe, 14.12. Köln / MTC, 15.12. Düsseldorf / The Tube, 16.12. Berlin / Frannz Club +++THERAPY? on Tour: 15.11. Bremen / Tivoli, 17.11. Aachen 7 Musikbunker, 18.11. Kiel / Pumpe, 19.11. Bielefeld / Forum, 20.11. Düsseldorf / Haus der Jugend, 21.11. Frankfurt, / Das Bett, 23.11. München / Backstage +++

Dienstag, 6. Oktober 2015

BLACK TRIP / REDS' COOL

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BLACK TRIP Live (© by metal-is-forever)

BLACK TRIP Live (© by metal-is-forever)

BLACK TRIP Live (© by metal-is-forever)

BLACK TRIP Live (© by metal-is-forever)

REDS'COOL Live (© by metal-is-forever)

REDS'COOL Live (© by metal-is-forever)

REDS'COOL Live (© by metal-is-forever)

Konzertbericht BLACK TRIP / REDS' COOL 22.9.2015 München - Garage Deluxe

Wir befinden uns im September 2015. Ganz München ist entweder auf der Wiesn (Übersetzung für Preußen: Oktoberfest) um sich die Kante zu geben, oder im Fussballstadion, um den FC Lewandowski gegen den VFL Wolfsburg zu bestaunen. Ganz München? Nein! Ein paar unbeugsame Mainstreamverweigerer haben sich auf den Weg zum Ostbahnhof gemacht, um den Liveklängen von BLACK TRIP in der Garage Deluxe zu lauschen.
Als Warm-Up haben die Schweden REDS' COOL aus St. Petersburg mit dabei. Mit ihrem 80er Hard-Rock/AOR, der stark von WHITESNAKE und MAGNUM beeinflußt scheint, und mit der Erfahrung diverser Touren (u.a. mit ACCEPT, UFO) sind die Russen eigentlich ein geeigneter Opener für heute Abend. Doch irgendwie will der Funke nicht so richtig überspringen. Und das obwohl REDS'COOL einen starken Auftritt hinlegen. Vor allem Sänger Slava und Gitarrist Sergey ziehen die Aufmerksamkeit ständig auf sich. Der eine (Slava Spark) zieht auf der kleinen Bühne sämtliche Register der Coverdale'schen Schule (Posen was die Lockenpracht hergibt und singen wie ein kleiner Gott), der andere (Sergey Fedotov) mit seiner speziellen Frisur ( Tarantino meets Johnny Cash), beherrscht dermaßen abgebrüht das Saitenspiel, dass man es kaum glauben mag, hier einen "Amateur"-Musiker vor sich zu haben. Interessiert trotzdem niemand so richtig. Keiner der Anwesenden will sich das Treiben direkt vor der Bühne anschauen, jeder achtet penibel darauf den "Sicherheitsabstand" von zwei Metern nicht zu unterschreiten. Erst bei den letzten beiden Songs des Sets kommt etwas Bewegung in das Auditorium. So gibt es nach etwas weniger als einer Stunde Spielzeit, jene Art von Höfflichkeitsapplaus, der fast so schnell aufhört, wie er begonnen hat. Als BLACK TRIP nach einer kurzen Umbaupause die Bühne betreten sieht die Sache von Anfang an gleich komplett anders aus. Freier Platz vor der Bühne? Fehlanzeige! Entgegen dem momentanen Retro-Trend, THIN LIZZY für das Nonplusultra zu halten, huldigen BLACK TRIP mehr den eisernen Jungfrauen. Das kommt an. "Die with Me", "Berlin Model 32", "Goin' Under". Die Garage Deluxe geht steil. Leider hat Sänger Joseph Tholl heute nicht seinen besten Tag erwischt. Bei einigen Tönen zu Beginn lag er kräftig daneben. Verzeihbar, da er mit zunehmender Dauer stimmlich immer sicherer wurde und das Gesamtpacket (Interaktion, Performance, Ansagen) an diesem Abend insgesamt weit über Durchschnitt lag. Die drei Herren (Sebastian Ramstedt, Peter Stjärnwind, Johan Bergebeck) an den Saiteninstrumenten harmonieren prächtig. Die Positionen werden ständig getauscht (eine Kunst für sich auf der kleinen Bühne), die Haare fliegen im Rhytmus und jedes Solo wird zelebriert. "Tvar Dabla", "Subvisual Sleep", "Putting Out the Fire". BLACK TRIP werden hier förmlich abgefeiert. Erstaunlich wieviel Lärm gerademal 50 zahlende Gäste machen können. Nach kurzen 50 Minuten kündigen BLACK TRIP aber schon das Ende der Show an. Hallo? Das geht gar nicht! Das dachten sich sowohl Band, als auch Publikum. Also erst gar nicht runter von der Bühne, sondern direkt mit dem "Zugabenblock" weitergemacht. "No Tomorrow", das RIOT Cover "Outlaw" und "Voodoo Queen" sorgen zu vorgerückter Stunde nochmals für ein kollektives Freak-Out. (JK)

Montag, 5. Oktober 2015

NIGHTSHOCK / "Nightshock" / Iron Shield Records / 9 Tracks / 30:18 Min

Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: NIGHTSHOCK bedienen sich hemmungslos bei diversen "Helden" (MOTÖRHEAD, VENOM, BULLDOZER) der Metal-Historie. Die gute Nachricht gleich hinterher: Scheißegal! Das Debütalbum der Italiener ist sicherlich keine Offenbarung - da das Wort "Innovation" den drei Herren von NIGHTSHOCK gänzlich unbekannt zu ein scheint. Nichtsdestotrotz rockt das Album ordentlich und macht Laune. Jene Art von Laune, die einen dazu zwingt, sich die Birne mit Bier zuzuschütten, die selbige in Erinnerungem schwelgen zu lassen und dazu sein nicht mehr ganz so üppig sprießendes Haupthaar rhythmisch schütteln. Hört euch nur "Roots of the End" an. Hier kommt neben "Nightshock" diese räudige Mischung aus Riffs vom Planeten Lemmy und Stimmakrobatik der Marke Cronos am besten zu tragen. NIGHTSHOCK "hübschen" ihre rotzige Heldenverehrung zusätzlich noch mit Doom und Thrash auf. Versehen wurde das ganze mit einer rohen aber trotzdem zeitgemäßen Produktion, die dazu passt, wie der berühmte "Arsch auf Eimer". Die insgesamt gute Laune wird aber trotzdem noch getrübt, da die Scheibe eigentlich nur 7 Tracks hat (zieht man Intro + Outro ab) und nur auf eine Spielzeit von ca einer halben Stunde kommt. Zieht man davon noch den Schwachpunkt ("Cemeterial City") des Albums ab, bleibt am Ende gar noch weniger brauchbare Gesamtspielzeit übrig. Das führt dazu, dass das Debüt-Album von NIGHTSHOCK am Ende mit Punktabzug leben muss. (JK)

7 von 10

Freitag, 2. Oktober 2015

Konzertbericht AUDREY HORNE / DEAD LORD / DEAD CITY RUINS 16.9.2015 Backstage (Club) München

AUDREY HORNE sind mal wieder in der Stadt. Kaum eine Band (Ausnahme vielleicht noch MOTÖRHEAD) beehrt in solch regelmäßig kurzen Abständen das Land der Germanen. Im letzten Jahr hat es sie gar zweimal nach München verschlagen. AUDREY HORNE sind zwar zweifelsohne eine der besten Live Bands des Planeten, dennoch birgt das häufige Touren auch "Risiken", sowieso ohne neues Album im Gepäck. So kommt es, wie es kommen muss. Der ursprünglich für die Halle im Backstage gebuchte Gig muß wegen nicht ausreichender Nachfrage in den kleinen Backstage-Club verlegt werden. Der ist dann allerdings üppig gefüllt, als gegen 20 Uhr die Australier DEAD CITY RUINS als erstes auf die Bühne dürfen. Den meisten der Anwesenden dürfte die fünfköpfige Band vor dem heutigen Abend relativ unbekannt gewesen sein. Dennoch schaffen es DEAD CITY RUINS ziemlich schnell, das Publikum mit ihrem straighten 80er Jahre Heavy Metal/Hard Rock auf ihre Seite zu ziehen. Sänger Jake Wiffen (der sich übrigens anhört, wie ein Hybrid aus Rob Halford und Ozzy Osbourne, in deren Anfangstagen) und der Rest der Combo liefern 40 Minuten lang eine schweißtreibende Show und lassen dabei keinen Zentimeter der Bühne unbeackert. Selbst ein kurzes Drumsolo darf dabei nicht fehlen. Mehr 80er Feeling geht kaum. Und so ist es wenig verwunderlich, dass nach dem letzten Song DEAD CITY RUINS mit einer großen Portion Applaus verabschiedet werden. In der kurzen Umbaupause findet reges Treiben am Merchstand statt. Einer der Renner am Stand war das vor kurzem erschienene zweite Album von DEAD LORD. Wenige Minuten später können sich die Käufer einige Songs von der eben erworbenen CD/LP ("Heads Held High") schonmal in der Live-Variation zu Gemüte führen. Licht aus - Spot an: Die nächsten 60 Minuten gehören DEAD LORD. Doppel-Leads und eingängige Refrains der Marke THIN LIZZY und das ein oder andere IRON MAIDEN Gedächtnis-Riff haben die Schweden innerhalb kürzester Zeit vom Geheimtipp, zu einer der angesagtesten Underground-Bands werden lassen. Oftmals ist es sogar so, dass ein nicht geringer Teil der Kartenkäufer nur wegen DEAD LORD anreist. Auch heute ist eine beachtliche Anzahl von DEAD LORD Anhängern im Backstage auszumachen, die während der gesamten Show für ordentlich Stimmung sorgen. Hakim Krim & Co danken es ihnen mit einer Stunde Vollgas-Rock. Da die Temperatur im kleinen Backstage-Club inzwischen tropische Ausmaße angenommen hat, kann sich der Mann hinter dem Tresen in der letzten Umbaupause nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen. Ein kurzes "Lüften light" (die Tür wurde einige Minuten geöffnet) brachte nur wenig Abkühlung, sodass AUDREY HORNE gegen 22.30 Uhr ein gut angeschwitztes Publikum vorfinden. Unter den Klängen der Muppet Show Melodie betreten AUDREY HORNE die Bühne und starten ihren Gig mit "Straight into Your Grave" von ihrem Erfolgsalbum "Youngblood". Bei perfekten Soundverhältnissen und einer (für den kleinen Club) sehr guten Lightshow machen AUDREY HORNE in der Folge das, was sie am besten können: Rocken bis der Schweiß in Strömen fließt. "There Goes a Lady", "Volcano Girl", "Gravity", "Pretty Little Sunshine", es geht Schlag auf Schlag. Zwischendurch wird "Firehose" mittig stehend im Publikum vortgetragen, oder vor "Out of the City" eine Liebeserklärung an München abgegeben. AUDREY HORNE und das Publikum liegen sich sprichwörtlich in den Armen. "Waiting for the Night" beendet den energiegeladenen Hauptteil des Auftritts, der nach wenigen Momenten des Verschnaufens mit "Redemption Blues" fortgesetzt wird und mit "This Ends Here" sein Ende findet. Wenige Momente später fand sich die komplette Band zum Signieren und zum Smalltalk am Merchstand ein. (JK)