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Dienstag, 29. Januar 2019

DOWNFALL OF GAIA "We Pursue the Serpent of Time"


TRAITORS GATE / "Fallen" / Label: No Remorse Records / 10 Tracks / 52:43 Min

Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge ist erloschen. (Albert Einstein)

Laut Einsteins Relativitätstheorie vergeht die Zeit für schnell bewegte Uhren langsamer als für langsam bewegte bzw. bewegungslose Uhren. Aha. Und was hat das alles mit "Fallen" von TRAITORS GATE zu tun?
Nun, zum einen haben sich die vier Herren von TRAITORS GATE mehr als drei Dekaden Zeit (Bandgründung 1982!) gelassen, um ihren ersten Longplayer einzutüten, da half übrigens auch kein noch so ruckartiges Bewegen oder Beschleunigen von Uhren oder anderen Zeitmessern. Und zum anderen, ist das nun endlich in den Regalen der Händler stehende Album realtiv langweilig ausgefallen.
Lässt man mal die einzigen beiden Lichtblicke des Albums "Edge of Destruction" und "Fall from Grace" außen vor, kann man "Fallen" getrost allen JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN Fans als Einschlafhilfe verordnen.
Zu behäbig, zu phantasielos, zu vorhersehbar - "Fallen" vereint viele Attribute in sich, nur leider keine, die eine Kaufempfehlung rechtfertigen würden.
Erschwerend hinzu kommt zudem auch noch, dass "Fallen", obwohl mit 10 Songs ausgestattet, im Prinzip nur mit fünf neuen Tracks aufwarten kann, da TRAITORS GATE auch noch die Frechheit besitzen, den ersten Longplayer der Bandhistorie, mit der vor Jahresfrist erschienen EP "Only the Strong" aufzufüllen. 

Fazit: Sollten Rob Halford, Glenn Tipton, Adrian Smith, Steve Harris & Co einmal das Zeitliche segnen, dürfte der jeweilige Nachlassverwalter auf deren Anrufbeantwortern, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, spannenderes Material vorfinden, als jenes, welches TRAITORS GATE aktuell versuchen an den Mann zu bringen.

4 von 10


https://www.noremorse.gr


BLAZE BAYLEY / "December Wind" / Label: Blaze Bayley Recordings / 13 Tracks / 58:27 Min

In Erinnerung zu schweben wie im Wind ein welkes Blatt, hüte dich! Nur das heißt Leben, wenn dein Heut ein Morgen hat. (Emanuel Geibel)

Dass BLAZE BAYLEY Sänger bei IRON MAIDEN war, dürfte allgemein bekannt sein. Dass er seit seinem Ausstieg bei den Jungfrauen weiterhin sehr aktiv war und immer noch ist, dürfte der breiten Massen aber verborgen geblieben sein. Warum eigentlich? Immerhin hat der Mann seitdem 10 (!) Soloalben veröffentlicht. So hat BLAZE BAYLEY z.B. vor kurzem den dritten Teil ("The Redemption of William Black") seiner metallischen Science-Fiction- Triologie veröffentlicht.
Mit "December Wind" bestreitet BLAZE BAYLEY nun zum ersten Mal rein akustische Wege. Seine markante Stimme steht bei allen Komposition klar im Vordergrund, die wie gewohnt kräftig und ausdrucksstark den Songs ihren Stempel aufdrückt.
Den besonderen Reiz dieses Albums macht aber mindestens genauso viel, die unaufdringlich in den Hintergrund komponierte Instrumentalisierung (Gitarre und Violine) aus, die ein ums andere Mal zu begeistern weiß. Großes Lob an dieser Stelle an BLAZE BAYLEY für sein songwriterisches Talent. Hört euch nur "The Crimson Tide" oder "Stealing Time" an, und ihr wisst wovon ich rede.
Gerade bei letztgenanntem Titel dürfte Fans der Eisernen Jungfrauen das Freudenpipi in die Augen schießen, und das, obwohl die meisten BLAZE BAYLEY seinerzeit, beim Thema Fanliebe, die kalte Schuler gezeigt hatten.
Inzwischen hat BLAZE BAYLEY damit aber seinen Frieden gemacht. Und so finden sich auf "December Wind" auch zwei IRON MAIDEN Titel ("2AM" und "Sign of the Cross") wieder, die im akustischen Gewand ebenfalls eine gute Figur machen. (JK)

Fazit: Ein Album, das zu gleichen Teilen zu überraschen, als auch zu gefallen weiß.

8 von 10

http://www.blazebayley.net/
https://www.facebook.com/officialblazebayley


Konzertbericht EXODUS + SODOM + DEATH ANGEL + SUICIDAL ANGELS - 16.12.2018 München/Backstage

An den vier Sonntagen vor Weihnachten, den Adventssonntagen, soll man sich (laut Kirche) auf den baldigen Geburtstag des Herrn vorbereiten und sich daran erfreuen. Na dann: Macht hoch die Tür, das Tor macht breit, hier kommen die Herren der Thrash-Herrlichkeit!

Eröffnet wird die Weihnachtsfeier der metallischen Art von der griechischen Thrash-Abrissbirne SUICIDAL ANGELS. Wer die Griechen bereits einmal live erleben durfte, der weiß, dass es für eine Veranstaltung dieser Art wohl keinen besseren Opener geben könnte, als die Truppe um Nick Melissourgos.
SUICIDAL ANGELS (© by metal-is-forever-alive)
Mit ihrem unverwechselbaren Mix aus Härte und Groove und Nackenbrechern wie z.B. "Bloodbath" oder "Apokathilosis" bringen die SUICIDAL ANGELS innerhalb kürzester Zeit (heute Abend waren es knapp 40 Minuten) jeden Schuppen in Stimmung. Da springt sogar beim Münchner Publikum, das für seine längere Anlaufzeit bei Konzerten bekannt ist, relativ schnell der Funke über - und das nicht nur in den ersten beiden Reihen.
Nur der Circle Pit bei "Moshing Crew"ging etwas in die Hose, erinnerte die Darbietung doch eher an ein lahmes Feuerballspiel im Sportuntericht, als an einen ekstatischen Reigen unter Thrashern. Abgesehen davon, ist der Auftritt aber aller Ehren Wert und hat seine Aufgabe, das Publikum anzuschwitzen, perfekt erfüllt. Efcharisto.

Die zweite Kerze auf dem Thrash-Metal-Adventskranz hört auf den Namen DEATH ANGEL und hat seit den 1980er Jahren eine immense Leuchtkraft. Die drei Frühwerke der Kalifornier gehören allesamt ins Gebetsbuch eines jeden Tharshers. Da gibt es keine zwei Meinungen. Und auch die Alben nach der Reunion bewegen sich allesamt auf einem hohem Niveau. Ergo: Die Hütte brennt die nächsten 55 Minuten lichterloh!
                                                                                             
DEAT ANGEL (© by metal-is-forever-alive)
Besonders erfreulich dabei: Von den acht Songs die DEATH ANGEL heute Abend vom Stapel lassen, gehören vier dem Debütalbum "The Ultra-Violence" an. Los geht's mit "Evil Priest" von besagtem Album, welches den Grundstein für einen grandiosen Auftritt legt, bei dem nahezu keine Wünsche offen bleiben.
Wo andere Thrash-Kapellen sich in Härte zu übertrumpfen versuchen, setzen DEATH ANGEL eher auf die filigrane Karte. Hier sind im Besonderen die Soli zu nennen, die ein ums andere Mal für Staunen im Publikum sorgen.
Wenn man zudem noch eine Rampensau vom Kaliber eines Mark Osegueda in seinen Reihen hat, kann sowieso nichts mehr schief gehen.
Und so vergeht die knappe Stunde wie im Flug. "The Moth" vom aktuellen Album "The Evil Divide" setzt den Schlußpunkt hinter einem nahezu perfekten Auftritt, der definitiv mehr Spielzeit verdient gehabt hätte.

Nach diesem Abriss von DEATH ANGEL war zu befürchten, dass es SODOM schwer haben dürften dagegen anzustinken. Doch da hat man die Rechnung ohne Tom Angelripper gemacht.
SODOM (© by metal-is-forever-alive)
Der hat nämlich nicht nur aus Deutschlands bekanntestem Trio (sorry Großenkneten) kurzerhand erstmals ein Quartett gemacht, sondern präsentiert mit Frank Blackfire auch noch einen alten Bekannten. Ebenfalls ein alter Wegbegleiter der Gelsenkirchener Truppe findet sich rechts und links auf den beiden Bühnenaufstellern: Knarrenheinz.
SODOM (© by metal-is-forever-alive)

Alles zusammen lässt nur eine Schlußfolgerung zu: SODOM Goes Back to Roots! Wer vorab schon in die neue EP "Partisan" reingehört hatte, der war davon allerdings nicht mehr wirklich überrascht. Dazu ist das neue Material zu oldschool-lastig. Die heutige Setlist übrigens auch.
Bis auf die beiden neuen Songs ("Partisan" & "Conflagration") der aktuellen EP finden sich nur ältere Perlen auf der selbigen. Bei "Agent Orange", "Blasphemer" und "Bombenhagel" geht die Meute sogar so derbe ab, dass Kondenswasser von der Hallendecke tropft. Also alles in bester Ordnung? Nicht ganz.
Wer genau hinschaut, dem fällt auf, dass es SODOM zwar meisterhaft verstehen, die Thrashkeule zu schwingen, aber (leider) massiv an Fingerfertigkeit an der Gitarre verloren haben. Nichts gegen Frank Blackfire, aber einem Bernemann kann er nunmal nicht das Wasser reichen.
Und so wirkt der Auftritt von SODOM letztendlich doch etwas hölzern. Umso mehr, wenn man Vergleiche zum heutigen Auftritt von DEATH ANGEL und EXODUS zulässt.


Womit wir auch schon mittendrin bei EXODUS wären, die ebenfalls, wie ihre kalifornischen Kollegen von DEATH ANGEL, zum heutigen Tourabschluß, einen absoluten Sahnetag erwischt haben.
EXODUS (© by metal-is-forever-alive)
Wie schon zuvor bei SODOM und DEATH ANGEL ist auch bei EXODUS die Setlist auf oldschool gebürstet. So werden neben 2 Songs von "Fabulous Desaster" Album auch noch 5 (!) Tracks vom "Bonded by Blood" Meisterwerk unters Volk gebracht. Dem neuen, alten Sänger Steve Souza kann es nur recht sein, ist sein Gesangsstil doch dafür prädestiniert.
Und so entwickelt sich eine wilde Thrash-Sause, die mit Höhepunkten nur so gespickt ist. Einer dieser Höhepunkte war zweifelsohne der Monster-Circle Pit (inkl Wall of Death) bei "A Lesson in Violence". Was vorher bei SUICIDAL ANGELS nahezu komplett in die Hose ging, sieht hier auf einmal wie aus dem Lehrbuch aus.
                                                 
Aber nicht nur hier gibt das Münchner Publikum nochmals alles. Selten hat man, und zwar von Anfang bis Ende der Show, solch ein wildes Gezappel und kollektives Haareschütteln erleben dürfen, wie heute bei EXODUS. An Verschnaufpausen ist nicht zu denken: "And Than There Were None", "Impaler", "Fabulous Desaster", "Piranha" - ein Hit jagt den anderen.
Da aber jeder wilden Sause etwas Abwechslung gut zu Gesicht steht, ertönt zwischen "Blacklist" und "The Toxic Waltz" auf einmal "Motorbreath" von METALLICA (einige von euch dürften schonmal von ihnen gehört haben).
Der letzte Song des Abends, der gesamten Tour, ist auch der Schluß-Track des "Bonded by Blood" Albums:"Strike of the Beast".
Danach ist Schicht im Schacht und eine ausgepowerte, nassgeschwitzte Meute macht sich auf den Nachhauseweg und erfreut sich daran, dass die weihnachtliche Bescherung heuer schon ein paar Tage früher stattgefunden hat.

Die MTV Headbangers Tour hat sich wieder etabliert und sich innerhalb kürzester Zeit zum metallischen Highlight am Jahresende gemausert. Man darf jetzt schon gespannt sein, welche Bands 2019 für die Extraportion Oldschool-Feeling sorgen werden. Bis dahin: Thrash 'Till Death! (JK)


Sonntag, 13. Januar 2019

DEF LEPPARD / "The Story So Far" / Label: Bludgeon Riffola (Mercury/Universal) / 35 Tracks / 154:24 Min


Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. (George Orwell)

Woran merkt man, dass bald Weihnachten ist? Erstens: Die Innenstädte sind wieder mit Glühwein vollgekotzt.
Zweitens: Die Discounter verkaufen den selben Plunder wie das ganze Jahr über, nur jetzt unter dem Label "Deluxe" und zudem doppelt so teuer wie sonst.
Drittens: In die Jahre gekommen Musiker veröffentlichen eine "Best Of..." Zusammenstellung.

Es gab mal eine Zeit, da waren DEF LEPPARD das Maß aller Dinge im Hard Rock. "Rock of Ages", "Photograph", "Animal", "Pour Some Sugar On Me", "Bringin' on the Heartbreak", "Rock Brigade", "Wasted", "Heaven Is", "Let's Get Rocked" liefen bei MTV rauf und runter und waren für eine ganze Generation von dauergewellten Spandex-Hosen-Liebhabern unverzichtbares Kulturgut. Diese Zeiten sind längst vorbei.
Geblieben hingegen ist ein Bandname, der bei vielen immer noch positive Erinnerungen an die gute alte Zeit hervorruft. Und eben die Songs, die auch nach (teilweise) über 30 Jahren, zumeist nichts von ihrem Reiz verloren haben.
Da es sich hier um einen kompletten Bandrückblick auf diesem Doppelalbum handelt, enthält die Compilation aber auch Songs der eher verzichtbaren Spätwerke wie "Slang" oder "X".
Dies ist aber zu verschmerzen, sofern man einen gesunden Zeigefinger hat, um die die Skip-Taste zu betätigen.
Keinen Gebrauch von dieser Taste sollte man hingegen bei "Personal Jesus" machen, ist dieser Song doch erstmals auf einem offiziellen Album erhältlich.
Ebenfalls erstmals erhältlich ist "We All Need Christmas", das DEF LEPPARD als eigenständige Single herausbringen.

Parallel zu diesen beiden Veröffentlichungen gibt es noch einen weiteren Release: "Hysteria: The Singles".
Diese limited 10x Vinyl Edition enthält alle 7" Singles vom gleichnamigen Album "Hysteria", welches im letzten Jahr seinen 30. Geburtstag feierte. "Hysteria: The Singles" erscheint als Box mit abnehmbaren Deckel und bietet ein neues Cover-Artwork, das sich aus allen 10 Artworks der Single-Sleeves zusammensetzt, einschließlich der besonderen spanischen Single "Animal", sowie einem Booklet mit einer vollständigen Banddiskographie und einer Einleitung von Joe Elliott.

Fazit: Ob man sich all dies zulegen muss/will entscheidet wohl letztendlich der Pegelstand eines jeden Geldbeutels. Im Zweifelsfall beauftragt man den Weihnachtsmann damit. (JK)

https://www.defleppard.com/



Samstag, 15. Dezember 2018

Konzertbericht KATAKLYSM + HYPOCRISY + THE SPIRIT - 20.10. 2018 München / Backstage

KATAKLYSM und HYPOCRISY kennen und schätzen sich seit Jahren. Nicht nur, dass beide Death Metal Schwergewichte bereits 2004 einmal gemeinsam auf der Bühne gestanden haben, seinerzeit bei der No Mercy Festival Tour, nein, auch gemeinsame Sache auf einem Album hat man auch schon gemacht:  Bei "For All Our Sins" vom "Serenity in Fire" Album der Kanadier hat Peter Tägtgren den Chorus mit seinen Vocals aufgewertet. Nun also lassen KATAKLYSM und HYPOCRISY die "Death ... Is Just the Beginning" Compilation-Serie von Nuclear Blast mit einer Co-Headliner Tour wieder aufleben. Begleitet werden die beiden von THE SPIRIT.


THE SPIRIT

Die Newcomer aus Saarbrücken profitieren heute Abend nicht nur von der Tatsache, dass sie ein verdammt starkes Debütalbum mit im Gepäck haben, sondern auch davon, dass sich München dieses Death-Metal-Dreier-Package nicht entgehen lassen will. Logische Konsequenz: Der Abend ist ausverkauft und die Stimmung dementsprechend bereits zum ersten Song ("Sounds from the Vortex") blendend.
THE SPIRIT (© by metal-is-forever-alive)
Ebenfalls vorzüglich ist der Sound, mit dem THE SPIRIT arbeiten dürfen. Was zudem positiv ankommt ist der Stilmix (melodischer Death Metal gepaart mit frostigem Black Metal), der nicht wenige an frühe Schandtaten von DISSECTION erinnert. Und so vergehen die 30 Minuten Spielzeit, die THE SPIRIT zugestanden werden, ruckzuck und ehe man es sich versieht, gehen auch schon wieder die Hallenlichter an und die Umbauarbeiten für HYPOCRISY setzen ein.





HYPOCRISY

Während das Podest für das Drumkit und das Schlagzeug selbst mönströse Dimensionen beim Aufbau annehmen, macht sich allenthalben Vorfreude auf die Schweden breit. Immerhin musste man vier lange Jahre warten, bis es soweit war und Peter Tägtgren wieder Lust verspürte, das alte Death Metal Schlachtschiff HYPOCRISY erneut flott zu machen.
                                                                                           
HYPOCRISY (© by metal-is-forever-alive)
Welchen Status HYPOCRISY in der Szeneimmer noch innehaben, kann man bereits nach wenigen Sekunden des Openers "Fractured Millennium" hören (lautstarke Hypocrisy Rufe) und miterleben (kollektives Haareschütteln). Wie nur wenige Protagonisten des Genres haben es die Schweden im Lauf der letzten 25 Jahre verstanden, gleichzeitig ihren Wurzeln treu zu bleiben und sich dennoch weiterzuentwickeln. Da macht es dann auch (fast) nichts aus, dass HYPOCRISY heute Abend komplett ohne neues Material agieren und der Sound etwas verwaschen rüberkommt.
HYPOCRISY (© by metal-is-forever-alive)
Kracher wie beispielsweise "Valley of the Damned", "Eraser", "Fire in the Sky" oder "Killing Art" haben immer noch die Kraft, jeden Schuppen zum beben zu bringen. Und wenn man zudem noch ein Tier wie Horgh hintern den Kesseln sitzen hat, kann sowieso nichts schief gehen. Wie der Mann seine Felle verdrischt und die Bassdrums dröhnen lässt, ist schlichtweg nicht von dieser Welt. Womit wir auch schon am Ende des einstündigen Gigs von HYPOCRISY wären, die nach "Roswell 47" von der Bühne gehen und mit mindestens genauso viel Applaus wie sie gekommen sind, verabschiedet werden.


KATAKLYSM

Im Gegensatz zu ihren schwedischen Kollegen haben KATAKLYSM ein neues Album am Start. Insgesamt vier Tracks vom 2018er Werk "Meditations" kommen heute Abend zu Live-Ehren. Einer davon ist "Narcissist" mit dem KATAKLYSM eröffnen. Was sofort auffällt: Der Sound ist wesentlich besser als noch zuvor bei HYPOCRISY.
                                                                                               
KATAKLYSM (© by metal-is-forever-alive)
Ein Umstand, den KATAKLYSM voll auszunutzen wissen. Nicht nur, dass die Rhytmusfraktion dem Laden voll aufmischt (ein Fest für jeden Headbanger), auch die Vocals von Maurizio Iacono dröhnen druckvoll durch die Boxen und lassen keine Wünsche offen.
Anders verhält es sich jedoch mit der Setlist. Nicht nur, dass es ganze vier Songs gebraucht hat, ehe sich KATAKLYSM mal einen größeren Schritt rückwärts in ihrer Discographie bewegt haben, auch der komplette Verzicht auf Material der ersten vier Alben hinterlässt mehr als nur ein Fragezeichen.
Sei's drum. Die Show insgesamt kann dennoch überzeugen. Und seien wir mal nicht päpstlicher als der Papst: Nackenbrecher der Marke "10 Seconds from the End", "Guillotine", "In Shadows and Dust" oder "Manipulator of Souls" haben bisher noch jedem den Schädel gespalten.
KATAKLYSM (© by metal-is-forever-alive)

Und in Sachen kompromissloser Brutaliät und feiner Melodiösität macht KATAKLYSM im Moment sowie keiner was vor.
Nach schweißtreibenden 80 Minuten (HYPOCRISY hatten nur 60 Minuten, obwohl eine Co-Headliner-Tour angekündigt war) endet die Show mit "Like Animals" und "Blood in Heaven".

Was bleibt am Ende hängen? Erstens: HYPOCRISY sind wieder zurück. Zweitens: KATAKLYSM blasen dich um. Auf Platte und noch mehr auf der Bühne. Drittens: THE SPIRIT sind unbedingt im Augen zu behalten. Und Viertens: Death ... Is Just the Begining! (JK)



Mittwoch, 5. Dezember 2018

LOVEBITES / "Clockwork Immortality" / Label: Arising Empire / 10 Tracks / Min

Küsse, Bisse, das reimt sich und wer recht von Herzen liebt, kann schon das eine für das andere greifen. (Heinrich von Kleist)

Die Überflieger aus Nippon LOVEBITES schicken sich an ihren zweiten Lonplayer zu veröffentlichen.
Wer HALESTORM, DRAGONFORCE und BABY METAL mag, der sollte sich den 7. Dezember fett im Kalender anstreichen, den Tag der Erstveröffentlichung von "Clockwork Immortality".

Hier ist schonmal die Tracklist:
 1. Addicted
 2. Pledge Of The Saviour
 3. Rising
 4. Empty Daydream
 5. Mastermind 01
 6. M.D.O
 7. Journey To The Other Side
 8. The Final Collision
 9. We The United
 10. Epilogue

Für all jene, die bis dahin nicht warten möchten/können, ist ab sofort die Vorabsingle "Rising" erhältlich: https://lovebites.lnk.to/Rising

Mehr Infos:
https://www.facebook.com/LovebitesTheBand
https://twitter.com/lovebites_jp


Vorankündigung: GAAHLS WYRD + TRIBULATION + UADA - 28.2.2019 München/Backstage

https://www.backstage.info/

Vorankündigung: BEHEMOTH + AT THE GATES + WOLVES IN THE THRONE ROOM - 11.1.2019 Tonhalle/München

https://backstage.info/

ALICE IN CHAINS / "Rainier Fog" / Label: BMG - Warner / 10 Tracks / 53:51 Min

Frei ist, wer in Ketten tanzen kann. (Friedrich Nietzsche)


1995 haben ALICE IN CHAINS ihr drittes Album ("Alice in Chains") mit Layne Staley am Mikro im Bad Animals/Studio X aufgenommen.
Es sollte das letzte Studioalbum von ALICE IN CHAINS mit Ausnahmesänger Layne Staley sein.
23 Jahre später kehrt die Heavy Rock/Metal/Grunge Formation erneut in dieses Studio zurück, um nach der Wiedervereinigung ihr ebenfalls drittes Studioalbum mit Sänger William DuVall aufzunehmen.
Zufall oder nicht: "Rainier Fog" klingt dementsprechend wie ein Hybrid, der mit Zutaten aus der Frühzeit der Band genauso gespeist wird, wie mit "moderneren" Ingredienzien.
Somit dürften sich von den zehn Songs, die das sechste Werk der Seatlle Rocker beinhaltet, nahezu alle angesprochen fühlen, die mit ALICE IN CHAINS im Verlauf der letzten 28 Jahren irgendwann einmal Kontakt hatten.
Einen Titel vom Kaliber "Down in a Hole" oder "Man in the Box" sucht man allerdings vergebens. Dafür kann "Rainier Fog" mit einer Vielzahl von Songs punkten, die sich allesamt auf hohem Niveau bewegen, auch wenn der Tag "Grunge" bzw. "Post Grunge" nicht mehr passt.
Aber seien wir mal ehrlich: ALICE IN CHAINS waren immer schon (mehr als alle anderen 90er-Jahre Seattle Bands) für "profane" Rock und Metal Klänge offen. Und so ist Album Nr. 6 von ALICE IN CHAINS (noch mehr als die fünf Longplayer zuvor) ein experimentelles Album, das unterschiedlichste Einflüsse und Elemente aus Rock und Metal miteinander verbindet.
Sei es das vorpreschende "Never Fade", "Red Giant" mit seinen klassischen AIC Riffs, "All I Am" mit zarten, balladesken Tönen, oder das radiotaugliche "Fly" - eines ist gewiss: Langeweile kommt nicht auf.
Und mit "So Far Under" hat sich sogar ein Ohrschmeichler alter Schule eingeschlichen, der so oder so ähnlich, seinen Platz auf einem der ersten drei Alben gefunden hätte.

Fazit: Mit "Rainier Fog" decken ALICE IN CHAINS ihre komplette Entwicklung der letzten Jahrzehnte ab. Hin und wieder kratzt "Rainier Fog" sogar etwas stärker als noch zuletzt an der Layne Staley Ära. Und wer weiß, vielleicht ist der Schatten im allsehenden Auge auf dem Plattencover ja Layne Staley, der aus dem Jenseits herüberblickt und sich daran erfreut, dass es ALICE IN CHAINS immer noch gibt. (JK)

7.5 von 10

https://aliceinchains.com/
https://www.facebook.com/aliceinchains
https://twitter.com/AliceInChains







Vorankündigung: Headbangers Ball mit EXODUS + SODOM + DEATH ANGEL+ SUICIDAL ANGELS - 16.12.2018 München/Backstage

https://backstage.info/

Vorankündigung: KALMAH + VREID + SLEGEST - 12.12.2018 München/Backstage

https://backstage.info/